Isaac: Im Bann des Markers

Eigentlich wollte ich „Dead Space 2“ nicht vor nächstem Wochenende weiterspielen und dennoch habe ich es gestern noch gemacht. Ich war an einer Stelle, an der ich dachte, es wäre kurz vor dem Ende – doch ich täuschte mich. Übrigens war es nicht das erste Mal, dass ich es dachte und dann ging es noch weiter. Ebenso ging es hier noch zwei Kapitel und ein paar erschreckende Sequenzen weiter, wie ich dann festgestellt habe. Denn natürlich war ich zu neugierig. Was für ein Spiel!

Es ist anders als der erste Teil. Auf eine gewisse Weise cineastischer und storylastiger. Die Geschichte hat mich sehr in den Bann gezogen, wie der arme Techniker Isaac Clarke vor dem Marker versucht zu fliehen, aber scheinbar aus dem Strudel um dieses Höllengerät nicht mehr entkommt. Bildet er sich alles ein? Wird er wahnsinnig? Oder passiert das alles wirklich um ihn herum? Während der erste Teil eine grandiose Geisterbahnfahrt ist, ist der zweite Teil ein Action-Horror-Spektakel bis zum Schluss.

Spoiler- und FSK-18-Cut!

Leider muss ich auch vorwarnen, denn es gibt ein Thema, das manche Leute wirklich stören könnte: Augen und Dinge, die damit passieren können. Zuerst dachte ich, es wäre nur eine kurze eklige Sequenz relativ am Anfang. Man muss auch sagen, dass dieses Thema nicht häufig auftaucht, aber gerade zum Schluss erscheint es vermehrt und das auch noch einer Sequenz, die nicht ganz ohne ist. Ich war mir kurzzeitig sogar nicht sicher, ob ich an der Stelle soweit „spielerisch“ abstrahieren kann, dass ich das wirklich weiterspielen kann. Es ging, nachdem ich mich nur auf die Spielmechanik konzentrierte.

Das letzte Kapitel war wirklich ein Action-Highlight für mich: Durch Gänge hasten, verfolgt von einem unbesiegbaren Gegner, ankommende Nekromorphs von allen Seiten abwehren, wie wild Munition verblasen, ums Leben rennen, als ob der Teufel hinter einem her wäre – streng genommen war er es auch. Das war „Space Horror“ in Perfektion. Der Endkampf fühlte sich nicht schwierig an, wobei ich auch im ersten Teil kein Problem damit hatte. Der Weg dorthin war eher das Problem und Schwierige.

Aber möglicherweise hatte ich auch einfach eine ideale Auswahl an Waffen gehabt, denn ich bin bei meinen vier Waffen geblieben, die ich auch im ersten Teil am häufigsten gewählt habe: Plasmacutter (voll ausgebaut – das Ding ist so unglaublich gut), Impulsgewehr (ebenfalls nahezu voll ausgebaut bis auf die Sekundärwaffe), Flammenwerfer (nicht voll ausgebaut) und der Ripper (in manchen Sequenzen der absolute Lebensretter, wenn zu viel auf einen zuläuft).

Damit war der Endkampf ein Kinderspiel: Ripper und Flammenwerfer in den Zwischenphasen, um die vielen Gegner abzuhalten. Dabei ruhig auch die Sekundärwaffe des Flammenwerfers benutzen. Danach in der Schadensphase mit dem Impulsgewehr auf die empfindliche Stelle feuern. Hat direkt auf Anhieb funktioniert und ich war sehr erstaunt.

Der Epilog ist stimmungsvoll und man muss noch einmal kurz aufpassen, denn auch wenn man denkt: „Jetzt kommt der Abspann“, muss man noch einmal kurz an den Controller. Außerdem empfehle ich jedem, wie im Kino, bis zum Ende sitzen zu bleiben. Ich lasse Spiele mit dem Abspann sowieso lieber auf mich wirken und lausche der Musik und lasse das gesamte Spiel noch einmal Revue passieren. Hier gibt es auch noch einmal einen kurzen Nachsatz nach dem Abspann.

Das Ende über habe ich gemerkt, wie ich plötzlich mit offenem Mund da saß, weil es mich wirklich so weggehauen und mitgerissen hat. Ich habe den Anfang des Abspanns vollkommen regungslos mit dem Controller in der Hand da gesessen, weil ich wirklich erst einmal sprachlos war. Nochmals meinen tiefsten Respekt an die Jungs von Visceral Games. „Dead Space 2“ gehört für mich definitiv zu den ganz großen Titeln auf der PS3 – auch wenn das Spiel sicherlich spaltet auf Grund seiner Brutalität und des Splatter-Faktors.

Ich hoffe, ich habe nicht zu sehr gespoilt und spoile auch nicht, wenn ich sage, dass es diesmal wirklich verdammt schlecht um Isaac steht. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, ob er jetzt stirbt oder nicht – und ich lasse offen, ob er das macht, ob die Sequenz zum Schluss, bei der man noch einmal an den Controller muss war, um Isaac zu retten oder um sich heroisch aufzuopfern, um den Marker ein für allemal zu beseitigen.

Aber egal wie: Ich bin gespannt und freue mich auf einen dritten Teil, der sicherlich genauso gut wird, wie die bisherigen beiden Teile.

Was ich übrigens auch sehr schön fand: Im Abspann die Grüße des Teams. Ich habe leider nicht alle lesen können, da es doch sehr schnell gescrollt ist. Aber da waren so nette und sympathische Grüße dabei, das hat Spaß gemacht zu lesen und hat mir gezeigt, dass meine Vermutung richtig war. Da saßen Leute an dem Spiel, die das Genre lieben und Humor haben.

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