Zauberhafte Verwandlung!

Ein Gutes hatte die Krankheit: Ich habe jetzt endlich die letzten acht Folgen meines „Wedding Peach“-Reruns geschaut. Davon habe ich in letzter Zeit nichts geschrieben? Stimmt, denn das ist eine ganze Weile her, dass ich den abgebrochen habe. Der Grund damals war, dass ich wusste, was kommen wird ab einem bestimmten Punkt und ich wollte das gerade nicht, denn ich wusste, das würde mich mitnehmen. Immerhin habe ich die Serie schon einmal geschaut. Und auch wenn der Anime deutlich positiver und versöhnlicher ist, als der Manga, zieht „Wedding Peach“ in den letzten acht Folgen extrem an, was die Dramatik betrifft.

Zuerst war ich unsicher, ob ich überhaupt noch Gefallen an der Serie haben könnte, aber die Bedenken waren umsonst. Sicherlich gibt es ein paar Sachen, die mir damals gefallen haben, die ich mittlerweile eher komisch fand, aber an sich finde ich die Serie immer noch so großartig, urkomisch und doch romantisch.

Was aber wirklich schlimm bei den deutschen DVDs ist, dass sie so einiges verpatzt haben. Zum einen haben sie das Opening nicht geändert ungefähr in der Hälfte und das Schlimmste von allem: Sie haben die Vorschau auf die nächste Folge nicht dabei! Das ist wirklich fatal, denn das trägt gerade bei den letzten Folgen ungeheuer zur Dramatik bei. Normalerweise wird die Vorschau auf die nächste Folge von Momoko gesprochen, aber es gibt eine Folge, bei der etwas passiert, das sie absolut aus der Bahn wirft und nach dem sie krank im Bett liegt. Diese Vorschau wird von Jamapi gesprochen mit ungefähr folgenden Worten: „Momoko geht es gar nicht gut, daher muss ich das heute übernehmen…“ Großartig! Und das ist nicht drauf? Schändlich!

„Wedding Peach“ bleibt für mich einfach eine der besten Magical-Girl-Serien, die Sailor Moon einfach um Längen schlägt und in nahezu jedem Detail. Schon allein der Hauptcharakter ist einerseits sympathischer als Bunny und hat auch noch die bessere Frisur (pinke Haare!), auch der männliche Hauptcharaktere ist deutlich besser als das Weichei Marmoru, der mit seiner dämlichen Rose sowieso nichts trifft und ständig gerettet werden muss. Im Bereich der übertriebenen Magical-Girl-Serien ist „Wedding Peach“ einfach die Nummer 1. Wenn es um Magical-Girl-Serien allgemein geht, könnte ich mich wirklich nicht entscheiden, ob diesen Platz nicht sogar „Kamikaze Kaito Jeanne“ übernehmen könnte mit dem besten männlichen Hauptcharakter aller Magical-Girl-Serien.

Aber eigentlich sind „Wedding Peach“ und „Kamikaze Kaito Jeanne“ zwar im gleichen Genre beheimatet, aber trotzdem zwei grundverschiedene Serien. Während WP sehr albern, übertrieben kitschig und häufig selbstironisch ist, ist KKJ sehr ernst, dramatisch und philosophisch. Ich glaube, es wäre ungefähr der Unterschied zwischen „King of Queens“ und „How I met your mother“ – die ich beide liebe, aber trotzdem irgendwie zwei sehr unterschiedliche Serien sind.