Morality issues

Über Ostern haben meine Frau und ich weiter die 4. Staffel „Heroes“ geschaut – und es wird immer besser. Eine Folge hat mich wirklich ungeheuer beeindruckt, weil das einfach so… gut… war. Da mögen viele über die Staffeln vorher meckern, dass die Plots wirr wurden, dass die Charaktere nerven, aber diese Folge? Hammer!

Welche Folge ich meine? Die „Thanksgiving“-Folge und ich denke, jeder wird sehen, was ich damit meine. Das waren zwei so herausragend komponierte Charakterzusammenstellungen – eigentlich drei, aber gerade das Essen der Petrellis und das Essen der Bennets hatte so unterschiedliche Dramatiken, hat die Charaktere so unterschiedlich weiter gebracht… das war ganz, ganz groß geschrieben.

Wie ich schon häufig schrieb: Die Serie ist unrealistisch – hey, Supderhelden! Trotzdem schaffen sie es meiner Ansicht nach immer, glaubwürdige Charaktere zu schreiben, die mit alltäglichen Problemen zu kämpfen haben. Ja, es geht auch darum, die Welt zu retten. Ja, die haben Superkräfte. Aber sie haben genau die gleichen Probleme, wie wir alle! Trotzdem!

Wo die Stärke der Serie liegt, ist nämlich nicht in den Weltrettungsplots. Die geschehen irgendwie für mich im Hintergrund. Die Stärke liegt in der Tiefe der Charaktere und dass zumindest ich mich absolut reinfühlen kann und so vieles davon nachempfinden kann.

Beispielsweise der Zwiespalt letztens bei Matt Parkman, als er wieder zu Hause ist und sich dort verkriecht und sich vor der Welt verschließen will. Dann dieses großartige Gespräch zwischen ihm und Noah, bei dem er ihm vorwirft, sich zu verstecken und er rausgehen muss, um eben diejenigen zu beschützen, die er liebt. Das sind die Momente, die unabhängig von Superhelden stehen können. Das sind spannende Probleme des menschlichen Zweifels.

Ich habe es einmal gesagt und ich wiederhole mich da gerne: Das Superhelden-Genre, aber auch das Zombie-Genre sind – wenn es sie gut geschrieben sind – eine Geschichte über Charaktere, die an die Grenzen ihres Vermögens kommen und dort entscheidet sich dann, wie sie handeln. Beides sind – richtig geschrieben – große Geschichten über Moral und Menschlichkeit.

Das wird leider zu häufig übersehen. Beim Superhelden-Genre wegen der unrealistischen Kräfte, der Plot-Twists und ähnlichem. Beim Zombie-Genre wegen des häufig hohen Splatter-Faktors. Beide Genres können natürlich vollkommen banal geschrieben sein, vollkommen nur auf diese Aspekte reduziert. Das sind dann aber schwache Ableger davon.

Starke Ableger beider Genres? Wenn ihr meine Tipps in der Richtung wissen wollt, was Filme betrifft (Comics und Bücher kann ich nicht ganz so damit dienen):

Superhelden: Spider Man 1 & 2, Batman Begins, Dark Knight, Thor
Zombies: 28 Days Later, Shaun of the Dead, I am Legend (ja, ja, keine Zombies! Doch!)

Bei den Serien natürlich „Heroes“ und auch wenn ich es bisher bei mir nur rumliegen habe und noch nicht reingeschaut habe, ganz sicher auch „Walking Dead“ für die Zombies.

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