She’s just oblivious

Damit ich endlich den Anime „Zero no Tsukaima“ weiterschauen kann, habe ich mich jetzt wieder an die 2. Staffel von „Melancholy of Haruhi Suzumiya“ gesetzt und auch an die „Endless Eight“. Das ist schon hart – selbst für mich als wirklich großem Haruhi-Fan. Denn an sich würde ich die eigentlich gerne überspringen oder langsam zum Punkt kommen.

Es sind scheinbar wirklich acht Folgen, in denen im Prinzip die gleiche Folge wieder und wieder wiederholt wird – denn die Charaktere stecken in einer Zeitschleife von Haruhi verursacht. Die Folgen selbst sind jedes Mal neu gezeichnet und neu gesprochen. Jede Folge hat eigene Eigenheiten und Details, die Kleidungen unterscheiden sich und so weiter.

Es kommt auch heraus, dass tatsächlich jede Wiederholung nicht absolut identisch ist. Das finden die Charaktere sogar heraus – ehe wieder alles von vorne mit der nächsten Folge beginnt und auch die Erinnerungen verschwinden. Ich muss gestehen: das hat was. Irgendwo fesselt mich das. Aber irgendwo ist das auch anödent. Andererseits finde ich es auch mutig und inspirierend.

Besonders die Stelle, an der Yuki in jeder Folge sagt, das wie vielte Mal sie jetzt diese Sommerferien „neu“ erleben und wie häufig dies und das passiert ist, ist faszinierend, denn sie Zahl schnellt von Folge zu Folge hoch. Während es anfangs zehnstellig war, wurde es dreistellig und bei der Folge, die ich gestern gesehen habe, waren sie bei der 15000. Wiederholung.

Das ist krass und als ich ein wenig im Internet googlete, gab es grundsätzlich negative Meinungen über diese „Endless Eight“. Nur einer hat eine Interpretation versucht, die ich aber noch nicht bestätigen kann, da ich dazu erst alle sehen muss und wie es am Ende aufgelöst wird. Doch scheinbar hat es wirklich damit zu tun, wie sich Yuki am Ende fühlt – und was sie dann macht. Dieses Gefühl wird definitiv auch für den Zuschauer transportiert, denn Yuki ist der einzige Charakter der SOS-Brigade, der stoisch sich an alle dieser Wiederholungen erinnern kann; wie der Zuschauer.

Auch in diesem Aspekt ist „Haruhi“ einmal wieder richtig postmodern. Aber ist das dann trotzdem gut? Ich finde es spannend und inspirierend, aber ich denke, „Unterhaltung“ ist etwas Andereres, oder nicht? Denn der normale Zuschauer findet eben keinen Spaß daran, das immer wieder und wieder zu sehen. Wenn man bedenkt, dass normalerweise eine Woche zwischen so einer Folge liegt, dann hat man also acht Wochen immer die gleiche Folge – man durchlebt sozusagen den ewigen Sommer gemeinsam mit den Charakteren. Das ist zu viel, denke ich. Auch für die Synchronsprecher war das wohl eine Tortur.

Es ist wirklich ein ungeheurer Zwiespalt, in dem ich stecke und ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich einfach unglaublich großer Fan dieser Serie bin, oder ob das wirklich etwas Faszinierendes auf genau diese Art hat. Leider dürften allerdings die „Endless Eight“ einen sehr schlechten Einfluss auf den Ruf von „Melancholy of Haruhi Suzumiya“ gehabt haben, wenn ich mich so umschaue. Ich kann nur hoffen, dass die Serie weiter fortgesetzt wird, denn ungeachtet der „Endless Eight“ liebe ich die Charaktere, die Prämissen, den Hintergrund und alles drum und dran. Wäre echt schade darum.

Wer einen kleinen Einblick in die Serie bekommen will und sich anschauen will, wovon ich da überhaupt so unglaublich großer Fan bin, dem kann ich einmal die erste „richtige“ Folge verlinken. Das „richtig“ muss ich leider in Anführungszeichen setzen, denn es gab da bei der Erstausstrahlung Kuddelmuddel in der Folgenreihenfolge. Das ist an sich total super, denn es passt in das Setting.

Worum geht es bei der Serie also überhaupt? Alles dreht sich um die Schülerin Haruhi Suzumiya, die gottähnliche Kräfte hat, von denen sie nichts weiß und nichts erfahren darf: denn sie kann die Realität nach ihren Wünschen verändern. Das Problem ist: Haruhi ist hyperaktiv, schnell gelangweilt und exzentrisch.

Sie würde lieber in einer Welt voller Außerirdischen, Roboter und Psioniker leben. Doch sie denkt, sie lebt in einer ganz normalen Welt. Da sie sich dies aber wünscht, versammeln sich genau solche Charaktere um sie herum – doch das darf sie nie herausfinden. Denn wenn Haruhi herausfindet, dass sie die Welt verändern kann… Gott gnade der Welt!

Die Serie wird erzählt aus der Sicht des Schülers Kyon, der neben Haruhi in der Klasse sitzt und der einzig normale Mensch in Haruhis direktem Umfeld zu sein scheint. Wieso ausgerechnet er? Und wieso hat Haruhi an ihm einen solchen Narren gefressen, wenn sie doch eigentlich mehr in Außerirdische, Roboter und Zeitreisende interessiert ist? Denn an sich könnte sie doch die Welt dann so machen, dass Kyon auch solch außergewöhnliche Fähigkeiten hat. Doch hat er nicht. Er ist einfach nur ein zynischer Realist, der auch entsprechend mit wachsender Entnervtheit Haruhis Eskapaden beiwohnt.

Ihr versteht also, was ich meine? Die Serie ist abgefahren… und philosophisch. Meiner Ansicht nach eine der anspruchsvollsten Anime-Serien, die ich bisher gesehen habe.

Hier dann auch einmal das Video der 1. Folge der 1. Staffel mit englischer Sprachausgabe (auch wenn ich das japanische Original mit deutschen oder englischen Untertiteln empfehle):

Die erste Staffel gehört immer noch für mich zu den besten Sachen, die es im Anime-Bereich gibt. Eine Serie, die mich so stark inspiriert und bewegt hat, wie selten etwas.