You have made me very desperate

Verdammtes 3D-Kino! Ja, anders kann ich es nicht sagen, denn ich würde so gerne endlich „Avengers“ sehen – und zwar nicht in 3D. Wieso nicht? Weil meine Frau das dann vermutlich nicht sehen kann. Trotzdem will ich den Film mit ihr gemeinsam sehen. Aber es scheint bisher hier im Umkreis nur Kinos zu geben, die den Film in 3D zeigen.

Zugegeben, ich habe jetzt nicht die kleineren Kinos abgesucht. So gut kenne ich mich hier auch nicht aus. Allerdings habe ich auch noch unser 5-Sterne-Ticket für das Cinestar, das ich gerne benutzen würde. Aber mit dem Kinopolis könnte ich mich auch anfreunden. Doch selbst dort Fehlanzeige. Sogar in Mainz habe ich geschaut und dort den Film nicht in 2D gefunden. Muss das echt sein, dass ich da jetzt merkwürdige Organisationsverrenkungen machen muss, damit ich diesen Film endlich sehen kann?

Das ist zudem schlimm, weil ich mich tierisch auf den Film gefreut habe – so sehr, wie schon lange nicht mehr auf einen Film. Klar, denn er ist ja auch von meinem großen Idol Joss Whedon. Und ausgerechnet diesen Film kriege ich nur in diesem verdammten 3D?

Sowieso finde ich diese ganze 3D-Welle absolut nervig. Ich finde es nicht schlimm, klar. Es gibt auch 3D-Momente, die sicherlich nett sind und ich muss gestehen, dass „Avatar“ in 3D definitiv seine Momente hatte. Trotzdem mochte ich die 2D-Version lieber, weil ich das Gefühl hatte, dass die ganzen 3D-Effekte vom Film selbst abgelenkt haben. Hinzu kam, dass zumindest bei uns im Kino eine 3D-Technik benutzt wurde, bei der der Hintergrund verschwommen war. Der Film schrieb mir also vor, was ich mir gerade anschaue und was ich im Blickfokus hatte. Aber gerade bei „Avatar“ mit der tollen Landschaftsumgebung mit den liebevollen Details der Natur hat mich das echt geärgert.

Ist es wirklich so, dass alle Welt 3D so toll findet, dass nur noch in 3D produziert wird? Ich kann es mir kaum vorstellen. Das kann doch nur irgendein Missverständnis sein, dass alle denken, das ist die Technik der Zukunft, aber so wirklich will es keiner – es beschweren sich nur nicht genug. Viele Leute nehmen es vermutlich einfach nur hin – zumindest ist das die Beobachtung bei mir im Freundes- und Bekanntenkreis. Da wird zwar kurz gemeckert, aber wirkliche Konsequenzen zieht da keiner draus und viele gehen dann trotzdem in den Film. Aber ob ich das auf die Allgemeinheit der Kinobesucher übertragen kann? Vermutlich nicht. Trotzdem kann ich es mir schwer vorstellen, dass das Publikum echt nur noch 3D sehen will – und zwar alles.

Über „Titanic“ in 3D lasse ich mich jetzt nicht aus – den Film mag ich eigentlich, aber war 3D da wirklich von Nöten? Oder „Findet Nemo“? Einer meiner Lieblings-Animationfilme, aber dass der jetzt auch in 3D erscheinen soll, hat mich schockiert. Wozu braucht dieser Film denn das 3D? Ja, ich kann mir Szenen da vorstellen, die damit funktionieren, aber was soll das?

Muss ich vermutlich noch ein paar Wochen warten und hoffen, dass das Cinestar und Kinopolis sich das doch noch anders überlegen. Denn dass er auch in 2D gezeigt wird, weiß ich. Ein Arbeitskollege war nämlich in einem Stuttgarter Kino in 2D. Wieso also nicht auch in Frankfurt? Über hilfreiche Links zu 2D-Vorstellungen bin ich natürlich definitiv dankbar, falls da jemand was hat und ich einfach nur etwas übersehen oder nicht gefunden habe.

Ich will das hier endlich sehen und zwar in 2D, danke:

8 thoughts on “You have made me very desperate

  1. Also in Landstuhl (bei Kaiserslautern) läuft er in der OV in 2D – so hab ich ihn auch geschaut, eben auch weil ich keine Lust auf 3D hatte. Ist allerdings knapp ne Stunde von Mainz weg.

    http://www.broadwaykino.de

    • Hm, ja, Originalvorstellungen scheinen häufiger in 2D zu sein. Von der Vorstellung in Stuttgart habe ich ja geschrieben und im Frankfurter Cinestar scheint es auch eine OV in 2D zu geben.

      Ich gehe nur echt ungerne in Originalvorstellungen ohne Untertitel. Da bin ich vermutlich zu verwöhnt, da ich Serien auch immer im Original mit Unterton schaue. Aber ich will eben wirklich „alles“ verstehen und gerade bei Action-Sequenzen und viel Krach ist das häufig im Originalton (zumindest für mich) nicht möglich.

      Hm… aber vielleicht probieren wir es doch noch. Danke auf jeden Fall für den Hinweis.

      • Hiho,
        3D ist eine – sorry – verdammte Seuche und nach Avengers, der nun wirklich sowas von keine 3D-Effekte hatte, habe ich mir geschworen, keinen 3D-Film mehr zu schauen – ich persönlich werde halt ungern verarscht (Köln, 26,80 Euro für 2 Personen, ohne Popcorn/Cola/Bier!!!), schade drum, dass ich MIB3 dann wohl erst als blueray sehen werden.

        Grüße

        • Jap, ich bin auch immer noch hin- und hergerissen, ob ich denen wirklich die unnötigen Euro mehr für „Avengers“ in den Rachen werfen will. Eigentlich nicht, aber dann will ich endlich diesen Film sehen – und nicht erst auf DVD.

  2. Moin!

    Die Rechnung ist einfach:
    Mal gemäß Aachen: Ein Kino-Ticket kostet hier um die 9 Euro, oder halt um die 13 Euro, wenn 3D. Das sind vier Euro mehr. Ursprünglich wurde das darin begründet, dass ja die neu installierte Technik amortisiert werden musste, aber wie das immer bei derartigen Steigerungen ist, hat das natürlich niemand wieder gesenkt, als eben das geschehen ist; und auch wenn 3D teuer ist, *ist* das mittlerweile geschehen.

    Derzeit hört man ja viele Meldungen, dass die Kino-Einnahmen der Avengers drauf und dran sind, alle Rekorde zu brechen … das könnten sie alleine de facto nicht, wenn der Film nur in 2D liefe.
    Jetzt gehen aber nicht alle Leute gerne in 3D. Das haben gerade ‚hochgerechnete‘ Filme ziemlich formidabel hingekriegt, insbesondere „Kampf der Titanen“, der ja aufgrund von ungünstiger Berechnung für eine signifikant hohe Zahl an Zuschauern nicht Staunen, sondern Übelkeit ausgelöst hat. Wie bekommt man aber nun die Leute dennoch weiter in 3D?
    Richtig, man verknappt die Alternativen.

    Mir stinkt das auch. Nicht nur, weil es auch halt eine Reihe durchaus objektiver, technischer Gründe gegen 3D-Filme gibt – etwa schlicht die Tatsache, dass das Bild aufgrund der verwandten Technik eh weniger Lichtstark ist und man sich mit einer Art verkappten Sonnenbrille reinsetzen muss, was die Lage nicht verbessert –, ich für meinen Teil bin auch noch stereoblind, kann also ohnehin keine Tiefe sehen. Ein Phänomen, das *so* selten gar nicht ist.

    Und dann kommt es halt zu Momenten wie letzten Herbst, als ich eine sehr gute Freundin in den neuen Conan eingeladen habe, am eh rabattierten Kinotag dennoch über 20 Euro (!) bezahlt habe und wir dann auch noch beide nichts davon hatten, sie hat nämlich auch keine räumliche Sicht. Hurrah!

    Aber ich denke nicht, dass sich das ändern wird.
    Siehst du ja zum Beispiel auch am Überlänge-System. Filme in Überlänge kosten etwas mehr, weil aufgrund der Länge des Films das Raster der Saalvergabe gesprengt wird und das Kino dadurch eine Vorstellung einbüßt. Soweit, so gut.
    Nur liegt bei so manchem Kino die Grenze noch immer irgendwo zwischen 105 und 120 Minuten. Das mag Anfang der 90er gestimmt haben, aber anno 2012 ist das völlig abstrus. Aber anstatt halt generell den Kinopreis offiziell zu erhöhen (und die Ausreißer nach unten vielleicht vergünstigt anzubieten, wenn es klappt) gibt man dann halt auf mehr als 80% des Programms den Überlänge-Zuschlag drauf.

    Ist alles ziemlich ärgerlich und frustrierend für den Endnutzer … aber ach, ich geh einfach zu gerne ins Kino.
    Und trag’s damit ja quasi mit auf meinen Schultern, wie jeder andere auch, der nicht auf die Barrikaden geht.
    Aber wie gesagt … ich geh einfach zu gerne …

    Viele Grüße,
    Thomas

    • Oh, das ist spannend, wenn du da nicht räumlich sehen kannst, denn das ist der Hauptgrund, der uns momentan von den Avengers abhält: Meine Frau kann nicht räumlich sehen. Geht nicht von den Augen her.

      Daher haben wir die ganze Zeit halt die Befürchtung gehabt, dass sie einen Film in 3D einfach nicht sehen kann oder nur verschwommen sieht. Da wir das bisher aber noch nicht riskiert haben, wissen wir das einfach nicht und ich will auch ungerne es einfach mal probieren.

      Ich hoffe, es ist okay, wenn ich da nachfrage. Können das zur Not auch gerne per Mail machen oder wenn es okay für dich ist, auch natürlich gerne hier. Wenn du nicht räumlichen sehen kannst, kannst du dann trotzdem den Film sehen? Klar, die 3D-Effekten funktionieren auf keinen Fall. Meine Befürchtung wäre halt, dass man den Film nur verschwommen sieht. Weißt du da genaueres drüber?

      • Also ich denke, das sollte ohne Probleme klappen; wobei es natürlich auch sein kann, dass durch die andere Ursache auch andere Regeln herrschen, aber daher grob zwei Fundamente:

        1. Zum einen kommt Stereoblindheit so richtig eigentlich nie von den Augen her, sofern beide grundsätzlich Sehkraft haben, sondern in Wechselwirkung mit dem Hirn. Was halt häufiger vorkommt ist entweder eine Fehlstellung, die dazu führt, dass die Augen den für 3D notwendigen Blickwinkel nicht erreichen können, oder aber die s.g. Anisometropie, bei der aufgrund von stark voneinander abweichenden Sehstärken das Hirn quasi die Tiefenwirkung „abschaltet“. Schau auch beispielsweise hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Stereoblindheit#St.C3.B6rungen
        So weit, so doof.

        2. 3D im Kino wir dadurch erzeugt, dass die beiden unterschiedlichen Augen mit unterschiedlichen Informationen gefüttert werden; hier in Aachen werden dazu vor allem Polfilter-Brillen verwendet; alternativ dazu gibt es Kinos Shutter-Brillen, wie sie quasi auch an den 3D-Fernsehern verwendet werden, die kenne ich aber nicht aus erster Hand. Ich erspare dir jetzt den technischen Mumbo-Jumbo, aber effektiv filtert jedes Glas je einen Teil des Lichtspektrums heraus und durch ziemliches Technik-Kung-Fu ist es möglich, eben jenes Licht so zu streuen das dadurch jedes Auge je die notwendige Bildinformation kriegt.
        Dadurch wirkt das Bild natürlich verschwommen, wenn man die Brille nicht aufhat, da beide Augen je die linke UND rechte Information erhalten.
        So weit, so klar?

        Ich bin kein Experte, weder für Stereoskopie noch Stereoblindheit – aber ich würde schwerst davon ausgehen, dass zwar die 3D-Effekte nicht funktionieren, aber aufgrund der Brille das Seherlebnis bei ihr dann auch nicht anders sein wird als im sonstigen Alltag halt.

        100% stichhaltig lässt sich das natürlich nur im Kino testen. Was aber ggf. als annähernder Test funktionieren könnte, wären die dir sicher bekannten Rot-/Grün-Bilder, die etwa zur Dinosaurier-Zeit in den 90ern mal total angesagt waren – Anaglyphenbilder nennt man die.
        Das Verfahren ist nicht exakt das gleiche, die Bilder „flimmern“ anders als Polfilterbrillen-Eindrück aufgrund der Farbüberlappung und die meisten Brillen leider nur von minderwertiger Qualität, aber die grundlegende Idee – Brille filtert Bildbestandteile auf, damit je ein Auge bedient wird – liegt da halt auch vor.
        Das wäre, falls ihr ’ne geeignete Brille findet, halt zumindest sagen wir mal ein Alpha-Test.

        Aus dem Selbstversuch heraus kann ich jedenfalls sagen, dass sowohl Lina als auch ich ohne Probleme in 3D-Filme gehen können … die sind dann halt nur nicht 3D und wir haben trotzdem alberne Brillen auf ;)

        Viele Grüße,
        Thomas

        PS: Nee, das per mail zu regeln tut nicht not – im Gegenteil, jede Person mehr, die weiß, dass es das „Krankheitsbild“ (fühle mich nicht krank, aber du weißt, was ich meine) gibt, ist vielleicht eine Person mehr, die Kinder davor bewahren kann vom Sportunterricht traumatisiert zu werden, weil die Distanz zu den Bällen nie richtig eingeschätzt werden kann ;)

        • Ja, die Geschichten aus dem Sportunterricht kenne ich von meiner Frau auch. Sie kann halt wohl wahlweise (so wie ich es verstanden habe) auf einem der beiden Augen sehen, aber eben nie auf beiden gleichzeitig, was dann das Problem mit der räumlichen Sicht herbeiführt.

          Wenn es tatsächlich wäre, dass man „nur“ mit bescheuerten Brillen da sitzt und halt ein paar Euro für „komisch aussehen“ bezahlt, dann wäre das wenigstens eine Möglichkeit.

          Muss ich mal mit meiner Frau reden, was die meint. Ich kann das ja schlecht beurteilen, weil mir das alles keine Probleme macht und ich da auch nur versuche, alle Möglichkeiten zu bedenken, weil ich nicht will, dass sie im Kino sitzt und dann wahlweise Kopfweh bekommt oder gar kein gescheites Bild sieht.

          Danke auf jeden Fall für die Erklärungen. Ich glaube, das hilft auf jeden Fall stark bei der Entscheidung, ob wir es vielleicht nicht doch mit der 3D-Vorstellung probieren können. Falls dem so ist, werde ich sicherlich da auch hier im Blog ein kurzes Feedback schreiben, weil ich mir vorstellen könnte, dass das auch für Andere interessant sein könnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.