Lonesome cowboy

„Red Dead Redemption“ habe ich nun auch durch – und ich bin ein wenig irritiert und verstört. Doch bevor ich weiterschreibe, mache ich lieber einmal einen kleinen Spoiler-Cut.

Spoiler-Cut

Das Ende ist zwar ganz klassisch Western, hat mich aber ganz eindeutig verstört. Es war vorher schon leicht antiklimaktisch, dass man das gewöhnliche Farmleben von John Marston noch begleitet, nachdem man die Aufträge der Regierung ausgeführt hat und endlich wieder zu seinem Sohn und seiner Frau kann. Aber trotzdem war es interessant, denn die ganzen Charaktere sind zumindest mir in der Zeit durchaus ans Herz gewachsen.

Ich dachte mir bereits, dass da noch irgendetwas kommt – auch wenn ich gestehen muss, dass ich damit nun nicht gerechnet hätte. Natürlich hatte das Ende was und erinnert in der Art durchaus an „Butch Cassidy und Sundance Kid“, aber für mich war das dann doch zu hart, als dass ich zur Unterhaltung so richtig viel Spaß am Ende hatte. Nein, es hat mich wirklich auf die Art eher verstört.

Das bedeutet nicht, dass es schlecht war oder das Spiel schlecht ist – im Gegenteil. Ich denke sogar, dass dieses Spiel ein perfektes Beispiel dafür ist, wie tief Videospiele sein können, denn das hatte so einige Ebenen. Viele Gespräche waren extrem philosophisch, haben viele Punkte von verschiedenen Sichtweisen aus beleuchtet, waren philosophisch, sozialkritisch und so weiter. Insgesamt fand ich das ganze Setting, die Charaktere, die Handlung recht anspruchsvoll und intelligent. Das kann locker mit dem mithalten, was viele als „high-brow-literature“ bezeichnen – auch wenn ich persönlich von dieser Unterteilung nicht viel halte.

Aber gerade weil die Charaktere mir ans Herz gewachsen sind, war das Ende hart. Sollte es wohl auch sein. Der Name „Red Dead Redemption“ ist natürlich da nicht ganz ohne Grund gewählt. Im Prinzip gibt es da nicht nur über den Titel Andeutungen, sondern auch beispielsweise über solche Missionen wie den geheimnisvollen Fremden, den man bei der Aufgabe „Ich kenne dich“ trifft oder auch, wenn Bonnie MacFarlane nach dem letzten Treffen mit John im so lange nachschaut – als ob sie ahnte, dass es das letzte Mal gewesen sein könnte.

Das Spiel war also schon gute Unterhaltung, aber schwere Kost. Das muss ich erst einmal verdauen. Trotzdem kann ich es echt jedem Western-Fan mit PS3 nur nahelegen. Mir persönlich war es ein wenig zu offen in der „Open World“, für mich hätte es da gerne weniger sein dürfen, aber das Gesamtpaket hat gestimmt.

Theoretisch habe ich auch noch „Undead Nightmare“ vor mir, den DLC, der in meiner „Game of the year“-Edition drin war. Aber ich denke, ich werde mich jetzt doch zuerst einem anderen Spiel zuwenden – vermutlich „Silent Hill 2“ oder „Alan Wake“. Mal schauen.

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