Traumwanderer

Nachdem ich letztens „der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard“ zu Ende gehört hatte, habe ich mir mal wieder ein Hörspiel zur Abwechslung in den CD-Player im Auto gelegt: „Leon Traumgänger“. Ist anscheinend auch auf einem Jugendbuch basierend und gab es letztens im Media-Markt im Gesamtpaket für 10 EUR – drei CDs mit jeweils ungefähr 70 Minuten Länge. Ich vermute, das dürfte dann wohl ungefähr das erste Buch abdecken.

Die Geschichte ist an sich auch ganz nett und spannend und zwischendurch auch mit ein paar Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte bei einem Jugendhörspiel. Trotzdem riss mich zwischendurch immer der Jugendslang raus. Zwar war das durchaus glaubwürdig von den Sprechern abgeliefert, aber dennoch kam mir ständig der Gedanke auf: „Sprechen Jugendliche wirklich so oder ist das nicht einfach nur erzwungen klingend?“

Das ist natürlich immer eine Gratwanderung, ob man jetzt versucht, Sprache jugendlicher klingen zu lassen durch manche Redewendungen oder Wörter oder ob man es ohne so etwas probiert. Ich persönlich tendiere zu letzterem, da das ansonsten mir ein wenig zu pseudojugendlich klingt und auch das war, was mich immer wieder rausgerissen hat, denn größtenteil sprachen die Jugendlichen in dem Hörspiel eben doch „normal“.

Das ist auch etwas, das mir schon häufiger bei diversen Kinder- und Jugendserien auf Kika oder im Morgenprogramm der öffentlich Rechtlichen aufgefallen ist: Manchmal wirkt es so steif abgelesen und vom Satzbau, als ob das einfach ein Erwachsener geschrieben hätte und von Jugendlichen gesprochen und dann wiederum an manchen Stellen wird ein wenig Jugendslang eingstreut, um „authentischer“ zu wirken.

Authentizität bringt das aber nicht unbedingt. Das ist eine ähnliche Sache wie Slang, Dialekt und Jargon in Romanen – sicherlich kein einfaches Thema, aber häufig scheitern die ganzen Serien daran und auch „Leon Traumgänger“ hat sich da nicht unbedingt einen Gefallen getan, wie ich finde. Wie man es anders macht? Gute Frage.

Abgesehen davon ist das Hörspiel aber nett gemacht und unterhaltsam. Auch hier kann man für 10 EUR nicht viel falsch machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.