Totgesagte leben länger

Immer mal wieder schaue ich mir in den Blog-Statistiken gerne an, mit welchen Suchbegriffen die Leute auf dieses Blog kommen. Häufiger wollte ich schon einmal diverse Dinge davon aufgreifen, habe es dann doch aber verworfen, weil es noch genug Anderes gab und dann hatte ich diese Begriffe auch schon wieder vergessen. Eine Suchphrase taucht jedoch häufiger auf: „Ist Rift tot?“

Ganz klare Antwort: Nein.

Ich denke sogar, dass es verhältnismäßig gesund ist. Wenn man sich ansieht, dass Star Wars: The Old Republic jetzt F2P geht, man aber bei Rift noch lange nichts davon mitbekommt, scheint es sich für Trion zu lohnen.

Ja, in den Foren wird viel gejammert. Ich spiele auf Akala – dem deutschen RP-PvE-Server. Angeblich ist es dort leer und der Server sollte auch mal zum Trial-Server gemacht werden, womit er quasi geschlossen würde. Auf einen Proteststurm der Community reagierte Trion aber zum Glück und ihnen wurde bewusst, dass es nicht gut ist, den einzigen deutschen RP-Server zu schließen. Denn welche Möglichkeiten hat man sonst als Rollenspieler?

Akala wird immer wieder gerne als toter Server hingestellt. Wenn ich einlogge, und das ist in letzter Zeit wieder sehr regelmäßig, kann ich mich nicht beklagen. Klar, ich kann nicht zu jeder Uhrzeit Invasionen zurückschlagen. Mitten in der Nacht, früh am Morgen oder am Nachmittag fehlen da auch schon einmal die Leute. Aber zu den normalen Stoßzeiten und zu meinen normalen Spielzeiten abends nach der Arbeit bekommt man ein ganz normales Spielerlebnis.

Das Schöne ist außerdem, dass der Server nicht so überfüllt ist, wie die Heuschreckenserver Brutwacht und Brutmutter; denn da wollen alle hin. Vor einiger Zeit wurde Immerwacht geschlossen und viele Spieler sind auf Akala transferiert, doch die ersten Gilden haben sich wieder auf den Weg zu den nächsten Servern gemacht: die Brutserver, die auch von der Community im Forum entsprechend beworben wurden.

Die platzen wohl aus allen Nähten und da ist immer was los – zu viel los, wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese. Das ist aber ein grundsätzliches Problem der kostenlosen Transfers. Da kann man dann einfach ohne Rücksicht mal hierhin und mal dorthin transferieren. Ein Freund dieser kostenlosen Transfers war ich bereits zur Einführung nicht.

Trotz all dem ist Rift nicht tot. Warum auch? Ab wann ist ein Spiel tot? Wenn abends keine 100 Spieler in der Hauptstadt stehen? Ist das überhaupt eine Möglichkeit, das zu messen? Wieso müssen Spieler in der Hauptstadt stehen? Wieso können die nicht spielen? Oder sich verteilen?

Meine persönliche Definition ist: Ein Spiel ist solange nicht tot, wie ich Spielinhalte in einem vernünftigem Maß erleben kann. Das muss nicht im Sekundentakt sein, das muss auch nicht sein, dass ich nur wenige Minuten eine Warteschlange habe. Wenn ich eben mal eine viertel Stunde warten muss, um in ein BG zu gehen, dann warte ich die und mache in der Zwischenzeit was Anderes. Gerade in Rift gibt es da genug zu tun.

Wenn ich diesen Maßstab anlege ist Rift nicht tot – zumindest nicht für mich. Battlegrounds gehen vernünftig schnell auf, Invasionen werden zur Primetime ohne Probleme zurückgeschlagen und ich habe Spaß im Spiel. Wie es mit Instanzen aussieht, weiß ich nicht, denn da war ich schon lange nicht mehr drin. Aber ich werde immer mal wieder zu Random-Raids gefragt und war auch schon bei welchen dabei – nicht viele, aber ein paar. So schlimm kann das also auch nicht sein.

Mich würde also interessieren, woher diese Frage kommt: „Ist Rift tot?“ Wenn du also mit dieser Suchphrase auf mein Blog kommst, antworte mir doch einfach mal, wieso du danach gesucht hast. Das würde mich ehrlich interessieren. Selbst wenn das erst in zwei Wochen ist oder in zwei Monaten. Nach jetzigem Stand ist Rift nicht tot. Frage beantwortet? Oder steckt noch mehr dahinter?

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