In einem Loch im Boden…

Ich will einmal eine ketzerische Frage in den Raum werfen und hoffe, ihr lyncht mich deswegen nicht, aber mich interessiert das echt: Bin ich der einzige Mensch, der Fantasy mag, sich aber nicht auf den Hobbit freut? Es ist nicht so, dass ich ihn nicht sehen will. Sicherlich werde ich ihn mir anschauen und vermutlich auch Spaß haben, aber trotzdem lässt mich das im Vorfeld extrem kalt. Wenn ich mir dann die Lobhudeleien im Vorfeld bereits anhöre, wundert es mich.

Denn wenn ich bedenke, dass ich das Buch mehrfach anfangen musste und auch nach dem geglückten Durchlesen immer noch einfach langweilig fand, und jetzt auch noch der Film in drei Teilen erscheinen soll, dann vergeht mir sogar ein wenig die Lust darauf. Sicherlich: Schauspieler toll, Kulissen toll, Kostüme toll und so weiter. Aber langt das echt? Für mich sieht das im Vorfeld eher nach dem Kochrezeptfilm aus: „Was haben die HdR-Filme so erfolgreich gemacht? Das packen wir da mal rein und rühren dreimal kräftig um.“ An sich nicht schlimm und nicht verkehrt, aber trotzdem… ganz ehrlich… der Hobbit?

Von manchen wird er jetzt schon als Film des Jahres bezeichnet. Vielleicht wird er es, doch irgendwie habe ich ganz arge Bedenken dabei. Aber vielleicht bin ich auch noch einfach zu sehr Trotzkopf und störe mich an diesem ungeheuren Hype.

5 thoughts on “In einem Loch im Boden…

  1. Den Hype-Beißreflex kenne ich generell auch von mir, insofern … ich kann das nachvollziehen.
    In dem Fall aber freue ich mich durchaus darauf – ich glaube aus zweieinhalb Gründen.

    Zum einen sind die Herr-der-Ringe-Filme einfach mit unschlagbarem Abstand die filmtechnisch (nicht zwingend inszenatorisch, aber wirklich in ihrer umgesetzten Gesamtheit) in meinen Augen besten Filme und insofern freue ich mich einfach auf sehr gut gemachtes Fantasy-Kino. Das ist ja selbst in der heutigen Zeit echt keine Selbstverständlichkeit.
    Das ist ein Grund.

    Dann freue ich mich gewissermaßen eigentlich noch mehr auf das Bonusmaterial der sicher kommenden SEEs als auf die Filme selbst. Da frohlockt der Filmer in mir, denn nur sehr, sehr wenige andere DVDs haben mir je so viel Einblick in den Prozess der Macher gegeben wie die HdR-Sets. Einige Fincher-Filme, dazu Kingdom of Heaven, aber da hört es dann auch schnell auf.
    Das ist ein halber Grund.

    Und im letzten Grund werden wir uneins bleiben müssen, aber ich fand den Hobbit als Buch sogar um längen besser als den HdR. Ich kann wertschätzen, was Tolkien mit dem HdR gemacht hat und ich kann mich auch daran erfreuen, ich hab das olle Biest ja auch öfter gelesen als jedes andere Buch … und dennoch finde ich den Hobbit in seiner einfachen Strukturiertheit eigentlich besser.
    Nun mag man kontern dass gerade diese Einfachheit ja dagegen spräche, gleich eine Trilogie daraus zu machen. Aber ich denke, wenn man in Betracht zieht dass ja auch Szenen, die nur aus den HdR-Anhängen rekonstruiert, aber in das Zeitfenster gehörig sind (der Sturm des Weißen Rates auf Dol Guldur etwa), in dem Film sein werden und wenn man sich vor Augen führt, dass auch schon aus 20 Seiten langen Kurzgeschichten abendfüllende Filme wurden, sehe ich auch durchaus das gelassen.
    Das ist mein letzter Grund.

    Nun muss ich auch sagen, dass ich nicht jetzt schon total unruhig werde und es gar nicht mehr erwarten könnte oder so. Das hatte ich eh schon lange nicht mehr.
    Ich freu mich halt drauf, so wie ich mich auf „The Avengers“ und „Dark Knight Rises“ gefreut habe, so wie ich mich auf „Prometheus“ am Mittwoch freue und so wie ich etwa neben dem „Hobbit“ auch auf „Skyfall“, den neuen Bond, gespannt bin.

    Aber wie gesagt – ich bin auch einfach froh um jeden guten Fantasy-Film. Ich gucke ja auch durchaus die trashigen Vertreter sehr gerne und ohne Häme, hab mir etwa noch die Tage „Scorpion King 3“ angeschaut und hatte absolut meinen Spaß, aber ab und zu ist’s halt doch schön, wenn’s auch mal richtig macht.
    Und ich vermute zum Jahresende kommt der Hobbit dann auch recht gelegen, um den fahlen Geschmack aus dem Mund zu spülen, von dem ich glaube, dass D&D3 ihn hinterlassen wird ^^

    Viele Grüße,
    Thomas

    • Okay, das kann ich auch alles nachvollziehen. Das Ding ist: Ich würde mich echt gerne freuen, denn ich liebe Fantasy-Filme. Da schaue ich mir auch gerne mal Trash an und ich hatte sogar einen gewissen Spaß beim D&D-Film. So ist das also nicht.

      Es ist auch nicht so, dass ich sage: „Nein, der Film wird schlecht!“ Irgendwie… ist er mir nur reichlich egal und das finde ich schade. Das Problem für mich war, dass seitdem die Neuigkeit mit der Trilogie raus ist und der Hobbit wieder mehr im Gespräch ist, regt sich in mir so stiller Protest, weil… eine Trilogie? Schon wieder? Für mich fühlt sich das mehr nach Kochrezeptmentalität an. Dabei habe ich an sich nichts gegen Trilogien.

      Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit der Einschätzung falsch liege, aber bisher springt mindestens im Vorfeld der Funke nicht über und ich befürchte, dass das dem Film auch so ein wenig fehlen könnte – für mich zumindest.

      Allerdings sollte man auch noch dazu sagen: Ich bin sowieso kein großer Tolkien-Fan. Den „Herrn der Ringe“ mag ich durchaus, ist aber nichts, was ich in den Himmel loben würde. Ich fand ihn okay. Den „Hobbit“ hingegen… da habe ich ein ähnliches Problem, das viele mit dem „Herrn der Ringe“ haben – ich finde einfach so ziemlich alles daran langweilig und fürchterlich langatmig erzählt. Keine Ahnung, woher diese unterschiedliche Wahrnehmung bei mir für die beiden Bücher herkommt.

      Noch eine Theorie, warum eventuell der „Hobbit“ bei mir noch keine Begeisterungsstürme auslöst: Dass ich das Buch gelesen habe, ist schon echt lange her, aber gab es da überhaupt weibliche Charaktere? Ich bin da echt schon nicht mehr sicher. Vielleicht kann ich mich da auch einfach nicht mit einer „boyology“ im Stile eines Rudyard Kiplings für drei ganze Filme anfreunden.

      Vielleicht ist es aber echt zu lange her, dass ich das Buch gelesen habe und möglicherweise habe ich da was vergessen. Ich muss auch gestehen, dass ich mich wirklich sehr, sehr wenig mit all den Informationen zum „Hobbit“-Film auseinandergesetzt habe. Sowas mache ich aus Spoilergründen sehr ungerne.

      Aber ich hoffe, dass da ähnliche Veränderungen vorgenommen werden, wie auch schon beim „Herrn der Ringe“. Aber warum das alles bei mir nicht so ganz im Vorfeld funktioniert, weiß ich auch nicht. Ich sehe es nur, dass es bei Anderen funktioniert und ich glaube, ich bin da einfach ein wenig neidisch. Ich würde mich da auch gerne darauf freuen.

      Bitte auch nicht falsch verstehen: Ich denke auch nicht, dass es schlechte Filme werden und ich denke/hoffe durchaus, dass ich auch meinen Spaß haben könnte. Aber irgendwie… „Hobbit“… ich… weiß nicht.

      Aber gut, freue ich mich solange einfach auf „Prometheus“ und „Merida“ – und ja, auf den neuen Bond freue ich mich auch, obwohl mich nach dem großartigen „Casino Royale“ der zweite Craig-Bond doch arg enttäuscht hat.

      • Noch ein Nachtrag übrigens: Dein Einwurf, dass auch aus Kurzgeschichten bereits gute Filme entstanden sind, hat mich nachdenklich gemacht. Damit hast du nämlich definitiv recht. Das versuche ich einfach mal, im Zuge des „Hobbits“ mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Danke dafür, denn das ist echt ein zündendes Argument.

        • Aber gerne doch ;)

          Ich glaube ich weiß recht gut, was du meinst.
          Ich hatte das, kurioserweise, dieses Mal lange Zeit beim neuen Batman. Als erste Details zu TDKR rauskamen war ich Feuer und Flamme, Catwoman, Bane, das fand ich super. Dann kam der erste Trailer und … irgendwie … sprang da gar kein Funke über. Genauso rund um die Poster zum Film, die lange Zeit irgendwie einfach an mir vorbei gingen.
          In dem Falle war ich sozusagen neidisch auf mich selbst, weil ich noch wusste, wie ich vor TDK alles aufgesogen habe, was an Infos kam, jeden Trailer endloseste Male geschaut habe und gar nicht genug bekommen konnte.
          Sicher gab es da quasi die Technikseite, die mich überzeugte, die Art wie Hans Zimmer dieses Mal an den Soundtrack ging, das Art Design, die Tatsache, dass sie ‚the bat‘ wirklich als Fluggerät an Seilzügen gebaut haben und nicht per CGI lösten … das war alles super.
          Nur … der Funke fehlte.

          Bei mir kam der mit dem „Trailer 4“ oder „Nokia Trailer“ betitelten Spot und plötzlich war das alte Feuer wieder da. Und der Film hat mir ja auch gefallen.
          Aber das hätte halt auch anders sein können, sozusagen.

          Wobei mir gerade einfällt, dass ich in einem Punkt gestern Nacht Unrecht hatte, es gab in den letzten Jahren einen Film, den ich nach dem ersten Trailer einfach sehen MUSSTE – Finchers Version von „Verblendung“.
          Der sticht aber dann umso mehr als Ausnahme heraus.

          Zu dem „boyologie“-Punkt kann ich erst einmal auch nur nicken. Da weiß ich es ehrlich gesagt auch nicht, wobei ich Jacksons Anpassungen und Fokussetzungen bei der HdR-Trilogie auch mal so, mal so fand.
          Bei Arwen etwa hat es mich gar nicht gestört, dass die häufiger drin war, aber es hat mich gestört, dass sie dabei so nichtssagend und inhaltsleer auf mich wirkte.
          Umgekehrt hat mir Eowyn extrem gut gefallen.
          Nun, wir werden es ja sehen.

          Last but not least zum Bond:
          Es ist keine Entschuldigung, aber zumindest eine Erklärung, wenn man weiß, dass der Film „zu früh“ in Produktion ging, weil der Autorenstreik bevorstand und man es sich nicht erlauben konnte, dessen Ende abzuwarten (andere Verpflichtungen von Regie, Darsteller etc.)
          Daher haben sie, so schilderte es Craig, mehr oder weniger ’n Treatment gehabt und viele Details gemeinsam mit einem Hilfsschreiber jeweils tags zuvor am Set erst ausgearbeitet. Wenn man das weiß, ist es ja fast erstaunlich, wie kongruent der Film letztlich doch geworden ist. Aber … gut war er halt nicht.
          Er war jetzt auch nicht schlecht wie „Die Another Day“ schlecht war, aber … gut ist halt anders.
          Bei „Skyfall“ aber finde ich sieht das alles gut aus – da habe ich absolute Hoffnung :)

          Viele Grüße,
          Thomas

          • Ja, bei den Änderungen zum HdR stimmen wir absolut überein. Ich fand Arwen nicht so schlimm wie viele, aber dennoch falsch besetzt und auch dezent nervig, aber sie mir dann doch größtenteils einfach egal. In erster Linie hat mich bei ihr nur gestört, dass sie Eowyn reingefunkt hat und das ist der andere Punkt: Eowyn war großartig! Aber dass mir der Charakter und die Darstellung und gerade auch das persönliche Drama. Verwundert aber vermutlich nicht, dass mir das gefallen hat. Wenn solche Dinge auch beim „Hobbit“ passieren – gut. Nur irgendwie befürchte ich eher, dass nicht… aber einfach mal schauen.

            Zum Bond: Das erklärt tatsächlich viel – eigentlich sogar alles! Denn dieses Gefühl, das ich nach „Quantum Trost“ hatte war: unbefriedigt. Mehr nicht. Ich fand ihn nicht schlecht, aber es war… ich habe da gesessen und meine Frau angesehen und die hat mich angesehen und wir haben mit den Schultern gezuckt. Da war irgendwie nichts und vor dem Hintergrund war der Film tatsächlich überraschend kongruent. Andererseits fand ich ihn dann zu „ziellos wandernd“. Nach der Steilvorlage von „Casino Royale“ (den ich persönlich immer noch als einen der besten Bonds empfinde) war aber auch das so ein wenig vorherzusehen, dass es nicht noch einmal sowas werden konnte.

            Mit dem Wissen kann ich mich sogar ein wenig mehr auf den neuen Bond freuen. Denn als ich das gesehen habe, dachte ich mir: „Cool, ein neuer Craig-Bond. Aber ob ich da wirklich ins Kino gehe?“ Denn an sich gefällt mir Daniel Craig als Bond total. Ich mochte diese neue Bond-Interpretation sehr. Wie unsympathisch der Charakter doch an sich war, wie dreist er häufig mit Dingen durchgekommen ist, aber auch wie extrem er es ständig und immer wieder und wieder kassiert hat. Dieser Bond hat ständig nur eingesteckt, hat sich dann wieder aufgerappelt, um dann doch wieder eins ins Gesicht zu kommen und immer mehr zu wanken.

            Dabei wirkte er nicht zu superheldig, sondern durchaus glaubwürdig, halt mit einer enormen Sturheit und einem riesigen Kampfgeist. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch wenn ich ebenso immer noch den Connery-Bond und den Moore-Bond mag. Für mich spielt Craig da auf einer Ebene mit den beiden anderen mit.

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