On a crazy adventure

So häufig schreibe ich von „tsundere“-Charakteren – was ist das überhaupt? TVTropes mit der eigentlich sehr guten Erklärung habe ich bereits mehrfach in der Hinsicht verlinkt. Jetzt ist mir allerdings bei einem Video aufgefallen, dass da ein sehr kleines Zeitfenster recht gut sogar veranschaulicht, was dieses „running hot and cold“ ist, von dem TVTropes da spricht.

Das Video ist aus dem herausragenden „Drachenzähmen leicht gemacht“ – sowieso einem der besten Animationsfilme, die ich je gesehen habe. Das liegt mit Sicherheit daran, dass eben auch der weibliche Hauptcharakter Astrid ziemlich deutlich tsundere ist. In dem Video könnt ihr hier von 2:55 bis 3:12 recht deutlich sehen – aber Vorsicht, das ist natürlich ein leichter Spoiler. Allerdings überraschen die Szenen nicht, wenn man schon recht merkt, dass dieser Charakter tsundere ist. Dann freut man sich einfach den ganzen Film über wie ein Schnitzel auf genau die Szenen, weil man weiß, dass das so oder so ähnlich passieren wird und das ist einfach das Schöne daran. Sehr schön ist das auch auf den Rhythmus der Musik gelegt, so dass die „ich hau dich/ich küss dich“-Szenen genau diesen Kontrast ergeben, der zentral für tsundere-Charaktere ist. Der Rest von diesem Video ist auch sehr schön zusammengeschnitten und mir gefällt das Lied einfach.

Astrid ist natürlich nach TVTropes eine Type-A-Tsundere – also „tsuntsun“, bei der das grummige und murrende die Grundstimmung ist und hin und wieder die liebevolle Seite durchbricht. Üblicherweise kennt man das dann unter dem Begriff „harte Schale, weicher Kern“. Wobei sich tsundere nicht darauf reduzieren lässt, sondern deutlich vielschichtiger ist. Außerdem gibt es noch andere Varianten von tsundere. Irgendwie kann ich nicht anders als tsundere-Charaktere gern zu haben. Denn eigentlich sind das zwar zwischendurch mal echt fiese Charaktere, die aber eigentlich nur über sich selbst stolpern und über ihre Probleme, mit ihren Gefühlen umzugehen. Das ist natürlich dann ein Fest für Schreiber, denn damit lassen sich wunderbar Konflikte in einem Plot erzeugen.