People think I’m crazy

Ich schaue gerne Monk. An sich ist das eine ungewöhnliche Fernsehserie für mich, denn es ist ein Krimi und zudem gibt es auch keinen wirklichen Meta-Plot.

Natürlich gibt es den im Hintergrund, aber es geht eigentlich fast immer um „den besonderen Fall der Woche“ – analog zum „Monster of the week“ bei den X-Files. Hin und wieder gibt es zwar den Meta-Plot um Trudys Ermordung, aber normalerweise nur zum Staffelanfang oder Staffelende oder ganz ausgewählten, seltenen Folgen zwischendrin. Von einer Meta-Plot-Serie kann man da also kaum reden. Trotzdem mag ich Monk.

Es gibt viele, die mit den verschrobenen Eigenarten des neurotischen Detektiven nichts anfangen können, aber gerade die mag ich. Sicherlich ist er an manchen Stellen doch recht ungenießbar geschrieben, aber dennoch – trotz aller Neurosen – ist es ein Kerl mit einem guten Herz, der eigentlich nur das Richtige machen will. Dazu muss er aber immer wieder über sich hinauswachsen und seine Neurosen stellen ihm häufig genug Hindernisse in den Weg. Das ist es, was ihn so heldenhaft und mir auch so sympathisch macht.

Die Serie durchaus amüsant, aber ich würde sie eher als Tragiekomödie beschreiben. Denn viele Folgen enden bittersüß – der Fall ist gelöst, aber dennoch passiert etwas Unschönes für Monk oder er muss mit einer schlimmen Erfahrung kämpfen und besiegt sie nicht. So lustig manche Folge zwischendurch war, häufig hinterlässt das Ende einer Folge einen sehr melancholisch.

Spoiler-Cut (8. Staffel)

Wir schauen zur Zeit die achte und letzte Staffel dieser Serie und eben haben wir die vielleicht mit Abstand positivsten Folgen der Serie gesehen. Einmal „Mr. Monk feiert seinen Geburtstag nicht“ – natürlich genau mein Thema und da war so viel Wahrheit drin! Ich habe wirklich bis zum Ende gezittert, ob ihm nicht doch wieder etwas Schlimmes passiert, aber nein. Auf eigentlich allen Ebenen ging es gut aus.

Ebenso „Mr. Monk und Nathalie und … Sharona?“ – auch da dachte ich, dass das schlimmer ausgeht, aber auch hier war alles so versöhnlich und endlich gab es auch mal Charakterentwicklungen, die beendet wurden, wie auch in der Folge davor.

Häufig sitze ich ein wenig nachdenklich nach einer Monk-Folge vor dem Fernseher. Nach diesen beiden Folgen allerdings nicht. Ich habe seit acht Staffeln zum ersten Mal bei diesen Folgen mit einem glücklichen Lächeln vor dem Monk-Abspann gesessen und das war … schön. Aber ein wenig melancholisch macht mich gerade in dem Augenblick dann, dass die Serie doch bald vorbei sein wird.

Das ist eben Monk – bittersüß … selbst in solchen Momenten. Denn das ist, was Monk häufig genug auch selbst sagt: „Ich bin glücklich. Wo ist der Haken?“

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