Time after time

Es ist Valentinstag. Häufig wird er hoch stilisiert und manchmal auch vollkommen unnötig. Ich finde ihn dennoch schön, auch wenn ich ihn heute nicht mit meiner Frau verbringen kann. Mitten in der Woche bin ich nun einmal auf der Arbeit. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht aneinander denkt.

Auch wenn der Tag überkommerzialisiert ist, so kann man ihn dennoch auch für vernünftige Dinge nutzen. Es ist nichts Schlimmes dabei, am Valentinstag Essen zu gehen – es ist ein schöner Anlass. Im Gegenzug sollte es nicht der einzige Tag sein, an dem man etwas gemeinsam macht. Ist er das doch? Dann erfüllt er wenigstens den Zweck, dass man diesen Anlass hat. Das kann auch schon etwas wert sein.

Passend zum Valentinstag möchte ich aber einmal wieder einen meiner persönlichen Lieblings-Animes empfehlen: Toradora! Ich habe selten einen ergreifenderen, spannenderen und schöneren Anime erlebt. Dabei ist er sehr bodenständig, denn es dreht sich einfach um die Beziehungen der fünf Hauptcharaktere. Fünf? Ja, bedeutet, dass da etwas nicht aufgeht und das ist auch, was ich dem Anime hoch anrechne, dass er sich eine unmögliche Aufgabe gestellt hat und daraus zieht der Anime auch sein gesamtes Dramapotenzial.

Natürlich dreht es sich um noch viel mehr Beziehungen, aber die fünf Hauptcharaktere haben so ein Kuddelmuddel untereinander, das von Folge zu Folge schlimmer wird und dann in den späteren Folgen so herzzereißend gipfelt, dass es mir eiskalt den Rücken runterläuft, wenn ich nur daran denke.

Dabei möchte ich betonen: Der Anime kommt ohne Magie aus, ohne epischen Plot, ohne Übernatürliches oder ähnliches. Es ist der Schulalltag der fünf Charaktere und ihr Weg ins Erwachsensein.

Es gibt Leute, die geben diesem Anime keine Chance, weil sie gerade Taiga am Anfang richtig blöd finden. Aber Taiga ist ein so wunderbarer und tiefer Charakter, der mich so ungeheuer gerührt hat … ich finde es schade, dass manche nur die Oberfläche sehen, dabei kann man bereits in der ersten Folge entdecken, dass so viel mehr noch unter dieser Oberfläche steckt.

Der Anime steckt so voller wunderschöner Szenen, die man auch fast alle auf YouTube sich ansehen kann. Da sind in regelmäßigen Abständen solch tiefe Momente dabei, voller Symbolik und voller Gefühl, dass ich mir die auch heute immer noch gerne anschaue. Wer hier schon länger mitliest, wird beispielsweise wissen, wie sehr mich die Weihnachtsepisoden mitgenommen haben und bis heute noch mitnehmen.

Aber natürlich ist die Valentinstagsfolge auch ein solcher Moment. Genau die war nämlich jene Folge, bei der meine Frau gerade aus dem Computerzimmer ins Wohnzimmer kam, während ich sie schaute, und mich vollkommen irritiert ansah, weil ich vollkommen verzweifelt wohl auf den Fernseher starrte, das Kissen umschlungen, weil ich das fast nicht ausgehalten habe, was da gerade passierte.

Toradora! ist ein wunderschöner Anime über Freundschaft, Liebe und das Erwachsenwerden – ich finde, das ist ein passender Tipp für den Valentinstag und es würde mich freuen, wenn ich euch neugierig gemacht habe, sofern ihr grundsätzlich Animes nicht abgeneigt seid und kein Problem mit Beziehungsdramen habt. Wenn ihr sowas nämlich mögt, wage ich zu behaupten, dass es kaum einen besseren Anime als diesen gibt.

Hier die anfänglichen Worte von Ryuji und Taiga:

Ryuji: There is something in this world that nobody has seen yet. It is something gentle and very sweet. And if you had been able to put your eyes on it, then you would yearn for it.
Taiga: That is why the world has hidden it. To make sure that not just anyone can get their hands on it.
Ryuji: But at some point, someone will find it.
Taiga: That one person who is supposed to find it, is also the one who will be able to find it.

Nach dem Spoiler-Cut verlinke ich die erste Episode mit englischen Untertiteln. Mit deutschen Untertiteln lässt es sich bestimmt ebenso finden.

Viel Spaß mit einem meiner Lieblingsanimes!

Spoiler-Cut!

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