How often does a guy like me get to be a hero?

Immer wieder höre ich, dass Tomb Raider nicht so gut gelaufen ist im Verkauf. Woran das liegt, darüber scheiden sich die Geister. Manche Lästermäuler behaupten, das Spiel sei nicht gut. Von so Leuten wie Total Biscuit hört man, dass die Zahlen generell in diesen Monaten schlecht waren und dass selbst ein gut laufendes Spiel wie Bioshock Infinite nicht ganz so lief, wie es hätte laufen sollen.

Gerade bei den Lästermäulern ärgert es mich ungemein, denn da wird dann immer nochmal nachgetreten und da nochmal zugehauen – dabei haben diese Leute meist jene Spiele gar nicht gespielt! Da kommt ein Verriss eher über Umwege zustande; über Gerüchte oder Sachen, die man aufgeschnappt hat. Manchmal spielen diese Leute sogar, aber dann nur die ersten zehn Minuten oder die erste halbe Stunde und finden sowieso nur die Sachen, die sie bestätigen.

Schade, dass TB kein WTF-Review zu Tomb Raider gemacht hat, denn egal, ob man Total Biscuit mag oder nicht, man kann ihm eines nicht vorwerfen: unfair zu sein! Und das sind aber die meisten Lästermäuler dort draußen. TB kann sehr harsch zu einem Spiel sein, wenn er es Mist findet, aber er versucht trotzdem fair heranzugehen. Das vermisse ich bei so vielen Leuten und dann würde ein Spiel wie Tomb Raider auch nicht so schlecht bei wegkommen.

Das ist traurig, denn ich mag das neue Tomb Raider – sehr! Ich mag die Atmosphäre, ich mag diese sympathische Lara Croft, ich mag ihren britischen Akzent, ich mag die Geschichte, ich mag die Charaktere, ich mag das Gameplay. Auch wenn viele behaupten, das wäre kein Tomb Raider – doch ist es. Ich klettere, ich ballere, ich plündere Gräber, ich löse Jump&Run-Rätsel. Sicherlich liegt der Fokus dank des Third-Person-Shooter-Elements deutlich auf der Schießerei, aber das ist nicht schlimm.

Mich fesselt Tomb Raider. Es gibt gerade von der Handlung her mehr als einen Moment, der mich sehr bewegt hat und mich mit Lara fiebern lässt. Mehr als einmal habe ich mit dem Controller dort gesessen und war kurz davor zu rufen: „NEEEEEEEEEEEEEEIN!“ – und dann war ich danach so sauer auf diese fiesen Kerle des Kultes, dass Lara bei mir in den Rampage-Modus gegangen ist. Wenn ich das so betrachte, dann hat Tomb Raider also zumindest von erzählerischer Seite aus alles richtig gemacht.

Wie sieht es mit dem Gameplay aus? Auch das macht mir Spaß. Die Waffen spielen sich angenehm anders, selbst der Nahkampf klappt gut. Die Steuerung ist nicht hakelig, das Klettern fühlt sich gut an, das Springen ist sauber. Die Rätsel sind angenehm, vielleicht einen Tick zu leicht, aber immer noch besser als manche der alten Tomb-Raider-Rätsel, die mich früher in die Verzweiflung getrieben haben. Sowas hätte ich dann echt nicht mehr gewollt und daher bin ich froh, dass sie das nicht mehr hatten.

Das Erkunden und Klettern, das Abseilen und all diese Dinge machen Spaß. Wenn Lara mit ihrem Kletterbeil unzählige Meter über ein paar Klippen hängt, dann fühlt sich das gut an – und spannend. So sollte es sein. Da habe ich also auch nichts zu beanstanden. Auch die ganzen Quick-Time-Events sind in Ordnung. Keine Ahnung, was viele da behaupten, dass Tomb Raider von getriggerten Events nur so durchsät wäre – ist es nicht! Am Anfang kommt das häufiger, aber das ist mehr aus dramaturgischen Zwecken und um den Spieler in das Spiel einzuführen. Aber meiner Ansicht nach ist das alles sehr natürlich und nicht zu viel.

Mir macht das Spiel jedenfalls einen riesigen Spaß und ich bin verwundert, wie viel Spielstunden es doch hergibt. Mag sein, dass ich ein wenig trödele, weil ich wirklich gerne den ganzen Secrets hinterher jage und eine Karte mehrfach ablaufe, um wirklich alles einsammeln zu können. Spricht aber auch dann wieder für das Gameplay. Von der Geschichte dürfte ich aber so langsam ans Ende kommen. Wann genau? Weiß ich nicht, vielleicht am nächsten Wochenende.

Ein wenig hat mich Defiance ja doch von Tomb Raider abgelenkt.