Equality now!

Auch wenn ich gerade krank bin, diesen Artikel habe ich zum Glück schon im Voraus geschrieben. Werde die nächsten Tage also wohl weniger bloggen. Es hat auch was Gutes, wenn man so einen Artikel schon im Vorfeld verfasst.

Aus aktuellem Anlass: Heute ist der Women’s Equality Day.

Wer mich kennt weiß, dass ich ein starker Befürworter für vernünftige Emanzipation bin. Damit meine ich nicht diese Dinge, bei denen auch ich mich fremdschäme, wenn irgendwo „SchülerInnen“ steht oder aus einem „man“ dann „frau“ wird oder ähnliche Dinge. Nein, ich meine tatsächliche und intelligente Gleichberechtigung und keine Stammtischparolen oder Augenwischereien.

Daher möchte ich an dieser Stelle eine der wirklich intelligenten Reden zu diesem Thema verlinken, der ich mich vorbehaltlos anschließen mag: „Joss Whedon on – Why do you always write these strong women characters?“

Ich habe selten eine bessere Rede zu dem Thema gesehen. Die beiden Schlusssätze sind die beste Zusammenfassung all dessen, worum es geht:

„Why do you write these strong women characters?“ – „Because you are still asking that question.“

Das verkürzt das Argument, aber ist genau der Kern, worum es geht.

In einer kleinen Stadt

Die letzten Wochenenden habe ich zu Hause immer mal wieder Batman: Arkham City gespielt. Den Vorgänger Batman: Arkham Asylum fand ich schon ziemlich gut – überraschend gut! B:AC macht auch nicht viel anders. Die Welt ist nur offener und es wirkt ein wenig größer. Um so überraschter war ich, als ich am Sonntag dann doch schon fertig mit dem Spiel war.

Die Hauptstoryline ist kurz – fühlt sich deutlich kürzer an als bei B:AA. Die genaue Spielstundenzahl müsste ich Frankfurt noch einmal nachschauen, aber das waren nicht viele und ich glaube, weniger als bei B:AA. Und das obwohl ich mich dann auch noch auf die Jagd nach Bane, Sasz und Deadshot gemacht habe. Den Riddler habe ich direkt abgeschrieben, da mir einige der Rätsel doch zu blöd waren und ich nicht den Nerv zum Aufsammeln der Trophäen hatte.

An sich muss ich gestehen, dass mit Batman: Arkham Asylum besser gefallen hatte. Es war zwar linearer, aber dafür fühlte es sich auch dichter an. Außerdem hatte ich bei diesem Spiel nie das Gefühl, dass ich keine Ahnung hatte, was und wie ich es machen sollte. Bei Batman: Arkham City habe ich häufiger mal gedacht, ich mache gerade das Richtige, aber es war falsch. Einige Sachen werden gar nicht erklärt, manchmal weiß man gar nicht, was überhaupt gemacht werden soll. Mag sein, dass ich hier und dort nicht aufgepasst habe, aber solche Momente hatte ich wirklich häufiger beim Durchspielen und ich denke nicht, dass ich sonderlich auf den Kopf gefallen bin.

Dennoch hatte ich durchaus Spaß und es machte Laune. Aber kurioserweise fühlte sich B:AC weniger episch, weniger gewaltig an – trotz Open World. Sogar Infamous fühlte sich weitaus größer an, obwohl das an sich weniger abwechslungsreich war. Jetzt habe ich noch den Harley-Quinn-DLC vor mir, aber habe an der Stelle erst einmal pausiert, denn ich wollte mal wieder was Anderes spielen.

Jamas Tipp: Flash Gordon

Heute möchte ich euch einmal etwas ganz Obskures empfehlen, das sicherlich jeder von euch kennt und viele auch die Nase gerümpft haben: Flash Gordon.

Es dürfte bekannt sein, dass ich Pulp sehr mag. Ja, das ist Trash, das ist hanebüchen, aber das ist auch gut so – denn nur so macht es Spaß. Wenn ich Pulp schaue, dann will ich da gar nichts tiefgreifendes haben. Kann auch mal nett sein, aber Pulp braucht Helden, es braucht Schwarz/Weiß, es muss fetzen!

Das ist, was der Flash Gordon aus dem Jahr 1980 so gut gemacht und warum ich immer wieder hängenbleibe, wenn er im Fernseher läuft. Das ist einfach eine bunte Bilderflut voller absurder Charaktere und Storyentwicklungen, dass mein inneres Kind da immer wieder aufjubelt.

Gerade höre ich immer mal wieder in alte Hörspiele rein und habe da auch für mich die alten Flash-Gordon-Hörspiele wiederentdeckt, die ich als Kind so ungeheuer spannend, aber auch gruselig fand. Im Zuge dessen stöberte ich auf YouTube und stolperte natürlich direkt über einen Trailer zum 1980er-Film und bekam wieder richtig Lust, den zu sehen.

Ihr wollt wissen, wieso? Schaut euch einfach mal den Trailer an, dann versteht ihr, was ich meine. Schon allein die Einleitung mit dem Dialog, dann die Musik dazu, die schnellen Bilder. Ja, der Plot ist absolut vorhersehbar, ohne überraschende Wendungen und Tiefgang, aber das macht eine so gute Laune! Natürlich ist das 80er, natürlich ist das hanebüchen, aber es wäre weitaus weniger Spaß, wenn dem nicht so wäre.

Also ich kriege Gänsehaut bei dem Trailer:

„Klytus, I’m bored! What plaything can you offer me today?“
„An obscure body in the S-K system, Your Majesty. The inhabitants refer to it as the planet… Earth.“
„I like to play with things a while before annihilation. Pathetic earthlings! Who can save you now?“

I won’t show my tears

Langsam kennt ihr das vermutlich von mir: Es gibt Szenen, die mich noch monatelang beschäftigen. Toradora! beschäftigt mich ja sogar immer noch! Auch wenn ich es nicht geglaubt hätte, da Angel Beats! doch nicht an Toradora! rankommt, so gibt es einfach zwei Szenen aus diesem Anime, die so unglaublich herausragend und prägend sind, dass es allein dafür sich lohnt, sich ihn anzusehen.

Auf YouTube gibt es da natürlich verschiedene Zusammenschnitte, besonders von meiner persönlichen Lieblingsszene, die mich ungeheuer mitgenommen hat – und auch immer noch mitnimmt. Da passt einfach alles zusammen. Die ganze Folge ist so großartig aufgebaut und auch die ganzen kleinen Handlungsfäden in den Folgen vorher laufen genau hierauf zu – und dazu dann diese Musik.

Das ist mir besonders gewusst geworden, als ich auf YouTube über einen solcher Zusammenschnitte gestolpert bin. Da ich natürlich nicht spoilen will und es wirklich ein massiver Spoiler ist, wieder einmal nach dem Spoiler-Cut; auch wenn es keine Übersetzung dazu gibt und das somit eher unverständlich für jene ist, die entweder den Anime nicht kennen oder kein Japanisch können.

Zwar ist es nicht einer der besten Animes, die ich gesehen habe, aber seine Message ist so traurig-schön und macht ihn so einzigartig und sehenswert. Der Anime hat eine so traurig-schöne Message. Das ist für mich eine der besten Anime-Szenen, die ich bisher gesehen habe (bis 1:43), gefolgt von einem Zusammenschnitt der Charakterszenen von Yui.

Spoiler-Cut

Erinnert sich noch jemand an … Phoenix?

Keine Ahnung mehr, warum ich dieses Spiel so geliebt habe. War es allein der Name? Kann ich mir kaum vorstellen, auch wenn alte Sagen schon immer mein Ding waren. Viel damit zu tun hat das Spiel an sich ja nicht.

Aber ich habe dunkel in Erinnerung, dass ich die Grafik und die Animationen damals so toll fand. Im Vergleich zu vielen anderen Spielen der Zeit war das alles ungeheuer flüssig. Außerdem hat mir das Spielprinzip deutlich mehr Spaß gemacht als der Urvater Space Invaders.

Es war abwechslungsreicher – immerhin konnte man sich mit einem Schild schützen. Und es gab einen Bosskampf sogar am Ende! Man musste sich erst durch den Schiffsrumpf schießen und dann – wie bei Tron – im richtigen Moment durch das Schild ballen; na gut, oder das Schild komplett wegschießen.

Das war nicht gerade üblich bei Atari-Spielen. Auch die Idee, dass man diesen Vögeln die Flügel abschießen konnte, fand ich damals ungeheuer spannend und innovativ. Das war auch nicht gerade üblich.

Schon allein, wenn ich die Cartridge und deren Bild sehe, dann freue ich mich auch heute noch wie ein kleines Kind – denn dieses Spiel hat mir so viele wunderschöne Spielstunden bereitet. Erstaunlich bei dem wirklich simplen Spielprinzip.

Abschließend muss ich allerdings sagen, dass ich erschrocken war, wie schnell die Schüsse doch nach unten fliegen – zumindest wenn die Gegner recht weit unten sind. Solange sie oben sind, sieht mir das nach keinem Problem aus. Aber die kommen doch unverschämt nahe runter an manchen Stellen.

Da muss ich wohl früher eine verdammt gute Reaktion gehabt haben und vielleicht wären auch Bullet-Hell-Spiele für mich damals kein Problem gewesen. Heute versage ich bei sowas irgendwie gnadenlos. Das ist dann vermutlich doch das Zockeralter, in dem man eher was für Senioren braucht.

Tooltime

Irgendwie bekomme ich es nicht hin, mich bei Thomas einzuloggen, um einen Kommentar zu verfassen. Daher mache ich es mal auf die altmodische Art mit dem Querlink über meinen Blog. Es geht um das Thema „Übersetzungen“ und ist ein Kommentar auf diesen Artikel von Thomas: „Darf ein Übersetzer eigentlich …“

Eine Antwort habe ich nicht parat, aber das Problem kenne ich – und teile ich. Auch ich darf/muss ja immer mal wieder übersetzen oder darf Texte von Übersetzern überarbeiten und stehe dann vor genau dem gleichen Problem.

Ich denke, Übersetzen wird viel zu häufig als „Handwerk“ angesehen. Ja, ist es auch zu einem gewissen Teil – ähnlich wie Schreiben. Da gibt es definitiv handwerkliche Elemente. Dennoch ist auch das Übersetzen (wie das Schreiben) ein kreativer Akt und das wird leider häufig übersehen.

Es gibt Dinge, die sind handwerklich eindeutig. Zum Beispiel gibt es „richtige“ Übersetzungsfehler. Wenn ich absolut an einer Wortbedeutung vorbei übersetze, also zum Beispiel „apple“ mit „Sofa“ übersetze, dann ist das eindeutig falsch. Aber selten ist alles immer so eindeutig und fängt dann häufig schon bei der Übersetzung von Zeiten an.

Bei mir in den Übersetzungskursen an der Uni gab es eine schöne Regel, die ich bis heute beherzige und in dem Zusammenhang wichtig finde: „So nah am Text wie möglich, so weit entfernt wie nötig.“ Das ist meiner Ansicht nach das Kernelement.

Ist es „notwendig“, dass ich eine Übersetzung abändere? Dafür kann es verschiedene Gründe geben: kulturell, ästhetisch und vermutlich noch einige mehr. Kulturelle Notwendigkeiten sind es beispielsweise, wenn wie bei deinem obigen Beispiel „think different“ so als Slogan nie übersetzt wurde im Deutschen. Dann muss ich mir zumindest Gedanken machen, ob ich das irgendwie rüberretten kann und sei es mit einem anderen Slogan oder einer ganz anderen Wendung. Ästhetisch würde ich dann so Sachen wie das „to chuckle“ einordnen, wenn es unlesbar wird. Unlesbar bedeutet für mich: Es ist stilistisch ein dermaßen großer Horror, dass es in jedem zweiten Satz auftaucht und ich den Text deswegen schon gar nicht mehr lesen will.

Anders ist es bei „richtigen“ Fehlern im Originaltext. Die würde ich meist mitübersetzen, dann aber eine „Anm. d. Übersetzers“ in Klammern dazu schreiben und darauf hinweisen – oder Fußnoten.

Allerdings finde ich, dass man schon sieht: Das ist alles sehr vom Text und der Situation abhängig und von Fall zu Fall unterschiedlich. Das ist auch der Punkt, warum Übersetzen eben doch mehr selbst auch ein kreativer Akt und weniger Handwerk ist. Denn ich kann nicht einfach stur und blind das übersetzen, was ich da vor mir habe. Ich muss nachdenken und ich bin mir sicher, wenn man da mal eine Untersuchung zu machen würde (sofern es das nicht gibt), dass Übersetzen nahezu ähnliche Bereiche im Hirn aktiviert wie Schreiben oder andere kreative Prozesse.

Daher habe ich leider keine Antwort, denn wie auch beim Schreiben gibt es selten ein: „So musst du es machen!“ Es gibt viele Dinge natürlich, die falsch sind – sowohl beim Schreiben als auch beim Übersetzen. Aber es gibt noch viel mehr Dinge, die eben nicht eindeutig sind. Zum Glück, denn das ist es, was für mich solche kreativen Prozesse ausmacht und sie so spannend macht.

Conditio humana

Recht passend nach Last of Us schauen wir zur Zeit The Walking Dead. Ja, das haben sicherlich viele nicht gedacht, dass ich diese Serie noch nicht gesehen habe – denn eigentlich ist es genau mein Ding. Doch alleine sehe ich eher weniger Serien. Meist schaue ich die doch gemeinsam mit meiner Frau. Daher war ich zwar überrascht, als meine Frau meinte, dass wir als nächstes Walking Dead schauen könnten und sie das sogar interessieren würde.

Ich hatte natürlich recht, dass mir die Serie zumindest bisher gefällt. Das war auch keine Frage. Mir fällt aber auch einmal wieder auf, wie toll das Zombie-Genre doch ist und wie sehr es leider missverstanden wird. Häufiger habe ich es bereits geschrieben und ich wiederhole mich da gerne nochmal: Zombies und Superhelden sind die großen, modernen moralischen Parabeln.

Wenn es gute Superheldengeschichten oder Zombiegeschichten sind, geht es bei beiden weniger um die Superhelden oder die Superkräfte oder die Zombies. Die wirklich großen dieser Geschichten drehen sich um Menschlichkeit, um Moral, um Gut und Böse. Es sind Fallbeispiele und Charakterstudien

Bei Walking Dead wird mir das wieder einmal sehr deutlich klar und Last of Us hatte auch genau das. Die Zombies sind nur der Hintergrund, das Setting, die Bühne vor der spannende Fragen gestellt werden: Was ist gut? Was ist böse? Was ist menschlich? Was passiert, wenn man alle Gesetze wegnimmt? Was passiert, wenn jede Struktur zusammenbricht? Wie verhalten sich Menschen dann? Es sind tiefgreifende Fragen und auch Antworten auf die conditio humana, die so eigentlich nur in einem Zombiesetting gestellt werden können. Im Superhelden-Genre ist es ähnlich, auch wenn die Fragen und die Atmosphäre häufig eine andere ist.

Doch das ist, worum sich alles dreht und was eine gute Zombiegeschichte oder eine gute Superheldengeschichte ausmacht. Nicht der Splatter, nicht Gore, keine Gedärme, keine Effekte – Menschen! Darum geht es! Es gibt so viele wirklich gute Zombiegeschichten, die genau in diese Richtung gehen und diese Fragen stellen. Zu den bisher genannten zähle ich da auch definitiv noch I am Legend und 28 Days Later.

Leider wird das häufig übersehen und bei Zombiefilmen wird nur FSK18 gesehen und Splattereffekte. Es liegt ein leicht anrüchiger Ton über diesen Geschichten, dabei sind die guten dieser Geschichten wirklich tief. Natürlich gibt es da auch einiges an Schrott und welche, die nur auf die Splatterelemente aus sind. Manche davon haben wenigstens eine gewisse Selbstironie und dadurch komödiantische Elemente und Brechungen – das ist dann sogar noch meist sehbar. Aber sofern es selbst das nicht hat, kann ich damit nichts anfangen.

Being Human

Menschen sind komisch und ich verstehe nicht, wieso ich dennoch immer noch an das Gute im Menschen glaube. Beispiel gefällig? Auf einer RP-Plattform, auf der ich auch seit einiger Zeit bin, stellen sich neue Mitglieder immer mal wieder vor. Eine Dame dort hat berichtet, wie lange sie schon Computer und Videospiele zockt – und sogar heute noch ihr Atari 2600 da stehen hat.

Ganz stolz präsentierte sie ein Bild von ihrem Neffen und ihrem Mann, bei dem sie vor dem Fernseher sitzen und Atari spielen. Untertitelt wurde das Bild mit: „Kennt noch jemand das originale Donkey Kong?“

Ja, kannte bzw. kenne ich. Doch das war es nicht. Auf dem Bild war ziemlich eindeutig kein DK zu sehen, sondern Kangaroo – ein Spiel, das DK tatsächlich verdammt ähnlich ist, aber eben doch ein anderes Spiel. Nur dass es dort um Känguruhs geht und nicht um Affen. Außerdem fand ich Kangaroo ungleich schwerer als das alte DK. Wieso ich das wusste? Kangaroo war eines meiner Lieblingsspiele auf dem Atari 2600 – neben Solaris.

Ich war also verwirrt. Daher googlete ich, doch jede Google-Suche unterstrich eher meine Vermutung. Also begrüßte ich die Dame freundlich, erzählte ein wenig von meiner alten Videospielzeit und brachte ganz brav und ohne Anklage die Frage an, ob das auf dem Bild denn eigentlich nicht Kangaroo sei. Da dachte ich, ich wäre geschickt gewesen, das so freundlich und unverfänglich wie möglich zu verpacken, so dass man da auch noch einfach wieder raus kann.

Was passierte? „Nein, das ist Donkey Kong!“ Äh, nein? Ist es nicht? Ziemlich sicher? Doch sollte ich da wirklich weitermachen? Wenn ich da jetzt wieder antworte und darauf beharre, im Recht zu sein, dann wird das nicht schön enden. Das wollte ich auch nicht. Dennoch wurmte es mich, wie man mit solcher Selbstsicherheit etwas behaupten kann, obwohl man mit der Nase drauf gestoßen wurde, dass es ziemlich sicher nicht stimmt. Sie hätte einfach nur mal kurz eine Minute oder so in die Recherche im Internet stecken müssen.

Doch vermutlich passte es nicht zu ihrer Selbstwahrnehmung davon, wie viel Ahnung sie von den alten Videospielen hat. Klar, sowas kann immer mal passieren und man kann sowas auch mal falsch in der Erinnerung haben. Aber, wenn ich das gesagt bekommen hätte, dann hätte ich doch wirklich mal ein wenig nachgeforscht und wäre rasch darauf gekommen, dass ich mich da doch getäuscht hatte.

Nicht sein kann, was nicht sein darf. Na gut, keinen Streit vom Zaun brechen, Strich drunter ziehen, leise seufzen und weiter im Text.

Big Nerd Theory

Meine Frau hat mich auf ein großartiges Video aufmerksam gemacht, denn eine der Sachen, die meine Frau und mich verbinden, sind unsere „Nerdiness“. Wir sind es – beide. Waren es schon lange, bevor dieser ganze Hype angefangen hat. Wir sind beide in Rollenspielläden mit leuchtenden Augen getigert – sie halt unten bei Stuttgart, ich in Mainz.

Aber warum es an sich hier gehen soll, ist eine großartige Erklärung von Wil Wheaton zum Thema „Why it’s awesome to be a nerd“. Ich mag Wil Wheaton sehr. Das dürfte bekannt sein. Dieser Blog ist beispielsweise größtenteils im Geiste des Blogs von Wil Wheaton angelegt, denn ich mag die Art und Weise, wie er über alles mögliche schreibt und mitteilt.

Zuerst war ich skeptisch bei dem Video, wie bei so vielem, was man empfohlen bekommt. Meist ist es ja so, dass man von Anderen Bücher empfohlen bekommt und das passt selten – aus welchem Grund auch immer. Da ist es immer so fürchterlich unangenehm, den Leuten zu sagen: „Nein, hat mir nicht gefallen.“ Meine Frau hat zum Glück ein relativ gutes Gespür, was mir gefallen könnte und was nicht; zugegeben, manchmal schießt auch sie vollkommen vorbei, aber sowas passiert.

In dem Video bittet eine Mutter, scheinbar auf einer Convention, Wil Wheaton darum, ihrer gerade neu geborenen Tochter auf einem Video zu erklären, warum es großartig ist, ein Nerd zu sein und was es bedeutet. Seine Antwort seht ihr hier:

Das ist sehr schön erklärt. Allerdings ist mir schmerzhaft bewusst geworden, wie sehr leider meine Bereitschaft gelitten hat, für diese Sachen, die ich liebe, meilenweit zu fahren – durch fast ganz Deutschland. Das habe ich lange, lange wirklich so gemacht und ich bin stolz darauf. Sobald ich einen Führerschein hatte, bin ich durch Deutschland getourt, habe Leute besucht, Cons besucht, IC-Kneipen in LARP-Klamotten besucht, ich habe Server-Treffs besucht, Gildentreffen und und und. Das ist genau das.

Zwar besuche ich auch immer noch Gildentreffen. Gerade vor knapp einem Jahr haben wir uns in Essen wieder getroffen und hatten jede Menge Spaß. Und dennoch hat diese Bereitschaft des Rumfahrens leider deutlich abgenommen. Woran das liegt? Wochenendpendeln saugt! Und zwar gewaltig! Es macht einfach keinen Spaß, immer unterwegs zu sein und daher sind mir die Wochenenden heilig geworden.

Wie häufig habe ich schon zu manchen gesagt: „Ja, auf den Con will ich eigentlich, aber…“ Ja, das Aber. Wie gerne würde ich manche Leute dort wieder sehen. Aber eine Feencon mag vielleicht nur bei Köln sein und dennoch ist mein gesamtes Wochenende damit dann belegt und es ist nicht nur die Fahrt zur Feencon, die da dann gemacht werden muss. Im Normalfall bedeutet es auch ein gesamtes Wochenende, an dem ich meine Frau nicht sehe, sofern sie nicht mitkommt – denn die Woche über sehe ich sie ja nicht.

Das verstehen leider viele Leute nicht, wie wertvoll diese Zeit ist. Um so glücklicher bin ich darum, dass es noch genug Leute gibt, die es verstehen und das zum Glück auch die Leute sind, die ich gerne treffen würde. Doch wer weiß, vielleicht hat das Wochenendpendeln doch irgendwann ein Ende und dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass diese Freude am Fahren und Treffen dieser ganzen Menschen wieder zunimmt. Zur Zeit ist das nur leider ein Aspekt des Nerdtums, der mir abgeht und fehlt; was mich aber nicht wirklich weniger nerdig macht.