In this world this sort of shit is good for one thing: getting you killed

Ganz großes Kino – im wahrsten Sinne des Wortes! Was? The Last of Us, denn ich bin durch. Vom Story-Standpunkt aus war es genau so, wie ich es erwartet und erhofft hatte und es war genauso großartig in dieser Hinsicht. Doch dazu gleich mehr nach dem Spoiler-Cut.

Zuerst noch etwas zu den unschönen Dingen, die ich bereits in einem Blog-Beitrag angesprochen habe. So einwandfrei das Spiel nämlich in der Erzählung seiner Geschichte ist, so hat es doch leider so einige Gameplay-Macken, die man leider nicht übersehen kann. Damit ist es für mich kein „Spiel des Jahres“ oder das beste Spiel. Aber dank seiner ungeheuer guten Schreiber wird mich diese Spiel-Erfahrung noch lange, wirklich lange, begleiten. Denn das war von der Atmosphäre und vom Plot her absolut dicht.

Ihr merkt, ich bin von der Story absolut angetan und wieder davon abgekommen, über die Schwäche von Last of Us zu reden. Was sind diese meiner Ansicht nach?

Steuerung, Shooter und Stealth

Diese Elemente sind einfach nicht gut gelöst. Mag sein, dass man den Kampf unhandlich und unbequem machen wollte, damit man mehr dieses „Survival Horror“-Gefühl hat. Das ist zwar gelungen, aber anstatt von Atmosphäre schafft das an einigen Stellen eher Frust. Wenn ich bedenke, wie häufig ich manche Stelle im Stealth abschließen wollte – gerade am Ende im Krankenhaus bei den Fireflies.

Es läuft ungeheuer gut und ich bin eine halbe Stunde damit beschäftigt, meine Gegner auszutricksen und heimlich auszuschalten. Dann passiert mir ein Fehler, der Stealth-Mode wird aufgehoben, unzählige Gegner kommen und überwältigen mich meist, weil ich da doch dann häufig Schwierigkeiten habe, mich innerlich umzustellen. Das haben sie bei allen Uncharted-Teilen besser gelöst, denn dort gab es ähnliche Mechaniken.

An sich ist das schade, denn es gibt viele Stealth-Stellen, die echt Laune machen. Gerade bei den Infected gab es ungeheuer gute Szenen. Aber sobald menschliche Gegner dazu kommen, wurde es zumindest bei mir ungeheuer hakelig und frustrierend. Sehr schade. Außerdem gab es einfach ein paar merkwürdige Steuerungsdinge. Diese 180°-Drehung habe ich beispielsweise nie eingesetzt. Brauchte man wohl in einigen Stellen und ich hatte das Gefühl, das Spiel wollte mich hin und wieder dazu zwingen. Trotzdem habe ich die nie wirklich einsetzen können – vielleicht war ich dafür zu ungeschickt.

Insgesamt war die Steuerung reichlich unbequem und unangenehm. Das habe ich bei vielen anderen Third-Person-Shootern bereits deutlich besser erlebt. Komischerweise gab es die Probleme nicht in den Sequenzen, in denen ich Ellie steuern musste. Mag sein, dass das eine Design-Entscheidung war, damit sich Joel schwerfälliger anfühlt und in der Hinsicht ist es ihnen auch gelungen. Das Problem war nur: Das hat mir dennoch keinen Spaß gemacht, sondern war einfach nur unhandlich und schwerfällig.

Exploration

Ich erkunde gerne die Level. Last of Us ist recht linear und das werfe ich ihm auch nicht vor – denn das habe ich erwartet. Dennoch kann man viele Stellen erkunden, denn manche Level sind doch recht verschachtelt und es gibt ein paar Dinge, die man schnell übersehen kann.

Was aber ungeheuer störend ist, wenn es solche Verschachtelungen gibt, ich diese erkunden will und die Charaktere aber plötzlich weiterreden. Manchmal habe ich einige Dialoge deswegen gar nicht mitbekommen oder nur über die Untertitel mitbekommen können. Das war sehr ärgerlich. Das hätte man besser lösen können, indem man keine Erkundungselemente einbaut, während gescriptete Dialoge laufen.

Auch war es ärgerlich, dass ich manchmal bereits in die nächste Cut-Scene durch Erkunden gestolpert bin. Normalerweise gehe ich nämlich gerne die Wege, die nicht so aussehen, als ob sie weiterführen. Leider habe ich dabei häufig bereits das entdeckt, was eigentlich der versteckte weitere Weg war. Das mag zum Teil meine eigene Schuld sein, eben weil ich so merkwürdig die Level ablaufe, ärgerlich war es trotzdem, weil ich dadurch das Gefühl hatte, manches zu verpassen; gerade bei einem linearen Spiel sollte das nicht sein.

Weltenlogik

So gut ich die Story geschrieben finde, so merkwürdig wirkt manches Element der Spielwelt. Einige Notizzettel oder Briefe sind absolut unlogisch, dass sie a) dort liegen und b) auf diese Weise geschrieben wurden. Ich frage mich, wie man eine solch großartige Geschichte mit solch tollen Charakteren erzählen kann und dann an solchen Kleinigkeiten scheitert. Das ist doch dann eigentlich nur noch die Kür. Denn die Schreiber haben die viel schwierige Aufgabe gemeistert, faszinierende Charaktere und Storyfäden zu entwickeln. Da sollte es ein Leichtes sein, auffindbare Briefe oder Hinweise auf die Hintergrundgeschichte unterzubringen. Leider sehr enttäuschend, denn an vielen Stellen ist es ihnen ja auch gelungen.

Dazu kommen dann so Sachen, dass Ellie oder manch anderer NSC manchmal direkt vor Infected oder anderen Gegnern rumgeturnt ist und sichtbar war, diese aber nicht reagiert haben. Erst, wenn Joel in deren Sichtfeld war, fingen sie an zu ballern und zu brüllen. Ellie und andere NSC schienen erst entdeckt zu werden, sobald ich meinen Stealth vorher mal versaut hatte und dadurch der „rabiate“ Modus angeworfen wurde. Da ist entweder die KI der Gegner nicht sonderlich gut gemacht gewesen oder die Lauf/Versteck-KI von Elli und anderen Begleit-NSCs – wo das Problem genau liegt, das ist Ansichtssache, aber definitiv vorhanden.

Das wären so meine Schmerzen mit dem Spiel. Was ich dem Spiel nicht vorwerfe sind Linearität, denn die habe ich erwartet, und eher langweilige und einfallslose Puzzle, denn auch da habe ich nicht mehr erwartet. Viele dieser Elemente passieren einfach, erzeugen weder Spielspaß noch Spielfrust für mich und sind daher einfach da gewesen.

Kommen wir jetzt zur Geschichte, aber erst nach dem Spoiler-Cut, denn da will ich mir keine Gedanken machen müssen. Doch bevor ich zum Spoiler-Cut komme, hier noch ein kleiner Einstimmungstrailer für diejenigen, die nicht mehr weiterlesen wollen. Der Trailer spoilt nichts wirklich, aber umreißt sehr schön die Atmosphäre und ein paar Grundmotive der Handlung:

Spoiler-Cut