We don’t have to do this, you know that, right?

Eine Sache zu Last of Us noch, über die ich reden will – aber erst nach dem Spoiler-Cut, denn dabei geht es um eine Parallele zwischen Anfang und Ende.

Spoiler-Cut

Das war mir gar nicht aufgefallen bis ich einen Artikel zu Last of Us gelesen habe, der darauf hinwies. Leider habe ich den Link zu dem Artikel nicht mehr und finde ihn auch nicht mehr – also Schande über mich.

Ihr erinnert Euch noch daran, wie beeindruckt ich vom Anfang von Last of Us war? Dieser ganze Prolog mit dem Höhepunkt, wenn man Sarah durch die Stadt trägt, ist so unglaublich dicht und tief und atmosphärisch, dass ich danach echt fertig war, als Sarah einfach so erschossen wird, nachdem man sie zuerst gespielt hat und danach versuchte zu retten.

Dies wird am Ende auch wieder aufgegriffen. Es ist eigentlich genau das gleiche Szenario und genau das ist es, was Joel austicken lässt. Er realisiert in diesem Moment, dass er wieder jemanden verlieren wird, den er in sein Herz geschlossen hat – seine „Ersatztochter“ sozusagen, auch wenn er es lange Zeit nicht zugeben wollte. Das bringt Joels dunkle Seite wieder zum Vorschein und man sitzt zwischen Mitleid, Mitgefühl und Abscheu da, wenn er plötzlich alles – und zwar wirklich alles! – macht, um Ellie zu retten.

Das fand ich bereits beim Spielen ungeheuer kräftig, aber dass das aufgegriffen wird, wurde mir erst nach Lesen des besagten Artikels bewusst. Denn die ganze Sequenz, nachdem man in den Operationsraum stürmt, ist ungeheuer parallel zu der Szene, wenn man Sarah durch die Stadt trägt. Am Ende trägt man Ellie durch das Krankenhaus.

Hier wird man nicht von Infected verfolgt, sondern von den Fireflies – den „vermeintlich“ Guten (darüber könnte man stundenlang diskutieren, aber das Spiel verteilt kein Schwarz/Weiß). Es gibt einen ähnlichen Tunnelblick für einen, man muss ähnlich schnelle und richtige Entscheidungen treffen, um nicht in die falsche Richtung zu laufen. Nur dass am Ende man nicht vor einem Soldaten steht, der den Befehl bekommt, Joel und Sarah umzubringen. Hier ist es andersherum – nur dass Joel nicht den Befehl bekommt, Marlene umzubringen. Die Rollen werden hier leicht vertauscht.

Auch wenn der Soldat den Befehl bekommen hat, auch er hatte freie Entscheidungsmöglichkeiten – wie Joel zuvor. Alles läuft wirklich darauf hinaus, dass man selbst für seine Handlungen verantwortlich ist. Das wird im Operationsraum auch noch einmal deutlich, denn man kann die Ärze umbringen – oder man lässt sie leben und rennt nur mit Ellie raus.

Diese Rahmenparallelität finde ich im Nachhinein ungeheuer mächtig und gut konstruiert. Es wirkt absolut natürlich und nicht gekünstelt. Sie zeigt sehr gut, warum ich die Erzählung des Spiels so ungeheuer gut gelungen finde und man merkt an diesen Dingen, dass wirklich fähige Leute hinter dem Drehbuch gesteckt haben. Das würde auch als Film funktionieren, als interaktiver Film/interaktives Spiel wird das alles nochmal intensiver und mächtiger.

Ungeheuer spannend. Ich liebe dieses Spiel.

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