Erinnert sich noch jemand an… Shadow of the Beast?

Es war merkwürdig, wie ich früher Spiele spielen konnte: Shadow of the Beast war so ein Fall, bei dem ich überhaupt nicht wusste, worum es genau ging. Ich glaube, ich hatte im Spielfortschritt nie mehr als 10% oder 20%, aber trotzdem habe ich es immer wieder und wieder gespielt. Als dann der zweite Teil mit dem Trailer kam, war ich absolut begeistert! Hatte aber immer noch keinen Plan und so gerne ich Shadow of the Beast gespielt habe, verstanden habe ich es nie.

Ich bin umher gelaufen, bin in die Höhlen rein, habe Viecher umgehauen, manchmal irgendwelche Dinge aktiviert und dann bin ich irgendwann gestorben. Aber ich bin noch nicht einmal ansatzweise in die Nähe eines Endes gekommen. Warum hatte das also so viel Anziehungskraft auf mich?

Erst einmal war die Graphik damals natürlich gut. Das hat Spaß gemacht. Die Musik war ebenso typisch liebevoll und großartig zu der Zeit. All das zusammen hat einfach eine Atmosphäre erzeugt, in der ich gerne gespielt habe. Denn es fühlte sich fantastisch an. Ich weiß nicht, wie viel da meiner persönlichen Vorstellungskraft zuzuschreiben ist und ob man eigentlich gar nicht so viel Spaß an den beiden Spielen haben konnte, wenn man sie nicht verstand. Mir langte das aber, denn egal, was ich im Spiel machen sollte, ich mache immer mein eigenes Ding – und das regelmäßig.

Wobei ich mich kurioserweise an den Endboss erinnern kann – an diesen großen Zeh des Riesen. Habe ich es also doch durchspielen können, obwohl ich keinen Plan hatte und mich auch nicht mehr daran erinnern kann? Sehr spannende Erinnerungen und schade, dass ich das nicht auflösen kann.

Erinnert sich noch jemand an… Wizard?

Ein Spiel auf dem C64 hat mich damals ziemlich beeinflusst: „Wizard“. Das war ein typisches Jump&Run-Plattform-Spiel. Es wurde häufig der Vergleich zu „Jump Man“ gebracht, aber Wizard war irgendwie besser.

Unzählige, wunderschöne Spielstunden habe ich mit diesem doch sehr einfachen Spiel verbracht. Was musste man machen? Pro Level gab es einen Schlüssel und ein Schlüssellock. Man musste einfach den Schlüssel finden und zum Schlüsselloch gehen, um ins nächste Level zu springen.

Im ganzen Level lagen Schätze verteilt, die Bonuspunkte gaben und natürlich auch Gegner, die ganz unterschiedliche Dinge machten. Der Charakter selbst konnte je nach Level einen bestimmten Zauber, mit dem man manche „Rätsel“ lösen musste oder sich beispielsweise durch Unsichtbarkeit an Gegnern vorbeimogeln konnte.

Am Ende gab es dann einen Titel je nach erreichter Punktzahl und so konnte man bis zum Meistermagier aufsteigen. Das war immer mein Ziel. Geschafft habe ich es aber nie – glaube ich. Trotzdem erinnere ich mich noch dunkel, dass mein Brüderchen und ich uns immer in der High Score versuchten zu übertrumpfen.

Nicht nur, dass die Level mehr Spaß machten, durch die Zauber das vielfältiger und auch schwieriger war und es sowieso ein Fantasy-Setting hatte, nein, es hatte sogar einen Level-Editor.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich auf unserem Camping-Platz in Bauschheim vor dem Malblock saß und dort Level konzipiert habe. Da war ich noch recht jung. Keine Ahnung, wie alt. 8 Jahre? Aber gebaut habe ich wie ein Großer. Da habe ich sogar versucht, mit den Levels kleine Geschichten zu erzählen. Keine Ahnung, was es genau war, aber ich erinnere mich noch an ein Piratenschiff, das ich gebaut hatte.

Erinnert sich noch jemand an… Defender of the Crown?

Was weckt allein die Musik dieses Spiels an Erinnerungen? Das habe ich wirklich eine Ewigkeit gespielt, denn Ritter, Armeen und Mittelalter? Das mochte ich damals schon als Kind. Dabei war das auch ein verdammt nettes Strategiespiel mit ein paar Minispielen zwischendurch. Wirklich schwer empfand ich das alles nicht. Aber trotzdem hatte ich jedes Mal erneut Spaß beim Kampf um England.

Da gab es dann Turnier, die ich nie so gut hinbekommen habe. Man konnte holde Jungfern retten – und die dann auch heiraten. Man konnte Burgen erobern und ich glaube, das war es dann neben dem Strategieteil auch schon fast.

Wobei gerade das Retten der Frauen auch immer so ein wenig ein Glücksspiel war, denn man wusste vorher nie, wen man da rettete. Denn das war jedesmal eine andere Maid und manche davon mochte ich einfach nicht. Aber entweder man hat es nie gesagt bekommen oder ich habe damals einfach zu wenig Englisch gekonnt, um das zu erkennen.

Ursprünglich habe ich das auf dem C64 gespielt und da war es recht minimalistisch. Als ich dann auf dem Amiga meines Bruders die überarbeitete Fassung spielen durft, war ich ganz hin und weg. Die Grafik und die Überarbeitung des Spielprinzips war einfach grandios. Damit konnte ich mich ewig beschäftigen. Daher gibt es hier auch als Longplay die Amiga-Version.

Erinnert sich noch jemand an… Jupiter Lander?

Nein, ein gutes Spiel war es wirklich nicht. Trotzdem hat es sich in meinem Kopf reingefressen. Wodurch? Weil es ein Klassiker ist. Sogar eines meiner späteren Lieblingsspiele „Space Taxi“ hat ein ähnliches Prinzip. Doch „Jupiter Lander“? Nein, konnte ich nie viel mit anfangen.

Ich erinnere mich noch, dass ich mit meinen Eltern auf einer Messe war – ich glaube, es war die Rheinland-Pflanz-Ausstellung in Mainz. Welches Jahr? Keine Ahnung mehr.

Ich kleiner Knirps lief da also herum und für so ein kleines Kind sind die meisten Stände langweilig – außer sie haben Essen. Insgesamt war die Rheinland-Pflanz-Ausstellung schon ein tolles Erlebnis für mich als Kind, denn ich war unterwegs und es machte schon Spaß. Nur überfüllte Hallen und Stände, die einen als Kind nicht interessieren… das ist halt blöd.

Doch da standen sie: Computer. Ich glaube, es waren sogar C64. Unglaublich! Auf einer Messe standen Computer! Mit Spielen! Da war ich ganz hin und weg. Da war es vollkommen egal, wie langweilig das Spiel war oder wie schwierig – denn für mich war es beides.

Ich mochte es nicht und mag es auch heute nicht. Als Kind fand ich es sauschwer und machte mir keinen Spaß – da gab es so viele andere tolle Spiele. Wobei es durchaus sein mag, dass es ein paar Dinge hatte, die es zu einem richtigen Klassiker gemacht haben. Trotz alledem hat es mich irgendwie geprägt, denn die Bilder dieses Spiels habe ich durchaus häufiger mal wieder im Kopf – ebenso wie die Musik.

Erinnert sich noch jemand an… Bubble Bobble?

Bestimmt! Das war immerhin einer der großen Klassiker damals. Was gibt es besseres? Zwei kleine knuffige Minidrachen, die lustig Blasen spucken, Gegner damit einfangen und die dann platzen lassen. Dazu noch eine Musik, die sicherlich jedem direkt wieder ins Ohr geht, wenn er es einmal gespielt hat.

Das war ein so simples Spielprinzip, das aber so viel Spaß gemacht hat und so wunderbar funktioniert hat. Gerade auch der Multiplayer! Was hatte ich als Kind Spaß mit Kumpels, wenn wir zusammen „Bubble Bobble“ gespielt haben.

Es gab so viele Varianten, was man machen konnte. Denn auch wenn die grundsätzliche Attacke mit den Blasen einfach war, wenn man in diese Blasen die Gegner einfängt, und dann zerstört, um die Gegner zu zerstören. Es gab Regenschirme, mit denen man Level überspringen konnte, was man auch taktisch nutzen konnte, indem man sie manchmal nicht nimmt, um dafür durch andere (schwierigere ) Levels zu springen. Es gab Blasen, die Blitze geschossen haben, Blasen, die einen Wasserfall erzeugt haben, der die Gegner mitreißt und und und…

Einfach war das Spiel definitiv nicht und ich habe wirklich viel Zeit damit verbracht. Erst in der Amiga-Version ist es mir mal gelungen, es durchzuspielen. Aber auf dem C64? Nein. Auf dem Gameboy? Ich weiß es schon nicht mehr. Wobei ich nie die richtig fiesen „Bubble Bobble“-Varianten gespielt habe. Ich glaube, auf dem SNES gab es eine Verson mit richtig vielen Sonder-Levels und Bossen. Ich erinnere mich nur an den allerletzten Level auf einer meiner Versionen, in dem es ein Bossmonster gab, das ich über ganz obskure Wege nur beschädigen konnte.

Aber für mich ist „Bubble Bobble“ immer noch einfach eines der schönsten Spiele. Daran merkt man, dass es gar keine hoch komplexen Dinge braucht. Manchmal sind die simplen gut ausgeklügelten Sachen schon so verdammt gut, dass es langt. Für mich immer noch eines der besten Spiele, die jemals das Licht der Welt erblickten.

Erinnert sich noch jemand an… Prince of Persia?

Damit meine ich nicht die aktuelleren Spiele für die Play Stations, sondern das hier:

Na gut, nicht das. Aber das fand ich einfach so nett gemacht, dass ich das unbedingt verlinken wollte.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich da verzweifelt bin über manches akrobatische Rätsel. Den ersten Teil habe ich – glaube ich – nie komplett geschafft. Den zweiten Teil dafür schon. Der war aber auch reichlich cooler, denn die Gebiete waren unterschiedlicher, die Gegner vielfältiger (fliegende Medusenköpfe!), die Story „vorhandener“ (also mehr als: Prinzessin muss gerettet werden), und der Showdown mit den Spiegeln einfach großartig.

Erinnert sich noch jemand an… They stole a million?

Es gibt so viele Spiele von früher, die ich unzählige Male gespielt habe, aber nie schaffte. Das ist heute anders. Wobei ich dann im Rückblick häufig sagen muss: „Nein, schwierig war es wirklich nicht, ich habe mich nur nicht durchgebissen an vielen Stellen.“ Trotzdem scheint es mir, dass viele dieser Spiele dennoch schwieriger sind, als so manches, was einem heute vorgesetzt wird.

Eines jener Spiele, die ich nie geschafft habe, war das Ganovenspiel: „They stole a million.“ Schon allein die Musik war großartig – auch wenn es ständig die gleiche Schleife war.

Worum ging es? Man musste eine Ganovenbande aus verschiedenen Gaunern aufstellen, die alle unterschiedliche Vorzüge hatten. Da musste man dann Safe-Knacker aussuchen, einen Fahrer, der einen vom Tatort rechtzeitig wegfahren kann, jemanden, der die Alarmanlagen ausräumt oder auch einfach nur einen Schläger. Es gab da viele verschiedene Gauner – mehr als man nehmen konnte.

Mit dieser Bande bricht man in unterschiedliche Orte ein – am Anfang sind das eher kleine Läden bis es dann immer größer wird bis hin zu Museen. Wirklich weit habe ich es nie geschafft, denn mir ist irgendwann das Geld ausgegangen. Ich habe nicht genug aus den Raubzügen rausgeholt, um mir dann die Blaupausen und die Ganoven für den nächsten Überfall zu leisten. Tja, das war es dann. Aber ab einem gewissen Punkt, wenn auch noch richtige Wachmänner auftauchten, wurde es meiner Ansicht nach auch wirklich schwer.

Das Spiel selbst lief grob in drei Abschnitten ab:

1. Man kauft Blaupausen und heuert Ganoven an.

2. Man plant ohne Zeitdruck auf einem Gebäudeplan den Raubzug und gibt jeder Figur genaue Anweisungen zu welcher Zeit sie wo sein muss.

3. Der Überfall! Da lief die Zeit und man konnte auch selbst die Handlungen der Figuren bestimmen und vom vorherigen Plan abweichen.

Das war eigentlich ein ganz cleveres Design, denn so konnte man Kontrolle über alle Charaktere haben und wusste, wo theoretisch ein Charakter zu welcher Zeit war – trotzdem konnte man gezielt von seinem Plan abweichen, wenn irgendetwas schief lief.

Wie häufig ich mich an diesem Spiel probiert habe! Wie häufig ich gescheitert bin! Und was sehe ich dann im Longplay? Anscheinend dauert es nur ungefähr eine Stunde, um es komplett durchzuspielen.

Aber schon allein wegen dieser faszinierenden C64-Musik solltet ihr mal in das Video reinhören. Immer wieder faszinierend, was für tolle Musiken damals doch gemacht wurden, die so richtig ins Ohr gehen, obwohl es eigentlich von der Technik wirklich primitiv war.

Erinnert sich noch jemand an… Thing on a Spring?

Mir wurde beim Anschauen des Longplays so richtig bewusst: Ich habe dieses Spiel geliebt, aber keine Ahnung gehabt, was ich machen musste. Wie alt war ich da? Zehn Jahre? Vielleicht so um den Dreh rum. Vielleicht sogar noche in Ticken jünger.

Stundenlang habe ich das gespielt und bin einfach rumgelaufen und habe auch diese Rätsel gelöst, um an manche Sachen zu kommen, aber an sich hatte ich keinen Plan von irgendetwas, was ich machen musste.

Daher kann ich auch so ungeheuer wenig leider zum Spiel sagen, außer dass die Musik rockt und nach kurzem Ansehen wieder total in meinem Ohr ist. Man läuft also durch ein wahres Wunderland an merkwürdigen Dingen – ich würde tippen eine Spielzeugfabrik und muss komische Sachen einsammeln. Die Lebensanzeige ist das Öl der Spielfigur, wenn das alle ist, ist es aus. Es gab Boden, der unter einem verschwand, es gab Rampen, an denen man rutschen konnte, es gab Trampoline, Transporter und so Dinge eben, die damals klassisch für ein Jump&Run waren.

Aber was man manchen musste? Fragt mich bloß nicht! Wie konnte ich damals nur so ziellos und mit solchem Spaß so ein Spiel spielen? Ich fand es einfach spannend, durch den Level zu laufen, die ganzen verschiedenen Gegner zu sehen, lustige Dinge einzusammeln und zu knobeln, wie ich an manche unerreichbare Stelle komme. Aber Ziel? Nein, gab es irgendwie nicht. Die alte Zockerschule halt! Der Weg ist das Ziel – und so…

Erinnert sich noch jemand an… Bruce Lee?

Nein, ich meine nicht den Bruce Lee – sondern das Spiel! Was habe ich da für unzählige Stunden mit verbracht! Einer meiner großen Lieblinge auf dem C64 damals. KI kannten wir damals noch gar nicht – denn die war wirklich grottig für die Gegner. Schaut es euch mal im Longplay an. Das war absolut berechenbar. Immer wenn man auf gleicher Höhe war, rannten sie auf einen zu und man konnte sie so wunderbar in Fallen reinlocken oder gegeneinander ausspielen. Herrlich!

Was war das Spielziel? Ich weiß es nicht mehr genau. Irgendwie alle komischen… Kristalle? Lampen?… einsammeln und dann haben sich auch irgendwie plötzlich Türen geöffnet oder Aufzüge sind in andere Richtungen gefahren und solche Dinge. Habe ich damals alles selbst herausgefunden, wie ich mit Stolz sagen darf.

Richtig witzig fand ich auch immer den Zweispielermodus. Leider habe ich da nie vernünftige Mitspieler gehabt, denn die waren alle immer zu schlecht. Man konnte es sowohl Koop als auch gegeneinander spielen, denn einer spielte Bruce Lee und der andere dann den grünen Klops. Da konnte man sich entweder gegenseitig helfen oder das Leben schwer machen. Fand ich immer toll, nur meine Mitspieler waren immer so schlecht, dass ich dann doch den Koop gespielt habe.

So simpel! Aber doch so grandios! Ich glaube, das würde ich sogar heute noch einmal mit Genuss spielen, wenn ich mir so das Longplay anschaue. Wobei es immer noch unbegreiflich für mich ist, dass in dem Longplay das Spiel in zehn Minuten durchgespielt wurde. Wie lange ich da dran gesessen habe! Gefühl hat man mindestens eine Stunde gebraucht, wenn man es wusste! Dachte ich zumindest. Aber täuscht mich da die Erinnerung wirklich so sehr und die Zeit verging als Kind so viel langsamer? Oder habe ich wirklich einfach so lange damals gebraucht und mir Zeit gelassen?

Erinnert sich noch jemand an… Paradroid?

Ein ganzes Raumschiff voller wahnsinnig gewordener Roboter aufzuräumen und jedes Schiffsdeck zu leeren! Das war das Ziel dieses alten Spieleklassikers, bei dem ich unzählige Stunden verbracht habe.

Die Idee ganz einfach: Man betritt dieses Raumschiff, kann selbst sogar schießen, aber ist nicht besonders stark. Dafür hat man die Möglichkeit, andere Roboter zu übernehmen. Das funktioniert in einem kleinen Minispiel, bei dem man unter Zeitdruck möglichst viele Felder in seiner Farbe färben muss, während der Gegner das gleiche macht. Wer am Ende die meisten Felder in seiner Farbe gefärbt hat, hat gewonnen.

Somit konnte man wirklich heftige Kampfroboter übernehmen. Aber Vorsicht, denn am Anfang hat man es da nicht so einfach und man muss sich teilweise erst von den schwächeren Roboternummern hoch arbeiten. Wenn man ein Schiffsdeck gereinigt hat, wird es grau.

Die Töne und die Atmosphäre erzeugen in mir immer noch so ein Gefühl, als ob es gestern gewesen wäre, dass ich dieses Spiel gezockt habe. Es war sicherlich eines der Spiele, die ich am häufigsten immer mal wieder eingelegt habe, auch wenn ich es schon x-mal durchgespielt hatte. Besonders knifflig war für mich damals, dass ich lange Zeit nicht verstand, dass man mit unterschiedlichen Aufzügen in unterschiedliche Decks kommt und manche von diesen Decks abgetrennt waren, so dass man nicht immer zu jedem Ort auf einem Deck kommt, selbst wenn man dachte, man hätte den richtigen Aufzug.