Jamas Tipp: Willow

Es gibt Filme, die sind Klassiker und trotzdem kennen sie viele überraschenderweise nicht. „Willow“zählt für mich dazu. Heute mag gerade die Tricktechnik ein Schmunzeln hervorbringen und auch so manches wirkt alt – es ist eben einer der typischen Fantasy-Filme, die in den 80er Jahre erschienen sind. Für mich ist es aber immer noch einfach einer der besten Fantasy-Filme, die ich mir auch heute immer wieder gerne anschaue. Dieser Film ist meiner Ansicht nach die beste Rolle von Warwick Davis – und hat ihn unsterblich gemacht.

Alles passt bei „Willow“ einfach zusammen – die Musik, die Charaktere, der Plot… ja, zugegebenermaßen, die sind alle recht vorhersehbar und der Plot ist auch nicht neu. Die Charaktere sorgen auch nicht gerade für Überraschungen, aber das brauchen sie auch nicht. Denn „Willow“ ist einfach ein Film zum Entspannen und Spaß haben. Auch wenn der Film von George Lucas ist, finde ich doch, dass es ein Film mit Seele ist, der trotz seines Alters auch heute immer noch berühren kann und mit vielen der modernen Fantasy-Action-Spektakel mithält.

Wieso? Weil es so Kleinigkeiten sind, die den Film so wertvoll und besonders machen. Die Bodenständigkeit der Charaktere ist einfach schön. So ist der Hauptcharakter Willow eben kein jugendlicher Draufgänger, der seine große Liebe findet. Nein, er ist Familienvater, der hinauszieht, um diese zu beschützen und das Richtige zu tun. Klar, das ist im Prinzip das Hobbit-Motiv, dass Bodenständigkeit wichtig ist und kleine Menschen auch große Dinge bewegen können. Aber es ist trotzdem einfach verdammt gut und stimmig umgesetzt.

Für mich eine der größten und bewegensten Szenen ist, wenn Willow aus dem Dorf abreist und seine Frau Kiaya ihm ihren abgeschnittenen Haarzopf mitgibt. Das ist für mich immer noch eine Szene, die ich nicht aus dem Kopf bekomme, einfach weil sie so einfach und doch so tief und tragisch ist. Ich finde, das ist der Moment, der Willow als Charakter dem Zuschauer so sympathisch werden und auch später mitfiebern lässt.

Klar, über Madmartigan hat man dann den klassischen Charakter im Stile von Han Solo. Heutzutage wäre eher dieser Charakter der Protagonist, denn er ist heldenhaft, witzig, charmant und man kann die große Liebe schön inszenieren. Doch hier ist Willow der Hauptcharakter und das macht den Film so besonders im Vergleich zu vielen modernen Fantasy-Filmen, die sich sowas nicht trauen.

Dieser Film ist an sich ungeheuer simpel, aber trotzdem eine meiner größten Inspirationsquellen für das Rollenspiel und das Schreiben. Nicht unbedingt im Plot und auch nicht unbedingt in den konkreten Charakteren. Sondern vielmehr diese Mischung aus Epik und Selbst-Ironie, die da häufig durchscheint.

Wer Fantasy-Filme mag und „Willow“ noch nicht kennt, der sollte ihn sich einmal anschauen. Mit 10 Euro könnt ihr da echt nichts falsch machen. Er ist natürlich nicht mit solchen Feuerwerken wie „Herr der Ringe“ zu vergleichen, da muss man ihn auch einfach im Rahmen seiner Zeit sehen können. Der Trailer sagt es einfach richtig:

„It was a different time…“

Ich habe gerade wieder beim Schreiben richtig Lust bekommen, diesen Klassiker mir anzuschauen. Meine Frau bekomme ich bestimmt auch dazu, denn die mag den genauso wie ich und hat sogar den Soundtrack.

Jamas Tipp: Dr. Horrible’s Sing-Along Blog

Als Einstimmung auf den Avengers-Film will ich heute einmal etwas empfehlen, das ihr euch ganz einfach, kostenlos und ohne Probleme direkt über YouTube anschauen könnt. Dabei handelt es sich um das ultimative Superschurken-Musical: Dr. Horrible’s Sing-Along Blog von Joss Whedon.

Wieso so einfach und kostenlos? Vor mittlerweile schon ein paar Jährchen gab es einen Autorenstreik in Amerika. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch daran oder bemerkte, dass seine Lieblingsserie in einer Staffel so ungewöhnlich kurz war. Das war dann vermutlich besagter Autorenstreik – ein kleiner Machtkampf zwischen Autoren und Vertrieben… oder so ähnlich. Ich muss gestehen, so richtig habe ich mich damit nie auseinander gesetzt.

Aber auch Joss Whedon trat in den Streik. Doch das hinderte ihn nicht daran, trotzdem zu schreiben und zu produzieren. Nur… anders. Er produzierte mit minimalem Budget und nur mit seinen Freunden – wobei das eben schon einige hochklassige Schauspieler waren. Außerdem schrieb Joss Whedon zu dem Thema einen Brief. Den könnt ihr auf dieser Seite nachlesen. Ruhig reinschauen. Das ist sehr lesenswert, denn in seiner typisch sympathischen Schreibweise hat Joss das alles sehr schön und witzig erklärt. In diesem Brief könnt ihr übrigens sehen, warum Joss Whedon für mich einfach der große, postmoderne Schreiber ist, den ich einfach vergöttere.

Das Musical selbst wurde in Abständen von drei Tagen gesendet – jeweils ein Akt. Das gesamte Stück ist auch wirklich nicht lang. Worum geht es? Um einen Superschurken, seinem unsympathischen Erzfeind und seiner heimlichen Liebe.

Der Trailer gibt einen schönen Einblick:

Mich hat das damals sehr bewegt und berührt und ich muss gestehen, ich war lange Zeit nicht sicher, ob ich gerade das Ende so gut finde. Mittlerweile weiß ich doch: Genau so, nicht anders. Danke, Joss! Mit „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“ hat er mir einmal wieder gezeigt: „Don’t give people what they want, give them what they need.“ Das ist es, was es so großartig macht.

Lust bekommen? Dann einfach auf den Spoiler-Cut klicken. Ich verlinke alle drei Akte und ihr könnt die dann in aller Ruhe euch ansehen und Spaß haben – sofern ihr halt Musicals, Superhelden, Superschurken und so Sachen mögt. Meiner Ansicht nach extrem intelligente Unterhaltung, die man nicht verpassen sollte, mit so viel Tiefe trotz wirklich witzigen Dialogen und Szenen.

Also auf, klickt unten drauf und lasst euch unterhalten. Jeder Akt ca. 15-20 Minuten, macht bei drei Akten knapp 60 Minuten. Da könnt ihr natürlich auch pro Tag einen Akt schauen und habt ein ähnliches Erlebnis, wie damals beim Release.

Neil Patrick Harris („How I met your mother“) und Nathan Fillion („Firefly“, „Castle“) – yay! Na gut, Felicia Day ist auch ganz in Ordnung hier, aber das Musical lebt meiner Ansicht nach von den anderen beiden.

Spoiler-Cut!

Jamas Tipp: Was Mädchen wollen

Wer mich kennt oder schon länger hier liest, kennt meinen obskuren und sehr breit gefächterten Geschmack – und auch, dass ich Filme für Jugendliche mag. Daher habe ich mich zu meiner Zeit in der Videothek ziemlich durch die ganzen Teenager-Komödien durchgeschaut und manche besser gefunden, manche schlechter. Eine Perle habe ich dabei aber entdeckt, die bei mir im DVD-Regal steht und die ich mir immer wieder gerne anschaue: „Was Mädchen wollen“ – „What a Girl Wants“.

Das ist ein extrem kurzweiliger und sehr amüsanter Film. Die Geschichte ist nicht neu – sogar recht alt. Mädchen wächst allein bei ihrer Mutter auf, sie erfährt, dass ihr Vater ein hohes Tier ist und will ihn kennenlernen. Nein, das ist alles andere als neu. An sich ist das sogar so ähnlich wie „Plötzlich Prinzessin“, aber ich muss gestehen: Ich finde diesen Film hier deutlich besser – witziger, intelligenter. Außerdem mag ich Colin Firth und in der Rolle als verstockter britischer Minister ist das einfach ein wunderschönes Zusammenspiel zwischen ihm und der quriligen Amanda Bynes.

Wenn man es genau nimmt, ist es eine moderne Märchenvariante und wenn man den Film als solches sieht, denke ich, dass man viel, viel Spaß damit haben kann. Es ist kein Film mit Tiefgang, aber trotzdem mit schönen Charakteren. Es ist kein Film mit großer Philosophie, aber trotzdem auch Momenten, die einen nachdenklich machen können. Ich mag ihn in seiner einfachen Art, die einfach sympathisch bodenständig ist.

Funktioniert zwar auch in der deutschen Synchronisation, aber auf Englisch gewinnt er so viel mehr, weil: Amerika < -> England. Total super, wenn man da auch in der Sprache die Unterschiede erkennt.

Das ist ein Guter-Laune-Film, den ich mir wirklich immer wieder gerne ansehe. Wer die Art von Filmen also mag, an „Plötzlich Prinzessin“ Spaß hatte, an „30 über Nacht“ oder ähnlichen bekannteren, sollte auch mal in diesen unbekannteren Vertreter dieses Genres schauen. Es lohnt sich – vertraut mir.

Jamas Tipp: Die Mumie kehrt zurück

Einmal wieder meine ich das vollkommen ernst: „Die Mumie kehrt zurück“ – großartiger Film! Leider vollkommen unterschätzt. Das ist der zweite Teil der neuen Mumien-Filme mit Brendan Fraser und auch der erste Teil ist wirklich sehr gelungen. Doch wo der erste Teil eher ein klassischer Abenteuerfilm ist, der dramatisch und auch durchaus witzig und spannend ist, so ist der zweite Teil „mind-blowing“, wie es so schön auf Englisch heißt.

Ich weiß es noch ganz genau, als meine Frau und ich einen LARP-Bekannten im Saarland besuchten. Das war der ehemalige Lehrmeister meines Kenders und die beiden haben schon so manchen Untoten zur ewigen Ruhe geschickt. Keine Ahnung mehr, wie wir darauf kamen, aber zur gleichen Zeit lief „Die Mumie kehrt zurück“ im Kino und wir gingen rein. Klar, wir hatten uns im LARP auch auf Untote spezialisiert, warum auch nicht? Könnte eine Gaudi werden.

Das war nicht nur eine Gaudi! Ich setzte mich in den Kinosessel, um vollkommen von diesem rasanten Film in den Stuhl gepresst zu werden. Der Anfang fängt gewöhnlich an und kommt sehr sympathisch rüber, weil er sich sehr über sich selbst lustig machte. Apokalpyse? Ja, ja, kennen wir doch alles. Die typischen Buffy-Dialoge. Dann auch noch eine sehr liebevolle Tondarstellung von zertretenen Skarabäen und man merkt: Der Film nimmt sich nicht ernst, aber das macht er verdammt gut.

Schon sehr früh nimmt der Film aber auch ein solch rasantes Tempo an, dass ich plötzlich nicht mehr wusste, wie mir geschah. Gerade am Anfang gibt es bei fast jedem, der ihn gesehen hat, diesen Moment, bei dem er sagt: „Häh? Das ist doch…“ – und dann entscheidet es sich, ob man diesen Satz mit „… albern!“ oder „… genial!“ beendet. Denn der Film ist nicht realistisch, er ist nicht ernst, er ist cineastisch!

Ihr mögt das Feng-Shui-Rollenspiel? Das ist euer Film. Denn das ist einfach nur schnell. Es wird eine epische Geschichte mit so vielen kleinen Witzen und dramatischen Wendungen passiert, dass ich im Kino damals kaum merkte, wie die Zeit verflog. Das ist extrem gelungenes und einzigartiges Popcorn-Kino! Leider sehr unterschätzt.

Wollt ihr ein Beispiel, warum dieser Film nicht einfach nur Trash, sondern großartig ist? Gut, hier kommt es: Es gibt einen unbenannten Diener der Bösen, der immer wieder in Kämpfen auftaucht. Der hat kein markantes Gesicht, aber wenn man auf ihn achtet, dann sieht man ihn immer wieder, denn er taucht immer wieder auf und er hat immer wieder ähnliche Szenen. Er kämpft, dann passiert was, was ihn töten würde, er duckt sich oder springt weg oder hat einfach nur Glück und es erwischt den Handlanger direkt neben ihm und er entkommt. Das passiert mehrfach! Und dann kommt es gegen Ende zwischen diesem „Nebencharakter“ und einem der Hauptcharaktere, der auch ein ähnlicher „Schurkencharakter“ ist, zu einem kleinen Duell: Wer hat mehr schurkisches Glück und springt dem Tod von der Schippe? Total subtil aufgebaut, ohne Holzhammer! Es passiert einfach und ich wette, dass es wirklich verdammt viele Zuschauer nicht gesehen haben.

Das ist nur ein kleines Detail, das den Film so hervorhebt und das ist nicht das einzige Detail! Es gibt so viele kleine Spielereien, die wirklich stimmig und sehr liebevoll umgesetzt sind, dass es einfach ein Riesenspaß ist, dem allem zuzusehen.

Der erste Teil ist auch in Ordnung, aber ein anderer Film. Wer jedoch wirklich alle Anspielungen bemerken will, wer auch den Witz bei vielen Charakterhandlungen mitbekommen will, der sollte sich auch den ersten Teil ansehen. Der ist solide, damit macht man auch nichts falsch. Aber seht euch um Himmels Willen nicht den dritten Teil an! Das war eine riesige Enttäuschung, obwohl ich mich da sehr auf Jet Li und Michelle Yeoh gefreut hatte. Aber es war fürchterlich. Nicht wegen den beiden, sondern dem Film hat insgesamt einfach die Seele gefehlt. Das war sehr erschütternd. Aber die ersten beiden Teile? Unbedingte Sehempfehlung, wenn man etwas mit einem vollkommen abgedrehten Indiana-Jones-Monster-Action-Film anfangen kann.

Einen Trailer verlinke ich diesmal nicht, denn den kannte ich damals auch nicht und bin sehr darüber. Da ich außerdem nur einen wirklich langweiligen Trailer gefunden habe, setze ich einfach darauf, dass ihr genügend Informationen aus meiner Lobeshymne über den Film ziehen könnt. Aber auch wenn ich euch keinen Trailer biete, so biete ich euch zumindest die Musik, die auch einen schönen Ausblick darauf geben kann, was euch erwartet:

Diese Musik fasst den Film wunderbar zusammen! Sowieso ist die Musik auch ein ganz großer Pluspunkt des Films.

Jamas Tipp: Cutie Honey

Es gibt viele Comic-Verfilmungen mittlerweile und auch richtig viele gute. Aber wenn es um Manga/Anime-Verfilmungen geht, dann ist das schon eher spärlich, was es gibt, was man sich ansehen kann. Daher wollte ich euch heute einen kleinen Geheimtipp präsentieren, der allerdings vermutlich nicht für jeden etwas ist: „Cutie Honey“.

Regie geführt hat Hideaki Anno – von „Neon Genesis Evangelion“. Angeblich hatte es Anno in tiefe Depressionen gestürzt, dass NGE bei den Fans nicht ganz so gut angekommen war und er wurde ziemlich verbittert und machte danach zwei NGE-Filme, die bekanntermaßen als „Hideaki Annos Rache an den Fans“ in die Anime-Geschichte einging. Mit „Cutie Honey“ meldet er sich aber wieder zurück und zeigt: Er hat seine Depressionen überwunden.

Wieso? „Cutie Honey“ ist bunt, schrill, absurd, kitschig, bizarr, witzig, emotional und vollkommen übertrieben. Es ist die Realverfilmung der gleichnamigen Anime/Manga-Reihe – einem Magical-Girl-Manga.

Dabei dreht sich alles um Honey Kisaragi, die bei einem Unfall gestorben ist und nach ihrem Tod von ihrem Vater in einen Androiden umgewandelt wurde. Seitdem hat sie ungeheure Kräfte und kann sich in windeseile in alle möglichen anderen Personen verwandeln – und wird natürlich nie erkannt! Dabei bezieht sie ihre Energie aus der „I“-Technologie, die ihr Vater angewendet hat, was natürlich ein kleines Wortspiel ist zwischen „Artificial Intelligence“ und dem japanischen „Ai“, das „Liebe“ bedeutet.

Ich habe selten einen Film gesehen, der so ungeheuer gut das Anime-Flair eingefangen hat und auch wenn es anfangs nach „Power Rangers“ aussieht, so ist das doch sehr gewollt und wenn man sich den Film genauer ansieht, merkt man, dass es eher eine Hommage war, denn der Film zeigt an vielen Stellen, dass er auch deutlich mehr kann.

Der Film funktioniert auch auf Deutsch richtig gut und ich habe mich dermaßen gut amüsiert, dass mir danach vor Lachen alles weh getan hat – und trotzdem ist der Film auch gerade am Schluss nachdenklich, was wohl dann auch einfach wieder der Einfluss von Hideaki Anno ist.

Wer Animes/Mangas mag, auch dem Magical-Girl-Genre etwas abgewinnen kann, kein Problem mit japanischen Filmen hat: Gucken! Der Film ist sehr eigen, aber definitiv sehenswert.

Jamas Tipp: Verwünscht

Zuerst dachte ich mir: „Na, da machen sie sich mal wieder billig über sich selbst lustig – schwer ist das nicht“, als ich den Trailer zu „Verwünscht“ im Kino gesehen habe und legte den Film gedanklich ad acta. Sowas muss ich mir nicht ansehen, denn sich über Disney lustig zu machen ist nun wirklich nicht schwer und ich wollte gar nicht wissen, wie sie sich dadurch selbst zelebrieren.

Doch dann kam er in der Videothek raus und – ich arbeitete zu der Zeit noch in der Videothek – meine Kollegen waren ganz hin und weg. Da ich kostenlos die Filme ausleihen konnte, nahm ich ihn einfach einmal mit, denn viel falsch machen kann man da nicht, außer knapp zwei Stunden einen doofen Film gesehen zu haben und ganz ehrlich: Es gibt schlimmeres, zumal ich zu Hause bei meinem DVD-Player auch einfach „Stopp“ drücken und es rausnehmen kann.

Aber wie falsch ich bei diesem Film doch gelegen habe! Ja, klar, sie machen sich über sich selbst lustig – gerade die ganze Singerei und ich finde den Witz immer noch nicht lustig, wenn Edward am Ende des Trailers beim Singen von den Fahrradfahrern über den Haufen gefahren wird. Aber der Film ist so viel mehr! Er ist witzig, er ist intelligent, er ist vielschichtig und überaus romantisch.

Auf Englisch funktioniert er sogar noch ein wenig besser, denn da ist Giselle noch ein wenig verstrahlter, Edward noch realtitätsfremder und Robert noch nüchterner. Aber es klappt auch auf Deutsch, denn gerade Roberts Mimik ist unschlagbar, vor allen Dingen bei meinem persönlichen Highlight des Films bei dem Lied „How does she know“ (siehe nach dem Spoiler-Cut).

Das Ende ist so wunderschön romantisch, auch wenn ich finde, dass es früher hätte aufhören müssen, denn mein persönliches Ende ist deutlich früher als das im Film – ich vermute, ihr werdet sehen, was ich meine. Die Sache auf dem Turm finde ich unnötig und aufgesetzt und das vorher eignet sich viel schöner als Ende. Doch das ist nur ein kleiner Makel bei einem grandiosen Film.

Schaut ihn euch an und gebt ihm eine Chance! Ich habe leider jetzt schon häufig erlebt, dass ich den Film als Geheimtipp empfohlen habe und ich dann mitleidig angesehen wurde: „So einen Kitsch?“ Ja, es ist durchaus an einigen Stellen kitschig – aber es ist intelligenter und witziger Kitsch.

Es ist eine Geschichte gerade für uns Erwachsene, dass die Realität zwar schlimm ist, aber man sich immer noch seine eigene Realität schaffen kann. Oder um es mit ein paar Zeilen aus dem schönen Lied „Ever Ever After“ von Carrie Underwood aus dem Soundtrack zu sagen:

Storybook endings, fairy tales coming true
Deep down inside we want to believe they still do
And a secret is taught, it’s our favourite part of the story
Let’s just admit we all want to make it too

Ever Ever After
If we just don’t get it our own way
Ever Ever After
It may only be a wish away

Starting your fashion, wear your heart on your sleeve
Sometimes you reach what’s real just by making believe
Unafraid, unashamed
There is joy to be claimed in this world
You even might wind up being glad to be you

Das ist die Lehre, die der Film mitbringt und finde, dass viele von uns das leider vergessen haben. Der Film erinnert einen daran. Nur leider blocken ihn gerade die Leute ab, denen es wirklich gut tun würde, daran erinnert zu werden.

Spoiler-Cut zu einem der besten Momente des Films:

Jamas Tipp: Prestige

Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern, als mein Kollege aus der Videothek John zu mir meinte: „Prestige! Den musst du dir anschauen!“ Ich war irritiert, denn der Titel sagte mir nichts – rein gar nichts. Zu Hause sah ich dann im Internet nach und auch das Filmplakat sagte nichts aus. Aber ich bekam etwas mit: Hugh Jackman und Christian Bale spielen Bühnenzauberer und werden zu erbitterten Rivalen – das alles schaukelt sich immer mehr hoch. Als Sähnehäubchen dazu gibt es noch einen phänomenalen Michael Caine als Assistenten.

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“, dachte ich mir und motivierte meine Frau, auch mit ins Kino zu gehen – dank Hugh Jackman bei dem Film kein großes Problem. Wir waren beide absolut sprachlos nach dem Film erst einmal. Der Film ist ein Meisterwerk!

Er ist bis zum letzten Moment spannend und selbst danach kann man sich noch lange über den Film unterhalten – ich habe damals schon einmal darüber gebloggt. Schon allein die Erzählstruktur ist genial, da sie so verschachtelt ist, dass vieles möglich ist, aber nichts klar. Der Film ist selbst wie ein Zaubertrick oder um es mit Michael Caine zu sagen:

“Every great magic trick consists of three acts. The first act is called The Pledge. The magician shows you something ordinary, but of course it probably isn’t. The second act is called The Turn. The magician makes his ordinary something do something extraordinary. Now, if you’re looking for the secret … you won’t find it. That’s why there is a third act, called The Prestige. This is the part with the twists and turns, where lives hang in the balance and you see something shocking you’ve never seen before.“

Der Film besteht aus lauter „twists and turns“, die einen fast schwindlig machen beim Zuschauen. Es ist kein einfacher Film und ich erinnere mich genau daran, wie im Kino eine etwas „einfachere“ Frau ständig gegähnt hat und ihren Begleiter dauernd fragen musste, wer jetzt wer ist. Ja, es ist durchaus ein Film, bei dem man wach sein muss und aufpassen sollte.

„Presige“ ist einer meiner Lieblingsgeheimtipps, die ich gebe. Leider ist er damals in den Kinos komplett untergegangen und auch heute kennen ihn nicht viele. Dank des Erfolgs von Christopher Nolan durch die neuen Batman-Filme hat sich das ein wenig geändert. Aber wenn ihr mal sehen wollt, was für einen genialen Film er da vor „Batman Begins“ gemacht hat: Viel Spaß! Es lohnt sich!

Jamas Tipp: Hot Fuzz

Gestern habe ich mit einem Kollegen einen kleinen Filmeabend gemacht, weil er „Hot Fuzz“ noch nicht gesehen hatte.

„Was, du hast Hot Fuzz noch nicht gesehen?“, fragte ich.
„Nein, daher habe ich ihn mir ja gekauft.“
„Ein so großartiger Film! Aber den darfst du nicht allein schauen! Den muss man zusammen schauen!“

Daher war der Plan spontan gefasst und ich kann es auch hier nur noch einmal verdeutlichen: Den Film schaut man zusammen an! Was der großartige „Shaun of the Dead“ für die Zombie-Filme ist, ist „Hot Fuzz“ für die Action-Filme: eine herrliche Homage an das Genre.

Man kann ihn auf Deutsch sehen, aber auf Englisch ist es so viel besser – ähnlich wie „Shaun of the Dead“. Der britische Akzent in seinen unterschiedlichen Ausprägungen trägt einfach noch zur Atmosphäre und vielen witzigen Szenen bei. „Hot Fuzz“ ist zwar stellenweise richtig albern, aber er hat auch keine Angst, das Genre ernst zu nehmen. Gerade aus diesem Spagat zwischen bizarren Albernheiten und dramatischen Szenen merkt man, wie liebevoll der Film gemacht ist.

Simon Pegg ist einfach einmal wieder großartig, wenn er den nahezu tadellosen Ausnahme-Cop Nicolas Angel spielt, der wegen zu gutem Dienst in ein Kleinstadtkaff „befördert“ wird, in dem nichts – aber auch gar nichts – passiert. Aber um es mit Nicolas Angel selbst zu sagen: „There is always something going on!“

Der Film zitiert laufend bekannte Action-Filme, indem er Dialoge manchmal als Vorbild nimmt, manchmal Szenen, aber noch viel häufiger typische Motive daraus. Er nimmt aus einem großen Potpourri an Bildern und Ideen und fügt sie zu einer rasanten Action-Komödie heran.

Aber wieso muss man ihn zusammen sehen? Es ist ein Buddy-Film! Während „Shaun of the Dead“ eine romantische Komödie (mit Zombies) ist, spielen Frauen in „Hot Fuzz“ keine wirkliche Rolle. Es geht um Loyalität, Pflichtbewusstsein, Mut und männliche Freundschaft – also was für die ganz harten Kerle. Die Freundschaft zwischen Nicolas Angel und seinem tappsigen Sidekick ist so großartig geschrieben und in Szene gesetzt, wie in vielen „richtigen“ Buddy“-Filmen.

Wer also Action-Filme mag, wer was mit britischem Humor anfangen kann, dem sei „Hot Fuzz“ wärmstens ans Herz gelegt. Und lasst euch nicht irritieren: Im Deutschen haben sie mal wieder einen absolut beknackten Untertitel unter den Titel gehängt, nämlich „Zwei abgewichste Profis“. Aha! Das war sicherlich absolut nötig, bei der Übersetzung hinzuzufügen. Hat nur leider gar nichts mit dem Film zu tun.

Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass Untertitel bei der Übersetzung entweder einfach unnötigerweise hinzugefügt wurden oder krampfhaft und unpassend verändert haben. Vielleicht war es der klägliche Versuch des Übersetzers, der Feeling der alten Buddy-Filme durch diesen Untertitel zu transportieren. Ist bei mir zumindest nicht gelungen.

Die richtigen Trailer kann ich hier leider nicht einbetten und ich fand nur einen Teaser, der nicht sonderlich gut war. Folgt daher einfach diesem Link für einen kleinen Einblick in den Film – und ja, das spoilt! Leider verrät der Trailer einmal wieder sehr viel, aber andererseits sind viele Sachen im Film auch nicht überraschend. Daher, schaut es euch einfach an und freut euch auf die Szenen.

Jamas Tipp: Ritter aus Leidenschaft

Wieder ganz frisch gesehen und immer noch so großartig: „Ritter aus Leidenschaft“. Als ich den Trailer damals im Kino sah, dachte ich mir, dass es einfach blöd aussieht. Als LARPer stießen mir die ganzen Anachronismen natürlich immens auf und so verweigerte ich mich dem Film – bis ich ihn dann einmal im Zuge eines Videoabends gezwungenermaßen sehen musste… und absolut begeistert war.

Der Trailer vermittelt einen ziemlich falschen Eindruck vom Film. Er ist episch, er ist heroisch – er rockt einfach nur. Es gibt zwei Szenen, die ich ein wenig aufgesetzt und unnötig finde: Den Anfang mit dem „We will rock you“ – denn das gehört für mich in einen anderen Film. Die zweite Szene ist die Tanzszene, die nett anfängt und dann in diesem merkwürdigen Rumgehüpfe endet. Mich stört bei diesen Szenen nicht der Anachronismus. Sie passen irgendwie nicht rein.

Während durch den ganzen Film viele kleine anachronistische Details sind, die stimmig, schön und witzig in den Film gewoben sind, stechen für mich diese beiden Szenen als zu gekünstelt heraus. Sie machen den Film nicht schlecht, sie sind auch sogar ansehbar, aber das sind zwei klitzekleine Kritikpunkte, die ich an diesem ansonsten großartigen Film habe.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der love interest von William: Jocelyn. Ich habe selten einen so dummen und unsympathischen Charakter erlebt. Zum Glück ist die Liebesbeziehung nur Hintergrund für die moralische Parabel, die erzählt wird und somit nicht Hauptbestandteil des Films. Man kann den Charakter also akzeptieren und er ist leider für den Film notwendig, aber das ist einer der wenigen Momente, in denen ich mit einem weiblichen Hauptcharakter keine Identifikation aufbauen kann. Zum Glück reißt das dann die Schmiedin Kate wieder raus.

Ansonsten ist es hervorragender Film, mit schönen kleinen Anspielungen, einem Paul Bettany, der als historisch unkorrekter Geoffrey Chaucer brilliert, einem sympathisch prolligen Alan Tudyk als irischem Hitzkopf und natürlich dem unvergleichlichen Heath Ledger in der Hauptrolle. Wer „Ritter aus Leidenschaft“ noch nicht gesehen hat, gerne einen rührenden, aber auch epischen Film um Moral, um Tugend, um Ehre, um Ritterlichkeit sehen will, der sollte ihn sich schleunigst zulegen!

Ganz große Empfehlung! Ich kann diesen Film echt immer wieder und wieder und wieder schauen. Und auch als LARPer kann ich dem Film mittlerweile viel abgewinnen, denn nicht nur sind die Kulissen und die Kostüme ein Traum für jedes LARP, auch die Sprechweise ist so, wie ich es gerne auf einem Con hätte. Weniger „Nun,…“, sondern mehr Dynamik in den Dialogen! Weniger „Ihr“, weniger Pseudo-Mittelaltersprech, sondern mehr Witz und Originalität. So sollte es sein – und nicht anders.

Jamas Tipp: Drachenzähmen leicht gemacht

Merkwürdigerweise ein wenig untergegangen, aber einer der besten Animationsfilme, die ich gesehen habe: „Drachenzähmen leicht gemacht.“

Funktioniert sogar auf Deutsch – zumindest finde ich den norddeutschen Akzent super passend sowohl zum Film, als auch zum Humor. Die Geschichte ist vielleicht recht vorhersehbar, aber dennoch macht der Film einfach Laune, denn er ist an vielen Stellen im Detail einfach liebevoll gemacht. Wobei der Film natürlich dadurch gewinnt, dass er mal wieder eine meiner Lieblingscharakter-Archetypen bedient; aber ich denke, wenn ihr ihn euch einmal anschaut, dann wisst ihr sicherlich, welchen Charakter ich meine.

Es ist natürlich ein Kinderfilm, aber ein verdammt guter, an dem man auch als Erwachsener sehr viel Spaß haben kann – besonders, wenn man ein Faible für Drachen hat, denn die Drachen sind einerseits sehr einfallsreich konzipiert, aber dennoch knuffig und trotzdem auch gefährlich.

Wer also Animationsfilme mag und „Drachenzähmen leicht gemacht“ noch nicht gesehen hat: Nachholen! Unbedingt! Bei Amazon gibt es nämlich zur Zeit die DVD für 8 Euro und die Blu-Ray sogar für 10 Euro – da sollte man einfach zuschlagen, denn damit macht man wirklich nichts verkehrt. Großartiger Film!

Die Trailer und Teaser sind einmal wieder größtenteils fürchterlich. Ihr müsstet mir da einfach vertrauen. Einen einzigen Teaser habe ich gefunden, der weder den Film zu sehr spoilt, noch sonst zu viel verrät, aber auch nicht zu nichtssagend ist, wie manch anderer Teaser:

Ach ja: Den 3D-Aspekt des Films habe ich nicht gesehen – ist mir auch recht wurst. Der Film braucht es nicht, auch wenn er damit beworben wird. Der Film punktet eigentlich anders und funktioniert wunderbar ohne. Meine Empfehlung wäre sogar eher, ihn nur in 2D anzusehen. Ich wette, dann macht er sogar mehr Spaß, weil man sich dann auf den Film konzentrieren kann und nicht auf die Effekthascherei.