There’s more than one of everything

Eine wunderbare 1. Staffel hat „Fringe“ – der Schluss ist still und dennoch knallig. Mich hat die Serie absolut im Griff gehabt, aber weniger wegen der Plots, als vielmehr wegen der großartig geschriebenen Charaktere und vielen kleinen Gesten, die so ungeheuer viel Spaß machen anzusehen.

Stand-Alone-Folgen gibt es nicht so richtig, denn alles hat quasi mit dem Meta-Plot zu tun. Nicht alles ist gleich wichtig, aber im Gegensatz zu Akte X gibt es eigentlich keine Pause vom eigentlichen Thema der Serie. Es geht immer um den gleichen Hintergrund.

Mehr und mehr bin ich begeistert von Abrams, denn alles, was ich bisher von ihm gesehen habe, hat mich in den Bann geschlagen. „Lost“ finde ich großartig, „Cloverfield“ und der neue „Star Trek“ haben mir ungeheuer viel Spaß gemacht und nun „Fringe“. Das Post-Strukturalisten-Herz lacht bei den Themen, die da überall mit drin sind, denn es dreht sich viel um Wahrheit(en), um Relativität, um Unterschiedlichkeit.

Wenn ihr „Fringe“ seht, schaut es euch bitte auf Englisch an. Mindestens Walter Bishop ist auf Deutsch nicht derselbe, wie auf Englisch, denn auf Englisch ist er um so vieles wahnsinniger, häufig verstörend, aber so großartig! Aber auch die anderen Charaktere sind einfach viel mehr auf Englisch.

Schaut euch „Fringe“ nicht wegen der Plots an. Schaut es euch wegen der Charaktere, deren Beziehungen und einer weiteren wunderbaren Allegorie Abrams über Wahrheiten an. Was er schon bei „Lost“ in so vielen Folgen wunderbar gemacht hat, hat er auch gekonnt bei „Fringe“ geschrieben. Es ist anders als „Lost“ – natürlich. Aber es macht mir genauso viel Spaß.

Mystery Science Theater

Wir sind nun in der Halbzeit der 1. „Fringe“-Staffel und mittlerweile hat mich die Serie absolut gefesselt. Die Plots finde ich dabei gar nicht mal so stark. Einige sind zwar interessant und der Meta-Plot auch schön mysteriös, aber mir haben es (wie so häufig) vor allen Dingen die Charaktere angetan. Das macht einfach einen so ungeheuren Spaß, diesen Charakteren zuzusehen!

Music was my first love

Was mir auch besonders bei „Fringe“ gefällt und nicht mehr aus dem Ohr geht, ist das Titelthema. Mit Thomas habe ich mich ja letztens in den Kommentaren über Trailer unterhalten:

Ich habe mit meiner Frau da letztes Wochenende recht lange drüber gesprochen und ich war fasziniert, wie spannend es doch war, sich über diese 21 Sekunden zu unterhalten und was alles in diesem Titel-Thema drin steckt – übrigens anscheinend von Abrams selbst geschrieben.

Für mich ist das Musik-Thema ungeheuer verstörend – so leise wie das Klavier anfängt und wie dann immer mehr Streicher hinzukommen… erst höhere Streicher und dann die tieferen. Das erzeugt bei mir eine Mischung aus Beklemmung und Gänsehaut, denn es baut sich immer mehr auf bis es zum Schluss hin schon fast episch wird.

Warum ist es so verstörend für mich? Vielleicht weil das Klavier anfangs wie eine Spieluhr klingt – unschuldig. Für mich war natürlich direkt der Bezug zu Horror-Filmen gegeben, denn es gibt nichts Gruseligeres in Horror-Filmen als Spieluhren und Kinder (bevorzugt Geisterkinder).

Achtet mal auf das Thema, denn da steckt in 21 Sekunden so viel drin! Man kann das Thema nämlich in vier Bereiche einteilen. Zuerst das unschuldige Klavier am Anfang. Dann setzen ungefähr bei 00:05 oder 00:06  helle Streicher ein, die dem Thema mehr Fahrt geben. Bei 00:10 wird es tiefer und gewaltiger und bei 00:18 gibt es dann den Ausklang. Großartig geschrieben finde ich.

Ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich darauf freue, morgen Abend ins verlängerte Wochenende zu fahren und dann mit meiner Frau die nächsten Folgen zu sehen! Das wird ein Spaß!