Zauberhafte Verwandlung!

Ein Gutes hatte die Krankheit: Ich habe jetzt endlich die letzten acht Folgen meines „Wedding Peach“-Reruns geschaut. Davon habe ich in letzter Zeit nichts geschrieben? Stimmt, denn das ist eine ganze Weile her, dass ich den abgebrochen habe. Der Grund damals war, dass ich wusste, was kommen wird ab einem bestimmten Punkt und ich wollte das gerade nicht, denn ich wusste, das würde mich mitnehmen. Immerhin habe ich die Serie schon einmal geschaut. Und auch wenn der Anime deutlich positiver und versöhnlicher ist, als der Manga, zieht „Wedding Peach“ in den letzten acht Folgen extrem an, was die Dramatik betrifft.

Zuerst war ich unsicher, ob ich überhaupt noch Gefallen an der Serie haben könnte, aber die Bedenken waren umsonst. Sicherlich gibt es ein paar Sachen, die mir damals gefallen haben, die ich mittlerweile eher komisch fand, aber an sich finde ich die Serie immer noch so großartig, urkomisch und doch romantisch.

Was aber wirklich schlimm bei den deutschen DVDs ist, dass sie so einiges verpatzt haben. Zum einen haben sie das Opening nicht geändert ungefähr in der Hälfte und das Schlimmste von allem: Sie haben die Vorschau auf die nächste Folge nicht dabei! Das ist wirklich fatal, denn das trägt gerade bei den letzten Folgen ungeheuer zur Dramatik bei. Normalerweise wird die Vorschau auf die nächste Folge von Momoko gesprochen, aber es gibt eine Folge, bei der etwas passiert, das sie absolut aus der Bahn wirft und nach dem sie krank im Bett liegt. Diese Vorschau wird von Jamapi gesprochen mit ungefähr folgenden Worten: „Momoko geht es gar nicht gut, daher muss ich das heute übernehmen…“ Großartig! Und das ist nicht drauf? Schändlich!

„Wedding Peach“ bleibt für mich einfach eine der besten Magical-Girl-Serien, die Sailor Moon einfach um Längen schlägt und in nahezu jedem Detail. Schon allein der Hauptcharakter ist einerseits sympathischer als Bunny und hat auch noch die bessere Frisur (pinke Haare!), auch der männliche Hauptcharaktere ist deutlich besser als das Weichei Marmoru, der mit seiner dämlichen Rose sowieso nichts trifft und ständig gerettet werden muss. Im Bereich der übertriebenen Magical-Girl-Serien ist „Wedding Peach“ einfach die Nummer 1. Wenn es um Magical-Girl-Serien allgemein geht, könnte ich mich wirklich nicht entscheiden, ob diesen Platz nicht sogar „Kamikaze Kaito Jeanne“ übernehmen könnte mit dem besten männlichen Hauptcharakter aller Magical-Girl-Serien.

Aber eigentlich sind „Wedding Peach“ und „Kamikaze Kaito Jeanne“ zwar im gleichen Genre beheimatet, aber trotzdem zwei grundverschiedene Serien. Während WP sehr albern, übertrieben kitschig und häufig selbstironisch ist, ist KKJ sehr ernst, dramatisch und philosophisch. Ich glaube, es wäre ungefähr der Unterschied zwischen „King of Queens“ und „How I met your mother“ – die ich beide liebe, aber trotzdem irgendwie zwei sehr unterschiedliche Serien sind.

Koi no Tenshi Mai Orite

Was wäre Weihnachten ohne eines meiner Lieblingsweihnachtslieder der großartigen Yui Horie? Irgendwie unvollständig – zumindest für mich.

Aus dem Christmas-Special von „Love Hina“, das ich zu meiner Schande immer noch nicht gesehen habe. Aber wieso eigentlich? Denn „Love Hina“ ist ein absolut großartiger Anime. Das Problem ist ein ähnliches, das ich bei „Neon Genesis Evangelion“ oder „Angel“ (die Serie von Joss Whedon) hatte: Mir hat das Ende der Serie so gut gefallen, es war so schön offen, es hat mich auf gerade diese Weise so bewegt und berührt, dass ich mir das nicht durch eine Fortsetzung kaputt machen wollte.

Daher habe ich es bis heute nicht gesehen. Auch wenn ich das sicherlich noch einmal ändern werde, aber ich finde, dass manche Enden einfach so gut sind, wie sie sind. Selbst wenn man gerne eine Fortsetzung hätte, so ist es schön, wie das Ende steht und eine Fortsetzung kann das eigentlich nur kaputt machen.

Everyone will get rewarded

Heute einen gemütlichen 1. Weihnachtsfeiertag vor? Ich hätte da eine kleine Empfehlung, die allerdings ein wenig länger dauert, aber aus einem der Animes ist, die ich dieses Jahr gesehen habe und die mich ungeheuer beeindruckt haben: „Toradora!“ – und zwar die Weihnachtsfolgen.

Ich habe vor kurzem schon das tolle Weihnachtslied verlinkt, aber ich denke, über diese ruhigen Tage hinweg hat vielleicht der Eine oder Andere von euch Zeit und Lust, mal in ein paar mehr Folgen dieses hervorragenden Animes reinzuschauen.

Wer die Serie noch nicht kennt, der bekommt da natürlich so einiges an Spoilern ab, denn dabei handelt es sich um die Folgen 17-19. An sich würde ich auch noch am liebsten die restlichen Folgen empfehlen, aber da die Serie nur 25 Folgen hat, könntet ihr sie auch sowieso gerade zu Ende sehen.

„Toradora!“ baut in den ersten Folgen ein ungeheuer kompliziertes Beziehungsgeflecht zwischen den fünf Charakteren auf, das sich kaum schmerzfrei entwirren lässt und die Weihnachtsfolgen werden zum Höhepunkt, ab dem irgendwie alles den Berg ab zu gehen scheint, denn so viele Charakterentwicklungen, die bis dahin angespannt wurden, entladen sich ungeheuer kraftvoll in diesen Folgen und man meint, dass es nur in einer Tragödie enden kann.

Aber dennoch sieht man zwischen den Zeilen der Folgen, wie viel die Charaktere sich doch gegenseitig bedeuten und wie wenig sie den Anderen doch weh tun wollen – es aber machen, weil sie wiederum Anderen nicht weh tun wollen. Das ist es, warum ich es so wunderschöne Weihnachtsfolgen finde, auch wenn sie ungeheuer tragisch sind, denn an Weihnachten geht es immerhin um Freundschaft, Liebe und Nächstenliebe und man spürt das in diesen Folgen einfach durch die Bank weg.

Eine kurze Zusammenfassung für jene, die die Serie nicht kennen, aber mal in die Folgen reinschnuppern wollen?

Riyuji ist ein junger Schüler, der ein wenig ein Außenseiter auf Grund seiner Augen ist, da viele seinen stechenden Blick nicht abhaben können. Aber trotz dieses „Mörderblicks“ verbirgt sich hinter seiner Fassade eine zutiefst warmherzige und freundliche Person. Im neuen Schuljahr kommt Riyuji mit seinem langjährigen Freund Kitamura wieder in eine Klasse und mit seiner großen Jugendliebe: Minorin!

Man denkt, es könnte nicht besser laufen, doch da stößt Riyuji mit Taiga Aisaka zusammen, die zwar klein ist, aber ein ausgesprochen cholerisches Kendo-Temperamentsbündel und beide können sich nicht ausstehen. Zu allem Überfluss wohnt Taiga auch noch direkt neben Riyuji und sie ist sogar die beste Freundin von seinem Schwarm Minorin. Aber wie herauskommt, hat Taiga ein Auge auf Riyujis Kumpel Kitamura geworfen.

Daher schließen Riyuji und Taiga einen Pakt: Sie wollen dem jeweils anderen helfen, seine große Liebe zu erobern! Beide haben das auch dringend nötig, denn beide können nicht mit dem Objekt ihrer Anbetung vernünftig reden, stammeln nur, werden unbeholfen oder Ähnliches.

Im Laufe der Geschichte überkommen Riyuji und Taiga natürlich ihre anfängliche Feindschaft, da sie viel gemeinsam durchstehen müssen und so wächst die kleine Clique aus den vieren immer enger zusammen – es kommt ein wenig später sogar noch das junge Model Ami hinzu, die Taiga beneidet und selbst auch ein Auge auf Riyuji geworfen hat. Ihr könnt euch also vorstellen, was da für ungeheure Verwicklungen allesamt am Laufen sind und ich kenne kaum eine Serie, die gekonnter mit diesem herrlichen Beziehungs-„Fünfeck“ umzugehen weiß.

Die Charaktere haben allesamt ungeheuer viel Hintergrund, den ich nur schwer gerade zusammenfassen kann. Eigentlich muss man es schon fast von Anfang an gesehen haben, denn Riuyji lebt mit seiner alleinerziehenden und merkwürdigen Mutter zusammen, während Taiga ganz allein in einem luxuriösen Appartment ohne ihre Familie wohnt.

Die ganze Spannung dieses Fünfecks entläd sich mehr oder weniger an Weihnachten, wo es für manche ein paar überraschende Erkenntnisse gibt. Zwar ist Folge 17 noch nicht direkt die Weihnachtsfolge, aber dort fängt es bereits langsam an.

Ich liebe diese Serie für ihre ungeheuer starken Charaktere, für den Mut auf dieses komplizierte Beziehungsgeflecht, für die Symbolik, die in so vielen stillen Momenten geschieht, für die ungeheuer bedeutungsvollen Gesten und Szenen, die immer wieder so viele Momente in dieser Serie geradezu episch machen, obwohl es „nur“ um Beziehungen geht.

Wenn ihr Zeit und Lust habt und euch diese Zusammenfassung ein wenig neugierig gemacht hat, dann schaut einfach mal in die Serie von Anfang rein oder seht euch die verlinkten Weihnachtsfolgen nach dem Spoiler-Cut an. Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie großartig diese Serie doch ist. Sie ist so still und ruhig und doch so rasant und herzzerreißend.

Ich werde mir die Folgen jedenfalls sicherlich auch heute im Laufe des Tages bei meinen Schwiegereltern auf dem Laptop ansehen – und danach bestimmt wieder ganz fertig sein. Denn sie sind so schön, aber auch so bewegend.

Ich liebe allein die Cliffhanger, die es an nahezu jeder Folge gibt, wenn schon kurz vorher das Ending-Lied eingespielt wird, aber die Folge noch weiterläuft. Die Serie ist Drama pur!

Denkt daran: Es handelt sich dabei um ein Romantic-Drama mit starkem Charakterfokus. Es geht um Beziehungsprobleme und Selbstfindung von Teenagern. Wer das Genre oder solche Themen nicht mag, wird die Serie nur langweilig finden. Alle Anderen können ja mal reinschnuppern:

Spoiler-Cut

Saa Christmas ippai no egao

Heute verlinke ich euch das Weihnachtslied 2011 für mich, denn „Toradora!“ gehört für mich zu den Serien, die mich am meisten dieses Jahr beeindruckt haben und die Weihnachtsfolge war einfach so schön! Dazu dann noch dieses herausragende Lied, das so dramatisch perfekt gesetzt ist zu einem Zeitpunkt, in dem die Charakterentwicklung tragische Züge annimmt. Der Text verstärkt die Tragik der folgenden Szenen nur um so mehr.

Dieses Video zeigt das komplette Lied mit Text und Übersetzung mit einigen Szenen aus dem Anime, die meiner Ansicht nach fast gar nicht spoilen, aber einen schönen Eindruck von so vielen tollen Szenen geben. Allein beim Ansehen und dem Erinnern an manche Momente wird mir jedenfalls schon wieder ganz anders:

So! Schön! So! Herzergreifend!

„Toradora!“ kann ich wirklich nur empfehlen, denn mich hat dieser charakterzentrierte Anime wirklich extrem bewegt, berührt und inspiriert. Es ist keine lange Serie und die Zeit, die man dafür aufwendet ist wirklich gut angelegt. Daher meine Anime-Empfehlung zu Weihnachten, denn irgendwie passt „Toradora!“ einfach perfekt zu Weihnachten.

Es ist einer der schönsten Animes, die ich bisher gesehen habe. Selten so tiefe und interessante Charaktere gesehen und so viel Mut, im Umgang mit Liebesdreieck-Problemen.

Ending of Arland

„Atelier Totori: The Adventurer of Arland“ ist wirklich ein schwer merkwürdiges Spiel. Ich habe es jetzt einmal durchgespielt – mit knapp 35 Spielstunden. Eigentlich gibt es einige Sachen, die mich ungeheuer stören sollten an dem Spiel, allen voran das Zeitlimit. Denn nach 5 Jahren, die im Spiel ablaufen, endet das Spiel. Egal, was man bis dahin gemacht hat. Je nachdem, was man erreicht hat und welche Entscheidungen man getroffen hat, gibt es dann eines von (ich glaube) zehn unterschiedlichen Enden: gute, neutrale oder schlechte Enden. Und trotzdem hat es mich fasziniert!

Als ich gemerkt hatte, dass meine fünf Jahre langsam zu Ende gehen müssten, habe ich ein wenig „vorgespult“ und die gute Totori ein paar Monate durchschlafen lassen. Ich wollte einfach wissen, wie viel Zeit mir noch bleibt. Dadurch habe ich natürlich ein schlechtes Ende bekommen und das war wirklich reichlich frustrierend. Die sehr obskuren Charaktere wachsen einem doch sehr ans Herz und das war irgendwie kein Ende, das ich mir für Totori gewünscht hatte. Nein, es passiert an sich nichts Schlimmes, aber ich fand es einfach schade für sie.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gemerkt, dass es für mich verdammt knapp werden würde. Ich hatte gerade einmal drei Monate noch Zeit und noch nicht einmal das Schiff gebaut, um mich auf die Suche nach Totoris Mutter zu machen! Also habe ich mich beeilt, alles schnell zusammengebastelt und obwohl ich noch nicht den maximalen Rang als Abenteurer hatte, mich auf die Suche nach Totoris Mutter begeben. Das hätte ich viel früher machen sollen, denn was ich da noch alles für Punkte für meinen Rang bekommen habe! Doch ich hatte es einfach falsch verstanden und gedacht, dass man das eben machen sollte, wenn man den maximalen Rang hatte.

Mir ist es dann aber dennoch geglückt und ich möchte nicht zu viel spoilern, daher gibt es hier einen Cut. Eins noch vorweg: Es wurde bei mir dann noch ein „normales“ Ende, das ich aber sehr zufriedenstellend für Totori fand. Ich kann mir sogar vorstellen, wie ich an ein gutes Ende komme und werde das sicherlich in ein paar Monaten noch einmal probieren, denn… wie anfangs gesagt, ist „Atelier Totori“ ein merkwürdiges Spiel, denn es hat mich überraschend stark gefesselt und ich habe die Charaktere wirklich sehr lieben gelernt mit all ihren kleinen Merkwürdigkeiten. Es ist einfach ein schönes, bodenständiges un-episches Asia-Rollenspiel.

Spoiler-Cut!

Jamas Tipp: Cutie Honey

Es gibt viele Comic-Verfilmungen mittlerweile und auch richtig viele gute. Aber wenn es um Manga/Anime-Verfilmungen geht, dann ist das schon eher spärlich, was es gibt, was man sich ansehen kann. Daher wollte ich euch heute einen kleinen Geheimtipp präsentieren, der allerdings vermutlich nicht für jeden etwas ist: „Cutie Honey“.

Regie geführt hat Hideaki Anno – von „Neon Genesis Evangelion“. Angeblich hatte es Anno in tiefe Depressionen gestürzt, dass NGE bei den Fans nicht ganz so gut angekommen war und er wurde ziemlich verbittert und machte danach zwei NGE-Filme, die bekanntermaßen als „Hideaki Annos Rache an den Fans“ in die Anime-Geschichte einging. Mit „Cutie Honey“ meldet er sich aber wieder zurück und zeigt: Er hat seine Depressionen überwunden.

Wieso? „Cutie Honey“ ist bunt, schrill, absurd, kitschig, bizarr, witzig, emotional und vollkommen übertrieben. Es ist die Realverfilmung der gleichnamigen Anime/Manga-Reihe – einem Magical-Girl-Manga.

Dabei dreht sich alles um Honey Kisaragi, die bei einem Unfall gestorben ist und nach ihrem Tod von ihrem Vater in einen Androiden umgewandelt wurde. Seitdem hat sie ungeheure Kräfte und kann sich in windeseile in alle möglichen anderen Personen verwandeln – und wird natürlich nie erkannt! Dabei bezieht sie ihre Energie aus der „I“-Technologie, die ihr Vater angewendet hat, was natürlich ein kleines Wortspiel ist zwischen „Artificial Intelligence“ und dem japanischen „Ai“, das „Liebe“ bedeutet.

Ich habe selten einen Film gesehen, der so ungeheuer gut das Anime-Flair eingefangen hat und auch wenn es anfangs nach „Power Rangers“ aussieht, so ist das doch sehr gewollt und wenn man sich den Film genauer ansieht, merkt man, dass es eher eine Hommage war, denn der Film zeigt an vielen Stellen, dass er auch deutlich mehr kann.

Der Film funktioniert auch auf Deutsch richtig gut und ich habe mich dermaßen gut amüsiert, dass mir danach vor Lachen alles weh getan hat – und trotzdem ist der Film auch gerade am Schluss nachdenklich, was wohl dann auch einfach wieder der Einfluss von Hideaki Anno ist.

Wer Animes/Mangas mag, auch dem Magical-Girl-Genre etwas abgewinnen kann, kein Problem mit japanischen Filmen hat: Gucken! Der Film ist sehr eigen, aber definitiv sehenswert.

Atelier Jamapi

Im Gegensatz zu vielen Anderen spiele ich zur Zeit nicht „Skyrim“, auch wenn das gestern angekommen ist, ich spiele zuerst noch „Atelier Totori: Adventurer of Arland“ zu Ende. Ich bin schon häufiger über die Atelier-Reihe gestolpert und war immer kurz davor, sie mir zu holen, da die Spielecover interessant aussahen und ich sowieso asiatische Rollenspiele ganz gerne habe. Jetzt habe ich mich da aber mal durchgerungen, nachdem ich auf YouTube mir ein paar Gameplay-Videos angesehen habe – denn auf Amazon kann man recht wenig herauslesen und Amazon-Rezensionen sind sowieso fast immer nur eines: nicht hilfreich.

Was ist „Atelier Totori“? Ein japanisches Rollenspiel, bei dem es nicht um große Epik geht. Wenn man sich die USK 6 auf der Verpackung ansieht, kann man sich das schon fast denken. Insgesamt ist auch vieles sehr kindlich gehalten und doch finde ich es dafür dann wiederum sehr komplex.

Es handelt von der jungen Alchemistin Totori, die Schülerin von Rorona (dem Hauptcharakter aus „Atelier Rorona“), deren Mutter eine Abenteurerin war und verschwunden ist. Daher hat sie beschlossen, selbst Abenteurerin zu werden, um sich auf die Suche nach ihrer Mutter zu machen. Das Spiel besteht darin, dass sie hinausgeht in die Welt und Aufgaben annimmt, um ihren Rang und Ruf als Abenteurerin zu verbessern, um an immer abgelegenere Orte zu gelangen, in der Hoffnung, ihre Mutter zu finden.

Dabei gibt es grob drei unterschiedliche Möglichkeiten, als Abenteurer aufzusteigen: Jagd, Erkundung und natürlich Alchemie. Die Jagd ist ganz klassisch mit der üblichen Kampfweise von japanischen Rollenspielen – man baut sich eine Gruppe aus unterschiedlichen Charakteren zusammen und bekämpft im Rundensystem á la den alten Final-Fantasy-Teilen Monster. Bei der Erkundung muss man Karten erforschen, besondere Stellen ausfindig machen oder bestimmte Orte, die überall auf der Welt verstreut sind, finden. Bei der Alchemie geht es darum, viele Rezepte zu lernen, unterschiedliche Sachen herzustellen und unterschiedliche Kräuter zu finden. All das erhöht auf Dauer den Rang als Abenteurer und man kann sich frei entscheiden, ob man nun lieber kämpft, lieber erkundet oder lieber Alchemie betreibt – oder alles zusammen.

Das Spiel hat einen recht harten Countdown, der beim vorherigen Spiel sogar schlimmer war: denn nach 5 in-game-Jahren endet das Spiel. Es gibt anscheinend zehn unterschiedliche Enden, die freigespielt werden können, je nachdem, wie man abgeschnitten hat und was man im Spiel gemacht hat. Das hat mich anfangs ein wenig gelähmt. Denn es ist überhaupt nicht abzuschätzen, ob man nun trödelt oder gut in der Zeit ist. Irgendwann dachte ich mir dann aber: „Spiel doch einfach. Wenn du Mist baust, kannst du es ja irgendwann noch einmal besser probieren“ – und seitdem klappte es ganz gut.

„Atelier Totori“ wirkte am Anfang ungeheuer banal auf mich. Aber es hatte dennoch genug Charme, um mich am Anfang zu halten, bis ich dann gemerkt habe, wie großartig manche Szenen und Charaktere doch sind. Denn das ist geradezu absurd, was da teilweise gesagt wird und passiert. Alles natürlich nach den gängigen Anime-/Manga-Klischees, aber wer sich damit anfreunden kann, wird verstehen, was ich meine. Die Charaktere sind allesamt ziemlich übertrieben, aber gerade dadurch versprühen sie eine unschuldige Naivität, die zumindest mich zu ziemlich gut unterhaltenen 20 Spielstunden bisher geführt hat.

Es ist nicht das Knüllerspiel – das hatte ich aber auch nicht erwartet. Aber gerade, da es eher beschaulich ist, hat es einfach das, was ich eben so einfach „Charme“ nannte und es einfach so gut trifft, dass wenn mich jemand nach der großen Stärke des Spiels fragen würde, ich dies als erstes nennen würde. Man muss sich darauf einlassen, denn manches wirkt wirklich komisch, zumal es selten animierte Sequenzen gibt. Wie in asiatischen Spielen häufig, laufen die Dialoge sogar über Standbilder ab und das mag für manche etwas antiquiert wirken. Aber das Voice-Acting und die Dialoge an sich beleben die Szene so ungemein, dass man sich da einiges von abschauen kann, wie es trotzdem unterhalten kann.

Am Ende bin ich noch nicht. Ich bin jetzt am im letzten Viertel meines dritten Jahres auf Reisen und ich glaube, vieles habe ich noch nicht entdeckt – denn dazu gibt es zu viel. Allein die Alchemie, auf die ich mich mehr konzentriert habe, ist so vielfältig und komplex, dass man sich wirklich in einem einzigen Spiel nur darauf konzentrieren könnte. Dabei habe ich den Erkundungsaspekt ziemlich außer acht gelassen und viele Orte noch gar nicht besucht. Scheinbar gibt es sogar Dungeons, die ich nach 20 Spielstunden noch nicht gesehen habe – aber auch noch nicht die Veranlassung dazu verspürte. Ebenso sind meine Charaktere sehr schwach, da ich vermutlich zu wenig gekämpft habe. Jedenfalls bin ich letztens gegen ein blaues… Bloppdingmonster… ziemlich schnell und aussichtslos gestorben.

Ein sehr merkwürdiges, aber interessantes Spiel. Ich würde es niemandem empfehlen, da es wirklich sehr eigen ist, aber es ist schön, mal wieder ein einfaches und charmantes Spiel vor sich zu haben. Das Opening fängt ziemlich gut diese Stimmung und auch die Charaktere ein.

Griffon Rancher

Letztes Jahr habe ich damit angefangen,  mir passende Lieder zu meinem Roman rauszuschen. Was gibt die Stimmung wieder? Was könnte auf meine Charaktere passen? Was skizziert den Plot? Was inspiriert mich für genau dieses Setting? Damit habe ich so gute Erfahrungen gemacht, obwohl es letztes Jahr nicht so gut lief, dass ich dies dieses Jahr weiterführen will.

Während das Ashitaka-Thema aus „Prinzessin Mononoke“ einen schönen generellen Einblick meiner gewünschten Stimmung für die „Greifenreiter“ darstellt, ist mir aufgefallen, dass es natürlich viele Anime-Openings gibt, die auch in die richtige Richtung gehen. Klar, denn die „Greifenreiter“ war ursprünglich als Setting für eine „Big Eyes, Small Mouth“-Pen&Paper-Kampagne geplant, was ein Anime-Rollenspiel ist.

Daher wundert es mich eigentlich nicht und ich bin sehr froh über diese Erkenntnis. Denn dadurch bekomme ich gleich ganz viele Bilder in Bewegungen in den Kopf, die mir beim Schreiben jetzt im November hilfreich sein können. Ich schreibe zwar keinen Manga, aber ich denke schon, dass sich die „Greifenreiter“ verdammt gut mindestens für eine Light Novel anbieten würden; also einen Roman, aufgelockert mit Zeichnungen.

Auch wenn der Anime eigentlich nahezu nichts mit meinen „Greifenreitern“ zu tun hat, so könnte das Lied doch auch ziemlich gut darauf passen, auch wenn ich mir vorstellen könnte, dass die „Greifenreiter“ bei weitem nicht ganz so optimistisch sind. Dafür habe ich mir nämlich bewusst ein paar Joss-Whedon-Stolpersteine für die Charaktere in die Kapitelüberschriften gelegt.

Too loud?

Ich kann mir gut vorstellen, dass viele von euch den Kopf schütteln werden, wie ich „My Little Pony: Friendship is Magic“ ansehen kann und die Antwort kann ich jetzt ganz einfach geben. Zwar zeigt es nicht meinen Lieblingscharakter der Serie, doch da alle Ponies auf ihre Weise großartig sind, ist das nicht schlimm, aber die Anfangsszene von Folge 16 zeigt sehr schön den Witz, den die Serie häufig hat:

Schaut es euch einfach mal an – nur die ersten 40 Sekunden, mehr muss es nicht sein. Wenn ihr euch dann noch nicht in die Serie verliebt habt, dann kann ich auch nicht helfen. Ich möchte einen Kommentar von YouTube an dieser Stelle zitieren, der die Serie so wunderschön trifft: „It’s a strange thing. On the surface this show can seem dumb, but if you put in the time, it is awesome.“

Das trifft es genau, denn natürlich sträubt es sich in jedem, wenn er „My Little Pony“ hört und es gibt sicherlich genug, denen es nicht gefällt. Aber trotzdem ist es einfach eine herzerwärmende und überaus witzige Serie. Da soll man noch sagen, dass die Kinder von heute keine gescheiten Fernsehserien vorgesetzt bekommen. Hier ist sie! Und sie lernen eine Menge über Freundschaft und wichtige Werte. Ich habe auch selten bei all den YouTube-Videos so viel positive Kommentare gelesen. Es scheint, als ob die Serie einen einfach verzaubert.

For eternity

Meine Neugierde ist doch zu verfluchen! Da habe ich mal wieder ein wenig zu einem meiner Lieblingsanimes „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ im Internet nachgeschaut, obwohl ich ja noch die zweite Staffel nicht gesehen habe und schon wurde ich leicht gespoilt.

Ist das schlimm? Ich weiß es nicht und ich hoffe, ich habe mir dadurch den Genuss nicht zu sehr vermiest, aber nach dem, was ich da so gelesen habe, soll es wohl etwas ganz Fürchterliches geben. Ohne jetzt hier spoilen zu wollen, gebe ich nur das Stichwort: „Endless Eight“.

Schade, dass ich nicht mehr zu dem Moment zurück kann, um zu überprüfen, ob ich die Idee nicht kultig gefunden hätte, wenn ich den Wikipedia-Eintrag dazu nicht gelesen hätte. Aber vielleicht kann ich kleiner Trotzkopf mich trotzdem bemühen, das toll zu finden.

Aber wäre das nicht zu gekünstelt? Ich weiß es nicht. Aber das, was ich gelesen habe, lässt mich schaudern. Ich hoffe, ich täusche mich. Es ist doch Haruhi! Das kann nicht schlecht sein!