Why do you write these strong women characters

Auch wenn die Rede bereits 4 Jahre alt ist und auch wenn Joss Whedon schon lange nicht mehr an „Wonderwoman“ arbeitet, bin ich heute erst über diese großartige Rede von ihm gestolpert, bei der mir wieder bewusst wurde, warum er mein absolutes Vorbild ist – in egal welcher Hinsicht.

Die Rede ist witzig, sie ist tief und man merkt, dass Joss so viel zu sagen hat, so viel zu vermitteln hat. Das ist auch der Grund, warum ich sogar leicht sauer werde, wenn „Buffy“ oder eine seiner anderen Serien als „Schund“ abgetan wird, denn das ist es nicht. All diese Sachen, von denen er erzählt, die findet man in seinen Serien wieder – all die Ideen, all die Moral, all die Utopien. Und das soll Schund sein? Das ist visionär, das ist, was einen selbst menschlich voranbringt.

Und es macht sauer, wenn jemand bei dieser Rede tatsächlich auf YouTube den Daumen runter macht. Man muss ihn nicht sympathisch finden, man muss Buffy nicht mögen, aber man muss doch sehen, dass das, was er sagt, Hand und Fuß hat und wichtig ist! Wie kann man da den Daumen runter machen?

In der Rede beschwert sich Joss Whedon, dass er immer und immer wieder gefragt wird, warum er immer starke Frauencharaktere schreibt – eine Frage, die ich auch kenne und der ich mich wohl auch hin und wieder stellen muss, denn in allem, was ich bisher geschrieben habe, gibt es auch eine Frauenfigur als Protagonistin, die zwar nicht immer bereits von Anfang an stark ist, aber stark wird, und meine Rollenspielcharaktere sind auch das.  Joss gibt mehrere Antworten auf diese Frage und bei dieser Antwort ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen und ich dachte mir: „Ja! Ja! Genau! Das!“

„Because these stories give people strength and I’ve heard it from a number of people and I felt it myself and it’s not just women – it’s men. And I think there is something particular about a female protagonist that allows a man to identify with her, that opens up something, an aspect of him that he might be unable to express – hopes and desires he might be uncomfortable expressing through a male identification figure. So it really crosses across both and it helps people in that way.“

Das  ist eine wundervolle Antwort. Allerdings ist vermutlich die wichtigste Antwort, die er gibt folgende:

„Why are you even asking me this? How is it even possible that this is even a question? Honestly, seriously, why did you ask, why did you write that down? Why aren’t you asking a hundred other guys, why they don’t write strong women characters?“

Dieser Mann ist so großartig!

You don’t bring a gun on a real date

Heute haben wir angefangen, die 2. Staffel „Chuck“ zu sehen – so großartig! Ich kann wirklich nur immer wieder meine absolute Empfehlung für dieses leider häufig übersehene Kleinod von Serie geben. Sie ist spannend, sie ist witzig und sie ist intelligent. Selten kann ich wirklich ausgelassen über wirklich komische Situationen bei einer Serie vor dem Fernseher lachen (ich bin eher der stille Schmunzler) und trotzdem gleichzeitig so gebannt dem spannenden Handlungsstrang folgen.

„Chuck“ bringt einen ungeheuer guten Cast an den Start – tolle Charaktere perfekt besetzt. Schon allein Adam Baldwin (Jayne aus „Firefly“) als Casey ist immer wieder herrlich. Ähnlich wie meine All-Time-Favorites „Angel“ und „Buffy“ gelingt es „Chuck“ eine Mischung aus spannendem Plot und interessanten Charakterbeziehungen zu bieten, die auf einer metaphorischen Ebene unglaublich tolle Einsichten in Charaktere und ihre Beziehungen geben.

Wer ein wenig ein Faible für Geeks hat, Agentenserien etwas abgewinnen kann und gerne gut unterhalten wird, der sollte wirklich einmal in „Chuck“ reinschauen. Nach den ersten zwei Folgen der 2. Staffel möchte ich das einmal wieder betonen. Aber bitte nur auf Englisch sehen – auf Deutsch ist die Serie so langweilig wie eine getoastete Weißbrotscheibe. Erst auf Englisch entfaltet sie eine ungeheuer großartige Dynamik aus Komödie und Spannung.

Ich liebe diese Serie.

Edit: Diese beiden Videos habe ich beim Stöbern gefunden. Sie sind nicht aus der Serie, aber trotzdem treffen sie gut die Stimmung. Das erste ist eine Promo, das zweite anscheinend eine Ankündigung der Serie jeweils durch die Cast-Mitglieder.

Das Kassandra-Syndrom

Es ist frustrierend, Recht zu haben. Es ist fürchterlich, immer wieder Leute die gleichen Fehler machen zu sehen, auch wenn man versucht, ihnen zu helfen und sie zu warnen. Aber wird auf mich gehört? Nein.

Ich liege sicherlich auch nicht immer richtig und habe auch schon falsche Vermutungen gehabt. Aber zum Großteil eben nicht. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. Vielleicht beobachte ich einfach nur genauer als andere Leute. Vielleicht kann ich mich besser in andere Menschen hineinversetzen – das traurige Los eines Empathen.

Natürlich denkt jetzt wieder jeder, dass etwas Spezielles passiert ist; vermutlich ausgerechnet heute. Nein, ist es nicht wirklich. Eigentlich passiert schon seit Wochen so einiges um mich herum an ganz verschiedenen Schauplätzen, sei es virtuell oder nicht-virtuell. Und überall wird nicht auf mich gehört, auch wenn ich ganz klar eigentlich immer sage, wie dies oder jenes laufen wird.

Ich wünschte, ich würde nicht Recht behalten – ehrlich. Es schmerzt mich dann immer, wenn die Sachen wirklich genau so eintreffen, wie ich sie prophezeit habe. Mir bleibt ein gehässiges Lachen dann jedes Mal im Hals stecken, denn ich will nicht, dass es so ausgeht und ich könnte dann sagen: „Ich habe es doch gesagt.“ Aber wie Alfred in „The Dark Knight“ will ich es dann nicht – mehr.

Häufig werden meine Voraussagen belächelt. Ich sei zu empfindlich, ich reagiere über, ich überinterpretiere maßlos. Mag sein, dass alle diese Punkte zutreffen, aber trotzdem führen sie dazu, dass ich diese Sachen erkenne, für die andere Menschen anscheinend blind sind.

Da es momentan an verschiedenen Orten in der letzten Zeit gipfelte in genau solchen Entwicklungen, wie ich sie vermutet oder sogar prophezeit habe, schleicht sich bei mir eine ungeheure Müdigkeit gerade ein. Die wird bestimmt wieder vergehen. Ein Kind von Traurigkeit bin ich schließlich auch nicht, auch wenn ich gerne mal jammere. Wobei dieses Blog sowieso nur einen Teilausschnitt meiner täglichen Gedanken abbildet.

Trotzdem ist es so frustrierend, zu sehen, wie Leute in ihr Verderben laufen – häufig mit Ansage. Ebenso frustrierend ist dieses Bewusstsein: „Wenn ich nicht mehr da bin, dann wird es genau so laufen, wie ich es befürchte, denn niemand ist da, der dagegen steuern kann – denn niemand sieht es.“ Ich will nicht, dass es von mir abhängt. Ich habe keine Lust mehr dazu. Ich will nicht immer den Karren aus dem Dreck fahren müssen; nicht allein. Ich will, dass man mir einfach einmal zuhört – und glaubt.

„The hardest thing in this world is to live in it.“ (Buffy)

The synch! The synch!

Ja, ich bin zur Zeit im „Fringe“-Fieber. Das ging sogar so weit, dass ich gestern Abend mir eine deutsche Folge angesehen habe. Blöderweise hat mein Rechner in der Zweitwohnung noch einmal den Aion-Patch runterladen dürfen (bis 1.30 Uhr nachts) und so habe ich die Zeit gemütlich vor dem Fernseher verbracht – zumindest bis „Fringe“ fertig war. Danach gab es nichts mehr, was mich gefesselt hätte.

Wisst ihr, was mir aufgefallen ist? Natürlich einmal wieder die Synchronisation. Bitte, bitte, bitte schaut euch „Fringe“ auf Englisch an! Bitte! Der wahnsinnige Professor Bishop ist auf Deutsch nämlich bei weitem nicht so wahnsinnig, wie auf Englisch. Auf Englisch ist das so großartig gespielt! Auf Deutsch ist das so lahm wie ein ausgelatschter Turnschuh. Auf Deutsch klingt er tatsächlich eher – normal. Natürlich nicht immer, aber da fehlt so viel. Ich frage mich, ob der Synchronsprecher die Rolle überhaupt verstanden hat, wer Walter Bishop ist. Auf Deutsch wird er zu 95% wie ein ganz normaler Wissenschaftler gesprochen.

Auch die restlichen Stimmen gefallen mir nicht, aber es ist bei weitem nicht so gravierend wie bei Walter Bishop. Auch Peter ist ungeheuer lahm, dabei ist Joshua Jackson im Original so wunderbar sarkastisch. Auch Olivia ist auf Deutsch einfach nur eine gewöhnliche Frauenstimme, während sie auf Englisch eine überraschend tiefe Stimme hat. Broyles verliert auch so viel Ausstrahlung in seiner deutschen Stimme.

Natürlich habe ich zuerst die englische Fassung gesehen und daher fühlt sich die deutsche schon komisch an. Das ist mir auch bewusst. Aber sie ist nicht nur komisch, sondern an vielen Stellen falsch. Ich würde fast so weit gehen, dass die Serie ähnlich viel auf Deutsch verliert wie „Buffy“ und „Angel“.

The next millenium belongs to the geek

Wir sind nun etwa bei der Hälfte der 1. „Chuck“-Staffel und die letzten beiden Folgen waren dermaßen großartig, dass ich unbedingt noch einmal meine Empfehlung aussprechen will. Wem „Buffy“ oder „Firefly“ gefallen hat, dem wird „Chuck“ zu 95% auch gefallen.

Bei Amazon habe ich in einer Rezension etwas gelesen in der Form von „nett, aber belanglos“ und das kann ich nicht nachvollziehen. Der Serie gelingt es, in bestimmte Szenen, selbst in bestimmte Sätze solch eine emotionale Kraft zu legen – das berührt mich. Es ist an manchen Stellen ungeheuer surreal witzig, so dass die dramatischen Momente um so epischer werden. Was Anderes kann man auch erwarten, wenn man es hier mit „Everyday Heroes“ zu tun hat, die über sich selbst hinauswachsen müssen?

Schon allein freue ich mich darauf, wenn die „Buy More“-Crew irgendwann mal so richtig mitmischt, denn das rieche ich förmlich kommen. Es wird sehr subtil aufgebaut, wie die ganzen „Nebencharaktere“ in die Position gebracht werden, um irgendwann etwas richtig Großartiges zu  machen, das sicherlich Gänsehaut-Garantie hat. Ihr erinnert euch vielleicht an das Ende der 5. Buffy-Staffel? Vorher war Xander immer die Lachnummer und der Comic-Relief, aber am Ende der 5. Staffel bekommt er seinen größten Moment, eben weil er vorher die Lachnummer war und gerade das macht die Szene mit ihm so unglaublich episch. Das spüre ich, dass sowas auch bei „Chuck“ kommen wird. Vielleicht täusche ich mich, aber es wäre ein verschenkter Moment, denn das könnte die Serie ungeheuer gut.

„Chuck“ macht Spaß. Manche wissen vielleicht, dass „Big Bang Theory“ nichts für mich ist. Doch genau die Momente, die „Big Bang Theory“ für mich nicht funktionieren lassen, absolviert „Chuck“ grandios. Während ich bei „Big Bang Theory“ immer den Eindruck hatte, dass einen Geek-Witz gab, um den einen Szene gedreht wurde, gibt es in „Chuck“ Momente, in die Geek-Witze eingearbeitet werden. Das heißt nicht, dass „Big Bang Theory“ doof ist, ich kann nur nichts damit anfangen. Natürlich ist „Chuck“ schon einmal eine ganz andere Serie, aber mir kommt es häufiger beim Sehen in den Sinn, dass ich mir denke: „So hätte Big Bang Theory sein müssen, damit es mir gefällt.“

Also Leute: „Chuck“ kaufen und gucken – nur 10 Euro. Das macht echt Laune.

Lost my music

Heute habe ich mehr aus Zufall  mal mein Last-FM-Profil angeklickt und dabei ist mir aufgefallen: ich kann da anscheinend online meine Musik hören, sogar wenn ich nicht eingeloggt bin. Lacht mich ruhig aus, aber das wusste ich bisher wirklich nicht.

Last-FM hatte ich eigentlich die letzte Zeit immer nur am Wochenende laufen, denn das läuft eben nur auf meinem Heimrechner. Hier in Karlsruhe höre ich abends keine MP3, weil ich meine MP3-Sammlung bisher aus Bequemlichkeit dort noch nicht installiert habe; von dem ganzen Stress der Organisation mit zwei unterschiedlichen List abgesehen.

Nun kann ich aber zumindest die zu Hause gescrobbelte Musik sogar hier in Karlsruhe hören – sau cool. Anscheinend können sogar Fremde sich „meine“ Station anhören und somit Ohrenzeuge meines kuriosen Musikgeschmacks werden, auf den ich zwar durchaus stolz bin, aber auch bei manchen Sachen ein wenig beschämt. Nicht alles wird in der Station abgespielt; wohl nur das, was bei Last-FM auch als Lied zu hören ist.

Trotzdem ist das ja dann fast perfekt und ich muss nur meine MP3-Sammlung mal wieder reparieren. Bei einem Umzug auf den neuen Rechner ist nämlich über die Hälfte im Daten-Nirvana verschwunden und seither habe ich sie nicht mehr neu von den CDs rippen können. Denn ich habe ja tatsächlich die CDs dazu – bei manchen der Interpreten ist mir das sogar latend peinlich, aber ich stehe dazu. Aber dass Britney Spears nicht mehr in meiner MP3-Liste ist und ich die gute Dame nur im Auto auf der Heimfahrt am Wochenende hören kann… das schmerzt schon.

Ja, ja, ich weiß, ich habe einen merkwürdigen Musikgeschmack: Luther Vandross, J-Pop, K-Pop, Britney Spears, Grönemeier, Subway to Sally, Blackmore’s Night, Loreena McKennit, Buffy, Spiele-Soundtrack und vieles mehr. Hauptsache, ich bin kein Hipster. Ich höre, was mir gefällt. Wenn das in den Charts läuft, läuft es in den Charts und ich freue mich, das im Radio zu hören. Wenn das abseitig ist, dann höre ich es auch.

Wer ist eigentlich auf den Trichter gekommen, dass  Musik mehr zur Identitätsfindung beitragen soll als zum Musik hören? Hoch philosophisch, aber komisch… klar, für mich als Post-Strukturalist ist Identität hochgradig konstruiert. Dazu braucht man eben auch sowas wie Musik, eine Zigarettenmarke, ein Lieblingsauto, einen Lieblingsautor, ein Regal mit bestimmten Büchern, einen Lieblingsregisseur etc. Darüber definieren wir uns heutzutage, nicht über uns selbst. Das ist mir schon klar. Trotzdem schade, dass man Musik nicht einfach hören kann, weil sie einem gefällt und das dann häufig in Glaubenskriege ausarten muss, bei denen die Kreuzzüge wie der Jugendmaskenzug in Mainz aussehen.