Will it be yes or will it be sorry

Es sieht momentan wirklich so aus, als ob ich die letzte Staffel von „Dawson’s Creek“ endlich zu Ende sehen könnte. Danke „Toradora!“ habe ich mir nämlich einen netten Rhythmus angewöhnt, vor dem Schlafen noch eine Episode zu schauen. Zwar waren es bei „Toradora!“ normalerweise nur ca. 20 Minuten, aber da ich die Serie kaum bei Seite legen konnte, wurden es auch häufiger mal zwei oder drei hintereinander.

Zugegeben, bei „Dawson’s Creek“ wurden es auch schon einmal jetzt zwei Folgen hintereinander, weil ich den Cliffhanger so nicht stehen lassen konnte – dadurch wurde es auch schon mal 24 Uhr. Langsam nähere ich mich der letzten DVD.

Eine witzige Sache bei „Dawson’s Creek“ ist, dass mich diese Serie schon lange begleitet und witzigerweise immer doch so einige Parallelen zu meinem Leben hat. Vielleicht ist es daher auch eine meiner Lieblingsserien, weil sie mich tatsächlich berührt und über ein paar Punkte nachdenken lässt – manchmal sogar Anstoß gibt.

So haben meine Frau und ich beispielsweise letztes Wochenende uns endlich von unserem alten Fernseher getrennt und einen LCD-Fernseher gekauft. Wie mir dann erst auf dem Heimweg vom Media Markt klar wurde, hatte ich wenige Tage zuvor die Folge gesehen, in der sich Pacey und Jack einen neuen Fernseher besorgen. Das ist nur eine Kleinigkeit, aber es gibt auch durchaus größere Parallelen, die mir im Laufe immer wieder aufgefallen sind.

Dadurch, dass die Charaktere bei „Dawson’s Creek“ alle sehr introspektiv sind, viel über sich und die Welt um sich herum nachdenken, gibt es interessante Gedankenanstöße oder Richtungen, aus denen man manches betrachten kann. Es ist schon schade, dass „Dawson’s Creek“ von vielen auf eine Ebene mit einer Serie wie „Beverly Hills 90210“ gesetzt wird, denn „Dawson’s Creek“ ist deutlich intelligenter, witziger und tiefer – nur sehen das viele leider nicht.

Für mich bleibt „Dawson’s Creek“ weiterhin eine großartige Serie und es ist auch schön zu sehen, dass ebenso in der letzten Staffel Pacey richtig viel Spotlight bekommt – nach wie vor bin ich dafür, die Serie in „Pacey’s Creek“ umzubenennen, denn er ist und bleibt einfach der interessanteste Charakter der Clique.

I don’t wanna wait

Heute ist Feiertag, aber da ich mir morgen keinen Urlaub genommen habe, bin ich hier in Karlsruhe geblieben. Das ist bisher extrem entspannend, wenn auch natürlich ein wenig eintönig, denn ich wäre lieber bei meiner Frau zu Hause in Frankfurt.

Dafür habe ich aber die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und mich zu einem Endspurt aufgemacht: Ich will endlich eine meiner Lieblingsserien zu Ende sehen – „Dawson’s Creek“. Ja, ich stehe dazu, dass ich diese Serie ganz großartig finde. Leider ist es auch hier einmal wieder ein Fall von „auf Deutsch fürchterlich“, weswegen ich sie nur im Original sehen kann, auch wenn manche Sprecher recht schwer zu verstehen sind.

Wieso habe ich diese Serie noch nicht zu Ende gesehen, wenn es doch eine meiner Lieblingsserien ist? Ich weiß es – ehrlich gesagt – nicht mehr genau. Ich glaube aber, dass ich die letzte Staffel angefangen habe zu sehen, aber dann irgendetwas extrem Zeitfressendes dazwischen kam. War es meine Magisterarbeit? Die mündlichen Prüfungen? Oder doch die Stellensuche? Ich weiß es nicht mehr.

Wobei selbst da dann noch ein wenig zeitliche Verzögerung war, da ich mir die Staffeln erst einige Zeit nach ihrer Ausstrahlung im Fernsehen geholt habe. Warum ich sie im Fernsehen dann gesehen habe, obwohl ich es als nicht genießbar ansehe? Damals kannte ich die englische Fassung noch nicht und muss sagen, ähnlich wie bei „Buffy“ und „Angel“, dass man nicht mehr zurück kann, wenn man einmal das Original gesehen hat.

Zum einen gab es ähnliche Übersetzungspatzer, wie bei „Buffy“. Bei „Buffy“ gab es ja die bekannte „Dagon’s Sphere“, die im deutschen mit „Dagons Furcht“ übersetzt wurde, weil der Übersetzer irgendwie meinte, er wolle unbedingt „“Dagon’s Fear“ übersetzen. Bei „Dawon’s Creek“ gab es dann solche Sachen, wie eine Szene, in der Jen sinngemäß sagt: „This is something we didn’t learn on ER“ – womit ziemlich deutlich die Fernsehserie gemeint war. In der deutschen Fassung wurde es dann leider zu „das haben wir aber nicht in der Notaufnahme gelernt“.

Großes Übersetzungskino, leider gehen damit ein paar extrem wichtige Ebenen der Serie verloren, denn „Dawson’s Creek“ ist eine postmoderne Charakterserie, das heißt es gibt unzählige Pop-Kulturreferenzen und das ist ein Aspekt, der mir an der Serie so ungeheuer viel Spaß macht. Dann sind die Charakter ungeheuer gut gezeichnet. Leider wird „Dawson’s Creek“ gerne mit „Beverly Hills 90210“ verglichen, aber diese Serien haben ungefähr genauso viel miteinander zu tun wie „Die Simpsons“ und „Oggy und die Kakerlaken“.

Wer schreiben will, kann bei dieser Serie wunderschön Charakterplots sich abschauen, wie man mit einem recht beständigen und nicht gerade großen Cast an Leuten wunderschöne Plots baut, bei denen sich zwar die Charakterbeziehungen durchaus mal ändern können, aber es nicht ein ständiges Bäumchen-wechsel-dich ist. Auch wenn ich persönlich ja „Authentizität“ recht belanglos finde, aber wenn man dieses Wort nicht in den Mund nehmen will, so kann man zumindest sagen, dass die Charaktere alle „glaubwürdig“ sind.

Es wurde mir mal gesagt, dass „Dawson’s Creek“ blöd wäre, weil die Jugendlichen sich nicht so unterhalten wie Jugendliche. Dawson wäre viel zu intellektuell und auch die Anderen sprechen viel zu gehoben. Mag sein, dass ich da wirklich ein Sonderfall bin, aber mein Freundeskreis war tatsächlich teilweise dann wohl intellektueller als viele andere, denn wir haben uns auch so unterhalten und nicht nur „boah, krass, Alder“ (auf heutige Maßstäbde übersetzt).

Ja, ich erkenne viel in „Dawson’s Creek“ wieder und daher reißt mich diese Serie so ungeheuer mit. Mein persönlicher Lieblingscharakter ist Pacey Whitter – ich mag ihn einfach und für mich ist Dawson zwar durchaus in mancher Charakterentwicklung interessant, aber für mich dreht sich die Serie nicht um Dawson und Joey, sondern um Pacey. Pacey ist einfach der spannendste und sympathischste der Charaktere. Joey könnte ich immer mal wieder gerne zusammenpfeifen, Dawson ist häufig einfach merkwürdig und dann gibt es natürlich noch Jen, die in Ordnung ist, und Jack ist natürlich auch vernünftig. Aber Pacey ist einfach der Beste.

Da bin ich also wieder und sehe mir die ersten Folgen an – bestimmt zum vierten Mal, denn ich habe mehrere Anläufe probiert und immer ist mir was dazwischen gekommen, so dass ich zu lange Pause hatte und den Anschluss verloren habe. Da ich aber vor kurzem regelmäßig „Toradora“ geschafft habe zu schauen, bin ich guter Dinge, dass ich das mit „Dawson’s Creek“ auch schaffen werde. Ich freu mich tierisch!

Tiger & Dragon

Es geht mir immer noch nicht aus dem Kopf. Was? „Toradora“! Ich bin wirklich erstaunt, wie sehr diese Serie sich in meinen Kopf eingebrannt hat. Eigentlich dachte ich, dass „Melancholy of Haruhi Suzumiya“ seit langem die beeindruckenste Anime-Serie war, die mich auf lange Zeit als einziges so richtig von den Socken haut. Bitte nicht falsch verstehen: „Melancholy of Haruhi Suzumiya“ ist genial, ein absolutes Meisterwerk! Aber trotzdem hat mich die Serie emotional nicht so sehr mitgenommen.

„Melancholy of Haruhi Suzumiya“ konnte ich einfach ansehen, aber „Toradora!“ hat mich echt zwischendurch fertig gemacht – sowas habe ich schon lange nicht mehr erlebt und eigentlich sehr selten. Die letzten Male, dass ich so mitgenommen war von einer Serie, war bei Dawson’s Creek die 4. Staffel und bei Buffy die 6. Staffel. Das war jeweils an so einem Grenzpunkt von mir, wo ich das Drama zwar toll fand, aber teilweise einfach nicht mehr weiterschauen konnte.

„Toradora!“ hat es aber nicht so übertrieben wie Dawson’s Creek und Buffy in dem Moment. Denn sowohl Dawson’s Creek als auch Buffy habe ich mehrere Anläufe gebraucht, um diese Staffeln zu Ende zu sehen. Nicht weil sie so schlecht waren, sondern weil mich das Charakterdrama zu sehr mitgenommen hat. „Toradora!“ ging – gerade noch so. Aber dadurch war es sogar fast noch schlimmer für mich, denn ich habe mir nicht die Zeit zwischendurch genommen, um Abstand zu bekommen, sondern habe es dann in einem Rutsch durchgeschaut.

Und jetzt sitze ich da und „Toradora!“ ist vorbei und ich denke mir: Ich will nicht, dass es vorbei ist. Aber es ist definitiv besser, denn die Serie hat die Handlung in eine perfekte Serienlänge gepackt – kürzer wäre unpassend gewesen und länger wäre zu viel gewesen. So gibt es eine wunderbar in sich geschlossene Handlung mit einem klaren Ziel, wodurch die Serie einfach rund ist. Vielleicht nehme ich sie mir in die Türkei nächste Woche mit und schaue sie mir dort noch einmal an. Obwohl ich andererseits in der Türkei endlich mal die letzte Dawson’s Creek-Staffel anschauen wollte – wo wir sowieso schon einmal bei Herzschmerz und Charakterdrama sind. Ja, ich mag solche Sachen – ungemein!

Woher kommt eigentlich der Name „Toradora!“? Es ist eine Anspielung auf die beiden Hauptcharaktere Taiga und Ryuji. Ich selbst kann kein Japanisch, aber es ist wohl so, dass Taiga im Japanischen wie „Tiger“ ausgesprochen wird und die japanischen Zeichen das Wort „Tora“ ergeben. Bei Ryuji ist es ähnlich, denn die erste Silber „Ryu“ bedeutet wohl „Drache“ und das wiederum heißt im Japanischen „Dora“. Witzigerweise scheinen Tiger und Drache im Japanischen Feinde zu sein und das ist immerhin auch genau die Situation heraus, aus der die beiden Charaktere starten.

Vielleicht habe ich den ein oder anderen jetzt neugierig auf „Toradora!“ gemacht, dann einfach mal in das folgende Video schauen. Der Anfang zeigt übrigens den Hauptcharakter Ryuji, wie er mit Hilfe eines Magazins und einer neuen Frisur probiert, seine verstörenden Augen zu vertuschen. Der Anfang ist so schön! Gerade was Ryuji und Taiga im Off erzählen, während beide Charaktere gezeigt werden… ach, da könnte ich wieder seufzen.

Schaut mal rein, wenn ihr romantische Animes mögt:

Ryuji: „There’s something that not a single person in this world has seen. It’s gentle, and very sweet. Probably, if they ever had the chance to see it, anyone would want it.“

Taiga: „That’s why the world hid it. So that you couldn’t get it easily.“

Ryuji: „But someday, someone will find it.“

Taiga: „That one person who should have it, will be able to find it.“

Ryuji und Taiga: „And that is how we began.“

Einfach schön… oder um es mit einem Kommentar von YouTube zu sagen: „Toradorable!“

Ohne Drama keine competition

Jetzt habe ich doch bei Ebay „Toradora“ gefunden und zwar sogar beide Staffeln – toll! Ich habe zwar lange nichts mehr bei Ebay gekauft, aber da habe ich direkt zugeschlagen und freue mich tierisch. Da ich bezweifle, dass meine Frau das mit mir sehen wird, werde ich mir das für Karlsruhe aufheben. So eine Folge vor dem Schlafengehen – da freue ich mich drauf.

Eine Sache ist mir beim Stöbern auf YouTube rund um die Serie aufgefallen: Die Mimik ist extrem gut getroffen und vieles scheint sich darüber abzuspielen – wobei das natürlich nur eine Vermutung ist, da ich bisher nur Auszüge gesehen habe, da ich mich nicht spoilern will. Aber das kann man auch sehr gut an dem Video von gestern sehen.

Allein In der Schluss-Szene des Openings, wenn Ryuji sein Essen zu Taiga stellt und zuerst richtig grimmig schaut – und dann nur durch die Erweiterung seiner Mundlinie sein Gesicht einen ganz anderen Ausdruck bekommt. Im Gegenzug legt Taiga ihren Kopf leicht schief und ähnliches dort. Gefällt mir ungeheuer gut, wie man mit so kleinen Sachen bereits riesige Unterschiede in den Stimmungen  machen kann. Da freue ich mich drauf, wenn ich den Anime bekomme.

Der Zeichenstil ist zwar nur so gerade meiner, aber er ist noch vertretbar für mich. Er ist mir an vielen Stellen ein wenig zu minimalistisch, aber ich vermute, dass sonst diese Sache mit der Mimik nicht ganz so gut rauskommt. Von daher kann ich damit leben.

Außerdem hört sich alles nach einem wunderschönen „Love-Triangle“ an. Na gut, vermutlich ein wenig komplexer als nur drei Personen, sondern wohl eher vier, wenn nicht sogar fünf. Genau mein Ding! Ich bin so gespannt und freu mich so!

Auch wenn ich sicherlich wieder vor dem Fernseher mitzittern werde und in das Sofa beiße bei bestimmten Sachen. So ging es mir immerhin auch immer bei „Wedding Peach“, „Tokyo Mew Mew“, und allen voran natürlich dem Klassiker in der Hinsicht: „Love Hina“.

Wie vielleicht bekannt sein dürfte, schaue ich Animes oder generell Serien weniger wegen des Plots, sondern wegen der Charaktere und der Verwicklungen. Daher liebe ich es, wenn es Verwicklungen gibt, tiefe Einblicke in das Wesen der Charaktere entstehen und es komplexe Charakterentwicklungen gibt. Nicht umsonst gehören „Babylon 5“, „Buffy“, „Dawson’s Creek“ und eben auch „Lost“ zu meinen Lieblingsserien. Für mich geht es selten um den Plot. Es geht eigentlich immer um die Charaktere und: „Drama! Drama! Drama!“

Das extremste Beispiel in dieser Hinsicht ist für mich „Ranma 1/2“ – meiner Ansicht nach das Meisterwerk von Rumiko Takahashi, auch wenn ich ihre anderen Mangas auch sehr mag, weil sie genau das aus Ranma auch in den anderen schafft, wenn auch nicht ganz so perfekt. Ranma hat zwar einen Meta-Plot – der ist aber vollkommen unerheblich und kommt fast nie vor. Es geht lediglich um die verqueren Charaktere und deren Beziehungen untereinander und Takahashi wirft diese Charaktere immer wieder erneut in eine Situation, aus der sie nicht rauskommen und bei der alles bunt durchgewürfelt wird. Herrlich! Das ist so meisterhaft inszeniert, wie die Charaktere sich plötzlich verhalten… ich liebe das.

The incident

Nun sind wir auch mit der 5. „Lost“-Staffel durch – ich bin erstaunt, wie schnell. Haben amerikanische Serien nicht eigentlich 24 Folgen? Das waren irgendwie weniger, sehr komisch. Wir haben zwar auch mal drei Folgen am Stück gesehen, aber dennoch war ich überrascht, als wir plötzlich auf der letzten DVD ankamen.

Ich bin weiterhin absolut begeistert von „Lost“. Wie auch schon letztens berichtet, ist es doch deutlich anders zur Zeit. Während „Lost“ für mich bis zur 3. Staffel eher eine Charakterstudie war, ist mittlerweile der Plot deutlich dominanter. Das ist nicht schlimm, das ist ganz normal, wenn die Serie langsam dem Ende entgegen geht. Auch gibt es nicht mehr ganz so viel skurrile Szenen oder Begebenheiten. Natürlich ist der Plot noch verwirrend genug und ich will nicht zu viel verraten, aber: Mit der 5. Staffel macht die ganze Erzählstruktur mit den Zeitsprüngen einen ungeuer witzigen Sinn. Lost“ beantwortet langsam mehr Fragen als dass es auswirft. Es überrascht mich auch nicht mehr so häufig wie früher. Aber auch das ist nicht schlimm. Irgendwann muss auch damit einmal Schluss sein.

Viele Stränge aus der 1. Staffel werden wieder aufgegriffen in der 5. Staffel, viele Querverweise werden gezogen, die überraschenderweise ungeheuer gut passen. Man könnte fast meinen, dass das vorher alles doch geplant war, ich bin mir jedoch sicher: War es nicht. Die Richtung war geplant, wenn überhaupt, mehr nicht – nicht die Details.  Aber ist das so schlimm, wenn das nicht von vornherein geplant war? Was wäre so schlimm daran, wenn die Serie sich einfach auch mit dem Drehen entwickelt? Eigentlich doch nichts, oder?

Ich fühle mich jedenfalls mit jeder einzelnen „Lost“-Folge ungeheuer gut unterhalten. Die Charaktere machen weiterhin Spaß, auch wenn ich mehr Character-Spotlight mir wünschen würde, doch man kann nicht alles haben. Viele würde das vermutlich langweilen und wir sind auch nicht bei meiner heiß geliebten „Dawson’s Creek“-Serie, bei der ständige Character-Spotlights einen solchen Platz hätten.

Die 5. Staffel ist auf jeden Fall sehr rund und ich bin schon gespannt auf die 6. Staffel, denn das Ende war doch (mal wieder) ein ziemlicher Cliff-Hanger – anders wäre es aber auch kein „Lost“.