Friendship is Magic

Seit dem Wochenende bin ich ein wenig verzaubert – denn da haben wir Frozen gesehen. Ich muss gestehen, ich hatte hier und da mit ein paar Dingen ein paar Problemchen, aber je länger ich nach dem Film nachdachte, desto weniger störten sie mich. Ganz davon abgesehen fand ich viele Dinge an dem Film unglaublich schön. Das geht mittlerweile so weit, dass ich seit Tagen nichts Anderes mehr höre, als ein Lied aus dem Film, das mich ungeheuer bewegt hat.

Zum Glück habe ich die ganzen Trailer vorher nicht gesehen. Daher bin ich relativ unbefangen an den Film gegangen – wenn man von diversen Lobpreisungen einmal absieht, die natürlich meine Erwartungen immens hochsetzten. Einmal wieder denke ich, dass die Trailer einen anderen Film bewerben und zeigen. Dadurch, dass ich das nicht hatte, konnte ich mich auf das Zentrale des Films konzentrieren, denn der Film erzählt das mit einem absolut roten Faden: der Konflikt zwischen den beiden Schwestern.

Daher verlinke ich hier auch keinen der Trailer als kleine Einstimmung, sondern eines der ersten Lieder. Dort kann man deutlich diesen Konflikt kurz und knapp in 3 Minuten sehen. Ein wunderbares Lied, das traurig und schön und tief zugleich ist. Das ist viel besser, um einen Ausblick auf den Film zu geben, als diese dämlichen Trailer. Das ist eine der besten Expositionen, die ich seit langem gesehen habe. Denn in Frozen geht es ganz allein hierum: „Do you want to build a snowman?“

Darum geht es. Um nichts Anderes! Dämliche Trailer! „Bringen wir den Sommer zurück“. Ja, ja, aber das ist doch nicht der Kern des Films. Wieso bastelt ihr sowas, wenn da noch nicht einmal klar wird, worum es eigentlich geht, obwohl der Film das direkt in den ersten Minuten selbst und viel besser erzählt?

Ich liebe die Beziehung der beiden Schwestern. Das ist so wunderbar und vielschichtig geschrieben, dass es mich unglaublich rührt. Das ist auch schlicht das Beste an dem Film: Er weicht in dieser Hinsicht ein wenig vom üblichen Disney-Weg ab, denn der Film dreht sich eigentlich und ausschließlich um diese Beziehung. Ja, der Film täuscht hier und da ein wenig an. Er geht sogar so weit, dass ich zum Schluss dachte: „Nein, lasst den Film nicht so enden. Anders wäre es doch viel schöner.“ Und die ließen ihn anders enden – und zwar genau so, wie ich gehofft hatte. Großartig.

Und das Lied, das ich die ganze Zeit rauf und runterhöre, verlinke ich nach dem Spoiler-Cut. Ich hörte, mittlerweile sind viele im Internet von dem Lied angenervt. Ich nicht. Ich liebe es – und die Botschaft dahinter. Das sollte ich mir mehr hinter die Ohren schreiben. Aber Achtung: Das ist natürlich schon später im Film und somit spoilergefährlich.

Spoiler-Cut!

How to tame your story

Ein kleines Problem habe ich mit Pixar, das ich auch von Disney kenne: Sie unterhalten mich, sie fesseln mich, aber es überrascht mich alles nicht unbedingt – und dann doch wieder im Kleinen. Das ist an sich nicht schlimm, denn das Zielpublikum ist vermutlich nicht ganz so geschult im Storytelling, so dass sie die immer wiederkehrenden Mechanismen, die es bei Disney extrem offensichtlich gibt, aber eben auch bei Pixar.

Nichtsdestotrotz macht es Spaß, sich das anzuschauen, denn die Dinge, die sie machen, sind alle richtig. Da sitzen also Menschen dran, die wirklich was von ihrem Handwerk verstehen und von denen man sich viel abschauen kann. Denn solange es unterhält, solange es Spaß macht, ist das alles, was zählt. Nichts könnte mehr egal sein, als dass man die Richtung schon erahnen kann oder nicht immer überrascht ist.

Ich bin über eine recht nette Liste gestolpert: „Pixar’s 22 Rules of Storytelling“. Das sind größtenteils Sachen, die man bereits kennt, wenn man sich ein wenig mit Storytelling beschäftigt. Vieles davon ist so formuliert, dass man es auch endlich versteht, warum es so ist. Manches kann neue Anstöße geben und ein paar der Punkte haben mich manche Sachen in neuem Licht sehen lassen.

Die Liste war durchaus also Gold wert, auch wenn es nichts Neues oder Überraschendes war – womit sich der Kreis übrigens dann auch wieder schließt. Egal, wie simpilifiziert vieles in der Liste erscheint, es ist sicherlich kein Fehler, als Schreiber hin und wieder eine Auszeit zu nehmen und die Punkte sich durchzulesen. Das kann Blockaden lösen – gebe ich Brief und Siegel drauf. Bei mir hat es zumindest funktioniert.

Ponies are magic

Mittwoch ist heute einmal Pony-Tag – Ninja-Pony-Beitrag! Ich muss gestehen, ich wollte nicht bis Samstag mit einem MLP:FiM-Beitrag warten. Denn My Little Pony: Friendship is Magic ist eine so besondere Serie, dass sogar ich mich selbst spoile, weil ich die dritte Staffel kaum erwarten kann. Es gibt seit einiger Zeit bereits Lieder (Achtung: Spoiler) aus der dritten Staffel auf YouTube und seitdem ich da reingeschaut habe, halte ich es kaum noch aus.

Manche werden vielleicht jetzt die Augen rollen, wie ich eine solche Serie schauen kann – und es wirkt so, als ob das einfach ein ungerechtfertigter Hype im Internet ist. Ich gebe zu, dass der  Meme-Hype ungeheuer groß bei MLP:FiM ist, aber nichtsdestotrotz ist das eine so verdammt gute Kinderserie… auch ohne diese ganzen Memes würde ich sie mir anschauen und gut finden. Denn auch heute noch schaue ich gerne Disney’s Gummibärenbande oder ähnliche Serien. Wem sowas gefällt und auch in gehobenerem Alter jung geblieben ist, dem kann ich diese Serie echt empfehlen.

Meiner Ansicht nach spielt diese Serie in einer Liga mit den Dinos. Denn für Kinder ist sie einfach toll und lehrreich und unterhaltsam. Aber auch ein erwachsener Zuschauer, der bereits viel gesehen und gelesen hat, kann sich an so vielen Referenzen und Anspielungen und hintergründigen Witzen erfreuen, dass das einfach eine tolle Familienserie ist. Schade, dass My Little Pony durch die alte Serie einen so schlechten Ruf hat. Aber dieser Reboot von Lauren Faust ist sowohl optisch, als auch inhaltlich großartig.

Das sind nicht mehr die Mary-Sue-Ponies, bei denen man einen Zuckerschock bekommt. Jedes Pony hat seine Stärken und Schwächen und sie zoffen sich auch immer mal wieder gehörig. Natürlich geht das alles immer gut aus, denn immerhin ist es trotzdem eine positive Kinderserie und es heißt auch Friendship is Magic und nicht Frienship is Impossible. Die grundlegende Aussage der Serie ist nämlich, wie man trotz Unterschieden Freunde sein kann und worauf man zu achten hat.

Das sind einfach so tolle Charaktere…! Mein persönlicher Favorit ist bekanntermaßen Twilight Sparkle – das lilane Einhorn. Aber die anderen Ponies sind auch so großartig auf jeweils ihre eigene Art. Schon allein der Texas-Akzent von Applejack ist großartig, aber auch die postmodernen Witze Pinkie Pies sind so großartig, Fluttershy lässt mich immer wieder zufrieden aufseufzen und leise kichern und Rainbow Dash ist einfach cool. Die größte Überraschung hatte ich aber bei Rarity, denn – das habe ich schon einmal geschrieben – in nahezu jeder anderen Serie wäre Rarity „die Böse von der anderen Gang“. Aber hier ist der Charakter trotzdem sympathisch und nicht oberflächlich. Im Prinzip erinnert sie mich sehr an die spätere Cordelia aus Buffy.

Das sind alles so tiefe Charaktere, bei denen es mir ungeheuer viel Spaß macht, egal wie albern und vorhersehbar die Plots manchmal sind. Wer also ohne Zahnschmerzen Disney sich anschauen kann, dem sollte das mindestens mit MLP:FiM gelingen. Es ist einfach eine tolle Serie. Also hier einmal wieder mein Appell: Wer Spaß an Kinderserien hat, der sollte mal über seinen Schatten springen und sich MLP:FiM anschauen – aber bitte nur auf Englisch. Ich verlinke das direkt auch mal. Gebt der Serie mal eine Chance, wenn euch die Gummibären, die Dinos, Chip & Chap und all solcher Kram gefällt.

Die Serie hat herzlich wenig mit dem alten My Little Pony zu tun. Aber seht selbst nach dem Spoiler-Cut.

Spoiler-Cut

Jamas Tipp: Verwünscht

Zuerst dachte ich mir: „Na, da machen sie sich mal wieder billig über sich selbst lustig – schwer ist das nicht“, als ich den Trailer zu „Verwünscht“ im Kino gesehen habe und legte den Film gedanklich ad acta. Sowas muss ich mir nicht ansehen, denn sich über Disney lustig zu machen ist nun wirklich nicht schwer und ich wollte gar nicht wissen, wie sie sich dadurch selbst zelebrieren.

Doch dann kam er in der Videothek raus und – ich arbeitete zu der Zeit noch in der Videothek – meine Kollegen waren ganz hin und weg. Da ich kostenlos die Filme ausleihen konnte, nahm ich ihn einfach einmal mit, denn viel falsch machen kann man da nicht, außer knapp zwei Stunden einen doofen Film gesehen zu haben und ganz ehrlich: Es gibt schlimmeres, zumal ich zu Hause bei meinem DVD-Player auch einfach „Stopp“ drücken und es rausnehmen kann.

Aber wie falsch ich bei diesem Film doch gelegen habe! Ja, klar, sie machen sich über sich selbst lustig – gerade die ganze Singerei und ich finde den Witz immer noch nicht lustig, wenn Edward am Ende des Trailers beim Singen von den Fahrradfahrern über den Haufen gefahren wird. Aber der Film ist so viel mehr! Er ist witzig, er ist intelligent, er ist vielschichtig und überaus romantisch.

Auf Englisch funktioniert er sogar noch ein wenig besser, denn da ist Giselle noch ein wenig verstrahlter, Edward noch realtitätsfremder und Robert noch nüchterner. Aber es klappt auch auf Deutsch, denn gerade Roberts Mimik ist unschlagbar, vor allen Dingen bei meinem persönlichen Highlight des Films bei dem Lied „How does she know“ (siehe nach dem Spoiler-Cut).

Das Ende ist so wunderschön romantisch, auch wenn ich finde, dass es früher hätte aufhören müssen, denn mein persönliches Ende ist deutlich früher als das im Film – ich vermute, ihr werdet sehen, was ich meine. Die Sache auf dem Turm finde ich unnötig und aufgesetzt und das vorher eignet sich viel schöner als Ende. Doch das ist nur ein kleiner Makel bei einem grandiosen Film.

Schaut ihn euch an und gebt ihm eine Chance! Ich habe leider jetzt schon häufig erlebt, dass ich den Film als Geheimtipp empfohlen habe und ich dann mitleidig angesehen wurde: „So einen Kitsch?“ Ja, es ist durchaus an einigen Stellen kitschig – aber es ist intelligenter und witziger Kitsch.

Es ist eine Geschichte gerade für uns Erwachsene, dass die Realität zwar schlimm ist, aber man sich immer noch seine eigene Realität schaffen kann. Oder um es mit ein paar Zeilen aus dem schönen Lied „Ever Ever After“ von Carrie Underwood aus dem Soundtrack zu sagen:

Storybook endings, fairy tales coming true
Deep down inside we want to believe they still do
And a secret is taught, it’s our favourite part of the story
Let’s just admit we all want to make it too

Ever Ever After
If we just don’t get it our own way
Ever Ever After
It may only be a wish away

Starting your fashion, wear your heart on your sleeve
Sometimes you reach what’s real just by making believe
Unafraid, unashamed
There is joy to be claimed in this world
You even might wind up being glad to be you

Das ist die Lehre, die der Film mitbringt und finde, dass viele von uns das leider vergessen haben. Der Film erinnert einen daran. Nur leider blocken ihn gerade die Leute ab, denen es wirklich gut tun würde, daran erinnert zu werden.

Spoiler-Cut zu einem der besten Momente des Films:

Tron 2.0

Am Wochenende haben wir uns „Tron: Legacy“ angesehen und wie sich vielleicht mancher erinnern wird, habe ich schon vorher gesagt: Der Film wird es verdammt schwer bei mir haben und das tut mir sehr leid. So richtig aus meiner Haut kann ich da nicht, auch wenn ich dem Film gerne unvoreingenommen gegenübertreten würde.

Was war aber das Fazit? Größtenteils fühle ich mich bestätigt, allerdings war der Film nicht für mich die Katastrophe, die ich erwartet hatte. Was sind meine Schmerzen bei dem Film? Eigentlich sind es gar nicht viele und ich finde den Film „in Ordnung“.

Welche Kritiken ich gar nicht nachvollziehen kann, sind, dass der Film seelenlos wäre oder dass es schlimm wäre, dass Tron kaum darin vorkommt. Was störte mich dann aber? Eigentlich Kleinigkeiten, die es aber verhindert haben, dass ich mich so richtig auf den Film einlassen konnte. Bereits das Zusammenspiel von Optik und Musik – das war an sich schon passend, aber eben nicht das, was ich gerne gesehen hätte.

Für mich war der alte „Tron“ ein Film, der „meine“ Computerwelt damals in einen Film übertragen hat und nette Parallelen geschaffen hat. Das ist dem „Tron: Legacy“ – zumindest für mich – nicht gelungen. „Tron“ ist ein zweiter Teil und das macht er auch vernünftig. Er erzählt die Geschichte plausibel weiter, er bleibt im Tronversum und alles wirkt dahingehend glaubwürdig. Was ich mir mehr gewünscht hätte, wären mehr Parallelen zur heutigen Computerwelt und das war, was mich so störte. Während sich die Computerwelt weiter entwickelt hat, hat sich das Tronversum fast nicht weiter entwickelt.

Spoiler-Cut!