Meet Chuck

Chuck gibt es jetzt komplett als Serie auf Amazon! Für knapp 60 Euro ist das fast geschenkt – fünf Staffeln. Ich kann durchaus verstehen, wenn einem irgendwann die Serie ein wenig über war. Gerade in der vierten Staffel war ich auch ein wenig ausgelaugt. Dennoch war auch diese Staffel in Ordnung und hatte extrem coole Momente. Aber die letzte Staffel war wieder herausragend, wenn auch leider recht kurz.

Worum geht es? Ein einfacher Nerd, der sein Studium geschmissen hat und jetzt in einem „Buy More“ arbeitet (das Äquivalent zum „Media-Markt“), bekommt eines Tages eine E-Mail eines alten Kommilitonen. In dieser E-Mail ist ein Botschaft verschlüsselt, die sich in Sekundeneschnelle in Chucks Gehirn reinfrisst und ihm sämtliche Informationen der Geheimdienste überträgt. Chuck hat zwar nicht jederzeit Zugriff darauf, aber sein Hirn reagiert in manchen Situationen mit sogenannten „Flashs“ und er erkennt Zusammenhänge, die vorher niemand erkennen konnte – und er kann Kung-Fu!

Natürlich sind jetzt die Geheimdienste hinter ihm her. Zwei Agenten werden auf ihn angesetzt, um ihn zu überwachen. Auf der einen Seite vom CIA Sarah Walker, eine professionelle Assassine, auf der anderen Seite vom NSA John Casey, ein knallharter Killer. Beide müssen Chuck überwachen, damit er nicht in die falschen Hände gerät – und keiner ist davon wirklich begeistert. Zu allem Überfluss muss Chuck auch noch seinen normalen Lebensalltag beibehalten, damit er nicht zu sehr auffällt – und nebenbei immer wieder die Welt retten.

Ich habe selten eine so rasante, so witzige, so romantische und so intelligente Serie erlebt. Es gibt so wunderschöne Anspielungen an alles, was wir Nerds so kennen und mögen und Chuck und auch seine ganzen Freunde sind so unglaublich sympathisch unbeholfen, aber mit dem Herz am richtigen Fleck.

Müsste ich es kurz fassen, würde ich es als „Agenten-Romance-Action-Comedy“ bezeichnen – und da sollte dann auch wirklich jeder Aspekt abgedeckt sein. Wer Realismus sucht, sollte aber besser nicht in die Serie reinschauen, denn da ist nichts realistisch. Darum geht es aber auch nicht. Es geht um Charaktere, es muss krachen und fetzen.

Um einen guten Kumpel aus meiner Zeit als Videothekenpersonal zu zitieren: „Chuck ist die Serie, die nicht von Joss Whedon ist, aber sehr wohl von ihm sein könnte.“

Besonders hevorzuheben: Es spielt Adam Baldwin mit, der in Firefly und Serenity Jayne gespielt hat. Mit John Casey hat er einfach fast wieder genau den gleichen Charakter wie in Firefly und das kann er einfach verdammt gut.

Also, all ihr Nerds da draußen, nicht Big Bang Theory anschauen, sondern Chuck! Und schaut es nicht auf Deutsch. Diese Serie gehört zu jenen, die massiv in der Synchronisation verlieren.

Ending of Persia

Bald kommt Last of Us! Zumindest hoffe ich das.

Daher will ich aber auch nichts Neues mehr anfangen. Atelier Rorona habe ich am Wochenende auch zu Ende gespielt, nachdem ich für Assassin’s Creed und Tomb Raider damit pausiert hatte. Ich war überrascht, dass ich es doch ohne Probleme zum True Ending bei Atelier Rorona geschafft habe – auch wenn das noch lange nicht bedeutet, dass ich alles entdeckt und geschafft habe. Besonders die Endbosse in manchen Gebieten wie den Dämon in diesem Nachtgebiet habe ich noch nicht einmal ansatzweise besiegen können.

Nachdem ich mit Atelier Rorona fertig geworden war, habe ich mich daran gemacht, die ganzen DLCs durchzusehen, die ich mir so gekauft habe. Denn das dürfte die beste Möglichkeit sein, die Zeit bis zu Last of Us zu überbrücken. Endlich konnte ich beispielsweise den Epilog zu Prince of Persia spielen!

Allerdings war ich doch leicht enttäuscht. Nicht vom Gameplay, denn das hat mir noch genauso viel Spaß gemacht, wie das Hauptspiel. Auch die Dialoge waren nett. Lediglich die Bosskämpfe waren ein wenig nervig wiederholend. Was mich viel eher störte war, dass das Ende zwar nett ist, aber doch einiges an Schwung aus dem ursprünglichen Ende rausgenommen hat.

Das Ende des Hauptspiels war nämlich ein leiser Paukenschlag, der mich damals ziemlich überrascht und sehr inspiriert hat. Das war großartig! Mir hat dieses offene Ende ungeheuer gut gefallen und auch die gesamte Schlusssequenz.

Der Epilog setzt genau dort wieder an und führt die Geschichte weiter. So weit, so gut. Aber er hört auch leider wieder offen auf. Wie ich jetzt weiß, geht die Geschichte auf dem NintendoDS weiter. Gut, das hatte ich sogar vorher schon gespielt und das war sogar auch nett. Aber dennoch: Wo ist der Rest?

Man merkt, dass sie da deutlich mehr erzählen wollten und die Geschichte, die Charaktere und der Hintergrund hätten so viel hergegeben! Aber das wird nicht mehr fortgeführt, weil es so schlecht ankam? Ein Jammer! Das ist fast schon ein Verbrechen! Vielleicht nicht in dem Ausmaß, wie Firefly abzusetzen, aber es geht schon in die Richtung.

Sehr, sehr frustrierend! Dafür kann aber weder das Spiel, noch der DLC was, denn ich gehe schwer davon aus, dass sie wirklich noch einige Pläne mit der Geschichte hatten.

Wer das Ende sehen will, das mich so inspiriert hat, der klicke auf den Spoiler-Cut, nach dem ich auch kurz erklären, worum es geht:

Spoiler-Cut!

This town is worth fighting for

Eigentlich hatte ich mich damit abgefunden, die Serie zu Defiance erst zum DVD-Release sehen zu können. Aber das Spiel macht mir derzeit richtig viel Spaß – trotz mancher Unkenrufe an anderen Stellen. Daher habe ich angefangen zu schauen, wie ich die Serie legal sehen kann, ohne direkt Syfy abonnieren zu müssen. Denn illegal will ich sowas nicht machen; ich will immerhin die Serie unterstützen. Und vor einer entsprechenden Aufwertung unseres Telekom-Vertrages, damit wir auch Syfy bekommen können, schrecke ich ein wenig zurück.

Was gab es? YouTube wäre sowieso nicht wirklich legal und da gibt es noch nicht einmal den Piloten – außer über dubiose Links von YouTube weg, bei denen man sich bestimmt wieder irgendwas einfängt. Also bin ich direkt auf die Syfy-Seiten gegangen. Da schlug mein Herz auch schon höher, denn ich konnte die Pilotfolge auswählen. Doch dann der Schock: „This content is not available.“ Tja, hier in Deutschland haben wir eben keinen Zugriff auf die amerikanische Syfy-Seite; das wird geblockt. Sogar die ersten vierzehn Minuten der Pilotfolge, die sonst fast überall freigeschaltet ist, dürfen wir hier nicht sehen.

Prima, also mal auf der deutschen Syfy-Seite nachschauen. Da gab es viel Promo-Material, aber keine Pilotfolge. Nach einigem Rumsuchen habe ich dann die Erklärung zu der ganzen „conent not available“-Sache gefunden – und das ist dann wohl auch der Grund, warum auf der amerikanischen Seite die Pilotfolge verfügbar ist, auf der deutschen Seite nicht. Dabei hätte ich mich sogar registriert dafür! Ich hätte auch gerne Geld dafür bezahlt!

Gut, dann auch nicht. Also fand ich mich damit ab und beneidete gestern Abend einen Kumpel, der mir im TS sagte: „Ich schaue gerade nebenbei Defiance. Ich hoffe, es ist nicht zu laut, dass ich dich nicht spoile?“ Salz in die Wunde – aber dafür konnte er ja nichts.

Heute begab ich mich dann also weiter auf die Suche. Es musste doch irgendeine Möglichkeit geben! Ich traute mich fast nicht ins Defiance-Forum aus Angst vor Spoilern. Meine Neugierde überwand diese Angst dann jedoch und dort las ich in einem Forumsbeitrag: „Bei iTunes gibt es die komplette Staffel schon vorzubestellen.“

Perfekt! Nach einigen Anmeldungsschwierigkeiten (ich bin eben doch ein Technik-Noob) hatte ich dann sogar ein iTunes-Konto und tatsächlich: Dort gibt es sie! Sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Runtergeladen habe ich sie noch nicht, aber ich habe sie jetzt und kann sie wohl fast zeitnah schauen. Wieso nur „fast“? Weil ich sie wohl erst zum Wochenende hin schaue. Mein Rechner in Karlsruhe ist nicht gerade der schnellste zum Runterladen. Aber vielleicht lasse ich es doch durchlaufen. Mal schauen.

Ob mir die Serie wirklich so gut gefällt oder ob es doch ein Reinfall war, werde ich sicherlich die nächsten Tage hier noch schreiben.

A man protects his home and his family

Defiance ist jetzt endlich draußen. Nachdem ich in der Beta bereits gespielt habe, war ich froh, das endlich zu hören und zu wissen: „Ah, endlich kannst du es richtig spielen!“ Man darf nur nicht zu viel erwarten.

Was ist Defiance? Ein Third-Person-Shooter im klassischen MMO-Design. Das bedeutet, dass es die üblichen Quests gibt und das auch echt nichts Neues ist. Aber dennoch hat es einen unschlagbaren Vorteil: Es ist ein Shooter und dadurch ist das Kämpfen dann eben doch spaßiger als Hot-Key-Geprügele – zumindest für mich.

Die Gegner-KI ist zumindest in den Anfangsgebieten nicht gerade berauschend; langt aber für mich als bekennenden Shooter-Noob. Und ansonsten macht das einfach Laune für zwischendurch. Abogebühr gibt es nicht, man muss sich nur das Spiel holen – und wenn es mich nicht täuscht, dann gibt es wohl auch mal wieder einen Shop im Spiel. Also auch das ist nun nichts all zu Neues und erinnert an das Geschäftsmodell von GW2.

Defiance ist vermutlich nichts, was man dauerhaft spielen kann. Aber für immer mal wieder zwischendurch kann ich es mir sehr gut vorstellen, eben weil es keine Abogebühr kostet. Denn so ist es quasi ein Rift im Third-Person-Shootergewand – und in einem Sci-Fi-Setting.

Passend zum Spiel gibt es übrigens auch eine Fernsehserie, die demnächst auf Syfy anläuft. Leider bekomme ich den Sender nicht, daher muss ich wohl bis zur DVD-Box warten. Das ist zwar schon ärgerlich, wenn anscheinend sollen Ereignisse aus der Serie sich im Spiel wiederfinden und umgekehrt. Wobei der Einfluss der Spieler auf die Serie wohl erst mit der zweiten Staffel starten soll – klar, die erste Staffel ist vermutlich schon abgedreht.

Falls es Gästepässe oder kostenlose Testwochen gibt, werde ich hier bestimmt auch mal Bescheid geben, auch wenn Defiance sicherlich nicht meine neue Obsession werden wird. Man muss aber auch nicht aus jedem Spiel einen heiligen Gral oder die Erfüllung der Freizeit basteln – das wird mir leider viel zu häufig in der letzten Zeit vergessen.

Ich verlinke euch mal den Trailer zur Fernsehserie, die mich von der Stimmung doch ein wenig an Firefly erinnert und mich daher natürlich neugierig macht. Auch finde ich es einfach interessant, endlich mal in der Welt einer Fernsehserie zu spielen. Was hätte ich dafür gegeben, ein MMO im Babylon-5-Universum zu spielen?

Wie gerne würde ich diese Serie direkt parallel sehen können. Vielleicht mache ich mich ja doch mal über diesen Syfy-Channel schlau. Andererseits: Wirklich Zeit zum Fernsehen finde ich selten. Serien auf DVDs sind da so unendlich praktischer, weil man sie sich anschauen kann, wenn man Zeit hat.

Nathan Fillion Superstar

Mich freut es so ungemein, dass Nathan Fillion in Castle mitspielt.

Einerseits, weil er es verdient hat, in einer erfolgreichen Serie mitzuspielen. Sicherlich hatte er bereits vorher seine Fanbase, aber Krimis erreichen ein breiteres Publikum und dadurch kommt auch ein so großartiger und sympathischer Schauspieler mehr in das öffentliche Bewusstsein – vor allen Dingen, wenn es sich um eine so erfolgreiche und gut geschriebene Krimiserie handelt.

Andererseits bin ich aber auch froh, weil das bedeutet, dass viele großartige Dinge möglich sind! Wenn man bedenkt, dass auch Neil Patrick Harris immer bekannter geworden ist und die natürlich auch alle weiterhin Kontakt zu Joss Whedon haben, der zwar auch schon vorher bekannt war, aber durch den großartigen und verdienten Erfolg von Avengers auch deutlich an Bekanntheit gewonnen hat, dann könnten aus der Ecke ein paar tolle Sachen kommen. Immerhin halten diese Leute um Joss Whedon ziemlich zusammen und arbeiten auch gerne und viel zusammen. Whedon-Spirit – sozusagen.

Vielleicht ist es ja sogar möglich, dass Nathan Fillion es wirklich gelingt, Firefly zu reanimieren. Oder vielleicht machen sie das einzig Vernünftige: Sie geben die Rolle des Nathan Drake aus dem vermutlich erscheinenden Uncharted-Film an Nathan Fillion. Ich könnte mir keine bessere Besetzung vorstellen. Da muss man auch nicht viel machen, der Regisseur muss nur Nathan Fillion an keine zu feste Leine nehmen. Er wird den Charakter wunderbar verkörpern, je Menge Spaß haben und die Zuschauer mitreißen – dessen bin ich mir sicher.

Wie ich darauf komme? Zur Zeit schauen wir die vierte Staffel Castle und ich bin von jeder Folge bisher absolut begeistert. Aber Castle hat mich bisher noch nie enttäuscht. Das ist intelligente und spannende und witzige Unterhaltung. Vielleicht nicht die klassischste Krimikost, vielleicht an manchen Stellen zu postmodern, vielleicht an manchen Stellen zu charakterzentriert, aber genau dadurch natürlich absolut mein Ding.

Diese Serie ist einfach phänomenal gut:

So much win

Fringe ist bei uns dran- die vierte Staffel. Lange habe ich mich darauf gefreut und in meinem Weihnachtsurlaub konnten wir endlich anfangen.

Ich erinnere mich dunkel, dass ich hier und da ein paar Schwierigkeiten mit der letzten Staffel am Anfang hatte, um wieder reinzukommen. Doch diesmal? Kein Problem! Ich wurde direkt wieder in den Bann gezogen und bin voll drin. Am liebsten würde ich drei, vier, fünf und noch mehr Folgen pro Tag schauen!

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie quasi einen Soft-Reset hatten – mehr will ich dazu aus Spoiler-Gründen nicht verraten. Aber dadurch macht es nichts aus, wenn die letzte Staffel schon ein wenig zurückliegt und man sich nicht mehr genau an alles erinnern kann. Zuschauer und Charaktere arbeiten es ein wenig zusammen auf und das macht Spaß.

Außerdem bin ich immer wieder einfach begeistert von den schauspielerischen Leistungen. Jeder spielt seinen Doppelgänger von der anderen Seite so grandios, dass es wirklich eine wahre Freude ist. Schon allein bei den unterschiedlichen Olivias kann ich mich nicht daran satt sehen, wie es Anna Torv gelingt, durch kleine Gesten die unterschiedlichen Charaktere zu skizzieren, wie sie allein durch Olivias Gang so viel Einblick in den Charakter gibt. Das ist ganz große Schauspielerei!

Aber da möchte ich nicht allein Anna Torv hervorheben, auch wenn ich Olivia natürlich sehr mag. Wirklich jeder der anderen Schauspieler ist ausnahmslos ebenso grandios. Gerade letztens hatten wir eine Folge, in der die beiden Astrids aufeinandertreffen. Da hat man gesehen: Ja, sie können es alle!

Schade, dass nach dieser Staffel nur noch eine kommt. Ich liebe diese Serie einfach so unglaublich, ich liebe die Charaktere und das Meta-Physische und Philosophische daran. Aber ich will da gar nicht verzweifeln, sondern mich lieber auf die furiosen Folgen der vierten und fünften Staffel freuen. Es verspricht richtig großartig zu werden.

Hier übrigens etwas, das ich gefunden habe und das ich einfach „so much win“ fand, wie man es an manchen Orten des Internets wohl sagen würde. Zwei grandiose Serien vermischt kann nur ein Gewinn sein:

Hope is living in any time and place

Kaum beschwere ich mich darüber, dass ich nirgendwo den Anime zu Valkyria Chronicles 3 finden kann, da entdecke ich ihn wenigstens auf YouTube. Das ist nicht dasselbe, denn ich will den haben und ich würde gerne den Leuten, die das gemacht haben, auch Geld dafür geben. Aber da mir bisher noch keine Möglichkeit über den Weg gelaufen ist, das zu machen, ohne nach Japan zu reisen oder im Crash-Kurs Japanisch zu lernen, muss ich wohl vorerst damit Vorlieb nehmen.

Aber eines sei über Valkyria Chronicles gesagt: Das Spiel als auch der erste Anime haben mich so emotional berührt, dass ich wirklich fast geheult hätte, als ich einen der Charaktere in VC3 gesehen habe, die dort auf extrem tragische Weise gestorben sind. Denn VC3 spielt zur gleichen Zeit wie VC1, weswegen zu diesem Zeitpunkt alle noch am Leben sind. Ich denke, das sagt Einiges über die Qualität der Charaktere und der Erzählweise aus, wenn einen das so berührt.

Ich kann nur immer wieder und wieder wiederholen, was für eine Schande es ist, dass sich der erste Teil wohl so schlecht verkauft hat, dass Valkyria Chronicles 2 bereits nur noch für die PSP erschien, aber wenigstens lokalisiert wurde, aber dieser Aufwand schon nicht mehr für Valkyria Chronicles 3 gemacht wurde. Meiner Ansicht nach ist das eines der Spiele, die absolut zu unrecht wohl gefloppt sind, wie man auch an der ungeheuer starken und treuen Fanbase erkennt.

Das kann ich mir daher aber wiederum kaum vorstellen, dass sich das dann so gar nicht rechnen sollte. Denn meinem Gefühl nach liegt es nicht daran, dass es so wenig verkauft wurde, weil die Leute es nicht kaufen wollen, sondern weil sie nicht darauf aufmerksam gemacht wurden und es nicht mitbekommen haben. Denn gerade der erste Teil von Valkyria Chronicles auf der PS3 hat einfach so viel, was viele Strategie-Spieler gerne hätten – sofern sie eben mit dem Anime-Stil klarkommen. Aber darüber sollte man doch hinwegsehen können, wenn man im Gegenzug ein herausragendes Stategie-Spiel mit einer tollen Geschichte und glaubwürdigen Charakteren bekommt.

Ja, ich glaube, dass Valkyria Chronicles hier im Westen nicht gut gelaufen ist, ist für mich eine ähnliche Katastrophe wie die Absetzung von Firefly – mir vollkommen unbegreiflich und ein Jammer, wenn Qualität sich nicht durchsetzt.

One of them is me

Jetzt haben wir auch die zweite „Dollhouse“-Staffel zu Ende gesehen. Man merkt der zweiten Staffel leider durchaus an einigen Stellen an, dass die Serie auf länger ausgelegt war. Manche Folgen wirken so, als ob sie von der Thematik und dem Potenzial eine ganze Staffel hätten bedienen können und manche Charakterentwicklungen oder -Möglichkeiten werden somit beschleunigt oder erst im Nachhinein erklärt.

Besonders in der letzten Folge sieht man auch, was da noch alles für Ideen waren und man erkennt auch deutlich, wohin manche Charakterkonstellation in typischer Joss-Whedon-Art hätte hingehen sollen und was für ein Drama das hätte werden können, wenn man die Zeit dafür in einer gesamten Staffel gehabt hätte. So sieht man es nur im Rückblick, was für einen Endeffekt es hat.

Die Serie endet also durchaus rund und bleibt definitiv nicht offen. Aber um so trauriger ist, was da für Potenzial einfach verspielt wurde von einem bescheuerten Sender, der nicht kapiert hat, was für eine tolle Serie er da hätte machen können. Ich bin mir absolut sicher, wenn Joss Whedon die Zeit gehabt hätte, dass er eine wirklich visionäre Geschichte hätte erzählen können, in der die Serie sich von Staffel zu Staffel von einer simplen Grundidee zu einem Was-Wäre-Wenn-Szenario in eine post-apokalyptische Welt entwickelt.

Schon allein, was da in der letzten Folge für Ideen drin waren! Aber es fühlt sich wenigstens nicht so unfertig an, wie das Ende von „Firefly“ – selbst wenn man „Serenity“ nachschiebt. Es hätte eine geniale Serie werden, so war es nur der Ausblick auf eine großartige Idee, der leider nur die Chance gegeben wurde, eineinhalb Staffeln zu gedeihen. Zu kurz, um vollständig erzählt zu werden, aber lang genug, um mich zu beeindrucken.

You had a temper…

Während meines Studiums war Gothic Literature eines meiner Spezialgebiete neben Gender Studies und amerikanische Kolonialzeit. Gerade Gender Studies und Gothic Literature war ungeheuer dankbar, wenn man es verband – so habe ich ein paar spannende Einsichten in „Wieland“ gewonnen und auch meine Zwischenprüfung darüber geschrieben. Natürlich funktioniert es noch mehr, wenn man sich im englischen Raum die Bronte-Schwestern anschaut – so großartig! Ich liebe „Jane Eyre“!

Um so peinlicher aber fast, dass etwas sehr bizarr Postmodernes in der Richtung an mir vorbei gegangen ist bis vor ein paar Monaten. „Wuthering Heights“ von Emily Bronte habe ich bisher nur in Ausschnitten gelesen, denn es gibt gerade im Bereich der Gothic Literature so viel, was man lesen könnte, dass dieser Klassiker bei mir bisher ein wenig hinten runter fiel. Aber jetzt habe ich ein altes Musikvideo entdeckt, das mir durchaus Lust gemacht hat, doch endlich mal die teilweise versäumte Lektüre nachzuholen.

Wovon rede ich? Kate Bushs postmodernes Gezappel – das Musikvideo zum Roman:

Allerdings muss ich sagen, so faszinierend und bizarr das wirkt, gefällt mir die modernere (also postpostmoderne) Version von Hayley Westenra deutlich besser. Da gibt es zwar nicht mehr den postmodernen Ausdruckstanz einer Kate Bush, aber das lenkt zu sehr vom eigentlich sehr schönen Lied und seinem tollen Text ab.

Bei Hayley Westenra kann ich mich vollkommen auf das Lied konzentrieren und außerdem finde ich, dass sie deutlich mehr Charisma besitzt als Kate Bush – ihre Fans werden mich dafür vermutlich steinigen, aber für mich wirkt sie einfach eher wie ein Autounfall, bei dem man ständig hinschaut, obwohl man sich dabei so ein wenig schmutzig fühlt.

Das Lied hat sich in den letzten Wochen jedenfalls zu einem mich ständig begleitenden Ohrwurm entwickelt. Ich verstehe es nicht so ganz, denn durch die hohen Töne versteht man den Text kaum. Aber trotzdem ist der Klang und vor allen Dingen die Atmosphäre des Liedes in beiden Versionen ganz eigen und faszinierend.

Merkwürdig, dass ich erst vor kurzem darüber gestolpert bin. Aber andererseits ist es immer wieder schön, wenn man plötzlich solche Momente hat, in denen einem etwas begegnet, das ganz neue Bilder bringt, ganz neue Assoziationen und einen inspiriert. Das ist, was das Leben ungemein bereichert.

Ich hatte schon häufiger Momente, meist nach unglaublich tollen Serien wie „Firefly“ oder „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“, dass man sich danach sagt: „So, das war es jetzt. Jetzt kann mich nichts mehr zum Erstaunen bringen, denn das war fantastisch!“ Danach fühle ich mich dann immer ein wenig leer, als ob die Inspiration durch solche Sachen ausgebrannt hätte.

Aber es gibt dennoch weiterhin immer wieder diese Momente, in denen einem etwas Neues begegnet. Denn nach „Buffy“ kam „Firefly“ und dann kam „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ oder „Lost“ oder „Fringe“ oder „Harry Potter“ oder eben solche kleinen Momente wie einfache Musikvideos, die einen tief beeindrucken auf die eine oder andere Weise. Es ist ein so tolles Gefühl, wenn man merkt, dass es das eben nicht war – sondern immer weiter geht, weil es so viele tolle Sachen da draußen gibt, die einfach nur entdeckt werden wollen.