Every revolution begins with a spark

Ich bin aufgeregt – so aufgeregt! Beinahe hätte ich es vergessen, aber dann dachte ich wieder daran, dass er bald rauskommen müsste: Hunger Games – Catching Fire. Also nichts wie ab auf YouTube und nach Trailern gesucht. Da ich die Bücher kenne, kann mich da nichts spoilen und dann habe ich auch deutlich weniger Probleme mit Trailern.

Dann sah ich das und bin total hippelig und kann es kaum erwarten:

Das sieht so gut aus! Das sieht genau richtig aus! Ich freue mich riesig darauf. Ich bin fest davon überzeugt: Das wird ganz, ganz großes Kino.

Es ist eine so intelligente Geschichte über Moral, über Konsequenzen, über Medienmissbrauch, über Hilflosigkeit und über Trotz und Gerechtigkeit und Rache.

Mag sein, dass die Geschichte ein paar Plotlöcher hat, auch wenn ich selbst dagegen argumentieren würde. Doch darum geht es bei dieser Geschichte nicht. Diese Geschichte ist eine Allegorie über das, was Menschen sind und wie sie sein könnten. Es ist ein Gedankenspiel, das Grenzen auslotet und aufzeigt und nachdenklich macht. Da geht es nicht um Realismus.

Den ersten Film fand ich schon hervorragend umgesetzt und bin vom zweiten genauso überzeugt. Dass ich Jennifer Lawrence richtig gut finde, habe ich ja hier sowieso bereits geschrieben.

Der Mensch heißt Mensch, weil…

Letztens bin ich über etwas gestolpert, das ich an sich recht sympathisch fand, weil es so authentisch und so menschlich wirkte. Dabei platzt Jack Nicholson in ein Interview mit Jennifer Lawrence nach dem Gewinn ihres Oscars hinein.

Jennifer Lawrence kannte ich bis zu den Hunger Games nicht. Auch wenn ich viel Geschimpfe über ihre Schauspielerei bei den Hunger Games gehört habe, ich fand sie gut! Besonders nachdem ich die Bücher gelesen hatte, fand ich, dass sie extrem gut einen doch so schwierig darzustellenden Charakter rübergebracht hat.

Denn Katniss ist ein Charakter, der wenig preis gibt, der eine recht harte Oberfläche hat. Dennoch brodelt da viel unter der Oberfläche. Als Leser des Buches weiß man das, denn das Buch ist so nahe an Katniss‘ Gedanken, wie es kaum geht. Daher erkennt man diesen Zwiespalt und diesen Unterschied zwischen dem, wie sie sich gibt und dem, was sie denkt und fühlt.

Warum ich aber nun glaube, dass Jennifer Lawrence das richtig gut dargestellt hat und nicht einfach nur emotionslos gespielt hat, wie viele sagten? Ich kannte die Bücher vor dem Film nicht und dennoch habe ich nach dem Film direkt sagen können, was den Charakter bewegt. Ich hatte mich mit meinem Kumpel Marc nämlich danach über den Film unterhalten und er hatte die Bücher bereits gelesen und konnte mir daher ein paar Beobachtungen bestätigen.

Gerade dieser Zwiespalt und dieser doppelte und dreifache Boden in der Beziehung zu Peeta war mir absolut klar nach dem Film. Da muss Jennifer Lawrence also eine gute Leistung abgeliefert haben, denn ich konnte es entdecken. Wer ihre Darstellung der Katniss als oberflächlich oder flach bezeichnet, der hat viele Nuancen nicht entdeckt.

Daher freut es mich aber natürlich, dass Jennifer Lawrence einen Oscar bekommen hat – wenn auch für einen anderen Film. Aber besonders freut mich, dass ich über dieses Interview gestolpert bin, denn ich finde das so sympathisch und menschlich – auch von Jack Nicholson. Meiner Ansicht nach kann man die Szene echt gut nachfühlen. Wenn man dann auch noch ihr kleines Missgeschick mit dem Stolpern bei der Verleihung bedenkt und wie natürlich sie damit umgegangen ist, ist Jennifer Lawrence wohl einfach sympathisch.

When all those shadows almost killed your light

Vor zwei Jahren habe ich während des NaNoWriMos 2010 mit einer kleinen Sache angefangen, die ich gerne beibehalten will, denn sie hat mir viel Ideen und Inspirationen gebracht. Und zwar: Ich poste hier immer mal wieder Lieder, die zu dem Entwurf passen, seiner Stimmung oder manchen Szenen.

Natürlich gibt es dann möglicherweise den Vorwurf, dass man klaut. Aber es geht hier nicht um das Klauen, sondern um die Verwandtschaft zu Bildern im Kopf, zu Stimmungen, zu Eindrücken. Denn alles gehört zusammen und man kann das einfach nicht trennen und sicherlich spielen so ein paar Dinge mit rein, wenn man schreibt. Das ist trotzdem noch lange kein Klauen.

Anfangen will ich dieses Jahr mit einem Lied, das ich erst vor ein paar Wochen so richtig entdeckt hatte – dabei habe ich es sogar schon vorher gehört, nämlich im großartigen Film Die Tribute von Panem. Das Lied ist mir aber jetzt erst wieder so richtig bewusst geworden und ich hatte keine Ahnung, dass es von Taylor Swift gesungen ist – deren Stimme und Stil ich ungeheuer mag.

Das Lied passt ungeheuer gut von der Stimmung und dem Text – auch wenn mein Roman kein Depri-Drama sein sollte. Es geht mir hier vielmehr um die Hoffnungslosigkeit, die in allem steckt, aber dennoch dieser Ansporn, nicht aufzugeben und dagegen zu kämpfen… es wird wieder alles gut – selbst wenn es nicht so aussieht; und trotzdem weiß man, dass es eine Lüge ist, denn es wird nicht mehr sicher sein.

Das ist zumindest die Stimmung, in der sich meine Protagonistin aus dem ersten Teil zur Zeit des zweiten Teils befindet und wo auch meine (andere) Protagonistin des zweiten Teils so langsam hinsteuert. Ich mag dieses Lied – sehr. Und es fängt genau diese Stimmung sehr schön ein.

Schon kurios, denn das Lied passt ideal auf die Tribute von Panem und obwohl meine Geschichte wirklich nichts damit zu tun hat, passt es ebenso dazu. Und das Lied hat mich dazu inspiriert, ab jetzt so richtig alles zusammenkrachen zu lassen. Drama, Baby! Drama! Heute Abend bricht ein Sturm über die Stadt der Nebel ein. Denn da will ich hin.

So ist der Mensch

Die Tribute von Panem sind meiner Ansicht nach ein ganz hervorragendes Stück Literatur – unterhaltend und dennoch tief. Anscheinend kam der dritte Band nicht ganz so gut an, weil er doch Dinge anders macht, aber gerade so einige Dinge im dritten Band haben mich zwar anfangs auch irritiert, aber bereits nach wenigen Momenten dachte ich mir: „Ja, genau so!“

Spoiler-Cut