Indysponiert

Wer kommt auf sowas? Diese Werbung für die Indiana-Jones-Trilogie sehe ich jetzt schon eine Weile die letzten Tage und ich finde sie immer bekloppter. Ich meine mich zu erinnern, dass ich mich schon einmal darüber aufgeregt habe; möglicherweise auch hier. Aber es muss jetzt nochmal raus!

Da werden ständig echt bescheuerte Wortspiele gemacht, wie „er kommt nie Indy Jahre“ und „jetzt kommt er Indy Glotze“ – aus dem Gedächtnis frei zitiert. Mag sein, dass es im Detail leicht anders war, aber das ist die Richtung. Damit wird die Indiana-Jones-Trilogie auf Kabel-1 angepriesen und nahezu jeder Satz ist eines dieser Holzhammerwortspiele. Das ist nicht witzig, das ist schmerzhaft!

Bitte aufhören! Oder von mir aus auch eine langweilige Werbung machen. Aber sowas nicht mehr! Das versaut einem doch die ganzen schönen Indiana-Jones-Filme – und ich mag die schon sehr. Besonders der dritte Teil hat es mir angetan. Aber wenn ich diese Werbung noch häufiger nebenbei sehen muss, dann … argh!

Father and Son

Kinder und Jugendliche in Serien sind immer so eine heikle Sache. Im Idealfall sind sie einfach da, leider nerven sie aber häufiger einfach. Es gibt nicht gerade viele Filme und Serien, in denen ein jugendlicher Charakter nicht der ständige Klotz am Bein ist oder nur für den Comic-Relief zuständig ist. Erinnert euch da einfach mal an Indiana Jones und der Tempel des Todes – Short Round fand ich persönlich erträglich, aber ich kann es vollkommen verstehen, wenn man sich von ihm genervt fühlte.

Häufiger sind Jugendliche aber eher belanglos und zeigen auch einfach nur, wie toll die Erwachsenen sind. So gerne ich Monk sehe, aber Judy (Natalies Tochter) ist gerade hierfür ein Paradebeispiel. Wenn sie auftaucht, dann ist das meist extrem belanglos oder sie steckt einfach in Schwierigkeiten, aus denen sie selbst nicht rauskommt. Ihr wird auch nicht wirklich ein solcher Moment gegönnt.

In dieser Hinsicht ist Castle um so herausragender. Wenn man nämlich Castles Tochter Alexis mit Judy vergleicht, dann liegen da Welten dazwischen – obwohl die Charaktere an sich gar nicht so unterschiedlich scheinen. Denn beide sind eigentlich nicht auf den Kopf gefallen und haben einiges an Einsicht in ihre Umgebung, Dennoch: Alexis ist selbständig, während Judy zwar immer rumjammert, aber dennoch nichts allein auf die Reihe bekommt. Alexis hat in vielerlei Hinsicht sogar mehr Überblick als ihr Vater Castle, gibt ihm mehr als einmal mit richtigen Weisheiten sogar wichtige Lösungshinweise.

Ich mag die Szenen zwischen Castle und Alexis einfach, denn da stimmt es einfach viel mehr, als bei Natalie und Judy in Monk. Meiner Ansicht nach liegt das daran, dass Alexis als Charakter viel tiefer und interessanter ist. Schon allein ihre Schlagfertigkeit ist um Längen besser und sie wird nicht als blödes Kind dargestellt, das noch viel von der Welt lernen muss. Ja, das auch und es gibt diese Momente, in denen sie am Boden zerstört ist und ihren Vater braucht. Aber trotzdem hat sie ihren eigenen Einblick in die Welt, der extrem glaubwürdig ist.

Kinder und Jugendliche sind nicht immer so blöd, wie die Medien sie gerne in Serien und Filmen darstellen. Alexis ist einer der wenigen Charaktere, bei denen dieser Fehler vermieden wird und im Gegenzug dafür aber alles richtig gemacht ist.

Jamas Tipp: Die Reise ins Labyrinth

Die 80er-Jahre-Filme mag ich sehr. Vielleicht liegt es daran, dass ich damit aufgewachsen bin. Aber ich liebe die Stimmung und die Bilder in vielen dieser Filme – seien es jetzt Indiana Jones, Goonies, Zurück in die Zukunft und wie sie alle heißen. Die Kulissen erkennt man immer direkt als 80er-Jahre. Einen dieser Filme, der gerne vergessen wird, ist: Die Reise ins Labyrinth.

David Bowie kannte ich damals noch nicht wirklich und auch heute kann ich nicht viel mit ihm anfangen und verstehe auch den ganzen Mythos um ihn nicht. Vermutlich war es sowieso nie meine Musik. Aber in dem Film? Da passt das alles perfekt – auch die Musik.

Der Film ist ein ganz klassischer Fantasy-Film mit einem sehr skurrilen Humor und einfach tollen Jim-Henson-Puppen. Das ist spannend, das ist witzig, das ist einfach gute Unterhaltung. Worum es geht?

Eine störrische Tochter wünscht ihren Bruder zum Teufel als sie Babysitten soll – quasi im wörtlichen Sinne. Bei ihr ist das zwar nicht der Teufel, sondern der Goblinkönig, aber trotzdem holt er ihren Bruder. Als sie merkt, was sie angerichtet hat, will sie ihn wieder zurück und lässt sich auf ein Spielchen mit dem Goblinkönig ein: „Komm zu mir in die Mitte des Labyrinths und du bekommst ihn wieder.“

Ich erinnere mich noch genau, wie ich diesen Film im Zimmer meines Bruders gesehen habe. Denn im Kino war ich damals nicht. Ich glaube, da war ich noch zu jung. Außerdem erinnere ich mich noch gut, wie die Trickeffekte in einem Computerspielemagazin besonders hervorgehoben wurden und immer noch habe ich dieses Bild aus dem Heft vor Augen, in dem David Bowie in dieser paradoxen Treppenwelt unter Jennifer Connelly läuft. Außerdem war es einer der ersten Filme, von denen ich den Soundtrack hatte – auf Hörspielkassette natürlich. Das lief ständig zu meinen Hausaufgaben in meinem Zimmer.

Für mich gehört dieser Film zu den größten Filmen, die in den 80ern rausgekommen sind und ist für mich ein absoluter Klassiker. In der Videothek, in der ich gearbeitet habe, durften wir manchmal eine Mitarbeiter-Wand erstellen. Dort stellten wir Filme auf, die wir empfohlen. Labyrinth war bei mir darunter und ich würde ihn auch heute noch auf eine solche Wand stellen.

Jamas Tipp: Die Mumie kehrt zurück

Einmal wieder meine ich das vollkommen ernst: „Die Mumie kehrt zurück“ – großartiger Film! Leider vollkommen unterschätzt. Das ist der zweite Teil der neuen Mumien-Filme mit Brendan Fraser und auch der erste Teil ist wirklich sehr gelungen. Doch wo der erste Teil eher ein klassischer Abenteuerfilm ist, der dramatisch und auch durchaus witzig und spannend ist, so ist der zweite Teil „mind-blowing“, wie es so schön auf Englisch heißt.

Ich weiß es noch ganz genau, als meine Frau und ich einen LARP-Bekannten im Saarland besuchten. Das war der ehemalige Lehrmeister meines Kenders und die beiden haben schon so manchen Untoten zur ewigen Ruhe geschickt. Keine Ahnung mehr, wie wir darauf kamen, aber zur gleichen Zeit lief „Die Mumie kehrt zurück“ im Kino und wir gingen rein. Klar, wir hatten uns im LARP auch auf Untote spezialisiert, warum auch nicht? Könnte eine Gaudi werden.

Das war nicht nur eine Gaudi! Ich setzte mich in den Kinosessel, um vollkommen von diesem rasanten Film in den Stuhl gepresst zu werden. Der Anfang fängt gewöhnlich an und kommt sehr sympathisch rüber, weil er sich sehr über sich selbst lustig machte. Apokalpyse? Ja, ja, kennen wir doch alles. Die typischen Buffy-Dialoge. Dann auch noch eine sehr liebevolle Tondarstellung von zertretenen Skarabäen und man merkt: Der Film nimmt sich nicht ernst, aber das macht er verdammt gut.

Schon sehr früh nimmt der Film aber auch ein solch rasantes Tempo an, dass ich plötzlich nicht mehr wusste, wie mir geschah. Gerade am Anfang gibt es bei fast jedem, der ihn gesehen hat, diesen Moment, bei dem er sagt: „Häh? Das ist doch…“ – und dann entscheidet es sich, ob man diesen Satz mit „… albern!“ oder „… genial!“ beendet. Denn der Film ist nicht realistisch, er ist nicht ernst, er ist cineastisch!

Ihr mögt das Feng-Shui-Rollenspiel? Das ist euer Film. Denn das ist einfach nur schnell. Es wird eine epische Geschichte mit so vielen kleinen Witzen und dramatischen Wendungen passiert, dass ich im Kino damals kaum merkte, wie die Zeit verflog. Das ist extrem gelungenes und einzigartiges Popcorn-Kino! Leider sehr unterschätzt.

Wollt ihr ein Beispiel, warum dieser Film nicht einfach nur Trash, sondern großartig ist? Gut, hier kommt es: Es gibt einen unbenannten Diener der Bösen, der immer wieder in Kämpfen auftaucht. Der hat kein markantes Gesicht, aber wenn man auf ihn achtet, dann sieht man ihn immer wieder, denn er taucht immer wieder auf und er hat immer wieder ähnliche Szenen. Er kämpft, dann passiert was, was ihn töten würde, er duckt sich oder springt weg oder hat einfach nur Glück und es erwischt den Handlanger direkt neben ihm und er entkommt. Das passiert mehrfach! Und dann kommt es gegen Ende zwischen diesem „Nebencharakter“ und einem der Hauptcharaktere, der auch ein ähnlicher „Schurkencharakter“ ist, zu einem kleinen Duell: Wer hat mehr schurkisches Glück und springt dem Tod von der Schippe? Total subtil aufgebaut, ohne Holzhammer! Es passiert einfach und ich wette, dass es wirklich verdammt viele Zuschauer nicht gesehen haben.

Das ist nur ein kleines Detail, das den Film so hervorhebt und das ist nicht das einzige Detail! Es gibt so viele kleine Spielereien, die wirklich stimmig und sehr liebevoll umgesetzt sind, dass es einfach ein Riesenspaß ist, dem allem zuzusehen.

Der erste Teil ist auch in Ordnung, aber ein anderer Film. Wer jedoch wirklich alle Anspielungen bemerken will, wer auch den Witz bei vielen Charakterhandlungen mitbekommen will, der sollte sich auch den ersten Teil ansehen. Der ist solide, damit macht man auch nichts falsch. Aber seht euch um Himmels Willen nicht den dritten Teil an! Das war eine riesige Enttäuschung, obwohl ich mich da sehr auf Jet Li und Michelle Yeoh gefreut hatte. Aber es war fürchterlich. Nicht wegen den beiden, sondern dem Film hat insgesamt einfach die Seele gefehlt. Das war sehr erschütternd. Aber die ersten beiden Teile? Unbedingte Sehempfehlung, wenn man etwas mit einem vollkommen abgedrehten Indiana-Jones-Monster-Action-Film anfangen kann.

Einen Trailer verlinke ich diesmal nicht, denn den kannte ich damals auch nicht und bin sehr darüber. Da ich außerdem nur einen wirklich langweiligen Trailer gefunden habe, setze ich einfach darauf, dass ihr genügend Informationen aus meiner Lobeshymne über den Film ziehen könnt. Aber auch wenn ich euch keinen Trailer biete, so biete ich euch zumindest die Musik, die auch einen schönen Ausblick darauf geben kann, was euch erwartet:

Diese Musik fasst den Film wunderbar zusammen! Sowieso ist die Musik auch ein ganz großer Pluspunkt des Films.

Among Explorers

„Uncharted 2 – Among Thieves“… wow! Während ich den ersten Teil wirklich gut fand, aber so meine Zwiespalte mit der Steuerung und mancher Spielmechanik hatte, sind diese Probleme beim zweiten Teil irgendwie nicht mehr vorhanden und übrig bleibt ein grandioses Spiel, das mich auch wieder absolut fesselt.

Es fühlt sich fast ein wenig wie der Sprung von „Assassin’s Creed“ zu „Assassin’s Creed 2“ an von der Erhöhung des Spielspaßes. Während ich beim ersten „Uncharted“ auch ein wenig Probleme mit der Umgebung hatte, die nicht wirklich abwechslungsreich war, bekommt man im zweiten Teil jetzt wirklich unterschiedliche Kulissen für die Ballerei, Erforschung und Kletterei geboten. Auch die Charaktere sind natürlich wieder großartig und die Story geht in ähnlich mystisch abgefahrene Indiana-Jones-Richtung wie auch beim ersten Teil schon.

Was mich vor allen Dingen begeistert ist, wie gut manche Szenen umgesetzt sind. Schon allein das „Tutorial“ am Anfang ist so verdammt spannend umgesetzt, dass man wirklich das Gefühl hat, man muss aus einem Zug klettern, der gerade unzählige Kilometer über einem Abgrund hängt. Solche Situationen gibt es häufiger. Aber auch dass von diesem Punkt ab erst einmal ein Rückblick geschieht, der bis zu diesem Punkt erzählt wird, macht die Geschichte spannender. Selbst wenn man dann aber an diesem Punkt angekommen ist, hat man knapp die Hälfte des Spiels erst vorbei – zumindest wenn ich meinem Fortschrittsbalken Glauben schenken darf.

Allerdings scheint auch der zweite Teil nicht sonderlich lang zu werden – länger ja, aber ich vermute, nur ein paar Spielstunden, denn ich bin nach knapp einem Wochenende zocken schon bei fast 70%. Ich gehe davon aus, dass ich heute noch ein wenig vorankomme und das Ende dann Anfang des nächsten Wochenendes schaffe. Somit hätte ich auch den zweiten Teil innerhalb von zwei Wochenenden durch.

Die Spiellänge ist also nicht sonderlich lang, aber lohnt sich noch viel mehr als beim ersten Teil. Besonders da man beide Teile mittlerweile in der Doppel-Platinum-Variante für nur knapp 40 Euro bekommt, lohnt es sich allemal. Da sollte man auf jeden Fall zupacken, wenn man nichts gegen 3rd-Person-Shooter und Jump&Run hat.

Erinnert sich noch jemand an… Zak McKracken and the Alien Mindbenders?

Mein persönlicher Liebling der frühen Lucasarts-Spiele – dicht gefolgt von „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“. Als ich mir das Video eben angesehen habe, war ich doch erschüttert, wie schlecht die Grafik war, obwohl ich sie als so gut in Erinnerung hatte.

Was habe ich an diesem Spiele eine halbe Ewigkeit gesessen! Trotzdem habe ich es gelöst, ganz ohne Komplettlösung und war stolz wie Oskar, als ich die Sachen mit dem zweiköpfigen Eichhörnchen herausfand oder mit dem Delphin im Ozean.

Worum drehte sich das Spiel? Ich weiß es auch nicht mehr genau. Irgendeine Alien-Invasion, bei der die Außerirdischen sich ganz subtil mit riesigen Hüten und diesen besonders unauffälligen Brillen mit Nase und Schnurrbart verkleideten. Man selbst war ein Reporter, der dubiose Träume hat und der Sache langsam auf die Spur kommt. Dabei reist man wild in der Welt umher, spielt zwischendurch ein paar Astronautinnen auf dem Mars und kommt auch später dorthin, wenn ich mich richtig erinnere.

Der Humor war, wie so häufig bei Lucasarts, vollkommen skurril. Eines der größten Ärgernisse war jedoch, dass man in der Weltgeschichte herumfliegen musste und das Geld kostete. Dieses Geld konnte man nicht wieder verdienen bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Denn ab dann gelangte man in das Raumschiff der Außerirdischen und konnte dort die nächsten Lottozahlen sehen und damit unendlich Geld scheffeln.

Bis dahin war es allerdings gefährlich, denn wenn man sinnlos und ziellos durch die Weltgeschichte flog (was die ersten Anläufe normal war), konnte man irgendwann nicht mehr weiter spielen, weil man fest steckte. Auch wenn man von den Außerirdischen zu häufig erwischt und wieder zurück gebracht wird, fehlte einem irgendwann das Geld, womit der Anfang des Spiels ein „Wettlauf“ gegen das schwindende Geld war. Zumindest war mir früher nie etwas eingefallen, wie ich Geld vor der Sache mit den Lottozahlen machen konnte.

Ein großartiges Spiel aber trotzdem! Dennoch habe ich schon häufiger überlegt, ob ich heute überhaupt noch den Nerv hätte, solche Spiele zu spielen. Immerhin gibt es bei sowas Stellen, an denen man ewig fest hängt und nicht weiß, wie man weiter kommt. Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass bei mir sowas auf dem Mars war. Bei „Monkey Island“ war es der zweite Akt, an dem ich bestimmt mindestens eine Woche hing, obwohl er aus nur wenigen Screens bestand. Würde ich da nicht heutzutage früher entnervt aufgeben?

Sicherlich hat die aktuelle Spieleentwicklung auch an mir Spuren hinterlassen und da ist vermutlich meine Frustrationsschwelle auch deutlich gesunken. Denn da ich auch nicht mehr über so viel Zeit verfüge wie noch in der Schule oder im Studium, ist mir die Zeit kostbarer und ich glaube, da würde ich viel schneller zum Walkthrough greifen als damals – wobei die durch das Internet mittlerweile sowieso deutlich schneller zu erreichen sind als damals. Damals musste man immerhin warten und hoffen, bis so etwas mal beispielsweise in der Powerplay stand oder man fragte sich auf dem Schulhof durch.

Trotzdem möchte ich die Zeit nicht missen, auch wenn ich befürchte, dass ich mit solchen Spielen heute keinen wirklichen Spaß mehr haben könnte – leider.