C’mon! Let’s dance! C’mon! Let’s dance, baby!

Tapfer kämpfte ich mich gestern durch die „Endless Eight“ der 2. Staffel der phänomenalen „Melancholy of Haruhi Suzumiya“. Dadurch, dass ich auch wieder ein wenig im Haruhi-Fieber bin, habe ich beim Stöbern in YouTube etwas Faszinierendes gefunden: Orchester-Versionen der Lieder aus dem Anime!

Das ist, wofür ich die japanische Herangehensweise  so liebe und ich es auch schön finde, wie manches davon auch langsam im Westen durchsickert und auch dort langsam Computerspiele-Soundtracks und auch Anime-Soundtracks immer qualitativer werden. Denn das sind so gute Stücke dabei und dass etwas so „Pop-Kulturelles“ von großen Orchestern gespielt wird, habe ich so erst im japanischen Raum vor einigen Jahren gesehen – natürlich mit den diversen Orchester-Versionen von Final-Fantasy-Stücken.

Und jetzt? Wer „Melancholy of Haruhi Suzumiya“ kennt, weiß vielleicht, dass nicht nur die Reihenfolge der 1. Staffel achronologisch ist – und genau das auch einen großen Reiz der 1. Staffel ausmacht. Aber außerdem ist die 1. Folge eigentlich keine richtige Folge, denn sie stellt etwas dar, was im Verlauf der Serie entstanden ist innerhalb der fiktiven Welt: Die 1. Folge von „The Adventures of Mikuru Asahina“ – ein Anime, den Haruhi zusammen mit den anderen Charakteren während eines Schul-Festivals aufzeichnet.

Lost my music

Heute habe ich mehr aus Zufall  mal mein Last-FM-Profil angeklickt und dabei ist mir aufgefallen: ich kann da anscheinend online meine Musik hören, sogar wenn ich nicht eingeloggt bin. Lacht mich ruhig aus, aber das wusste ich bisher wirklich nicht.

Last-FM hatte ich eigentlich die letzte Zeit immer nur am Wochenende laufen, denn das läuft eben nur auf meinem Heimrechner. Hier in Karlsruhe höre ich abends keine MP3, weil ich meine MP3-Sammlung bisher aus Bequemlichkeit dort noch nicht installiert habe; von dem ganzen Stress der Organisation mit zwei unterschiedlichen List abgesehen.

Nun kann ich aber zumindest die zu Hause gescrobbelte Musik sogar hier in Karlsruhe hören – sau cool. Anscheinend können sogar Fremde sich „meine“ Station anhören und somit Ohrenzeuge meines kuriosen Musikgeschmacks werden, auf den ich zwar durchaus stolz bin, aber auch bei manchen Sachen ein wenig beschämt. Nicht alles wird in der Station abgespielt; wohl nur das, was bei Last-FM auch als Lied zu hören ist.

Trotzdem ist das ja dann fast perfekt und ich muss nur meine MP3-Sammlung mal wieder reparieren. Bei einem Umzug auf den neuen Rechner ist nämlich über die Hälfte im Daten-Nirvana verschwunden und seither habe ich sie nicht mehr neu von den CDs rippen können. Denn ich habe ja tatsächlich die CDs dazu – bei manchen der Interpreten ist mir das sogar latend peinlich, aber ich stehe dazu. Aber dass Britney Spears nicht mehr in meiner MP3-Liste ist und ich die gute Dame nur im Auto auf der Heimfahrt am Wochenende hören kann… das schmerzt schon.

Ja, ja, ich weiß, ich habe einen merkwürdigen Musikgeschmack: Luther Vandross, J-Pop, K-Pop, Britney Spears, Grönemeier, Subway to Sally, Blackmore’s Night, Loreena McKennit, Buffy, Spiele-Soundtrack und vieles mehr. Hauptsache, ich bin kein Hipster. Ich höre, was mir gefällt. Wenn das in den Charts läuft, läuft es in den Charts und ich freue mich, das im Radio zu hören. Wenn das abseitig ist, dann höre ich es auch.

Wer ist eigentlich auf den Trichter gekommen, dass  Musik mehr zur Identitätsfindung beitragen soll als zum Musik hören? Hoch philosophisch, aber komisch… klar, für mich als Post-Strukturalist ist Identität hochgradig konstruiert. Dazu braucht man eben auch sowas wie Musik, eine Zigarettenmarke, ein Lieblingsauto, einen Lieblingsautor, ein Regal mit bestimmten Büchern, einen Lieblingsregisseur etc. Darüber definieren wir uns heutzutage, nicht über uns selbst. Das ist mir schon klar. Trotzdem schade, dass man Musik nicht einfach hören kann, weil sie einem gefällt und das dann häufig in Glaubenskriege ausarten muss, bei denen die Kreuzzüge wie der Jugendmaskenzug in Mainz aussehen.