We are not a team, we are a time bomb

Jetzt habe ich es mich doch getraut, obwohl ich eigentlich keine Trailer mir anschaue. Aber auf YouTube war er zu verführerisch verlinkt und ich musste einfach draufklicken. Worum geht es? Den „Avengers“-Film.

Ich muss gestehen, dass ich ein wenig Angst davor habe. Wie ihr wisst, bin ich großer Joss-Whedon-Fan und sagen wir es so: Eigentlich denke ich nicht, dass der Film was wird. Wenn nicht Joss Whedon dran stehen würde, würde ich ihn mir vermutlich nicht ansehen.

Denn bisher war es in nahezu allen Superheldenfilmen so: Wenn zu viele Hauptcharaktere auftaucht sind, war es einfach nichts – zu wenig Spotlight für interessante Charaktere und Tiefen und es wurde zu viel in zu wenig Zeit gepresst. Aber Joss Whedon? Ich traue es ihm zu, das Unmögliche dabei zu schaffen.

Sogar bei „Serenity“ hat er es geschafft, Serien-Charaktere vernünftig in einen Film mit begrenzter Länge zu betten, so dass die ihre Auftritte hatten. Klar, auch da hat man dem Film angemerkt, dass er lieber eine Serie mit mehreren Folgen wäre. Aber wenn es jemand schaffen kann, dann Joss Whedon.

Jetzt habe ich den Trailer gesehen und denke mir: Mach doch eine Serie draus, Joss Whedon! Das sieht gut aus – verdammt gut. Ich habe nur immer noch die Befürchtung, dass es zu viele Charaktere und zu wenig Film ist. Ich kann nur hoffen, dass es möglichst wenig Plot gibt, damit die Charaktermomente besonders vertieft werden können.

Ideal wäre für mich also, wenn es eine möglichst generische Hintergrundstory gibt, vor dem das Charakterdrama entsteht – und Popcorn-Kino… von mir aus. Es könnte was werden, aber trotzdem habe ich immer noch (berechtigte) Angst, dass dies das erste Whedon-Werk sein könnte, dass mir nicht gefällt.

Joss, enttäusch mich nicht! Ich glaube an dich! Und ein wenig freue ich mich da echt schon drauf.

We can fix this!

Jetzt sind wir auch mit der dritten Staffel von „Fringe“ durch und obwohl es zwischendurch hier und da sogar mal ein paar Stellen gab, die mir nicht ganz so gut gefallen haben, war ich größtenteils gut unterhalten und die Staffel hat mich an vielen Stellen bewegt und mitgerissen. Besonders die hervorragende Leistung aller Schauspieler beim Darstellen der Alter-Egos oder auch der zukünftigen oder vergangenen Egos – großartig! Das hat mich sehr beeindruckt.

Gerade auch Joshua Jackson, den ich eigentlich sehr mag, von dem ich aber bisher dachte, dass er nicht viel anderes als Pacey Whitter aus „Dawson’s Creek“ spielen kann, denn Peter Bishop ist eigentlich nichts anderes als Pacey beim FBI. Aber gerade in der letzten Folge gab es einige Momente, wo ich mir gedacht habe: „Da solltest du deine Meinung vielleicht doch revidieren.“

Ich finde es wirklich toll, wie mutig Abrams bei seinen Serien „Lost“ und auch „Fringe“ von Staffel zu Staffel Richtung und Gangart ändert und freue mich gerade daher auf die vierte Staffel, denn er hat sich jetzt am Ende in eine wunderschöne Ausgangslage gebracht. Eigentlich hatte ich nämlich etwas anderes erwartet, das zwar auch hätte Spaß machen können, aber dieser Schluss… großartig! Wenn er das so weiterführt, wie ich es hoffe, dann ist da so viel Potenzial, so viel Spannung, so viel Epik drin, dass ich es kaum erwarten kann, bis die nächste Staffel bei mir zu Hause eintrudelt.

Bei „Fringe“ genieße ich es, wie toll die Charaktere skizziert sind – kleine Gesten, stille Szenen, das alles unterstreicht die Charaktere. Es geht sicherlich auch um den Plot, aber ähnlich wie „Lost“ dreht sich „Fringe“ weniger um Plot oder Meta-Plot, sondern um die herausragenden Charaktere. Der Plot ist nur Hintergrund, vor dem die Figuren philosophische Probleme bewältigen müssen, moralische Entscheidungen treffen und irgendwie versuchen, menschlich zu bleiben.

Alles in allem ist das etwas, das Abrams mit Joss Whedon gemein hat. Gestern wollte ich zu meiner Frau fast sagen, dass der Unterschied zwischen beiden ist, dass Joss Whedon positiver ist. Doch das ist ein Trugschluss, wie ich gemerkt habe. Dadurch, dass Joss Whedon mehr Witze macht, wirkt es so. Aber eigentlich sind sämtliche Joss-Whedon-Serien viel pessimistischer. Denn dort ist wirklich keine Rettung in Sicht und die Charaktere versuchen es trotzdem – auch wenn sie wissen, dass es keinen Sinn hat. Oder um es mit einem meiner Lieblingszitate aus Angel zu sagen: „If nothing we do matters, all that matters is what we do.“ Bei Joss Whedon kann das böse Ende nicht abgewehrt werden. Wichtig ist bei ihm aber, dass man trotzdem „richtig“ handelt, zu sich selbst stehen kann und füreinander da ist. Das ist für mich die Grundbotschaft in nahezu allen seinen Serien. Es ist eine zutief pessimistische Einstellung.

Bei Abrams ist es anders, wie ich auch schon bei „Lost“ das Gefühl hatte. Da ist wirklich alles extrem mies und es sieht absolut schlimm aus, aber trotzdem können die Charaktere es irgendwie rumreißen – oder probieren es zumindest. Abrams hört häufig viel positiver aus, selbst wenn es schlecht ausgeht. Bei ihm schwingt viel mehr Hoffnung mit, dass es eben doch einen Unterschied gemacht hat – denn bei Abrams kann dieser Unterschied gemacht werden, selbst im Stillen. Irgendeine Auswirkung hat es immer auf die Umgebung. Bei Joss Whedon bleibt dies alles in den Charakteren nur.

Diese Hoffnung kann man sehr schön an dem Opening der letzten Staffel sehen. Schaut mal auf die Begriffe, die da reinzoomen, die bei diesem Opening wieder anders sind, wie immer, wenn es in einer anderen Zeit oder Welt spielt. Bei „Fringe“ werden in dem Opening nämlich immer die typischen Themen diese Zeit oder Welt eingeblendet. Witzig ist da natürlich das „Water“, aber am epischsten fand ich die Einblendung: „Hope“. Großartig!

Allein dieses Opening war so episch und hat mir eine solche Gänsehaut verursacht beim Schauen, dass die letzte Folge der dritten Staffel für mich ein absolutes Highlight war. Glaubwürdige Weiterentwicklung der Charaktere, spannende Wendungen, beunruhigende, aber faszinierende Ausblicke – diese Folge hatte alles!

Das ist zumindest ein Gedankengang, der mir gestern Abend nach Ende der dritten „Fringe“-Staffel gekommen ist, den ich ganz faszinierend fand. Ich freue mich jedenfalls tierisch auf die vierte Staffel und hoffe, dass es weiterhin so stark bleibt. Die dritte habe ich größtenteils wieder extrem genossen. Ich liebe diese Serie!

Wusstet ihr…?

… dass Neil Gaiman, einer meiner absoluten Lieblingsautoren, nicht nur ganz großartige eigene Sachen geschrieben hat, sondern auch die Adaption für den großartigen „Prinzessin Mononoke“ für den englischsprachigen Filmmarkt gemacht hat?

So hat Neil Gaiman wohl nicht viel geändert, da Miyazaki den Film ungeschnitten auf Englisch veröffentlichen wollte. Was Gaiman aber gemacht hat, ist manche kulturellen Begriffe ausgetauscht und Wörter ersetzt. So ist der Begriff „Forest Spirit“  von ihm – und das finde ich erstaunlich, denn gerade solche Begriffe sind mir noch aus dem Film im Kopf und passen einfach perfekt. Auch wenn es da scheinbar einige Kritiken gab, so finde ich, dass er da wirklich gute Arbeit geleistet hat. Kein Wunder.

Ich bin bei solchen Sachen immer wieder erstaunt, wenn ich mitbekomme, wo meine persönlichen Helden doch alles mitgewirkt haben. Da bin ich wirklich immer überrascht, wenn ich zum Beispiel sehe, dass Joss Whedon auch an „Toy Story“ oder „Titan A.E.“ mitgemacht hat oder Tim Burton an „Taran und der Zauberkessel“ mitgearbeitet hat, den ich als Kind ganz großartig fand und eine meiner ersten richtig großen Erinnerungen an Kinogänge ist.

Vielleicht bekommen manche da einfach mehr mit als ich. Mir laufen solche kleinen Details eher im Nachhinein über den Weg. Das zeigt mir auch immer, dass selbst solche Größen manchmal nicht mit Pauken und Trompeten überall auftreten. Manchmal machen sie auch nur kleine Sachen, manchmal setzen sie sich erst in großem Stil im Nachhinein durch. Daran merkt man, dass auch die nur mit Wasser kochen, aber das schon immer gut war.

You can’t stop the pony!

Ponytag! Auch wenn ich heute mal wieder einen guten klassischen Männerabend mit ein paar Kumpels mache, freue ich mich schon darauf, wenn sie weg sind, mir dann wenigstens dieses Wochenende die neue „My Litte Pony: Friendship is Magic“-Folge anzusehen. Passt nicht zusammen? Oh doch!

Übrigens habe ich mal wieder eines der vielen Videos der Bronie-Fan-Gemeinde gesehen und fand es wieder absolut großartig. Es kursieren auf YouTube nämlich so einige Zusammenschnitte bekannter Trailer mit Szenen aus „MLP:FiM“. Einer davon ist der folgende Trailer, der eine Mischung aus „MLP:FiM“ und dem großartigen Film „Serenity“ ist:

My Little Serenity:

Serenity (Original):

Einfach herrlich gemacht! Und Fluttershy als River Tam… ja, passt. Applejack als Jayne. Jup! Aber selbst wenn man weiß, dass der Trailer natürlich nicht zu „MLP:FiM“ gemacht wurde, so sind die Szenen doch episch genug, dass man sehen kann, wie großartig diese Serie doch ist.

One of them is me

Jetzt haben wir auch die zweite „Dollhouse“-Staffel zu Ende gesehen. Man merkt der zweiten Staffel leider durchaus an einigen Stellen an, dass die Serie auf länger ausgelegt war. Manche Folgen wirken so, als ob sie von der Thematik und dem Potenzial eine ganze Staffel hätten bedienen können und manche Charakterentwicklungen oder -Möglichkeiten werden somit beschleunigt oder erst im Nachhinein erklärt.

Besonders in der letzten Folge sieht man auch, was da noch alles für Ideen waren und man erkennt auch deutlich, wohin manche Charakterkonstellation in typischer Joss-Whedon-Art hätte hingehen sollen und was für ein Drama das hätte werden können, wenn man die Zeit dafür in einer gesamten Staffel gehabt hätte. So sieht man es nur im Rückblick, was für einen Endeffekt es hat.

Die Serie endet also durchaus rund und bleibt definitiv nicht offen. Aber um so trauriger ist, was da für Potenzial einfach verspielt wurde von einem bescheuerten Sender, der nicht kapiert hat, was für eine tolle Serie er da hätte machen können. Ich bin mir absolut sicher, wenn Joss Whedon die Zeit gehabt hätte, dass er eine wirklich visionäre Geschichte hätte erzählen können, in der die Serie sich von Staffel zu Staffel von einer simplen Grundidee zu einem Was-Wäre-Wenn-Szenario in eine post-apokalyptische Welt entwickelt.

Schon allein, was da in der letzten Folge für Ideen drin waren! Aber es fühlt sich wenigstens nicht so unfertig an, wie das Ende von „Firefly“ – selbst wenn man „Serenity“ nachschiebt. Es hätte eine geniale Serie werden, so war es nur der Ausblick auf eine großartige Idee, der leider nur die Chance gegeben wurde, eineinhalb Staffeln zu gedeihen. Zu kurz, um vollständig erzählt zu werden, aber lang genug, um mich zu beeindrucken.

Much Ado About Whedon

Joss Whedon is back! Nicht nur auf „Avengers“ bin ich gespannt, aber ich glaube, dass Joss Whedon es geschafft hat, absolut im Geheimen eine Verfilmung von „Much Ado About Nothing“ zu schreiben, ohne dass es jemand mitbekommt – es hat schon seinen Grund, warum ich diesen Mann vergöttere.

Wer mich kennt weiß, dass ich großer Shakespeare-Fan bin. Klar, ich habe immerhin Amerikanistik, aber auch Anglistik studiert und hatte auch in meiner mündlichen Prüfung den guten William. Es gibt ein paar Stücke von Shakespeare, die zwar sicherlich gut, aber meiner Ansicht nach überbewertet sind, wie „Macbeth“ und „Midsummer Night’s Dream“ (zu dieser Meinung stehe ich weiterhin), mit den Historien konnte ich ebenso nie wirklich was anfangen, aber der Rest!

Meine persönlichen Favoriten sind „Hamlet“, „Romeo & Julia“, aber eben auch vor allen Dingen „Much Ado About Nothing“. Nicht nur, dass dieses Stück genial ist, ungeheuer viel Wortwitz hat, spannende Charaktere, interessanten Plot, tolle Musik, ist überaus romantisch und überhaupt! Nein, es gibt auch noch eine der besten Shakespeare-Verfilmungen dazu, die ich jemals gesehen habe – mit dem ebenso großartigen Kenneth Brannagh, den ich mir immer wieder eigentlich in jedem Film gerne anschaue.

Eigentlich habe ich die Brannagh-Verfilmung schon viel zu lange nicht gesehen dafür, dass es ein so hervorragender Film ist. Ich denke, das sollte ich einmal wieder nachholen, gerade zum Anlass von Whedons Film. Während ich mich also noch an dieser herausragenden Neuigkeit erfreue, könnt ihr euch dieses Interview mit meinem großen Idol durchlesen oder auch den Trailer zum alten Brannagh-Film sehen.

Benedict und Beatrice! Best Shakespeare-Couple ever! Yay! Ich freu mich wie ein Schnitzel!

You had no choice

Von „Dollhouse“ gab es nur eineinhalb Staffeln und damit reiht sich diese Serie zu „Firefly“ – beides Serien von Joss Whedon, die leider nie wirklich angekommen sind. Ob wenigstens „Dollhouse“ zu Ende gebracht werden konnte, weiß ich noch nich, denn wir sind jetzt erst dabei die letzte Staffel zu schauen, aber mittlerweile bin ich mir sicher, warum es nur eineinhalb Staffeln davon gibt: Es dürfte wohl einfach eine zu intelligente Serie gewesen sein.

„Dollhouse“ ist sicherlich nicht für jeden etwas, denn das Setting ist doch recht dreckig, die Themen sind ungeheuer schwer und manche Szenen sind einfach nur heftig. Aber es ist auf so vielen Ebenen ungeheuer philosophisch und moralisch und intelligent, dass ich sie ungeheuer faszinierend finde.  „Dollhouse“ ist quasi intelligenter Science-Fiction in unserer eigenen Zeit und das mochte Fox wohl nicht, weswegen Joss Whedon auch den Pilotfilm neu schreiben musste, mit der Begründung: „Ihr bisheriges Skript ist zu intelligent für unsere Zuschauer.“

Die Serie hat ungeheuer spannende Charaktere und ich muss gestehen, dass ich Eliza Dushku nicht mag – und zwar gar nicht. „Faith“ fand ich schon blöd als Charakter, aber ich finde sie auch bisher von meinem bisherigen Eindruck unsympathisch. Anfangs dachte ich bei „Dollhouse“, dass es nicht schwer sein dürfte, eine Figur zu spielen, die immer wieder neue Persönlichkeiten in sich trägt, aber mittlerweile muss ich trotzdem Eliza Dushku meinen Respekt zollen, denn ich finde das extrem gut geschauspielt. Außerdem muss ich meine anfängliche Meinung revidieren, denn ich glaube, dass gerade ihre Rolle, die von Sierra und Victor (also die „actives“) ungeheuer schwer zu spielen sind.

„Dollhouse“ ist vermutlich die intelligenteste Serie, die ich seit langem gesehen habe, aber eben auch eigen und damit findet sie auch vermutlich keinen breiten Anklang. Wer aber eine intelligente Serie um Moral, um Philosophie sucht, wer tiefschürfende Fragen darüber, wer wir sind, was uns ausmacht, warum wir handeln, wie wir handeln, was Recht und Unrecht ist, was die Seele ausmacht und all solche Dinge, dem kann ich die Serie wirklich nur empfehlen, auch wenn Joss Whedon das Konzept wohl doch umschreiben musste. Aber das, was übrig blieb, ist trotzdem immer noch großartig und einen Blick wert, selbst wenn man anfangs ein wenig braucht, um die Serie einzusteigen, denn sie ist einfach… anders – und das merkt man.

Aber FOX, der Sender, hat die Serie wohl nie wirklich verstanden und das ist ihr Dilemma.

What if…

Eins muss man Trion lassen: Die produzieren Content um Content um Content. Dass es da auch mal Fehler gibt oder manches daneben geht, ist klar und darüber kann ich hinwegsehen. Das ist echt unglaublich, in welcher Geschwindigkeit zur Zeit Patches rausgehauen werden. Vielleicht keine riesigen Patches, aber doch immer wieder Kleinigkeiten, die Spaß machen.

Aber auch das wie! Wenn ich mir den neuen Patch ansehe, dann gibt es da eine Neuerung, die bei mir in der Gilde für extrem viel Spaß gesorgt hat, von vielen aber vermutlich übersehen wird: die neuen Artefakte. Denn jetzt kann man mit dem „Blick des Omen“, mit dem man bisher einen 10er-Raid-Riss in Schimmersand entdecken konnte, auch Artefakte finden, die „zwischen den Welten liegen“. Tolle Idee!

Man merkt allein an solchen Sachen oder dieser Sliver-Geschichte mit dem 10er-Raid-Riss wie viel doch in der Rift-Welt möglich ist, wenn man das Konzept mit den Rissen komplett ausnutzt. In mir schürt sowas die Hoffnung, dass wirklich toll damit auch in Zukunft gespielt wird, denn wenn ich mir die neuen Artefakte anschaue, dann erzählt fast jedes Set davon eine eigene Geschichte.

Denn diese Artefakte kommen häufig aus einer anderen Realität, so dass beispielsweise Cyrill plötzlich „Cyrill, der Sanftmütige“ genannt wird, obwohl er in unserem Telara der Unsympath schlechthin ist, und Shyla wird zu „Shyla, die Rachegöttin“. Dann gibt es auch noch so Kleinigkeiten, dass Prinz Hylas in einer anderen Realität als Koch diejenigen kocht, über die er in unserem Telara befehligt. Wer hier also sich die Zeit nimmt und mal auf den Artefaktnamen, den Namen des Sets und die Geschichte zum Set achtet, der hat hier jede Menge Ideen und Inspirationen und ich hoffe, dass Rift weiterhin in diese Richtung geht.

Was wäre das cool, wenn man dann wirklich mal in eine andere Realität vordringt und dann ein Telara hat, das vollkommen überrannt ist und zurückerobert werden muss – dynamisch. Es gibt ja bereits so ähnliche Ideen mit dem Untergang von Laternenhakenund eben der Sliver-Sache. Das wäre auch sicherlich sehr gut für irgendwelche Addons, wenn man neues Land braucht. Wieso dann nicht eine neue Realität „befreien“?

Hoffentlich gibt es also wirklich ein paar Sliders-Parallelen, denn auch wenn die Serie immer ein wenig trashig war, war sie sehr kurzweilig und hatte häufig sehr interessante Ideen, die meiner Ansicht nach dem Rift-Universum sehr gut tun würden und passen, wie die Faust aufs Auge. Allein für Instanzen wäre das super und ich hätte da so richtig viel Bock drauf. Ganz davon abgesehen, dass es für uns Rollenspieler ungeahnte Möglichkeiten bieten würde.

Irgendwie bekomme ich gerade richtig Lust, diese alte Serie mal wieder zu sehen. Mal schauen, wie viel die so bei Amazon kostet und ob es die überhaupt gibt. Wäre bestimmt was Nettes für zwischendurch. Wenn es mal ein Remake davon geben sollte, dann bitte von Joss Whedon! Ich glaube, der könnte traumhaft mit dem Setting spielen.

I don’t wanna wait

Heute ist Feiertag, aber da ich mir morgen keinen Urlaub genommen habe, bin ich hier in Karlsruhe geblieben. Das ist bisher extrem entspannend, wenn auch natürlich ein wenig eintönig, denn ich wäre lieber bei meiner Frau zu Hause in Frankfurt.

Dafür habe ich aber die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und mich zu einem Endspurt aufgemacht: Ich will endlich eine meiner Lieblingsserien zu Ende sehen – „Dawson’s Creek“. Ja, ich stehe dazu, dass ich diese Serie ganz großartig finde. Leider ist es auch hier einmal wieder ein Fall von „auf Deutsch fürchterlich“, weswegen ich sie nur im Original sehen kann, auch wenn manche Sprecher recht schwer zu verstehen sind.

Wieso habe ich diese Serie noch nicht zu Ende gesehen, wenn es doch eine meiner Lieblingsserien ist? Ich weiß es – ehrlich gesagt – nicht mehr genau. Ich glaube aber, dass ich die letzte Staffel angefangen habe zu sehen, aber dann irgendetwas extrem Zeitfressendes dazwischen kam. War es meine Magisterarbeit? Die mündlichen Prüfungen? Oder doch die Stellensuche? Ich weiß es nicht mehr.

Wobei selbst da dann noch ein wenig zeitliche Verzögerung war, da ich mir die Staffeln erst einige Zeit nach ihrer Ausstrahlung im Fernsehen geholt habe. Warum ich sie im Fernsehen dann gesehen habe, obwohl ich es als nicht genießbar ansehe? Damals kannte ich die englische Fassung noch nicht und muss sagen, ähnlich wie bei „Buffy“ und „Angel“, dass man nicht mehr zurück kann, wenn man einmal das Original gesehen hat.

Zum einen gab es ähnliche Übersetzungspatzer, wie bei „Buffy“. Bei „Buffy“ gab es ja die bekannte „Dagon’s Sphere“, die im deutschen mit „Dagons Furcht“ übersetzt wurde, weil der Übersetzer irgendwie meinte, er wolle unbedingt „“Dagon’s Fear“ übersetzen. Bei „Dawon’s Creek“ gab es dann solche Sachen, wie eine Szene, in der Jen sinngemäß sagt: „This is something we didn’t learn on ER“ – womit ziemlich deutlich die Fernsehserie gemeint war. In der deutschen Fassung wurde es dann leider zu „das haben wir aber nicht in der Notaufnahme gelernt“.

Großes Übersetzungskino, leider gehen damit ein paar extrem wichtige Ebenen der Serie verloren, denn „Dawson’s Creek“ ist eine postmoderne Charakterserie, das heißt es gibt unzählige Pop-Kulturreferenzen und das ist ein Aspekt, der mir an der Serie so ungeheuer viel Spaß macht. Dann sind die Charakter ungeheuer gut gezeichnet. Leider wird „Dawson’s Creek“ gerne mit „Beverly Hills 90210“ verglichen, aber diese Serien haben ungefähr genauso viel miteinander zu tun wie „Die Simpsons“ und „Oggy und die Kakerlaken“.

Wer schreiben will, kann bei dieser Serie wunderschön Charakterplots sich abschauen, wie man mit einem recht beständigen und nicht gerade großen Cast an Leuten wunderschöne Plots baut, bei denen sich zwar die Charakterbeziehungen durchaus mal ändern können, aber es nicht ein ständiges Bäumchen-wechsel-dich ist. Auch wenn ich persönlich ja „Authentizität“ recht belanglos finde, aber wenn man dieses Wort nicht in den Mund nehmen will, so kann man zumindest sagen, dass die Charaktere alle „glaubwürdig“ sind.

Es wurde mir mal gesagt, dass „Dawson’s Creek“ blöd wäre, weil die Jugendlichen sich nicht so unterhalten wie Jugendliche. Dawson wäre viel zu intellektuell und auch die Anderen sprechen viel zu gehoben. Mag sein, dass ich da wirklich ein Sonderfall bin, aber mein Freundeskreis war tatsächlich teilweise dann wohl intellektueller als viele andere, denn wir haben uns auch so unterhalten und nicht nur „boah, krass, Alder“ (auf heutige Maßstäbde übersetzt).

Ja, ich erkenne viel in „Dawson’s Creek“ wieder und daher reißt mich diese Serie so ungeheuer mit. Mein persönlicher Lieblingscharakter ist Pacey Whitter – ich mag ihn einfach und für mich ist Dawson zwar durchaus in mancher Charakterentwicklung interessant, aber für mich dreht sich die Serie nicht um Dawson und Joey, sondern um Pacey. Pacey ist einfach der spannendste und sympathischste der Charaktere. Joey könnte ich immer mal wieder gerne zusammenpfeifen, Dawson ist häufig einfach merkwürdig und dann gibt es natürlich noch Jen, die in Ordnung ist, und Jack ist natürlich auch vernünftig. Aber Pacey ist einfach der Beste.

Da bin ich also wieder und sehe mir die ersten Folgen an – bestimmt zum vierten Mal, denn ich habe mehrere Anläufe probiert und immer ist mir was dazwischen gekommen, so dass ich zu lange Pause hatte und den Anschluss verloren habe. Da ich aber vor kurzem regelmäßig „Toradora“ geschafft habe zu schauen, bin ich guter Dinge, dass ich das mit „Dawson’s Creek“ auch schaffen werde. Ich freu mich tierisch!

Dramadora!

Ja, ich habe „Toradora!“ am Wochenende zu Ende gesehen. Was soll ich sagen? Geniale Serie! Sie dreht sich um eine Clique von jungen Erwachsenen (um die 18 herum), die zusammen in eine Klasse gehen. Die Hauptfiguren sind dabei die cholerische Taiga und der gutherzige Ryuji. Taiga ist an der Schule als „Handtaschentiger“ (palm-top tiger) auf Grund ihres Temperaments bekannt und gefürchtet. Ryuji hingegen ist trotz seines guten Wesens ebenso gefürchtet, weil seine Augen ihn immer aussehen lassen, als ob er jemandem etwas Schlimmes will. Taiga ist in Ryujis besten Freund Kitamura verliebt, Ryuji in Taigas beste Freundin Minorin und beide schließen einen sehr merkwürdigen und eigenen Pakt, dem Anderen dabei zu helfen. Doch alles kommt ganz anders und wird immer verwickelter.

Die Serie begleitet dieses Grüppchen auf dem Weg zum Erwachsen werden. Anfangs dreht es sich um die üblichen unreifen Liebeleien, doch jeder der Charaktere wächst mit der Serie immer mehr. Wenn man die Serie aufmerksam verfolgt, ist die Richtung nicht sonderlich überraschend, in die es dann irgendwann geht. Wer aufpasst, der kann es sich sogar direkt denken. Aber das tut der Serie keinen Abbruch, denn der Weg dorthin ist so unglaublich gut und mitreißend erzählt, dass es einfach Spaß macht – und einen in die Verzweiflung treibt.

Es geht um Freundschaft, es geht um Masken, es geht natürlich um Liebe, es geht um Loyalität, es geht um Reife, es geht darum, was es ausmacht, erwachsen zu sein und was, es zu werden, es geht um Angst, um Zweifel, um Versagensängste, es geht um das Leben an sich und das wunderschön erzählt. Wer Animes mag, wer mit romantischen Dramen etwas anfangen kann, dem möchte ich wirklich diese Serie wärmstens ans Herz legen. Es gibt auch comic-relief-Momente in der Serie, aber vorrangig ist „Toradora!“ eine ernste, ruhige Serie, die aber in Sachen Charakterbeziehungen und Verwicklungen ungeheuer dynamisch ist und mit fortschreitender Dauer immer mehr an Fahrt gewinnt.

Eine einfach wunderschöne, wenn auch leider kurze Anime-Serie, die mich bewegt. Ich bin überaus traurig, dass ich sie jetzt wirklich zu Ende geschaut habe, aber es ging gegen Schluss nicht mehr anders – ich musste alles am Stück sehen, weil mich jede Folge immer mehr aufgewühlt hat und ich wissen wollte, wie es ausgeht. Aber ich bin mir sicher, dass ich sie mir demnächst noch einmal ansehen werde, denn das war einfach zu gut!

Selbst jetzt noch, zwei Tage, nachdem ich die letzte Folge gesehen habe, muss ich an die Serie denken und spüre so einen inneren Seufzer, der sich auch manchmal ein wenig lauter bemerkbar macht. Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein, wie ich Samstag morgen auf unserem Sofa gesessen habe und scheinbar vollkommen gebannt und verzweifelt die letzten Folgen gesehen habe. Als meine Frau nämlich am Wohnzimmer vorbei kam, sah sie mich eine ganze Weile an und schmunzelte, denn ich muss wirklich leidend dort gesessen haben.

Das war aber auch eine schlimme Szene in dem Moment! Wer wissen will, welche Szene mich so mitgenommen hat, der kann sie sich hier ansehen – aber Achtung: Massiver Spoiler, da die Szene ziemlich am Ende der Serie ist! Vermutlich ist die Szene sowieso kaum zu verstehen, ohne dass ich mit dem Kontext spoile.

Nur so viel (Achtung, Spoiler): Taiga war bewusstlos und hat etwas erzählt, was ihr peinlich ist und was nicht ganz unproblematisch für alle ist – Taiga will die Augen davor verschließen, weil sie Angst hat, dass das ihre beste Freundin Minorin verletzt und sowieso alles kaputt macht, was sie gerade hat. Ryuji hat daher beschlossen, dass sie so tun, als ob Taiga das nur geträumt hätte und es nicht passiert wäre. Nur hatte er es nicht allen gesagt – ausgerechnet Minorin nicht. So eine tolle, aber mitnehmende Szene! Es fängt so harmonisch und schön an und dann… ach, Taiga…

Die Serie ist Charakterdrama pur. Wer Joss-Whedon-Serien wegen der Charakterbeziehungen mochte, der wird auch hier jede einzelne Folge auch lieben. Wer Spaß an „Melancholy of Haruhi Suzumiya“ oder „Love Hina“ hatte und auch ohne abgefahrene Plots und übermäßigen Slapstick leben kann, dem wird diese Serie auch gefallen. Denn im Gegensatz zu all diesen Serien ist „Toradora!“ bodenständig und ruhig. Es gibt keinen übernatürlichen Plot und keine bizarren komödiantischen Einlagen. Aber dafür gibt es so großartige authentische Szenen. Die Serie besticht nämlich durch einfache Momente, die aber unglaublich mächtig im Zusammenhang sind, so dass ich staunend manchmal da gesessen habe. Es wird sich wirklich simpler Mittel bedient, es wird nicht viel gezeigt, nicht viel gemacht, aber um so kräftiger wird das alles dann.

Vieles wird sogar nur off-screen gezeigt – was sehr schade ist, denn es gibt so viele Sachen, die ich wenigstens im Nachhinein gerne gesehen hätte. Bitte nicht falsch verstehen, denn die Serie hat es unglaublich gut gemacht, gewisse Dinge nicht dem Zuschauer direkt zu zeigen, manche Sachen offen zu lassen, so dass man nur darüber spekulieren kann; denn gerade das macht viele Momente so unglaublich toll! Trotzdem bin ich neugierig und würde gerne so viel mehr wissen, wie dies oder das tatsächlich abgelaufen ist, denn ich habe wirklich mit jedem einzelnen Charakter mitgelitten.

Und noch ein Rat: Seht die Serie wirklich auch bis nach dem Abspann an. Ich hätte es der Serie zugetraut, durchaus auf dieser „Moll-Note“ aufzuhören, die zu viele Sachen noch offen lässt – es hätte sogar gepasst. Aber das Ende… ach, das Ende… einfach schön. Ja, ich seufze gerade wieder, denn die Serie ist einfach schön.

Die Serie ist es echt wert, gesehen zu werden und ich würde mich freuen, wenn ich euch neugierig gemacht habe und ihr der Serie eine Chance gebt. Wie gesagt, es ein romantisches Drama – das liegt sicherlich nicht jedem vom Genre her. Aber wer sowas mag, der wird diese Serie lieben! Das verspreche ich!

Jetzt kommt der Spoiler-Cut, denn natürlich will ich ein paar der besten Szenen kurz erwähnen:

Spoiler-Cut!