Don’t give the people what they want, give them what they need

„Toradora!“ schafft mich! Das meine ich ernst! Normalerweise schaue ich nur eine Folge pro Tag, aber letzte Woche hatte ich einen Rappel und habe jedes Mal mehrere Folgen am Stück geschaut und jetzt bin ich an einer Stelle gegen Ende angelangt, an der ich am liebsten die restlichen Folgen in einem Rutsch gesehen hätte. Denn das Charakterdrama wird genauso fies, wie am Ende von „Wedding Peach“, wo ich wirklich extrem mitgelitten haben und geschwankt habe zwischen: „Toll! Was für ein Drama! Muss weiter schauen!“ und „Nein! Das halte ich nicht mehr aus! Das ist so fies!“

Die letzten zwei Folgen, die ich gesehen habe, die haben mich echt mitgenommen. Allein diese Szene am Ende der Weihnachtsfolge mit Taiga vor ihrem Haus und Minorin, die nebendran steht und dann danach die Szene zwischen Minorin und Ryuji! Argh! So verzweifelt habe ich schon lange nicht mehr bei einer Serie vor dem Fernseher gesessen. Das ist Charakterdrama par excellence! Ich liebe es! Ich verzweifle daran!

„Toradora!“ ist damit ganz im Sinne der Joss Whedon-Philosophie: „Don’t give the people what they want, give them what they need.“ Ich will, dass sich die mittlerweile wirklich total verqueren Charakterbeziehungen auflösen, dass es „mein“ Traumpaar zusammenkommt, aber die Serie ist so unglaublich fies, dass sie mir genau das vorenthält. Aber nicht nur das! Sie streckt mir auch noch die Zunge raus, indem sie immer mal wieder mich lockt, dass ich denke: „Ja! Genau!“ und dann kurz bevor es klappt, zieht es mir dann den Teppich unter den Füßen weg und ich schlage noch härter auf dem Boden auf.

Die Serie spielt so unglaublich gut damit, denn sie weiß ganz genau, wo die Sympathien liegen und was man in diesem Moment eigentlich will. Das Problem ist: An sich kann man die Charakterbeziehungen nicht harmonisch auflösen! Das ist das große Drama der Serie! Sicherlich kann es mit „meinem“ Traumpaar klappen, aber da auch die anderen Charaktere so ungeheuer sympathisch geschrieben sind, tut es einem dann für die leid. Egal, wie man es wendet, am Ende der Serie kann doch nur eine Katastrophe stehen! Oder doch nicht? Das muss ich herausfinden, sonst werde ich noch wahnsinnig!

Daher heißt es dieses Wochenende: „Toradora!“ zu Ende sehen! Alles Andere halte ich nicht aus! So eine tolle Serie! Einmal wieder möchte ich hier das zweite Opening verlinken, auch wenn das schon zum x-ten Mal passiert ist. Das Lied ist aber so toll und die Bilder fangen die Serie so unglaublich gut ein! Ich liebe diese Szene am Anfang, wenn die Hauptcharaktere aufeinander zu und aneinander vorbeilaufen mit stoischem Gesichtsausdruck! Ich liebe die Schlussszene, wenn sich die Hauptcharaktere um Taiga versammeln, um ihr Essen zu geben und die Gestik und Mimik jedes einzelnen Charakters in diesem Moment! Das ist ein so unglaublich gutes Opening gerade für dieses herzzerreißende Drama der letzten Folgen! Es passt also verdammt gut, wenn die letzten Folgen kurz vor Schluss auf dieses hervorragend passende Opening gewechselt wird, denn es zeigt einfach die Dramatik, den Schwung, aber auch die Tragik, die die Handlung ab dann nimmt.

Da ich das Opening aber bereits so häufig verlinkt habe, kommt es erst nach dem Cut. Und ich gehe jetzt die restlichen Folgen anschauen…

How I met your series…

Sehr spät schreibe ich erst davon, dass meine Frau und ich jetzt „How I met your mother“ geschaut haben – denn wir sind mit der ersten Staffel jetzt auch bereits fertig. Bisher hatte ich sehr wenig Kontakt mit der Serie und nur davon gehört – in erster Linie durch „Dr. Horrible’s Sing-Along-Blog“, da jeder zu Neil Patrick Harris sagte: „Ist das nicht Starney Binson aus ‚How I met your mother‘?“

Da ich meist eher schlechte Erfahrungen mit Sit-Coms gemacht habe, die von vielen anderen gemocht werden, habe ich auch „How I met your mother“ nicht weiter beachtet. Das Schlimmste in der Hinsicht war „Big Bang Theory“, das ich zu unwitzig und peinlich fand und überhaupt keine Verbindung zur Serie bekommen habe. „How I met your mother“ hat mich aber direkt mit der ersten Folge eingefangen. Wieso?

Der Humor ist größtenteils sympathisch – natürlich nicht immer, denn heutzutage muss es wohl auch mit Fremdschämhumor gehen. Aber ähnlich wie „King of Queens“ schafft es „How I met your mother“, die Balance zu schaffen zwischen „zu peinlich“ und „witzig“. Außerdem gefallen mir viele absurde Ideen der Serie, dass sich Ted und sein Kumpel über Gedanken plötzlich unterhalten oder Figuren vollkommen unerwartet aus dem Hintergrund auftauchen. Das macht viele Szenen bizarr witzig und das ist auch das richtig Gute an der Serie.

Mir gefallen die „Fremdschäm“-Stellen kaum bis gar nicht, aber dafür hat die Serie ungeheuer viele intelligente Witze und Situationen und auch Einsichten in das tägliche Leben. Das war, was mich auch immer an „King of Queens“ fasziniert hat: Beide Serien sind vorrangig Sit-Coms, aber schaffen es, das Leben auf eine überdrehte Weise so ungeheuer wahr abzubilden, dass man sich auch stundenlang darüber unterhalten könnte. Man kann sogar in viele philosophische Situationen Szenen aus beiden Serien als Beispiele zitieren, weil sie manche Sachen einfach ungeheuer schön beobachten.

Leider hört die 1. Staffel mit einem ungeheuer fiesen und frustrierenden Cliffhanger auf – zum Glück haben wir die Serie aber erst so spät entdeckt, dass auch die 2. Staffel schon zu Hause liegt und das damit kein Problem ist. Ach ja, auch noch ein Grund, die Serie zu schauen, ist natürlich Alyson Hannigan! Interessanterweise spielt übrigens sogar Alexis Denisof in einer kleineren Rolle mit.

Und eine Bitte: Schaut euch die Serie auf Englisch an – mit englischen Untertiteln. Auf Deutsch geht sie – leider – einmal wieder gar nicht.

Why do you write these strong women characters

Auch wenn die Rede bereits 4 Jahre alt ist und auch wenn Joss Whedon schon lange nicht mehr an „Wonderwoman“ arbeitet, bin ich heute erst über diese großartige Rede von ihm gestolpert, bei der mir wieder bewusst wurde, warum er mein absolutes Vorbild ist – in egal welcher Hinsicht.

Die Rede ist witzig, sie ist tief und man merkt, dass Joss so viel zu sagen hat, so viel zu vermitteln hat. Das ist auch der Grund, warum ich sogar leicht sauer werde, wenn „Buffy“ oder eine seiner anderen Serien als „Schund“ abgetan wird, denn das ist es nicht. All diese Sachen, von denen er erzählt, die findet man in seinen Serien wieder – all die Ideen, all die Moral, all die Utopien. Und das soll Schund sein? Das ist visionär, das ist, was einen selbst menschlich voranbringt.

Und es macht sauer, wenn jemand bei dieser Rede tatsächlich auf YouTube den Daumen runter macht. Man muss ihn nicht sympathisch finden, man muss Buffy nicht mögen, aber man muss doch sehen, dass das, was er sagt, Hand und Fuß hat und wichtig ist! Wie kann man da den Daumen runter machen?

In der Rede beschwert sich Joss Whedon, dass er immer und immer wieder gefragt wird, warum er immer starke Frauencharaktere schreibt – eine Frage, die ich auch kenne und der ich mich wohl auch hin und wieder stellen muss, denn in allem, was ich bisher geschrieben habe, gibt es auch eine Frauenfigur als Protagonistin, die zwar nicht immer bereits von Anfang an stark ist, aber stark wird, und meine Rollenspielcharaktere sind auch das.  Joss gibt mehrere Antworten auf diese Frage und bei dieser Antwort ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen und ich dachte mir: „Ja! Ja! Genau! Das!“

„Because these stories give people strength and I’ve heard it from a number of people and I felt it myself and it’s not just women – it’s men. And I think there is something particular about a female protagonist that allows a man to identify with her, that opens up something, an aspect of him that he might be unable to express – hopes and desires he might be uncomfortable expressing through a male identification figure. So it really crosses across both and it helps people in that way.“

Das  ist eine wundervolle Antwort. Allerdings ist vermutlich die wichtigste Antwort, die er gibt folgende:

„Why are you even asking me this? How is it even possible that this is even a question? Honestly, seriously, why did you ask, why did you write that down? Why aren’t you asking a hundred other guys, why they don’t write strong women characters?“

Dieser Mann ist so großartig!

Watch more

Auch die Folgen „Chuck“, die wir dieses Wochenende gesehen haben, sind einfach großartig gewesen und haben mich wirklich mitgerissen. Ich habe selten bei einer Serie so herzhaft mitgelacht, da ich doch eher der stille Schmunzler bin, aber ebenso angespannt dort gesessen und die Daumen gedrückt.

Meine Frau hat eine gute Zusammenfassung der Serie gefunden, die eigentlich alles sehr gut umschreibt und ein Gefühl für die Serie an sich gibt und zwar die Erklärung, die Chuck selbst am Anfang der zweiten Folge gibt.

Die zweite Staffel wird immer spannender und auch whedonesker. Aber auch die Charaktere werden immer tiefgründiger und sogar der geekigen Nerd-Herd sind so einige ungewollt heroische Momente beschert. Sogar der anfangs doch sehr flache Captain Awesome hat mittlerweile einiges an Tiefe gewonnen und ist auf eine sehr skurrile Art sympathisch.

The next millenium belongs to the geek

Wir sind nun etwa bei der Hälfte der 1. „Chuck“-Staffel und die letzten beiden Folgen waren dermaßen großartig, dass ich unbedingt noch einmal meine Empfehlung aussprechen will. Wem „Buffy“ oder „Firefly“ gefallen hat, dem wird „Chuck“ zu 95% auch gefallen.

Bei Amazon habe ich in einer Rezension etwas gelesen in der Form von „nett, aber belanglos“ und das kann ich nicht nachvollziehen. Der Serie gelingt es, in bestimmte Szenen, selbst in bestimmte Sätze solch eine emotionale Kraft zu legen – das berührt mich. Es ist an manchen Stellen ungeheuer surreal witzig, so dass die dramatischen Momente um so epischer werden. Was Anderes kann man auch erwarten, wenn man es hier mit „Everyday Heroes“ zu tun hat, die über sich selbst hinauswachsen müssen?

Schon allein freue ich mich darauf, wenn die „Buy More“-Crew irgendwann mal so richtig mitmischt, denn das rieche ich förmlich kommen. Es wird sehr subtil aufgebaut, wie die ganzen „Nebencharaktere“ in die Position gebracht werden, um irgendwann etwas richtig Großartiges zu  machen, das sicherlich Gänsehaut-Garantie hat. Ihr erinnert euch vielleicht an das Ende der 5. Buffy-Staffel? Vorher war Xander immer die Lachnummer und der Comic-Relief, aber am Ende der 5. Staffel bekommt er seinen größten Moment, eben weil er vorher die Lachnummer war und gerade das macht die Szene mit ihm so unglaublich episch. Das spüre ich, dass sowas auch bei „Chuck“ kommen wird. Vielleicht täusche ich mich, aber es wäre ein verschenkter Moment, denn das könnte die Serie ungeheuer gut.

„Chuck“ macht Spaß. Manche wissen vielleicht, dass „Big Bang Theory“ nichts für mich ist. Doch genau die Momente, die „Big Bang Theory“ für mich nicht funktionieren lassen, absolviert „Chuck“ grandios. Während ich bei „Big Bang Theory“ immer den Eindruck hatte, dass einen Geek-Witz gab, um den einen Szene gedreht wurde, gibt es in „Chuck“ Momente, in die Geek-Witze eingearbeitet werden. Das heißt nicht, dass „Big Bang Theory“ doof ist, ich kann nur nichts damit anfangen. Natürlich ist „Chuck“ schon einmal eine ganz andere Serie, aber mir kommt es häufiger beim Sehen in den Sinn, dass ich mir denke: „So hätte Big Bang Theory sein müssen, damit es mir gefällt.“

Also Leute: „Chuck“ kaufen und gucken – nur 10 Euro. Das macht echt Laune.

We’ve sent our secrets to an idiot

„Lost“ haben wir durch, daher war es Zeit für eine neue Serie und nach den ersten zwei Folgen komme ich mit einer dringenden Seh-Empfehlung: „Chuck„. Gucken! Für knappe 10 Euro bei Amazon kann man da echt nichts falsch machen.

Was ist Chuck? Ich schrieb es schon einmal, aber es charakterisiert die Serie einfach zu gut, so dass ich es wiederholen muss: Es ist die Joss-Whedon-Serie, die nicht von Joss Whedon ist. Bitte nicht falsch verstehen, denn sie ist tatsächlich nicht von ihm. Aber sie fühlt sich an allen Stellen danach an – außerdem spielt Jayne aus „Firefly“ mit.

Die Serie ist eine Mischung aus Agenten-Serie und Sitcom. Warum wie Joss Whedon? Es gibt einen fast klassischen Joss Whedon-Cast: Hauptcharaktere, aber ebenso kleine Charaktere, die ungeheuer spannend sind und selbst zur Hochform auflaufen können. Die Dialoge sind ungeheuer witzig, aber zeitgleich ist die Serie sehr ernst, temporeich und es gibt einige sehr surreale Szenen.

Es ist bisher wirklich großartige Unterhaltung und daher möchte ich das euch echt ans Herz legen, denn für das Geld kann man nichts falsch machen. Aber tut euch einen Gefallen und seht sie euch auf Englisch an. Sie lief vor einiger Zeit im deutschen Fernsehen, wo wir sie bereits sahen, aber die deutschen Stimmen passen zu einigen Szenen nicht, so dass gerade die leicht surrealen und bizarren Szenen einfach nur überdreht und unglaubwürdig wirken. Auf Englisch hatten wir nun gar keine Probleme mehr damit.