The Dawngate has been shut down

Was ist denn da passiert? Ich bin immer noch ein wenig fassungslos, seitdem ich gestern Abend erfahren habe, dass Dawngate einfach so eingestellt wird. Noch 90 Tage läuft dieses MOBA, das mir die letzten Monate unglaublich viel Spaß gemacht hat. Um zur Ankündigung zu gelangen, müsst ihr auf diesen LINK klicken. Meine Laune ist gerade genauso grau wie das Wetter draußen. Gestern gab es noch einen Patch! Und wenig später kam diese Ankündigung. Unglaublich.

Wie kann man nur so kurzsichtig sein? Dawngate war ein Spiel – nein, ist ein Spiel! – mit viel Potenzial. Es war in der Beta. Beta! Ihr wisst, was das bedeutet? Viele Spieler versuchen es nicht, weil sie darauf warten, dass ein Spiel den finalen Launch hat. Gerade bei einem MOBA ist eine Vielzahl an spielbaren Champions ungeheuer wichtig und macht auch den großen Reiz eines solchen Spieles aus. Hinzu kommt, dass kaum Werbung bisher gemacht wurde.

Von vielen Seiten wurde Dawngate immer wieder gelobt und auch gepusht. Auch Total Biscuit war scheinbar gestern in seinem Podcast sprachlos und die Kommentare auf Reddit sind eigentlich sehr eindeutig. Sicherlich gibt es auf anderen Seiten auch Idioten, die dann mit „Who cares?“ antworten, aber es ist eindeutig: Dawngate hat eine nicht zu verachtende und ungeheuer aktive Community.

Ich denke, dass die ungeheuer dichte Lore und die liebevoll skizzierten Charaktere auch mit ein Grund dafür sind, dass die Spieler an dieses Spiel gebunden wurden. Das sieht man bereits an dem wirklich schönen Web-Comic. Ja, League of Legends hat mittlerweile auch einen recht interessanten und verzahnten Hintergrund. Das ist auch das Schöne daran. Doch bei Dawngate fühlte es sich für mich immer stimmiger und liebevoller und mit Seele an.

Dawngate wurde bereits mit diesem Hintergrund im Kopf konzipiert. Man wollte es mit dem Web-Comic begleiten. Bei League of Legends ist das erst nachträglich aufgedrückt worden. Das ist nicht schlecht, aber bei Dawngate hat es einfach eine andere Qualität. Dies führt auch dazu, dass die Spieler sich mehr mit der Welt und somit auch dem Spiel identifizieren. Um so größer ist der Frust nun. Dabei hätten diese Spieler bei einem Release sicherlich viel Geld investiert, um diverse Announcer zu kaufen oder bestimmte Skins. Denn das war vielversprechend.

Nur war das EA anscheinend nicht genug. Sie wollten nicht warten. Sie wollten Geld – jetzt. Sie wollten Wachstum – jetzt. Aber da habe ich gleich mal eine Frage: Wieso dann nicht auch mal mit dem Marketing anfangen? Auch in der Beta hätte man da sicherlich gut wachsen können. Wenn es also nicht genug ist, dann hätte man da was draus machen können. Dawngate hatte alle Möglichkeiten dazu! Aber sie wurden nicht genutzt. Wieso?

Das Grundkonzept von Dawngate war schön und ich hatte mehr Spaß dabei als mit League of Legends. Wieso? Weil die Community besser war. Sie war nicht perfekt, aber sie war friedlicher und freundlicher. Sicherlich gab es auch da Pfeifen, aber nicht in dem Ausmaß, wie in eigentlich allen anderen MOBAs, die ich gespielt habe. Hinzu kommt, dass das Rollensystem wunderschön war. Es hat zwar die Meta nicht komplett aufgebrochen, aber es hat mehr Dynamik bei der Champion-Auswahl und beim Spielstil gebracht. Ein Punkt, der mir persönlich auch sehr gefallen hat: Es gab fast kein Mana. Die meisten Champions waren cooldown-basiert oder hatten eine andere Ressource. Aber Mana? Nein. Dawngate hatte so viele Möglichkeiten und war kein Klon, wie es nun gerne behauptet wird!

Ich bin enttäuscht, frustriert und sauer. Vor lauter Frust habe ich nun auch eine Petition unterschrieben, in der Hoffnung, dass da irgendwann wieder gesunder Menschenverstand bei EA einkehrt und sie erkennen, was für eine Community sie haben und dass sie damit tatsächlich viel Geld verdienen können. Solche Petitionen bringen nichts und dennoch will ich wenigstens „irgendetwas“ probieren. Ist sich EA nicht bewusst, was dies wieder für ein Tiefschlag gegen viele Gamer ist und dass sie viel Ansehen dadurch verlieren? Vermutlich ist es ihnen egal – sollte es aber nicht.

Dawngate! Du darfst nicht geschlossen werden! Bitte. Ein Kommentar auf Reddit ist schön und ich versuche einfach, diesen zu leben: „How lucky am I, to have had something that makes saying goodbye so hard.“

Distress signal

Das war eine lange Pause! Aber es war wirklich viel zu tun und ich hatte wenig Kopf hier für das Blog. Hinzu kam auch noch ein grippaler Infekt, den ich nun schon seit meinem Urlaub wohl ein wenig mit mir rumgeschleppt habe und der vor knapp zwei Wochen dann doch so langsam raus wollte – und immer noch nicht ganz ausgestanden ist. Das ist ein sehr widerstandsfähiges und ärgerliches Vieh!

Vor allen Dingen, da es mich einfach schlapp und müde macht. Das ist ungeheuer ungünstig, wenn man hauptsächlich mit dem Kopf arbeitet und kreativ tätig ist, aber sich alles so dick und müde und mühsam anfühlt, dass es ungeheure Anstrengungen kostet, sich zu konzentrieren. Das ist dann auch mit einer der Gründe, warum ich das bischen Energie, das mir noch blieb, nicht hier verschwenden wollte. Doch so langsam geht es wieder – hoffentlich. Toi, toi, toi.

Auch mit einer der Gründe war, dass ich mal wieder den Fehler begangen hatte, vermehrt NWN2 zu spielen und vielleicht erinnert man sich: Die NWN2-Community ist eine fürchterliche Rollenspieler-Community. Was da an IC und OOC ständig verwischt wird, wie da Grüppchen gebildet werden und sogar gemobbt wird, habe ich bisher in noch keiner Community gesehen. Zwar ist die LoL-Community sicherlich härter und fieser, aber da das alles bei NWN2 auch viel persönlicher und näher ist, wage ich zu behaupten, dass es dort dafür mehr an der Seele nagt. Das ist, was sicherlich auch nicht gerade gut für mich die letzte Zeit war und auch viel von meinen Gedanken und Energien aufgesaugt hat. Doch ich hoffe, dass auch hier so langsam der Berg erklommen ist.

Wie das weitergeht? Wir werden es sehen. Zunächst einmal hoffe ich, dass weder Frühjahrsmüdigkeit noch dieser dämliche grippale Infekt, noch diese Mobbingnachwirkungen mich jetzt wieder von meiner üblichen Produktivität abhalten. Denn es nervte so langsam.

Smite Infidel!

Am Wochenende haben wir einmal in die Open Beta von Smite reingeschaut – ein MOBA in Third-Person-Perspektive.

Schon allein die Grundidee ist ganz interessant und verspricht spannende Charakterkonzepte, denn man bedient sich an klassischen Mythologien – Zeus, Thor, Bastet, Ra, Freya, Sun Wukong … aus der ganzen Weltgeschichte wurden Götter oder mythologische Wesen in einen Topf geworfen und kämpfen in den Arenen von Smite gegeneinander.

Das ist extrem gewöhnungsbedürftig dank der Third-Person-Perspektive, denn jeder Angriff ist ein Skill-Shot. Bei League of Legends beispielsweise gibt es genug Angriff, bei denen man einen Gegner einfach nur anklicken muss. Bei Smite muss man aber alles wirklich treffen.

Das macht Laune und ist spannend und besonders für mich auch sehr angenehm. Denn bei LoL hatte ich gerade als AD-Carry immer das Problem, dass ich in dem ganzen Gewusel nicht die richtigen Stellen geklickt habe. Skill-Shots? Waren noch nie ein Problem, weswegen bei LoL auch AP-Carrys immer genau mein Ding waren. Aber AD-Carry? Klappt bei mir einfach nicht. Bei Smite hingegen schon!

Es gibt natürlich unterschiedliche Karten, wobei wir uns am häufigsten in der Arena herumgetrieben haben. Ein sehr einfaches Prinzip: große Runde Arena, ein Tor auf jeder Seite und jeder Minion, der das gegnerische Tor erreicht, wird von den Punkten der Gegner abgezogen. Welche Seite als erstes 0 Punkte erreicht, hat verloren. Götterkills zählen sogar für -5 Punkte.

Auch haben wir den klassischen Modus probiert – Conquest. Drei Lanes, genau wie in den ganzen anderen MOBAs. Das war auch eigentlich ganz witzig und spaßig, wenn da nicht die übliche MOBA-Problematik gewesen wäre: die Community.

Wir hatten da ein hyperaktives Flame-Kiddy im Team, das uns die ganze Zeit nur sagen konnte, wie schlecht wir doch wären. Klar, wir haben auch gerade erst angefangen. Daher spielten wir ja auch kein Ranked, sondern unter dem Reiter „Casual“. Aber sowas interessiert so einen Flamer natürlich nicht, während er wie wild verbal um sich schlägt. Schon traurig, dass ein so schönes Spiel-Genre wie die MOBAs eine so beschissene Community.

Ungeachtet dessen macht Smite Spaß – man muss mit diesen kleinen Krankheiten des MOBA-Genres wohl einfach leben. Wenn euch das neugierig gemacht hat, ihr in Smite reinschnuppern wollt und mir was Gutes tun wollt, dann folgt doch diesem Link, um eine Freundeseinladung von mir anzunehmen. Ich werde die nächste Zeit sicherlich häufiger noch darüber schreiben und möglicherweise mache ich dann wirklich mal ein Let’s Play – „Holger verwirrt im Kampfchaos!“ … oder so.

Wer einen Einblick in das Spiel selbst will, sehe sich dieses Tutorial an:

Enter the Freljord

Ich kann vor Riot mit League of Legends nur immer wieder meinen Hut ziehen: Respekt! Die letzte Zeit hatte ich weniger League of Legends gespielt, da es doch zu viel zu spielen gab und das dabei ein wenig auf der Strecke blieb – dennoch bin ich vorgestern am Feiertag komplett in LoL wieder versumpft. Denn es gab einen Patch mit der neuen ARAM-Map (All Random, All Mid) „Howling Abyss“ samt dem neuen Champion Lissandra und noch einigen Skins.

Zunächst einmal bin ich beeindruckt, wie viel Hintergrund die doch basteln! Dabei möchte ich betonen, dass League of Legends kein MMORPG ist. Die bräuchten keinen wirklichen Fluff. Die bräuchten auch keine Charakterhintergründe. Es gibt noch nicht einmal Quests im Spiel. Aber dennoch fasziniert mich, wie ausgearbeitet die Hintergründe vieler Charaktere sind, wie interessant die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren dargestellt werden und wie viel Liebe sie in diese Details stecken. Das merkt man am Hintergrund zur neuen Map einmal wieder.

Es gibt eine eigene Homepage dafür, auf der graphisch recht ansehnlich das Gebiet und dieses Setting vorgestellt wird. Klickt euch mal durch und selbst wenn ihr keinen Bezug zu League of Legends habt, werdet ihr vermutlich verstehen, was ich meine. Denn da müsst ihr gar nicht die Charaktere großartig kennen oder das Spielprinzip. Man sieht, dass da wirklich am Hintergrund gearbeitet wurde, obwohl das Spiel selbst eigentlich einfach eine Online-Battle-Arena ohne wirkliche Rollenspielelemente ist.

Hinzu kommt dann noch sowas wie dieses Video über diesen Hintergrund:

Ich bin ganz hin und weg von dem allen, aber auch von der Map selbst.

Früher habe ich nie ARAM gespielt. Das war immer etwas, das ich mit hochgezogener Augenbraue betrachtet habe. Kurz zu Erklärung für alle Unwissenden: „All Random, All Mid“ ist eine alternative Spielweise der klassischen LoL-Karte, bei der jeder Spieler einen Champion zufällig ausgewählt bekommt und mit dem dann spielen muss. Außerdem treffen sich alle auf dem mittleren Weg, während der obere und untere der KI überlassen und ignoriert wird. Dazu gibt es noch ein paar kleinere Regeln, zum Beispiel dass man nicht zurückteleportieren darf usw.

Jetzt hat Riot diesem unter Spielern recht beliebten „Casual“-Modus eine eigene Karte gegönnt – samt Matchmaking. Das bedeutet, dass man jetzt auch EP und IP für die Kämpfe dort bekommen kann. Also habe ich es gestern mal ausprobiert und bestimmt an die 10-20 Spiele gemacht. Es war großartig.

Endlich konnte ich mal Champions spielen, die ich sonst nie spiele – denn normalerweise hätte ich Angst, geflamed zu werden. Doch hier ist das sinnlos, denn man kann schließlich nicht bestimmen, welchen Champion man erhält. Ebenso ist es ungeheuer erleichternd, mal nicht die perfekte Team-Zusammenstellung haben zu müssen. Viele Spieler glauben das zwar immer noch, aber ich bin der festen Überzeugung, dass man im ARAM mit fast jeder Kombination (Ausnahmen bestätigen die Regel) gewinnen kann.

Der Flame ist bisher verhältnismäßig gering, wenn ich an die normale Map denke. Was da teilweise geflamed wird, geht auf keine Kuhhaut mehr. Da ist es auf „Howling Abyss“ deutlich gesitteter, denn die meisten wissen wohl: Hier spielt man häufig mit Champions, die man so gar nicht kennt. Manche Spieler sind natürlich dennoch so idiotisch und verlangen Höchstleistungen und wenn diese nicht erbracht werden, geht es ab.

Etwas, das ich bei „Howling Abyss“ recht früh gemerkt habe: Ich benutze keine Skins mehr, außer bei Helden, die ich absolut verstehe. Denn zwar habe ich auch für Champions Skins gekauft, die ich zwar nicht oder kaum spiele, die mir aber einfach gefallen haben. Das interessiert manche Leute nicht und bizarrerweise glauben sie, dass wenn man einen Skin für einen Champion hat, diesen auch beherrschen muss. Vollkommener Quatsch, aber so ist sie nun einmal – die LoL-Community.

Ungeachtet dessen hatte ich gestern extrem viel Spaß mit dieser neuen Map und könnte mir vorstellen, in Zukunft fast nur noch ARAM zu spielen. Schon allein, dass die Spiele deutlich kürzer sind, ist ein absoluter Pluspunkt. Man hängt also nicht mehr 30-50 Minuten in einem Spiel, sondern nur noch 10-20 Minuten. Wie sich das in Zukunft entwickeln wird? Mal schauen. Die Map hat mich jedenfalls wieder ein wenig mehr in den LoL-Bann gezogen.

Reported!

Schon häufiger habe ich über die Community von League of Legends geflucht und es fühlt sich wirklich so an, dass dies mit Abstand der schlimmste Haufen an Menschen ist, den ich bisher erlebt habe. Doch dann fahre ich wieder Auto und denke mir: „Ach, das Verhalten kenne ich doch!“

Denn wenn man es sich einmal genauer betrachtet, ist genau dieses LoL-Verhalten viel zu häufig auch im Straßenverkehr zu beobachten. Worum geht es? Bei League of Legends wird sehr gerne geflamed und auch mit sogenannten Reports gedroht. Reports bedeuten, dass man einen Spieler meldet. Das drohen manche an, weil man beleidigt wurde, aber leider viel zu häufig wird es benutzt, wenn ein anderer Spieler angeblich schlecht spielt.

Das ist an sich vollkommener Schwachsinn und wird auch Riot explizit gesagt, dass diese Funktion nicht dazu gedacht ist, dass schlechte Spieler bestraft werden – denn niemand kann etwas dafür, dass er schlecht spielt. Für gewöhnlich soll in Rangspielen dann die Elo-Zahl genau die Spieler miteinander verbinden, die eine ähnliche Spielstärke besitzen. Das funktioniert auch soweit.

Dennoch nehmen viele Spieler das lieber selbst in die Hand. Das Ironische an der ganzen Sache ist, dass diejenigen, die am lautesten schreien, selbst meist nicht sonderlich viel besser spielen. Damit will ich mich nicht über Andere erheben, aber ich fange schließlich auch nicht an, Andere dafür zu flamen, dass sie spielen, wie sie spielen. Aber ich habe schon so häufig extreme Flamer gesehen, die selbst dermaßen… fragwürdig gespielt haben, dass ich mir dachte: „Konzentriere dich doch mal auf dein eigenes Spiel.“

Gerade als Supporter fällt mir das häufig auf, wenn mich mein AD-Carry von der Seite anschnauzt, weil ich ihn angeblich schlecht supporte. Dabei liegt das nicht immer nur an mir. Klar, ich spiele auch mal echt Mist zusammen. Aber mit einer Leona habe ich nun einmal beispielsweise Schwierigkeiten gegen eine Nidalee, die mich outzoned. Und wenn mein AD-Carry dann meint, wirklich jeden Speer auf maixmaler Distanz von ihr auffangen zu müssen, dann kann ich da herzlich wenig machen.

Sowas kam mir heute einmal wieder im Straßenverkehr vor. Leute, die Anderen vorschreiben wollen, wie sie zu fahren haben, selbst aber: 1. einem die Spur schneiden, 2. keinen Blinker benutzen, 3. viel zu schnell fahren und noch viel mehr. Und dennoch wird dem anderen Verkehrsteilnehmer der Vogel gezeigt, die Lichthupe oder Ähnliches.

Das ist genau das gleiche Verhalten. Genau die gleiche Rücksichtslosigkeit und genau die gleiche, fehlende Selbstreflexion. Sicherlich passiert das nicht so häufig wie bei League of Legends. Aber ich bin doch erschüttert über die Erkenntnis, dass es nicht nur an der Anonymität des Internets liegt. Nein, dies findet man auch ganz normal im Straßenverkehr und da könnte ich sogar dank Nummernschuld die Anonymität rausstreichen.

Da wird dann gehupt wie wild, wenn jemand sich in einem unübersichtlichen Straßenverkehr bewegt und offensichtlich (laut Nummernschild) von außerhalb ist. Da wird die Lichthupe gemacht, wenn man auf der mittleren Spur 130 km/h fährt, anstatt die vom Drängler angestrebten 200 km/h – dabei geht es rechts nur stockend wegen LKWs und es gibt auch noch die Spur nebendran. Da wird wild gestikuliert und symbolisch die Spur geschnitten, weil man denkt, dass jemand da bescheuert fährt.

Wirklich viel anders als „Report xyz!“ in League of Legends-Spielen ist das nicht. Menschen sind eben doch einfach Menschen – nicht nur im Internet, sondern auch im Straßenverkehr. Das ist allerdings keine neue Erkenntnis. Dieter Nuhr hat das eigentlich auch bereits entdeckt.

Maintenance bewahren

Heute melde ich mich einmal wieder aus dem linguistischen Albtraum der Zockerlandschaft. Denn ich habe einen neuen Favoriten für das sprachliche Ungetüm des Jahres.

League of Legends zeichnet sich nicht gerade durch einen tollen Umgang miteinander aus. Ähnlich sieht das natürlich auch mit der Kommunikation aus. Bei manchen Beleidigungen habe ich sogar das Gefühl, dass man die nur im Umfeld von League of Legends so richtig kennt. Aber vermutlich bin ich da einfach zu behütet aufgewachsen und alle kannten solche Wörter – außer mir.

Doch es geht mir hier noch nicht einmal um Beleidigungen. Bei League of Legends gibt es unterschiedliche Rollen, die man im Team einnehmen kann: Tank, Supporter, Jungler, AD-Carry und AP-Carry. Was das nun genau ist, ist eigentlich relativ egal. Bei Interesse kann ich das gerne einmal genauer ausführen.

Richtig fürchterlich ist jedoch, dass im deutschen Forum tatsächlich die Ausdrucksweise existiert: „Ich maine Support.“ Was ist das?

Mir ist vollkommen klar, wo das herkommt. Es geht hier darum, was die Hauptrolle ist, die man einnehmen will. Ähnlich wie die Unterscheidung zwischen Main-Character und Twink-Character. Daher gibt es in MMOs die Formulierung: „Mein Main ist Tank.“ Das ist okay. Vielleicht nicht schön, aber damit kann ich sowas von gut leben, denn das erschließt sich mir alles vollkommen logisch – von einem linguistischen Standpunkt aus gesehen.

Jetzt kann man „ich maine Support“ sicherlich auch linguistisch total toll herleiten. Aber trotzdem empfinde ich das wiederum eine sprachliche Entgleistung, die mir wirklich Magenschmerzen bereitet. „Mainen“? Ein Verb? Ich bitte Euch! Das ist kein Wort, das ist ein Verbrechen.

Ich lese es in den LoL-Foren – ständig. Und jedesmal bluten meine Augen.

Just ping and I will do it

League of Legends spiele immer noch – nur schreibe ich nicht ständig darüber, auch wenn das sicherlich möglich wäre. Mittlerweile habe ich sogar Level 30 erreicht und bin dabei, meine Runenseiten mit vernünftigen Runen auszustatten.

Da bin ich zwar auch schon geflamed worden, weil man ja angeblich ab Level 20 seine Runenseiten ausstattet – ich habe halt mir von meinen IP auch Champions gekauft, weil ich eine nette Auswahl an Figuren haben wollte und mir auch nicht jeden Champion für teure Riot Points (die Echtgeld-Währung) zulegen wollte. Das mache ich zwar hin und wieder bei Angeboten, aber da will ich es nicht übertreiben. Die Riot Points setze ich dann doch lieber in hübsche Skins.

Welche Champions sind bei mir besonders häufig? Leider spiele ich zur Zeit nur noch sehr selten Katarina. Das ist immer noch eigentlich mein Lieblings-Champion, aber da der Kindergarten in League of Legends extrem hoch ist und die „Erster!“-Rufe bei der Team-Zusammenstellung zu entnervend sind und ich auf diese Kindereien keine Lust habe, begnüge ich mich dann doch mit Support. Sollte dann mal die Mitte oder die Top-Lane frei sein, dann greife ich natürlich gerne auf Katarina zurück, auch wenn ich dann merke, dass ich da meist ein wenig aus der Übung bin.

Heißt also: Ich spiele meist Support und zwar Sona oder Leona. Je nachdem, worauf ich mehr Lust habe, da sich beide doch komplett unterschiedlich spielen. Sona ist einfach später ein richtiges Monster und als Champion ganz faszinierend: Man kann sie überaus schnell lernen, aber um sie richtig zu meistern, liegt ihr Skill-Cap extrem hoch – „easy to learn, hard to master“. Leona hingegen finde ich schwieriger. Sie ist langsam und bis sie so richtig tankig wird, dauert es ein wenig, sofern man seine Support-Rolle nicht zu sehr vernachlässigen will. Aber ich denke, mittlerweile habe ich einen guten Weg gefunden.

Nicht zuletzt durch eine Lied-Parodie von Britney Spears Lied „Till the World Ends“ umgeschrieben auf Leona und einen richtig guten Tower-Dive-Gude habe ich richtig Gefallen daran gefunden, unter den Türmen durchzutauchen, Schaden zu tanken, damit mein Lane-Partner die Kills abstauben kann. Das Lied folgt nach dem Doppelpunkt, der Tower-Dive-Guide nach dem Spoiler-Cut:

Das ist eine gute Einführung darin, wie Leona gespielt werden sollte. Sicherlich nicht alles ernst gemeint, aber es gibt die Richtung gut vor.

Spoiler-Cut

As chat flies by…

Während der Gamescom habe ich auch mal in den Leage of Legends-Stream reingeschaut. Das war soweit auch ganz nett – wenn man einmal vom Chat absieht. Da hat sich einerseits gezeigt, wie unmöglich die LoL-Community ist, aber auch andererseits noch etwas: Liest da überhaupt jemand, was dort geschrieben wird?

Ich habe durchaus so meine Erfahrung mit schnellen, ratternden Chat-Logs, die schwierig zu überfliegen, aber da bin ich nicht mitgekommen. Das war eine solche Geschwindigkeit…! Unglaublich! Manchmal scheint jemand auf einen anderen Chatter zu antworten, aber das ist sehr vereinzelt. Größtenteils scheinen die Leute da einfach nur irgendwelche Dinge rauszuplärren.

Hat jemand von euch das oder ähnliche Dinge schon einmal beobachtet bei solchen Live-Streams mit Chat-Räumen? Der Chat zum Live-Stream vom GNTM-Finale war da wesentlich einfacher zu lesen und hat auch viel mehr Sinn gemacht. Aber dieses LoL-Stream? Ein Ding der Unmöglichkeit – und ich glaube, das war denen auch egal, was die Anderen geschrieben haben.

Oder gehöre ich mittlerweile doch dermaßen zum alten Spieler-Eisen, dass die Zockerjugend da mitkommt, aber ich nicht mehr?

It’s an arena, right?

Was würde passieren, wenn Haruhi Suzumiya in der League of Legends mitspielen würde? Das hier. Eigentlich ist das nur eine Skin-Überlagerung für den Champion Ezreal, aber witzig wäre es schon.

Meine Vorschläge für Haruhis Fähigkeiten wären:

Q: Megalomania
Haruhi erhält mehr Laufgeschwindigkeit für drei Sekunden. Dabei kann sie einen weiteren Champion mit sich ziehen. Die Abklingzeit für Enthusiasm wird um zwei Sekunden gesenkt, für Tsundere um drei Sekunden und für Reality-Bending um vier Sekunden.

W: Enthusiasm
Haruhi erhält mehr Angriffsgeschwindigkeit für drei Sekunden. In dieser Zeit erhält ein anderer Champion ihren Schaden. Die Abklingzeit für Megalomania wird um zwei Sekunden gesenkt, für Tsundere um drei Sekunden und für Reality-Bending um vier Sekunden.

E: Tsundere
Haruhi betäubt ihr Ziel mit dem nächsten Angriff. Außerdem wird die Abklingzeit für Megalomania wird um zwei Sekunden gesenkt, für Enthusiasm um drei Sekunden und für Reality-Bending um vier Sekunden.

Ultimate (R): Reality-Bending
Haruhi wird nicht mehr durch Vasallen oder Champions blockiert, ebenso wie Wände kein Hindernis mehr für sie darstellen. Außerdem beschwört sie einen Titan, der 30 Sekunden für sie kämpft. Ihre Angriffsgeschwindigkeit wird zehn Sekunden drastisch erhöht, während die Laufgeschwindigkeit aller Champions (freundlich und feindlich) in der Arena reduziert wird. Außerdem gibt es einen zufälligen der folgenden Effekte: 1. Das Aussehen der Champions wechselt zum Aussehen irgendwelcher anderer Champions. 2. Die Portraits der Champions werden zu anderen Portraits. 3. Jeder steuert für drei Sekunden einen anderen Champion. 4. Die Monster im Dschungel wechseln ihre Position.

Ja, das ist nicht ernst gemeint als Vorschlag und das ist sicherlich nicht balanced, aber die Grundidee gefällt mir. Da müsste man noch arg tüfteln und gerade mit den Cooldowns arbeiten. In der Idee hat „Reality-Bending“ einen extrem hohen Cooldown, den man durch die anderen Angriffe reduzieren muss.

Eye of the tiger

Ich fühle mich grundsätzlich zu Underdogs hingezogen.

Das war schon früher so, als ich kleiner Bub lieber den Howie als den Colt Seavers mochte. Das war im Schach so, wo ich gerne abseitige Sachen gespielt habe wie Grünfeld, Katalanisch oder beschleunigten Drachen. Das war auch bei Filmen wie dem Schwarzen Loch von Disney so, wo ich den kleinen Schrottroboter so sympathisch fand. Ich habe in WoW-Classic als Holy-Priest gelevelt, was eine Tortur war und normalerweise keiner macht; nur Def-Warrior spielte sich zäher beim Leveln. Und ich mag Hobbits und Halblinge und all das Zeug, daher ist Willow auch einer meiner Lieblingsfilme.

Ja, ich hatte schon immer ein Herz für das Abseitige und ich treffe es immer wieder zielsicher. Denn ratet mal, was mir bei League of Legends passiert ist? Ich habe mir einen Champion rausgesucht, der scheinbar gut auf meine Spielweise passt und mit dem ich immer besser umgehen kann, weil sich vieles so natürlich anfühlt: Katarina.

Da ich immer besser und besser mit ihr spielen konnte, habe ich mir angefangen, Replays mit ihr anzusehen, Guides zu lesen und im Forum zu stöbern. Was finde ich dort? Geflame über Katarina, wie scheiße sie doch als Champion ist. Da scheint auch rein mechanisch von der Engine kein Drumherum. Trotzdem komme ich mit ihr auf meinem (doch recht niedrigen) Spielniveau gut weit. Aber es wurmt mich schon ein wenig, denn letzten Endes setze ich dann wieder auf ein Pferd, das keiner mag.

An sich ist das toll, denn dadurch kann man überraschen. Damit kann man Leute, die kein Talent besitzen, sondern nur Dinge nachspielen und nicht verstehen, gut auskontern. Das habe ich im Schach auch gerne gemacht. Einfach die bekannten Theoriewege umgehen und meinen Gegner auf unbekanntes Terrain locken, um ihn dort mit meinem besseren Positions- und Spielverständnis zu besiegen. Denn ich mochte nie die großen gehypten Eröffnungen oder Spielweisen. Aber manchmal ist es doch schade, wenn man sieht, wie einfach manche zu ihrem Ziel kommen, nur weil sie einmal mit dem Gesicht auf die Tastatur hauen und damit sogar gewinnen.

Vermutlich ist das aber einfach mein Weg und auch mein Stil. Nicht kopieren, sondern verstehen – und dadurch dann den Gegner besiegen, weil ich durch Verstehen viel bessere Transferleistungen vollbringen kann und nicht einfach nur Item-Builds oder Skillungen kopiere. Eine gewisse Genugtuung ist das schon. Trotzdem schon kurios, wie ich wohl wieder zielsicher einen der (angeblich) schwächsten Champions ausgewählt habe.

Underdogs sind eben einfach cool.