Familiar spirits

Heute habe ich meine „Zero no Tsukaima“-DVDs von der Post geholt. Natürlich konnte ich es nicht lassen und habe in die erste Folge reinschauen wollen – es wurden dann doch vier.

Leider ist die Untertitel-Qualität sprachlich gesehen sehr schlecht. Das hat mich in den ersten zwei Folgen rausgehauen, aber scheinbar hat bei den späteren Folgen jemand anders die Untertitel gesetzt. Dort war es zwar nicht gut, aber immerhin besser.

Die Serie selbst ist genau nach meinem Geschmack, denn der Hauptcharakter, Louise, ist genau so, wie ich sie erhofft hatte: schusselig, cholerisch, aber mit einem guten Herz. Alles riecht nach schönem Charakterdrama und ich freue mich sehr darauf.

Eigentlich ist es blöd, dass ich schon angefangen habe zu schauen. Denn an sich habe ich noch die zweite Staffel von „Melancholy of Haruhi Suzumiya“ hier liegen, die ich vorher zu Ende schauen will. Doch jetzt habe ich natürlich ein wenig Angst, den Anschluss an „Zero no Tsukaima“ zu verlieren. Doch dann muss ich eben noch einmal von vorne schauen. Da die ersten Folgen in Windeseile verflogen sind und sehr unterhaltsam waren, sollte es auch ein zweites Mal kein Problem sein.

For the very first time

Wie soll ich jemals all die Serien schauen, die ich gerne sehen würde? Ist schließlich nicht so, als ob ich es mir einfacher mache, denn jetzt habe ich mir schon wieder eine neue Anime-Serie zugelegt, die ich schon länger auf dem Radar habe: Zero no Tsukaima. Doch ich konnte einfach nicht anders!

Tollpatschige Tsundere-Zauberin, die auch noch von Rie Kugimiya (Taiga aus „Toradora!“) gesprochen wird? Dazu noch scheinbar viele Charakterverwicklungen und Drama… jetzt habe ich auf Ebay endlich eine Komplettausgabe gefunden und mir die dann auch zugelegt. Doch wann ich das sehen soll? Ich habe keine Ahnung.

Mit der neuen Haruhi-Staffel bin ich noch nicht einmal durch, dann habe ich noch „Fruits Basket“ hier rumliegen und noch ein paar. Dabei sind das nur die Animes! Von den ganzen anderen Serien will ich gar nicht reden. Aber ich habe doch zu viel Angst, nicht mehr an all diese Serien zu kommen, die mich so interessieren und wenn ich die Zeit dazu hätte, die nicht mehr zu kaufen sind, sondern nur auf ganz dubiose Umwege. Daher horte ich lieber jetzt.

Aber wisst ihr was? ich freue mich riesig drauf. Denn bisher hat mich nahezu jeder dieser Impulskäufe, bei denen ich so ungeheuer wenig von der Serie vorher wusste, so beeindruckt und inspiriert. Ich bin mir sicher, das wird mir mit „Zero no Tsukaima“ genauso gehen. Schon allein, dass es wieder ein Charakter gesprochen von Rie Kugimiya ist, der Königin aller tsundere… das wird so großartig!

Außerdem sieht der Charakter zwar durchaus klassisch-tsundere aus, aber wenn ich mir manche Bilder so ansehe, könnte das auch für mich spannende neue Seiten an diesem Charaktertyp öffnen.

Das wird so großartig und je häufiger ich das Opening sehe, desto mehr freue ich mich darauf. Ich mag die Dynamik, ich mag die Schnitte und der Stimmungswechsel von Louise ab 1.15 – unbezahlbar! Ganz davon ab, dass ich das Lied richtig toll finde.

Kann… es… nicht… erwarten!

I heave a sigh to myself

Gerade wurde ich leicht melancholisch. Wieso? Weil ich mir erneut das zweite Ending eines Animes mir angesehen habe, der mich letztes Jahr so stark beeindruckt hat und den ich wohl auf lange Zeit nicht mehr los werde: „Toradora!“

Da werdet ihr also vermutlich damit leben müssen, dass hin und wieder so ein leicht seufzender Blog-Beitrag dazu entsteht, denn immer wieder, wenn ich an diesen Anime denke, dann spüre ich so ein innerliches Seufzen, wenn ich an manche Szene denke, dann schlucke ich. Das hat mich einfach so mitgerissen und berührt damals, dass ich den ungeheuer gerne erneut ansehen würde – aber es gibt dort draußen noch so viele andere Animes und Filme und Serien, die ich gerne sehen will, dass mir das wohl kaum möglich sein wird.

Warum hat „Toradora!“ mich so bewegt? Er gehört ganz eindeutig zur „Romantic Dramedy“ – wenn ich diesen Ausdruck einmal so benutzen darf. Aber er umschreibt es sehr gut, denn es sind alle drei wichtigen Elemente drin: Romantik, Drama und Kömodie. Auch wenn der Anime sich ganz eindeutig mehr auf die ersten beiden Aspekte versteift. Die komödiantischen Einlagen dienen eher dazu, die Dramatik zu unterstreichen – und diese Dramatik wird irgendwann wirklich herzzerreißend. Wer bei den Weihnachtsfolgen am Ende nicht fast zu Tränen gerührt ist, der hat kein Herz. Das ist so… episch und tragisch. Ich liebe diesen Anime dafür.

Vermutlich brauchen viele ein wenig Eingewöhnung, denn „Toradora!“ ist sehr japanisch. Es ist außerdem eine sehr stille und ruhige Serie. Es dreht sich hauptsächlich um extrem tiefe Charaktere, die ein sehr kompliziertes Beziehungsgeflecht haben und wie dieses Geflecht „aufgelöst“ wird, hat meinen höchsten Respekt erfahren – denn es löst sich nicht komplett auf. Es lässt einige Dinge offen, aber… so schön!

Das ist einfach ein Anime zum schön seufzen und immer wieder daran zurückdenken, wie herausragend die Charaktere und die gesamte Geschichte ist. Ich denke immer wieder gerne daran oder schaue mir auf YouTube ein paar Schlüsselszenen an. Klar, gerade die erwähnten Weihnachtsszenen, aber auch ganz besonders die Szene am Valentinstag mit Taiga und der Schokolade – ich habe so verzweifelt auf der Couch gesessen, ein Kissen umklammert, dass mich meine Frau ganz verwirrt angeschaut hat, als sie ins Wohnzimmer um die Ecke kam. Ich  muss wirklich wie ein Häufchen Elend auf der Couch gesessen haben. So schön!

Aber gut, ich glaube, es ist rüberkommen, wie sehr ich für diesen Anime schwärme. Was diese Schwärmerei wieder ausgelöst hat? Das schöne zweite Ending, zu dem ich jetzt auch endlich eine englische Übersetzung im Video gefunden habe. Oder um es mit einem Kommentar auf YouTube zu sagen, der es überraschend gut trifft: „When you make a song about oranges and create something like this, there is only 2 words that could explain this.. Epic win!“

Zauberhafte Verwandlung!

Ein Gutes hatte die Krankheit: Ich habe jetzt endlich die letzten acht Folgen meines „Wedding Peach“-Reruns geschaut. Davon habe ich in letzter Zeit nichts geschrieben? Stimmt, denn das ist eine ganze Weile her, dass ich den abgebrochen habe. Der Grund damals war, dass ich wusste, was kommen wird ab einem bestimmten Punkt und ich wollte das gerade nicht, denn ich wusste, das würde mich mitnehmen. Immerhin habe ich die Serie schon einmal geschaut. Und auch wenn der Anime deutlich positiver und versöhnlicher ist, als der Manga, zieht „Wedding Peach“ in den letzten acht Folgen extrem an, was die Dramatik betrifft.

Zuerst war ich unsicher, ob ich überhaupt noch Gefallen an der Serie haben könnte, aber die Bedenken waren umsonst. Sicherlich gibt es ein paar Sachen, die mir damals gefallen haben, die ich mittlerweile eher komisch fand, aber an sich finde ich die Serie immer noch so großartig, urkomisch und doch romantisch.

Was aber wirklich schlimm bei den deutschen DVDs ist, dass sie so einiges verpatzt haben. Zum einen haben sie das Opening nicht geändert ungefähr in der Hälfte und das Schlimmste von allem: Sie haben die Vorschau auf die nächste Folge nicht dabei! Das ist wirklich fatal, denn das trägt gerade bei den letzten Folgen ungeheuer zur Dramatik bei. Normalerweise wird die Vorschau auf die nächste Folge von Momoko gesprochen, aber es gibt eine Folge, bei der etwas passiert, das sie absolut aus der Bahn wirft und nach dem sie krank im Bett liegt. Diese Vorschau wird von Jamapi gesprochen mit ungefähr folgenden Worten: „Momoko geht es gar nicht gut, daher muss ich das heute übernehmen…“ Großartig! Und das ist nicht drauf? Schändlich!

„Wedding Peach“ bleibt für mich einfach eine der besten Magical-Girl-Serien, die Sailor Moon einfach um Längen schlägt und in nahezu jedem Detail. Schon allein der Hauptcharakter ist einerseits sympathischer als Bunny und hat auch noch die bessere Frisur (pinke Haare!), auch der männliche Hauptcharaktere ist deutlich besser als das Weichei Marmoru, der mit seiner dämlichen Rose sowieso nichts trifft und ständig gerettet werden muss. Im Bereich der übertriebenen Magical-Girl-Serien ist „Wedding Peach“ einfach die Nummer 1. Wenn es um Magical-Girl-Serien allgemein geht, könnte ich mich wirklich nicht entscheiden, ob diesen Platz nicht sogar „Kamikaze Kaito Jeanne“ übernehmen könnte mit dem besten männlichen Hauptcharakter aller Magical-Girl-Serien.

Aber eigentlich sind „Wedding Peach“ und „Kamikaze Kaito Jeanne“ zwar im gleichen Genre beheimatet, aber trotzdem zwei grundverschiedene Serien. Während WP sehr albern, übertrieben kitschig und häufig selbstironisch ist, ist KKJ sehr ernst, dramatisch und philosophisch. Ich glaube, es wäre ungefähr der Unterschied zwischen „King of Queens“ und „How I met your mother“ – die ich beide liebe, aber trotzdem irgendwie zwei sehr unterschiedliche Serien sind.

Ending of Arland

„Atelier Totori: The Adventurer of Arland“ ist wirklich ein schwer merkwürdiges Spiel. Ich habe es jetzt einmal durchgespielt – mit knapp 35 Spielstunden. Eigentlich gibt es einige Sachen, die mich ungeheuer stören sollten an dem Spiel, allen voran das Zeitlimit. Denn nach 5 Jahren, die im Spiel ablaufen, endet das Spiel. Egal, was man bis dahin gemacht hat. Je nachdem, was man erreicht hat und welche Entscheidungen man getroffen hat, gibt es dann eines von (ich glaube) zehn unterschiedlichen Enden: gute, neutrale oder schlechte Enden. Und trotzdem hat es mich fasziniert!

Als ich gemerkt hatte, dass meine fünf Jahre langsam zu Ende gehen müssten, habe ich ein wenig „vorgespult“ und die gute Totori ein paar Monate durchschlafen lassen. Ich wollte einfach wissen, wie viel Zeit mir noch bleibt. Dadurch habe ich natürlich ein schlechtes Ende bekommen und das war wirklich reichlich frustrierend. Die sehr obskuren Charaktere wachsen einem doch sehr ans Herz und das war irgendwie kein Ende, das ich mir für Totori gewünscht hatte. Nein, es passiert an sich nichts Schlimmes, aber ich fand es einfach schade für sie.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gemerkt, dass es für mich verdammt knapp werden würde. Ich hatte gerade einmal drei Monate noch Zeit und noch nicht einmal das Schiff gebaut, um mich auf die Suche nach Totoris Mutter zu machen! Also habe ich mich beeilt, alles schnell zusammengebastelt und obwohl ich noch nicht den maximalen Rang als Abenteurer hatte, mich auf die Suche nach Totoris Mutter begeben. Das hätte ich viel früher machen sollen, denn was ich da noch alles für Punkte für meinen Rang bekommen habe! Doch ich hatte es einfach falsch verstanden und gedacht, dass man das eben machen sollte, wenn man den maximalen Rang hatte.

Mir ist es dann aber dennoch geglückt und ich möchte nicht zu viel spoilern, daher gibt es hier einen Cut. Eins noch vorweg: Es wurde bei mir dann noch ein „normales“ Ende, das ich aber sehr zufriedenstellend für Totori fand. Ich kann mir sogar vorstellen, wie ich an ein gutes Ende komme und werde das sicherlich in ein paar Monaten noch einmal probieren, denn… wie anfangs gesagt, ist „Atelier Totori“ ein merkwürdiges Spiel, denn es hat mich überraschend stark gefesselt und ich habe die Charaktere wirklich sehr lieben gelernt mit all ihren kleinen Merkwürdigkeiten. Es ist einfach ein schönes, bodenständiges un-episches Asia-Rollenspiel.

Spoiler-Cut!

Atelier Jamapi

Im Gegensatz zu vielen Anderen spiele ich zur Zeit nicht „Skyrim“, auch wenn das gestern angekommen ist, ich spiele zuerst noch „Atelier Totori: Adventurer of Arland“ zu Ende. Ich bin schon häufiger über die Atelier-Reihe gestolpert und war immer kurz davor, sie mir zu holen, da die Spielecover interessant aussahen und ich sowieso asiatische Rollenspiele ganz gerne habe. Jetzt habe ich mich da aber mal durchgerungen, nachdem ich auf YouTube mir ein paar Gameplay-Videos angesehen habe – denn auf Amazon kann man recht wenig herauslesen und Amazon-Rezensionen sind sowieso fast immer nur eines: nicht hilfreich.

Was ist „Atelier Totori“? Ein japanisches Rollenspiel, bei dem es nicht um große Epik geht. Wenn man sich die USK 6 auf der Verpackung ansieht, kann man sich das schon fast denken. Insgesamt ist auch vieles sehr kindlich gehalten und doch finde ich es dafür dann wiederum sehr komplex.

Es handelt von der jungen Alchemistin Totori, die Schülerin von Rorona (dem Hauptcharakter aus „Atelier Rorona“), deren Mutter eine Abenteurerin war und verschwunden ist. Daher hat sie beschlossen, selbst Abenteurerin zu werden, um sich auf die Suche nach ihrer Mutter zu machen. Das Spiel besteht darin, dass sie hinausgeht in die Welt und Aufgaben annimmt, um ihren Rang und Ruf als Abenteurerin zu verbessern, um an immer abgelegenere Orte zu gelangen, in der Hoffnung, ihre Mutter zu finden.

Dabei gibt es grob drei unterschiedliche Möglichkeiten, als Abenteurer aufzusteigen: Jagd, Erkundung und natürlich Alchemie. Die Jagd ist ganz klassisch mit der üblichen Kampfweise von japanischen Rollenspielen – man baut sich eine Gruppe aus unterschiedlichen Charakteren zusammen und bekämpft im Rundensystem á la den alten Final-Fantasy-Teilen Monster. Bei der Erkundung muss man Karten erforschen, besondere Stellen ausfindig machen oder bestimmte Orte, die überall auf der Welt verstreut sind, finden. Bei der Alchemie geht es darum, viele Rezepte zu lernen, unterschiedliche Sachen herzustellen und unterschiedliche Kräuter zu finden. All das erhöht auf Dauer den Rang als Abenteurer und man kann sich frei entscheiden, ob man nun lieber kämpft, lieber erkundet oder lieber Alchemie betreibt – oder alles zusammen.

Das Spiel hat einen recht harten Countdown, der beim vorherigen Spiel sogar schlimmer war: denn nach 5 in-game-Jahren endet das Spiel. Es gibt anscheinend zehn unterschiedliche Enden, die freigespielt werden können, je nachdem, wie man abgeschnitten hat und was man im Spiel gemacht hat. Das hat mich anfangs ein wenig gelähmt. Denn es ist überhaupt nicht abzuschätzen, ob man nun trödelt oder gut in der Zeit ist. Irgendwann dachte ich mir dann aber: „Spiel doch einfach. Wenn du Mist baust, kannst du es ja irgendwann noch einmal besser probieren“ – und seitdem klappte es ganz gut.

„Atelier Totori“ wirkte am Anfang ungeheuer banal auf mich. Aber es hatte dennoch genug Charme, um mich am Anfang zu halten, bis ich dann gemerkt habe, wie großartig manche Szenen und Charaktere doch sind. Denn das ist geradezu absurd, was da teilweise gesagt wird und passiert. Alles natürlich nach den gängigen Anime-/Manga-Klischees, aber wer sich damit anfreunden kann, wird verstehen, was ich meine. Die Charaktere sind allesamt ziemlich übertrieben, aber gerade dadurch versprühen sie eine unschuldige Naivität, die zumindest mich zu ziemlich gut unterhaltenen 20 Spielstunden bisher geführt hat.

Es ist nicht das Knüllerspiel – das hatte ich aber auch nicht erwartet. Aber gerade, da es eher beschaulich ist, hat es einfach das, was ich eben so einfach „Charme“ nannte und es einfach so gut trifft, dass wenn mich jemand nach der großen Stärke des Spiels fragen würde, ich dies als erstes nennen würde. Man muss sich darauf einlassen, denn manches wirkt wirklich komisch, zumal es selten animierte Sequenzen gibt. Wie in asiatischen Spielen häufig, laufen die Dialoge sogar über Standbilder ab und das mag für manche etwas antiquiert wirken. Aber das Voice-Acting und die Dialoge an sich beleben die Szene so ungemein, dass man sich da einiges von abschauen kann, wie es trotzdem unterhalten kann.

Am Ende bin ich noch nicht. Ich bin jetzt am im letzten Viertel meines dritten Jahres auf Reisen und ich glaube, vieles habe ich noch nicht entdeckt – denn dazu gibt es zu viel. Allein die Alchemie, auf die ich mich mehr konzentriert habe, ist so vielfältig und komplex, dass man sich wirklich in einem einzigen Spiel nur darauf konzentrieren könnte. Dabei habe ich den Erkundungsaspekt ziemlich außer acht gelassen und viele Orte noch gar nicht besucht. Scheinbar gibt es sogar Dungeons, die ich nach 20 Spielstunden noch nicht gesehen habe – aber auch noch nicht die Veranlassung dazu verspürte. Ebenso sind meine Charaktere sehr schwach, da ich vermutlich zu wenig gekämpft habe. Jedenfalls bin ich letztens gegen ein blaues… Bloppdingmonster… ziemlich schnell und aussichtslos gestorben.

Ein sehr merkwürdiges, aber interessantes Spiel. Ich würde es niemandem empfehlen, da es wirklich sehr eigen ist, aber es ist schön, mal wieder ein einfaches und charmantes Spiel vor sich zu haben. Das Opening fängt ziemlich gut diese Stimmung und auch die Charaktere ein.

Love blooming even through the flames of war

Ich und meine merkwürdige Vorliebe für Charakterdrama… einerseits liebe ich es, andererseits halte ich es auch nicht aus. Es ist ein wenig, wie der Nervenkitzel, eine Achterbahn zu fahren, selbst wenn man Höhenangst hat. Es ist dieses Gefühl, dass man mitgerissen wird, die Aufregung, wenn die Bahn langsam ansteigt und dieser Moment, kurz bevor es bergab geht und man förmlich hoch gerissen wird und sich denkt: „Wieso bin ich hier eingestiegen?“ – und dann am Ende dieser Moment, wo man einfach nur sagt: „Boah, war das toll!“

Es ist vielleicht nicht das beste Bild, aber es kam mir eben in den Sinn, als ich dann mich nicht so richtig von „Valkyria Chronicles“ lösen konnte und noch sicherlich gut 10 weitere Folgen geschaut habe, weil ich nicht anders konnte. Zwar kam die Szene nicht direkt, die ich gedacht hatte, aber dafür wurde es trotzdem zu einem rasanten Charakterdrama auf mehreren Ebenen, das mich einfach nicht mehr losgelassen hat.

Daher habe ich jetzt bis zu einer Stelle geschaut, an der ich erst einmal Pausieren konnte, bevor ich mich an den Rest mache und den vermutlich auch in einem Rutsch schauen werde, denn: ich weiß ja, was noch kommt und das wird auch nicht schön – aber so großartig! Natürlich weiß ich nicht, wie es genau passieren wird, denn Anime und PS3-Spiel sind schon noch verschieden genug und es sind viele Stellen doch sehr abgeändert, aber ich kenne die ungefähre Richtung und daher mache ich jetzt lieber eine Pause, sonst muss ich doch die komplette Serie noch heute an einem Stück schauen und das wären bestimmt noch einmal mindestens drei Stunden.

Der Anime macht einige Sachen schlechter als das PS3-Spiel, aber dafür auch einige Sachen so viel besser, dass beides auf seine eigene Weise ein Erlebnis ist und mir wird auch immer mehr bewusst, warum viele Leute die Epik und die Geschichte mit FF7 vergleichen, denn Parallelen gibt es durchaus. Eins kann ich aber sagen: Der Anime hat deutlich mehr Charakterdrama als das PS3-Spiel und weitaus weniger Action-Anteil, als ich dachte. Eigentlich also genau mein Ding – und daher macht er mich so fertig, wie jeder Anime, den ich mag und der mich bewegt.

Was für eine tolle Folge (Episode 19 – „Tears“) das eben war, mit der ich für heute mit der Serie pausiere, sonst schafft die mich echt noch.

A tragedy hidden in the mists of time

Auch wenn ich anfangs von den ersten Folgen bei „Valkyria Chronicles“ ein wenig enttäuscht war, hat sich das mittlerweile absolut gefangen und gestern habe ich zwei ganz grandiose Folgen gesehen. Die eine beleuchtete die Charaktere auf Seiten des Empires, was allen „Bösewichtern“ ungeheuer viel Tiefe und – zumindest bei mir – durchaus die ein oder andere Sympathie gebracht hat.

Zumindest sind Selvaria und Jäger durchaus eher tragische bis sympathische Figuren. Selbst Maximilian kommt im Anime bisher sympathischer rüber als im PS3-Spiel. Bisher ist eigentlich fast nur der eine andere große General des Empires dämonisiert worden, was ich fast ein wenig schade finde, denn gerade der wird im Spiel sehr überraschend „menschlich“ auf einmal und zwar in der Sequenz der zweiten Folge, die ich gestern gesehen habe.

Ich bin fast ausgeflippt am Fernseher gestern, als es zu einer meiner Lieblingsstellen aus dem Spiel kam. Zwar wurde diese Szene absolut umgeschrieben, da Welkin und Alicia nicht auf der Flucht in die Blockhütte kommen, sondern sich vor einem Blizzard verstecken müssen, außerdem wurde die ganze Sequenz mit dem feindlichen Soldaten verändert, aber der Grundtenor und die Botschaft bleiben ähnlich. Außerdem war der zwischenmenschliche Moment am Lagerfeuer mit Welkin und Alicia einfach großartig. Leider taucht am Ende nur irgendein Soldat des Empires auf und nicht der ansonsten dämonisierte General – sehr schade. Das hatte dem Charakter ungeheuer viel Tiefe gegeben. Ich bin gespannt, ob das im Anime auf anderem Weg kommt.

Trotz der vielen leichten Momente glorifiziert der Anime keineswegs das Kriegsthema – eher im Gegenteil. Gerade durch diese comic-relief-Szenen und die durchweg sympathischen Charaktere und dadurch, dass selbst den „bösen“ Charakteren Menschlichkeit eingeräumt wird, wird das Thema für einen Anime äußerst rund und erwachsen behandelt. Damit ist es jetzt nicht unbedingt ein Anime nur für Erwachsene, aber sicherlich auch kein Kinderanime.

Da ich aber vermutlich dieses Wochenende kaum warten kann, werde ich mein Vorhaben brechen, nur in Karlsruhe abends vor dem Schlafengehen ein oder zwei Folgen zu schauen und hatte die DVD jetzt im Gepäck für zu Hause. Da werden bestimmt mindestens zwei Folgen dran glauben müssen.

Hier auch noch einmal der Trailer zum großartigen PS3-Spiel nach dem der Anime gemacht ist. Ich kann nur immer wieder wiederholen: episch, episch, episch! Schon allein die Musik…!

Erneut kann ich wirklich nur meinen Geheimtipp für sowohl Spiel wie auch Anime aussprechen. Das Spiel gibt es mittlerweile – glaube ich – für läppische 20 EUR, beim Anime braucht man auf Ebay leider schon ein wenig mehr Glück.

Ich finde es immer wieder interessant, wie auf YouTube in den Kommentaren die Benutzer das Spiel immer feiern und hochloben, es aber kaum jemand zu kennen scheint. Seht euch allein mal die Kommentare zu dem Trailer hier an.

Alicia im Wunderland

Vielleicht erinnert sich noch jemand an meine Lobeshymnen zu dem PS3-Rundenstrategiespiel „Valkyria Chronicles“. Jetzt habe ich mir den Anime zum Spiel geholt und war ganz versessen darauf, ihn mir anzusehen, denn schon allein die beiden Openings sind so großartig!

Allerdings muss ich gestehen, dass die ersten zwei Folgen mich irritiert haben. Sie waren nicht schlecht, aber mir hat die Einführung aus dem Spiel deutlich besser gefallen – und dabei bin ich kein Mensch von „die Verfilmung muss genauso sein wie das Buch/Spiel/Stofftier“. Ich kann nicht genau den Finger darauf legen, aber ich glaube, am meisten störte mich, dass die beiden Hauptcharaktere Welkin und Alicia irgendwie dümmer rüberkamen als im Spiel.

Während im Spiel gerade Welkin definitiv ein Sonderling ist, schien er mir in den ersten zwei Animefolgen nicht nur wie ein Sonderling, sondern auch wie jemand, der nicht ganz helle ist. Sicherlich hat das damit zu tun, dass er sich leicht von der Natur ablenken lässt, aber das Spiel brachte viel glaubwürdiger seine naive, optimistische und sonderbare Art rüber. Und Alicia – bekanntermaßen mein Lieblingscharakter des Spiele. Zwar wurde ihr im Anime eine stärkere „tsundere„-Ader gegeben, was mir natürlich sehr gefällt, aber ebenso war sie am Anfang auch nicht sonderlich helle. Bei ihr ging es aber noch, wie ich fand.

Das hat sich jetzt allerdings mit den weiteren Folgen danach gelegt und ich bin wieder ganz im „Valkyria Chronicles“-Fieber. Ich liebe die Geschichte, ich liebe die Charaktere – allesamt. Außerdem freue ich mich wie ein Schnitzel auf die Charakterentwicklung von Rosie und Largo. Das sind so tolle Charaktere, nachdem sie anfangs als unsympathische Grummelbeeren in die Serie kommen.

Worum geht es bei Valkyria-Chronicles? Das Setting ist ein „Alternate Reality“-Setting mit leichten Steampunkt-Elementen. Es spielt 1935, die Länder sehen ähnlich den realen Ländern Europas aus, aber heißen anders und sind anders aufgebaut. Auch die Technik hat sich anders entwickelt und es gibt ein besonderes Material namens „Ragnite“, um das erbittert gekämpft wird und das zur Panzertechnologie gehört – beispielsweise haben alle Panzer einen entsprechenden blauen Ragnite-Kern, der ihn besonders anfällig an dieser Stelle macht.

Don’t give the people what they want, give them what they need

„Toradora!“ schafft mich! Das meine ich ernst! Normalerweise schaue ich nur eine Folge pro Tag, aber letzte Woche hatte ich einen Rappel und habe jedes Mal mehrere Folgen am Stück geschaut und jetzt bin ich an einer Stelle gegen Ende angelangt, an der ich am liebsten die restlichen Folgen in einem Rutsch gesehen hätte. Denn das Charakterdrama wird genauso fies, wie am Ende von „Wedding Peach“, wo ich wirklich extrem mitgelitten haben und geschwankt habe zwischen: „Toll! Was für ein Drama! Muss weiter schauen!“ und „Nein! Das halte ich nicht mehr aus! Das ist so fies!“

Die letzten zwei Folgen, die ich gesehen habe, die haben mich echt mitgenommen. Allein diese Szene am Ende der Weihnachtsfolge mit Taiga vor ihrem Haus und Minorin, die nebendran steht und dann danach die Szene zwischen Minorin und Ryuji! Argh! So verzweifelt habe ich schon lange nicht mehr bei einer Serie vor dem Fernseher gesessen. Das ist Charakterdrama par excellence! Ich liebe es! Ich verzweifle daran!

„Toradora!“ ist damit ganz im Sinne der Joss Whedon-Philosophie: „Don’t give the people what they want, give them what they need.“ Ich will, dass sich die mittlerweile wirklich total verqueren Charakterbeziehungen auflösen, dass es „mein“ Traumpaar zusammenkommt, aber die Serie ist so unglaublich fies, dass sie mir genau das vorenthält. Aber nicht nur das! Sie streckt mir auch noch die Zunge raus, indem sie immer mal wieder mich lockt, dass ich denke: „Ja! Genau!“ und dann kurz bevor es klappt, zieht es mir dann den Teppich unter den Füßen weg und ich schlage noch härter auf dem Boden auf.

Die Serie spielt so unglaublich gut damit, denn sie weiß ganz genau, wo die Sympathien liegen und was man in diesem Moment eigentlich will. Das Problem ist: An sich kann man die Charakterbeziehungen nicht harmonisch auflösen! Das ist das große Drama der Serie! Sicherlich kann es mit „meinem“ Traumpaar klappen, aber da auch die anderen Charaktere so ungeheuer sympathisch geschrieben sind, tut es einem dann für die leid. Egal, wie man es wendet, am Ende der Serie kann doch nur eine Katastrophe stehen! Oder doch nicht? Das muss ich herausfinden, sonst werde ich noch wahnsinnig!

Daher heißt es dieses Wochenende: „Toradora!“ zu Ende sehen! Alles Andere halte ich nicht aus! So eine tolle Serie! Einmal wieder möchte ich hier das zweite Opening verlinken, auch wenn das schon zum x-ten Mal passiert ist. Das Lied ist aber so toll und die Bilder fangen die Serie so unglaublich gut ein! Ich liebe diese Szene am Anfang, wenn die Hauptcharaktere aufeinander zu und aneinander vorbeilaufen mit stoischem Gesichtsausdruck! Ich liebe die Schlussszene, wenn sich die Hauptcharaktere um Taiga versammeln, um ihr Essen zu geben und die Gestik und Mimik jedes einzelnen Charakters in diesem Moment! Das ist ein so unglaublich gutes Opening gerade für dieses herzzerreißende Drama der letzten Folgen! Es passt also verdammt gut, wenn die letzten Folgen kurz vor Schluss auf dieses hervorragend passende Opening gewechselt wird, denn es zeigt einfach die Dramatik, den Schwung, aber auch die Tragik, die die Handlung ab dann nimmt.

Da ich das Opening aber bereits so häufig verlinkt habe, kommt es erst nach dem Cut. Und ich gehe jetzt die restlichen Folgen anschauen…