Hast du etwas Zeit für mich?

Nein, dann singe ich kein Lied für dich, sondern wäre überaus dankbar. Denn bei all den Spielen, die diesen und nächsten Monat rauskommen, habe ich wirklich keine Ahnung mehr, wo hinten und vorne ist.

Ich habe kläglich versagt, meine bisherigen Spiele zu Ende zu spielen, so schlummert Atelier Rorona immer noch auf das Ende und Kingdoms of Amalur: Reckoning steckt auch noch im Beginn – aber wenigstens an einer Stelle, an der ich selbst in einem halben Jahr noch weiterspielen könnte.

Wenn ich bedenke, dass jetzt X-Com: Enemy Unknown rauskommt, dann noch Assassin’s Creed 3 im November ansteht und es noch ein paar Spiele gibt, die ich mir bisher zwar noch nicht geholt habe, aber gerne spielen würde wie Dishonored und Sleeping Dogs, dann merke ich, dass ich zu wenig Zeit für das alles habe.

Dabei sind hier noch nicht einmal die MMOs aufgeführt, denn im November gibt es auch die Erweiterung für Rift mit dem Housing, das nach bisherigen Informationen richtig genial sein soll. Und Housing ist etwas, nach dem ich mich schon seit Ewigkeiten in einem MMO sehne – nachdem ich es in Ultima Online leider verlassen musste und in NWN doch nie so das war, was ich kannte und wollte.

Wenn ich mir dann auch noch vor Augen halte, dass der Dezember und Weihnachten naht, dann bin ich unschlüssig. Ist das gut, weil ich da noch einiges an Urlaub habe und daher endlich mal hinterher kommen kann und darf ich mich auch darauf freuen, diese Spiele alle zu spielen? Oder wird das einfach nur stressig.

Aber da ist es dann auch wieder: Im Dezember sind auch schon die neue How I Met Your Mother-Staffel und auch die neue Chuck-Staffel angekündigt. Die vierte Staffel von Castle und auch die von Fringe müssten auch in dem Zeitraum rauskommen. Wieso immer alles zusammen? Wieso!

Alone for a while…

Mir ist aufgefallen, wie toll das gesungene Lied von „Final Fantasy IX“ zu meinen Greifenreitern eigentlich passt. Ich mochte es schon immer und hatte es auch lange Zeit für die damalige Gwendolyn bei NWN als ein Themenlied gehabt, denn es passte auch zu ihr. Ebenso dann natürlich auch zu der Gwendolyn aus den Greifenreitern, auch wenn sie leicht anders ist. Meiner Ansicht nach passte es aber nie so richtig zu FF9, auch wenn ich das Lied liebe und die Bildzusammenschnitte, die es dazu gibt.

Besonders die Stelle zum Schluss, zum Endkampf, wenn das Lied eingespielt wird, hat mich damals ungeheuer berührt, weil es einfach schön war. Lag aber auch an der mitreißenden Story und dass es schon irgendwie dazu passte. Aber dennoch gab es nirgendwo so richtig eine „Melodie des Lebens“. Der Rest des Textes mochte passen, aber wieso „Melodie des Lebens“?

Dieses Thema habe ich jedenfalls jetzt bei den Greifenreitern aufgegriffen und dort gibt es das dann tatsächlich – auf die eine oder andere Weise. Somit ist das Lied auch zu einem schönen Inspirationsgeber geworden. Ich mag es einfach, wenn Lieder, die ich höre, mir Ideen geben. Diese Ideen mögen sich weiterentwickeln und entfremden, aber es erzeugt neue Bilder und Verbindungen in meinem Kopf und dafür bin ich sehr dankbar. Zumal Prinzessin Garnet schon immer so ausgesehen hat, wie ich mir Gwendolyn ungefähr vorstelle – nur nicht ganz so schlank.

Es transportiert wieder einmal sehr schön ein paar Emotionen und Bewegungen, die ich diesen Monat in meinem Entwurf unterbringen will. Dadurch, dass es eben auch diese starken Anime-/Manga-Anleihen hat, passt es sowieso zu meinem diesjährigen Roman, der im Prinzip eine „Light Novel“ sein soll – irgendwann, wenn er einmal ausgewachsen ist. Außerdem passt das Lied einfach zu einer meiner Arbeitsprämissen (ich habe mich noch nicht entschieden, welchen genauen Wortlaut): „Gemeinsam ist man stark.“

Dabei ist mir sowieso aufgefallen, dass mein Setting bisher dem Setting aus FF9 durchaus sehr ähnelt: Eigentlich eine klassische Fantasy-Welt, aber mit Technik/Steampunk-Elementen. Kommt vermutlich daher, dass die Greifenreiter schon immer als Manga/Anime konzipiert waren und da auch das Light-Novel-Genre nichts ändert, denn das sind Elemente, die ich generell in Mangas sehr mag.

Elite

Ich spiele Rift auf einem RP-PvE-Server. Dank Wochenendpendelei habe ich deutlich weniger Zeit als früher und bin zwar definitiv Rollenspieler, aber würde mich eher als „Casual Roleplayer“ bezeichnen. Was bedeutet das? Ich spiele auch mal den Abend nur Instanzen oder mache nur PvP. Ich mache nicht alles in-character, denn für manches reicht meine Zeit nicht und manches ist mir einfach zu blöd.

Die Zeit reicht mir nicht, wenn ich ein Dungeon in-character mache, denn wenn ich für gewöhnlich eine Stunde für das Dungeon brauche, werden es mit Rollenspiel gut und gerne mal vier Stunden. Zu blöd wird genau das gleiche dann, wenn ich mir schon wieder hahnebüchene Erklärungen ausdenken muss, warum ich jetzt zum x-ten Mal den benannten Mob da vorne umhauen muss. Das ist auch der gleiche Grund, warum ich nicht in Rolle queste – ich bin zwar anspielbar, aber dann ist mein Charakter aus einem anderen Grund dort. Ich verwende also durchaus meine Online-Zeit nicht unr auf das Rollenspiel.

Das war früher einmal anders, denn ich habe auf Ultima-Online-Hardcore-RP-Shards und NWN-Hardscore-RP-PWs gespielt – bei letzteren hatten wir sogar unseren eigenen Server gemacht, wo ich Gründer, SL, Reviewer und Mädchen für alles, was nicht mit Technik zu tun hatte, war. Geht aber nicht mehr und ich will es auch nicht mehr, denn ich will auch die anderen Aspekte eines Spieles entdecken.

Es gibt aber natürlich trotzdem auch in MMORPGs Hardcore-Rollenspieler, doch ich muss gestehen, dass sie mich größtenteils enttäuschen. Da wird gefordert, dass man alles im Rollenspiel macht, 24/7 anspielbar sein sollte und sowieso Engine und manchmal Leveln so ganz böse wären. Doch was sind meine Erfahrungen mit den Hardcore-Rollenspielern von heute? Es sind Pseudo-Elite-RPler.

What a shame

Manchmal ist es komisch, wie man sich mit Leuten verstreiten kann, die einem nahe stehen. Nein, es gibt keinen aktuellen Anlass zu diesem Blogbeitrag, nur habe ich mich einmal wieder daran erinnert, dass ich zu diesem Thema schon länger einen Beitrag posten wollte.

Vor einiger Zeit habe ich einen wirklich guten Kumpel über NWN kennengelernt, mit dem ich wirklich viel gemacht habe, den ich häufiger besucht hatte und eigentlich immer Spaß hatte. Wir haben auf der Hochwaldallianz extrem viel zusammen bewegt und waren ein super Team. Dann mussten wir allerdings von der Hochwaldallianz gehen, weil „unsere“ Gruppe so extrem gemobbt wurde, dass wir das nicht mehr tolerieren konnten. Wie ich es in meinem Abschiesposting dort schrieb: „Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muß die Gegend verlassen, wo sie gelten.“ (Goethe)

Zusammen verließen wir diesen Server und nach einem kleinen Umweg mit unserer kleinen Truppe „Aussätziger“ haben wir einen eigenen Server aufgebaut, der bis heute auch noch läuft und mit zu den großen NWN2-RP-Servern zählt. Leider haben wir uns auf dem Weg zerstritten. Nicht wir miteinander – sondern über andere, denn wir hatten andere Ansichten davon, wie mit diversen Sachen umgegangen werden sollte. Eigentlich wollten wir das gleiche, verstanden uns nur nicht – im Nachhinein waren wir einfach wie Hund und Katze, denn hat der eine etwas gesagt, wurde es anders aufgefasst, als es gemeint war. So redeten wir häufig aneinander vorbei und verzweifelten beide.

Zu meiner Magisterarbeit hatte ich dann eine Auszeit genommen und dadurch einen gewissen Abstand zu „unserem“ Server bekommen. Danach konnte ich dann sagen, dass sich der Server und ich auseinander gelebt hatten, denn das war nicht mehr mit den Idealen und Prinzipien vereinbar, so wie ich sie verstand, wie wir sie damals festgelegt hatten.

Im Nachhinein tut mir vieles leid, was und wie ich es gesagt habe. Denn auch ich war in vielem nicht fair, unverhältnismäßig aggressiv und streitlustig. Wirklich stolz bin ich auch nicht darauf, wie ich mich verhalten habe und da hätte ich so vieles besser machen können. Aber es ging für mich in diesen Momenten einfach nicht mehr, weil das alles emotional doch sehr belastend war – die Momente, wenn Mobbing eben wirklich an die Substanz geht und das Schlimme ist, dass sowas meist schleichend kommt und man das erst merkt, wenn es zu spät ist.

Das Traurige ist: Ich vermisse den Sturkopf und auch wenn ich ihn damals gerne links und rechts eine gewatscht hätte für manches, so habe ich ihm das alles nie wirklich nachgetragen – ihm nicht. Dafür war die Freundschaft zu gut. Anderen habe ich da viel eher was nachgetragen und die sind viel eher der Grund, warum ich nicht mehr zu diesem Server zurück kann. Denn, Wunder, oh Wunder, auch mein Kumpel hat nicht mehr viel mit dem Server zu tun. Was als „unsere“ Idee begann, wurde schleichend korrumpiert, geentert und von genau den Verlogenheit übernommen, vor der wir geflohen waren.

Ich wünschte, man könnte vieles rückgängig machen – denn dazu waren die Treffen zu spaßig und dafür hat man zusammen zu viel aufgebaut. Aber es ist so ungeheuer schwer, wieder an einen solchen Moment zurück zu kommen, an dem man sich nicht gegenseitig Sachen vorwirft, besonders da die Erinnerung viel verklärt.

An all das musste ich bei einer Popstars-Staffel letztens denken (war es letztes Jahr?), als Robbie Williams und Gary Barlow live aufgetreten sind und „Shame“ gesungen haben. Die beiden haben sich auch wohl damals dermaßen zerstritten, dass die Versöhnung in diesem Lied erfolgte und es dreht sich um genau dieses Thema. Es ist wirklich eine Schande, dass man sich nicht zusammenraufen kann, selbst wenn man sich noch mag und wenn man den anderen vermisst. Es ist eine Schande, wenn ein Streit so aus dem Ruder laufen kann, dass man meint, nicht mehr zurückkommen zu können, ohne sein Gesicht zu verlieren.

Ich bin bis heute immer wieder und wieder am Überlegen, was und wie ich es machen könnte. Aber trotzdem gelingt es mir nie, den ersten Schritt zu machen. Denn ich frage mich immer: „Wieso muss ich den ersten Schritt immer machen?“ Aber wenn das jeder immer denkt, dann geht man nie aufeinander zu. Ein Teufelskreis…

Keine Ahnung, wie man mit so etwas umgeht. Sicherlich werden einige sagen, dass man sich dann doch einmal einfach melden sollte. Ja, sicherlich. Doch so „einfach“ ist das auch wieder nicht oder es sieht zumindest einfacher aus – vor allen Dingen, wenn dieses Schweigen und dieser Abstand über Jahre kultiviert und gepflegt wird. Denn wie soll man aufeinander zugehen? Schon allein mit dem Gedanken im Hinterkopf, ob man überhaupt nach all den Jahren miteinander klar kommt, besonders wenn nicht ein solches Projekt eint und ein Gesprächsthema gibt.

Ist das dann überhaupt Freundschaft? Ja, ich denke schon. Es ist nicht schlimm, wenn einen ein Projekt eint. Manchmal lebt man sich vielleicht auch einfach auseinander. Aber sollte man dann überhaupt noch einmal aufeinander zu gehen? Ach, ich weiß es nicht.

Das Lied ist jedenfalls wunderschön und fängt genau das Thema und das Gefühl ein – und es ist angenehm hoffnungsvoll. Vielleicht sollte man auch einfach sich treffen und einen gemeinsam trinken gehen. Doch ist das heutzutage auch nicht mehr so einfach, wenn man nicht in der Nähe wohnt. Ich wünschte, es wäre so einfach.

50 über Nacht

Vorgestern bin ich in Rift Level 50 mit meinem Hauptcharakter geworden. Ich war zunächst ein wenig zögerlich, weil angeblich das Endgame in Rift so lasch sein soll. Aber dann dachte ich mir: „Nein, das sagen alle. Du weißt, dich zu beschäftigen.“ Und damit hatte ich tatsächlich nie ein Problem. Schon allein, wenn ich bedenke, wie ich mich die ganze Zeit in Aion beschäftigen und Spaß haben konnte auf Endlevel und Rift bietet einfach so viel mehr Möglichkeiten.

Was habe ich vor? Ganz viel PvP machen, denn die Kriegsfronten machen einfach Spaß – am besten natürlich mit meiner Gilde, denn seien wir ehrlich: Random-BGs sind eher was dafür, wenn man sowieso gute Laune hat, aber man kann sehr schnell frustriert sein. Da macht es mit der eigenen Gilde doch viel mehr Spaß. Was gibt es noch? Instanzen! Es gibt noch so einige, in denen ich gar nicht drin war und außerdem gibt es auch noch die Experten-Versionen, die sogar leicht anders sein soll und nicht einfach nur schwerer. Was bleibt noch? Artefakte, Rätsel, Quests und Risse! Oh ja! Invasionen! Elite-Events!

Warum habe ich also gezögert? Natürlich ist es jetzt für mich zwei Tage danach schwer zu sagen, aber  ich will das jetzt schreiben, um in ein paar Monaten darauf rückblicken zu können, um zu sehen, ob meine Vermutung richtig war: Spaß hat, wer Spaß haben will und sich beschäftigen kann. Es ist nicht so, dass man sich in Rift nicht beschäftigen kann. Außerdem habe ich immer noch das Rollenspiel und damit sollte es mir sowieso nicht langweilig werden. Wer ein MMO spielt und auch noch Rollenspiel nicht abgeneigt ist, der wird sowieso dauerhafter und mehr Spaß haben – davon bin ich mittlerweile überzeugt.

Denn selbst, wenn ich  mal allen Content durch hätte (was sicherlich nicht so schnell passieren wird), wenn alle Rätsel gelöst, alle Artefakte gefunden und alle Quests absolviert sind, dann habe ich immer noch das Rollenspiel, in dem ich Plots anstoßen und etwas bewegen kann bis zum nächsten Content-Update. Denn im Gegensatz zu vielen MMO-Spielern habe ich nicht verlernt, mich zu beschäftigen. Das ist etwas, das ich damals bei Ultima Online gelernt habe, das ist etwas, was ich lange in NWN praktiziert habe. Und ich bin froh, dass ich das kann und es ist schade, dass so viele das nicht können.