I’m a fighter

Nachdem ich letztens über die Story-Szenen bei Dead or Alive 5 gemeckert habe, habe ich sie nun auch komplett durchgespielt. Ich bleibe bei meinem Urteil: weniger wäre mehr gewesen! Denn da waren definitiv ein paar gute Szenen dabei, aber leider waren es zu viele und diese, die zu viel waren, die waren absolut unnötig.

Ich habe keine Ahnung, was die Leute dabei geritten hat, so viele unnötig Szenen einzubauen, die noch nicht einmal witzige Sequenzen mit manchen Charakteren waren wie beispielsweise bei Eliot und Brad – das war auch eigentlich absolut belanglos, aber richtig cool und hat die Charaktere schön verdeutlicht. Doch die richtig überflüssigen Szenen in der DoA5-Storyline sind jene, in denen ein paar Sätze fallen, sich zwei Charaktere mehr zufällig treffen und dann nach kurzer Zeit einfach miteinander kämpfen und die Szene weder die Charaktere gezeichnet hat, noch die Story vorangebracht hat. Wieso macht man sowas?

Als einzigen Grund kann ich mir vorstellen, dass man die Bonusmissionen mit den speziellen Moves einbringen wollte und dafür die ganz konkrete Anzahl an Szenen brauchte. Und dennoch passt es für mich nicht zusammen. Man hätte die Story deutlich schlanker erzählen können und die hätte gut werden können. Denn da waren Stellen, die mir unter die Haut gingen. Gegen Ende hin und wurde es auch immer besser.

Das liegt mit Sicherheit aber auch daran, dass ich die gesamte Geschichte um den Mugen-Tenshin-Clan ungeheuer spannend finde: Kasumi, die ihren Bruder liebt und den Clan deswegen verlässt, Ayane, die ihre Halbschwester Kasumi deswegen umbringen soll, weil sie als Verräterin gilt, und Hayate, der sein Gedächtnis verliert und am Ende dann auch auf die Jagd nach seiner Schwester geschickt wird. Das wurde gut weitererzählt und das hat mich sogar bei DoA5 jetzt wieder gefangen. Aber wieso nicht gleich so?

Natürlich kann man noch nette kleine Geschichten, wie um Brad Wong erzählen, natürlich kann man auch die ganze Sache um Tina und ihren Vater erzählen. Das ist gut, das ist cool, das zeichnet die Charaktere aus. Natürlich kann man dann auch erzählen, wie Lei Fang und Hitomi im Dschungel sind und wie sie Lee nachstellen – die Szene in der U-Bahn mit Lei Fang ist toll. Von sowas bitte mehr! Aber bitte von dem ganzen anderen Blödsinn deutlich weniger. Dann würde man auch mit weniger als den etwa 60 Szenen auskommen. Hätte der Story, der Erzählung und dem Spiel deutlich besser getan, wie ich finde.

Abschließendes Fazit zur Storyline ist also nicht ganz so vernichtend, wie noch vor einigen Tagen, aber immer noch ein großes: „Warum, verdammt nochmal, macht ihr sowas?“

Khaaaaaaaaaaaaaan!

Natürlich hatte ich im Urlaub auch mein NintendoDS dabei. Neue Spiele habe ich mir diesmal nicht geholt, da ich noch genug andere hatte, die ich durchspielen wollte. Unter anderem das Remake von Final Fantasy IV für den DS. Das war genau das Richtige für den Urlaub: Lang und ein Final Fantasy.

Es gehört zu den Teilen von Final Fantasy, in denen man Charaktere mit richtigem Hintergrund und Story hat. Ob es sogar das erste damals war, weiß ich nicht. Die Geschichte ist jetzt auch nicht bahnbrechend und keineswegs innovativ. Aber dennoch reißt es genau durch diese Charaktere mit, besonders da so einige Dinge passieren, bei denen man immer mehr Wut auf den bösen Golbez bekommt. Daher auch die Anspielung an Zorn des Khan im Titel dieses Blog-Beitrags, denn es gab mehr als eine Stelle, an der ich mir genau das dachte.

Man merkt dem Spiel allerdings an, dass es eher ein Spiel der alten Schule ist. Der Anfang ist schwer. Ich habe wirklich Schwierigkeiten gehabt, weil mir das Mana zu häufig ausgegangen ist, die Gegner echt knackig am Anfang waren und sowieso ständig meine Gruppenmitglieder wechselten, so dass ich auch nicht so richtig leveln konnte. Auch später hat man an ungünstigen Stellen immer mal wieder Leute verloren und erst später hinzubekommen – natürlich lagen die dann im Level arg zurück. Das führte dazu, dass bei manchen Begegnungen, in denen sie mir als Deux ex Machina halfen, den Rest des Kampfes tot am Boden lagen. Aber möglicherweise war ich auch einfach nur unfähig.

Trotz alledem bin ich mittlerweile arg überlevelt, auch wenn ich an manchen Stellen wirklich auch ganz schöne Probleme hatte. Das Frustpotenzial war ungewohnt, nachdem modernere Titel doch vergebender sind. Aber es war für den Urlaub genau das Richtige, denn dort konnte ich mich so richtig schön reinknien.

Obwohl das teilweise zu viel Strom gezogen hat, habe ich auch mit Sound gespielt. Denn ein Final Fantasy ohne Musik ist irgendwie kein Final Fantasy – das ist, was es häufig so episch macht. Außerdem sind manche Sequenzen sogar vertont. Alles in allem ein echt gelungenes Remake für den DS, im Gegensatz zu einem anderen Teil von Final Fantasy, den ich mir mal geholt hatte und sehr enttäuscht war, wie wenig Handlung und wie flach die Charaktere waren. Doch Final Fantasy IV ist da zum Glück ganz anders.

Schon allein bei dem Trailer läuft es mir eiskalt den Rücken herunter, denn mit den Erinnerungen an manche Szene wird gerade der Kampf am Ende so episch und heroisch – leider bin ich noch nicht durch, aber ich habe schon Bilder im Kopf vor mir, wie sich meine Helden vollkommen sauer auf den Bösewicht stürzen und das dann genau so aussieht, wie in den folgenden Bildern.

Diese Musik! Allein für diese Musik liebe ich Final Fantasy bereits. Nobue Uematsu ist mein Held!

Storm is coming

Ich mag Rift immer noch – sehr. Meiner Ansicht nach ist Rift zur Zeit das MMO auf dem Markt, das handwerklich am besten gemacht ist. Daher finde ich es um so trauriger, dass es so in Vergessenheit geraten ist. Tot ist es aber sicher nicht, auch wenn immer wieder Suchanfragen auf dieses Blog führen, ob Rift tot sei.

Nein, Rift ist definitiv nicht tot. Es kommt jetzt im November die Expansion raus und das sieht einfach so großartig aus! Und Housing! Ich freue mich riesig, dass man es jetzt vorbestellen kann und habe das natürlich gemacht; schon allein, um Trion zu unterstützen, denn die machen nach wie vor einen hervorragenden Job mit Herz und Seele. Um so weniger verstehe ich nicht, dass es einige gibt, die Rift Seelenlosigkeit vorwerfen. Das ist sogar in doppeldeutiger Hinsicht Quatsch.

Am schönsten finde ich einen Kommentar in dem Trailer-Video auf YouTube: „I’m throwing money at the screen but nothing is happening!“ Ja, das trifft meine Einstellung gut. Es ist wirkliche in: Trion, jetzt haltet die Klappe und nimm mein Geld – ihr habt es euch verdient.

Clueless in Arland

Ein wenig enttäuscht bin ich zur Zeit leider von Atelier Rorona. Die erste Begeisterung hat sich wieder gelegt und es fällt mir sehr schwer, am Stück zu spielen. So ein wenig verstehe ich den Grund nicht, denn letzten Endes ist es so ähnlich zu Atelier Totori und Atelier Mereru, dass es doch nicht wirklich an den ganzen Komfort-Dingen liegt, die ich vermisse. Oder doch?

Es sind wirklich nur kleine Sachen, die mich stören und die sie ab Totori geändert haben. Der Rest des Spiels, die Ideen, die Charaktere, die Story… das ist alles genauso schön, aber kurioserweise schmälert manches Andere meinen Spielspaß. Zum Beispiel muss ich immer wieder zu meinem Container zurück und Gegenstände in meinen Korb packen – ich kann bei einem Auftrag nicht direkt aus dem Container abgeben. Dann ist das Reisesystem nicht so übersichtlich, weil ich zwei unterschiedliche Karten jeweils habe: die Weltkarte und dann die Gebietskarte. Da ich auf der Weltkarte aber nicht sehen kann, welche Zutaten und Monster mich dort erwarten, bin ich schon mehrfach falsch gereist und musste einen alten Spielstand neu laden.

Das hört sich nicht schlimm an – ist es auch an sich nicht. Dennoch hat das dazu geführt, dass ich jetzt ungefähr in der Mitte des Spiels anfange, andere Spiele zu testen und da auch länger hängenbleibe. Das ist ungeheuer schade, denn ich will die Geschichte noch zu Ende erleben und außerdem kann das doch nicht so lange dauern, die Spielzeit von drei Jahren durchzuspielen – Totori und Mereru erstrecken sich immerhin über fünf Jahre.

Mal schauen, ob ich jetzt am Wochenende einfach eine Tour der Force mache und versuche, die restlichen Jahre so schnell wie möglich durchzuspielen – dann sicherlich nicht ideal, aber mir fehlen einfach zu viele Dinge, die sie ab Atelier Totori drin hatten. Sehr, sehr, sehr schade, denn das Spiel ist mir an sich immer noch sehr sympathisch. Und versteht mich nicht falsch: Es ist gut, aber irgendwie hält es mich nicht so ganz.

Owlicious

Der Film Die Legende der Wächter ist nett – und ich bin froh, dass ich ihn mir angesehen habe, bevor ich das Hörbuch weiter gehört habe. Denn der Film macht einige Dinge anders und ich vermute fast, dass der Film sogar mehrere Bücher umfasst.

Eigentlich gehöre ich nicht zu den Leuten, denen bei Verfilmunge Dinge fehlen oder die es schlimm finden, wenn Szenen ausgelassen werden. Aber ich muss gestehen, dass ich es bei diesem Film durchaus störend und unnötig fand. Auf ein paar Dinge hatte ich mich gefreut, die so sogar angedeutet, aber nicht umgesetzt wurden. Da kam ich mir ein wenig vor, als ob mir die Zunge rausgestreckt werden würde.

Insgesamt konnte ich damit leben. Was ich viel unangenehmer fand war jedoch, dass die Charaktere so unselbständig wirken. Während Soren und Gelfie im Buch sehr intelligent wirken, auf viele Ideen von selbst kommen, stolpern sie im Film eher von einer Lösung zur anderen. Das finde ich schade, denn gerade Gelfie verliert im Film doch sehr – obwohl ich die kleine Käuzin sehr ins Herz geschlossen habe. Dafür ist sie im Film schön animiert, aber wirkt eher zu schutzbedürftig und unnütz, was sie im Buch so gar nicht ist.

Trotzdem ist der Film ein netter Film, der Spaß macht. Nett animiert, hübsche Optik, schöne Musik und die Story funktioniert so auch ganz gut, auch wenn sie einige Dinge anders macht. Wäre das konsequent durchgezogen hätte ich mich wohl auch weniger daran gestört, dass ein paar Dinge gefehlt haben. Aber nachdem solche Dinge wie das Fragen-Verbot angedeutet wurden, erwartete ich das auch und war schlicht enttäuscht.

Also, richtige Reihenfolge: Zuerst den Film schauen, ob einem das Spaß machen kann. Dann die Bücher oder das Hörbuch zulegen und noch ein wenig mehr Spaß haben. Weil: Eulen!

Follow the signal

Es gab bei Alan Wake noch zwei Zusatz-Episoden, die bei meiner Edition dabei waren, die ich aber bisher übersehen habe! Die habe ich jetzt auch zu Ende gespielt und muss sagen: Zumindest Das Signal war verdammt schwer! Der Schriftsteller hingegen recht kurz und auch einfach.

Ungeachtet der Schwierigkeit haben beide Episoden aber spannende Situationen gehabt und die Geschichte auch interessant und postmodern weitergeführt. Meiner Ansicht nach eine ungeheuer gelungene Überleitung zu Alan Wake’s American Nightmare – zumindest vermute ich es.

Vor meinem Urlaub werde ich aber den Nachfolger von Alan Wake nicht anrühren, denn ansonsten komme ich da sowieso total raus. Dennoch freue ich mich schon sehr darauf, wie die Geschichte weitergeht. Ich muss gestehen, dass einiges beim Spielen doch sehr wiederholend wird, aber allein für diese tolle Geschichte blicke ich da gerne drüber hinweg.

Die Legende der Hörbücher

Nach Glenkill habe ich mir gestern Abend im Saturn das nächste Hörbuch geholt: Die Legende der Wächter. Der Film wurde mir mehrfach empfohlen, steht auch schon bei uns zu Hause im DVD-Regal, ist aber bisher noch ungeschaut. Als ich dann die Kombi-Box mit anscheinend den ersten drei Büchern für einen ziemlich guten Preis gesehen habe, schlug ich zu. Der Preis war im Saturn übrigens gute 10 EUR billiger als bei Amazon.

Die Hinfahrt am Montag so ganz ohne Hörbuch war zwar durch Jan Tenner nicht unangenehm, aber so lange gehen die Jan-Tenner-Hörspiele eben doch nicht. Nachdem ich schon ein wenig reingehört habe, freue ich mich daher doppelt auf die Heimfahrt morgen, denn was ich bisher gehört habe, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Eine angenehme Abwechslung zu Glenkill, das mich nur hin und wieder unterhalten hat.

Die Qualitätsunterschiede bei den Vorlesern sind wirklich gewaltig. Während die Vorleserin bei Glenkill alles in ein und demselben Tonfall vorgelesen hat und ich das eher einschläfernd als spannend fand, hat Stefan Kaminski wieder ganz eigene Stimmen für die Figuren und ich merke endlich auch wieder, wenn geredet wird und wann erzählt wird. Denn das war bei Glenkill wirklich entnervend, wenn ich mich auf die Autofahrt konzentrieren musste und daher so den Anschluss verloren hatte, dass ich nicht mehr irritiert mitkam. Je unterschiedlicher die Stimmen sind, um so besser daher.

Der Anfang der Geschichte hat mich durchaus so gefesselt, dass ich am Wochenende doch mal meine Frau dazu überreden muss, den Film zu sehen. Ich hatte nämlich kurzzeitig überlegt, ob ich mir wirklich das Hörbuch holen will, bevor ich den Film gesehen habe. Aber nur Musik beim Autofahren mag ich nicht mehr – lieber die Möglichkeit mal ins Hörbuch zu schalten und mal auf meine MP3-Musikliste. Doch jetzt will ich den Film schauen! Eulen! Yay!

Ponies are magic

Mittwoch ist heute einmal Pony-Tag – Ninja-Pony-Beitrag! Ich muss gestehen, ich wollte nicht bis Samstag mit einem MLP:FiM-Beitrag warten. Denn My Little Pony: Friendship is Magic ist eine so besondere Serie, dass sogar ich mich selbst spoile, weil ich die dritte Staffel kaum erwarten kann. Es gibt seit einiger Zeit bereits Lieder (Achtung: Spoiler) aus der dritten Staffel auf YouTube und seitdem ich da reingeschaut habe, halte ich es kaum noch aus.

Manche werden vielleicht jetzt die Augen rollen, wie ich eine solche Serie schauen kann – und es wirkt so, als ob das einfach ein ungerechtfertigter Hype im Internet ist. Ich gebe zu, dass der  Meme-Hype ungeheuer groß bei MLP:FiM ist, aber nichtsdestotrotz ist das eine so verdammt gute Kinderserie… auch ohne diese ganzen Memes würde ich sie mir anschauen und gut finden. Denn auch heute noch schaue ich gerne Disney’s Gummibärenbande oder ähnliche Serien. Wem sowas gefällt und auch in gehobenerem Alter jung geblieben ist, dem kann ich diese Serie echt empfehlen.

Meiner Ansicht nach spielt diese Serie in einer Liga mit den Dinos. Denn für Kinder ist sie einfach toll und lehrreich und unterhaltsam. Aber auch ein erwachsener Zuschauer, der bereits viel gesehen und gelesen hat, kann sich an so vielen Referenzen und Anspielungen und hintergründigen Witzen erfreuen, dass das einfach eine tolle Familienserie ist. Schade, dass My Little Pony durch die alte Serie einen so schlechten Ruf hat. Aber dieser Reboot von Lauren Faust ist sowohl optisch, als auch inhaltlich großartig.

Das sind nicht mehr die Mary-Sue-Ponies, bei denen man einen Zuckerschock bekommt. Jedes Pony hat seine Stärken und Schwächen und sie zoffen sich auch immer mal wieder gehörig. Natürlich geht das alles immer gut aus, denn immerhin ist es trotzdem eine positive Kinderserie und es heißt auch Friendship is Magic und nicht Frienship is Impossible. Die grundlegende Aussage der Serie ist nämlich, wie man trotz Unterschieden Freunde sein kann und worauf man zu achten hat.

Das sind einfach so tolle Charaktere…! Mein persönlicher Favorit ist bekanntermaßen Twilight Sparkle – das lilane Einhorn. Aber die anderen Ponies sind auch so großartig auf jeweils ihre eigene Art. Schon allein der Texas-Akzent von Applejack ist großartig, aber auch die postmodernen Witze Pinkie Pies sind so großartig, Fluttershy lässt mich immer wieder zufrieden aufseufzen und leise kichern und Rainbow Dash ist einfach cool. Die größte Überraschung hatte ich aber bei Rarity, denn – das habe ich schon einmal geschrieben – in nahezu jeder anderen Serie wäre Rarity „die Böse von der anderen Gang“. Aber hier ist der Charakter trotzdem sympathisch und nicht oberflächlich. Im Prinzip erinnert sie mich sehr an die spätere Cordelia aus Buffy.

Das sind alles so tiefe Charaktere, bei denen es mir ungeheuer viel Spaß macht, egal wie albern und vorhersehbar die Plots manchmal sind. Wer also ohne Zahnschmerzen Disney sich anschauen kann, dem sollte das mindestens mit MLP:FiM gelingen. Es ist einfach eine tolle Serie. Also hier einmal wieder mein Appell: Wer Spaß an Kinderserien hat, der sollte mal über seinen Schatten springen und sich MLP:FiM anschauen – aber bitte nur auf Englisch. Ich verlinke das direkt auch mal. Gebt der Serie mal eine Chance, wenn euch die Gummibären, die Dinos, Chip & Chap und all solcher Kram gefällt.

Die Serie hat herzlich wenig mit dem alten My Little Pony zu tun. Aber seht selbst nach dem Spoiler-Cut.

Spoiler-Cut

Just imminent danger, in the middle of it: me

Bei Castle schauen wir zur Zeit die 2. Staffel in ziemlicher Rekordzeit durch. Häufig sind es drei Folgen am Stück, weil wir nach jeder Folge denken: „Ja, noch eine!“

Eigentlich ist das ungewöhnlich für mich, denn ich habe lieber Serien mit Meta-Plot oder zumindest fantastischen Elementen. Was macht Castle für mich also so gut, obwohl es sogar eine Krimi-Serie ist und Krimi nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Genres zählt?

Nathan Fillion! Ich mag ihn einfach. Für die Rolle als Richard Castle ist er einfach perfekt – ebenso übrigens, wie er für die Rolle als Nathan Drake aus Uncharted, doch das ist ein anderes Thema. Man könnte fast meinen, dass die Rolle des Rick Castles ihm auf den Leib geschrieben ist. Was war zuerst da? Der Charakter und es wurde ein passender Schauspieler gesucht? Oder wollten sie eine Serie mit Nathan Fillion machen und haben ihm den perfekten Charakter geschrieben? Ich weiß es nicht. Aber dieser Charakter ist einfach großartig und er die beste Besetzung dafür.

Die anderen Rollen! Ähnlich wie bei Monk sind auch hier die anderen Rollen neben Castle wichtig und sympathisch. Natürlich Kate Beckett, die man schon nicht mehr wirklich als Nebenrolle bezeichnen könnte. Aber auch in allen restlichen Nebenrollen steckt so viel Liebe und Detail, dass ich mir echt schwer tue, sie Nebenrollen zu nennen. Meine Lobeshymne auf Alexis schrieb ich ja bereits, aber auch Castle Mutter ist großartig und bei den anderen Detectives und Becketts Chef geht mir auch immer wieder das Herz auf. Und mich freut auch, wie viel Spotlight doch die Forensiker im Team haben. Dadurch gehört die Serie schon fast in die Reihe der Ensemble-Casts, auch wenn es natürlich noch ein ganzes Stück von solchen Serien wie Buffy oder Lost oder Heroes entfernt ist, denn der Fokus ist und bleibt natürlich auf Castle und Beckett.

Die Serie ist postmodern! Kein Wunder, dass mich das so fasziniert. Da ist so viel intelligenter Witz in der Serie, so viele Anspielungen, so viel Selbst-Reflektivität… das macht mir ungeheuren Spaß. Allein die doppelten Ebenen dadurch, dass Castle über seine Krimi-Partnerin Kate Beckett Krimis schreibt… großartig!

Das macht einfach immer wieder und wieder Spaß und ich könnte vermutlich den ganzen Tag Castle durchschauen. Neben Monk und Detektiv Conan eine der wenigen Krimiserien, die mich echt in Begeisterung ausbrechen lässt. Außerdem ist es angenehm, mal wieder eine „Case of the Week“-Serie zu haben, bei der es zwar ein wenig Meta-Plot gibt, aber bei der man damit nicht erschlagen wird. Dann werde ich sicherlich auch demnächst wieder richtig viel Spaß an Meta-Plot-Serien haben; da habe ich mich zugegebenermaßen die letzte Zeit wohl ein wenig überfuttert.

Jamas Tipp: Thor

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich Thor gesehen habe – trotzdem möchte ich ihn empfehlen, denn das ist ein so überraschend guter Film! Vergesst den Trailer, vergesst die albernen Rüstungen, vergesst die eigenwillige Interpretation der nordischen Mythologie. Vergesst außerdem auch, wie Thor in den Comics früher auf euch gewirkt hat. Ich mochte Thor nie in den Comics. Das war einer der langweiligsten Helden, die ich kenne. Aber diese Verfilmung? Großartig!

Das Problem sind die Erwartungen, mit denen man an diesen Film herangehen könnte. Vor allen Dingen, weil die erste halbe Stunde ein anderer Film sind als der Rest. Das ist nicht schlecht, sondern in dieser Kombination eigentlich gut. Man muss dem Film nur die Chance geben. Die erste halbe Stunde ist nicht schlecht, doch Leute, die sehr allergisch auf Pathos reagieren, könnten dazu neigen, ihn zu früh abzuschalten.

Worum geht es in dieser ersten halben Stunde? Sie zeigt die eigentliche Macht Thors und dessen, was dahinter steckt. Sie zeigt, wo der Charakter wachsen muss und was seine Probleme sind. Warum er nicht der Held sein kann, der er sein sollte. Denn sein Ego steht ihm im Weg. Das ist die Exposition der ersten halben Stunde. Die ist imposant, die ist bombastisch und die ist pathetisch – aber gut.

Wenn ihr mir also vertraut und euch den Film unvoreingenommen ansehen wollt, erwartet einen unsympathische und großkotzigen Thor, zu dem man kaum Verbindung haben kann. Ab dem Zeitpunkt von Thors Fall jedoch beginnt der eigentliche Film und das ist auch die Entstehung des Superhelden.

Das ist nämlich das Kuriose an dem Film: Thor hatte am Anfang gewaltige Macht – war aber an sich kein Held. Erst als er diese Macht verliert, wird er zu einem. Damit hat es Kenneth Brannagh mit einer meisterhaften Schreiberleistung geschafft, eines meiner Lieblingsmotive aus dem Superhelden-Genre zu schreiben: ein Held ist nicht ein Held, weil er Superkräfte hat, sondern weil er Schwächen hat und über diese hinaus wächst. Erst in diesem Moment, wird er zum Held.

Wenn man den Film aus dieser Perspektive sieht, dann erwartet einen ein Plot von shakespearischen Ausmaßen, wie man es nicht anders von einem Kenneth Brannagh hätte erwarten können.

Aber bitte tut mir einen Gefallen: Schaut euch keinen Trailer zu dem Film an. Denn diese Trailer zeigen alle einen anderen Film. Wenn ihr euch einstimmen wollt und euch fragt, ob euch der Film gefallen könnte, hört euch den folgenden wunderbaren Zusammenschnitt ein paar der Musikstücke aus dem Film an. Wie so häufig fängt diese Musik die Essenz des Films wunderbar ein.

Thor ist episch, ist bombastisch, witzig, romantisch und hat ein hervorragendes Ende. Spätestens da hat man den Urrumpel Thor in sein Herz geschlossen, selbst wenn man ihn anfangs unausstehlich fand. Ich bereue es sehr, dass ich diesen Film nicht im Kino gesehen habe. Er ist einfach schön…