Oh Captain, mein Captain

Ich mag Edward James Olmos – den Schauspieler des Commander Adama im neuen Battlestar Galactica. Vermutlich gibt es viele, die das noch nicht einmal eine so große Schauspielleistung finden, aber mir gefällt es, wie er den Charakter spielt.

Nahezu immer sieht man Adama ernst und mit dem selben Gesichtsausdruck. Dabei sind es die kleinen Gesten und auch seine Mimik, die im Detail den Unterschied macht. So ist mir bei der letzten Doppelfolge „Ressurection“ (Season 2.2, Episode 1&2) aufgefallen, wie sich dies unterscheidet. Adama lächelt fast nie und wenn, dann ist es häufig nur ein leicht hoch gezogener Mundwinkel. Das hat man in diesen Folgen sehen können, wenn er mit Apollo gesprochen hat und das sind die Kleinigkeiten im Detail, die den Charakter anders und menschlicher wirken lassen trotz seiner ansonsten recht stoischen Ausstrahlung.

Das ist auch, was ich so sehr an seiner Schauspielerei schätze, denn der Charakter ist deutlich mehr als die Oberfläche scheint und das zu zeigen, ist schwierig. Es ist einfacher, einen sehr extrovertierten Charakter zu spielen, der seinen Charakter auf der Zunge trägt. Aber einen Charakter, der eine Maske trägt? Das ist wirklich eine Gratwanderung, einerseits nicht den Holzhammer rauszuholen und andererseits es aber auch nicht zu subtil zu machen. Das gelingt Edward James Olmos wirklich gut, wie ich finde.

Battlestar Graylactica

Die erste Staffel der neuen Battlestar Galactica haben wir nun auch zu Ende geschaut und ich bin doch sehr angetan. An dieser Serie habe ich Spaß. Sie hat genau die richtige Mischung aus Epik und Charakterkonflikten.

Auch wenn ich persönlich düsteren Settings nicht all zu viel abgewinnen kann, machen sie es genau so, wie ich es gerne habe: Durch dieses düstere Setting wird es nicht einfach nur brutal und dunkel und überhaupt. Dieses Setting wird nur benutzt, um Menschlichkeit mehr hervorzuheben, um heldenhafte und selbstlose Taten zu unterstreichen. Das gefällt mir.

Als mir damals jemand mal sagte, dass es bei BSG keine guten und bösen Charaktere gäbe, sondern nur graue Charaktere, dachte ich mir: „Wie langweilig.“ Denn das ist so eine Manie, die ich mittlerweile schon mehrfach gesehen habe, dass es viele Leute so toll finden, wenn alles so grau ist. Doch dadurch wird alles viel beliebiger, wie ich finde.

Doch diese Umschreibung hat BSG keinen Gefallen getan und stimmt so auch nicht. Ich würde die Charaktere nicht als grau bezeichnen, denn das sind sie nicht. Es sind Menschen mit Wünschen, Fehlern und Hoffnungen. Das macht Charaktere nicht direkt grau – zum Glück. Aber das war zu der Zeit wohl einfach in, dass man bei etwas das Label „Grau“ und „Düster“ draufpackt.

Das bedeutet nicht, dass ich keine grauen Charaktere mag. Aber wenn alles grau ist, dann empfinde ich das einfach als beliebig und langweilig. Ich will alle philosophischen Wege ausgeleuchtet sehen und das tut BSG.

Dass die Charaktere also grau sind, dagegen wehre ich mich. Es sind Menschen. Es sind vernünftige und glaubwürdige Charaktere – mehr nicht.

A new hope

Zurzeit schauen wir Battlestar Galactica – die neue Serie. Na gut, ganz so neu ist sie nicht mehr, aber ich hatte sie bisher nicht gesehen. Dabei war ich als Kind großer Fan der Filme – an die Serie kam ich damals nicht so wirklich.

Die neue Serie hat natürlich nicht viel mit der alten Serie zu tun. Ja, Setting und so weiter. Aber sie unterscheidet sich doch gewaltig in ihrer Atmosphäre und im Ton. Das ist nicht schlimm und mir gefällt es so. Ich mag beide Ansätze und beide Serien. Aber die neue BSG ist eine schön modernisierte Fassung der alten Serie.

Mir war bereits lange klar, dass es mir gefallen dürfte und das habe ich auch schon von einigen Leuten gesagt bekommen, die meinen Seriengeschmack kennen. Es stimmte auch. Denn die Charaktere finde ich ungeheuer spannend und mir gefällt bisher, dass es wirklich hauptsächlich auch einmal wieder um die Charaktere geht.

Das macht Spaß zu schauen – auch wenn ich zugeben muss, dass mir die alte BSG-Musik schon ein wenig fehlt. Das war so schön heroisch! Zur neuen Serie würde das natürlich nicht wirklich passen. Da ist es schon besser, dass sie mit Trommeln auf der einen Seite und Chorälen auf der anderen Seite arbeiten. Das unterstützt den Ton und die Atmosphäre der neuen Serie viel besser.

Aber dennoch ist das alte Thema einfach schön. Das mag aber auch nur so eine nostalgische Sache bei mir sein, denn ich verbinde da schon extrem viel mit dieser Musik. Wenn ich allein bedenke, dass ich nahezu jeden Space-Shooter damals gespielt habe, als ob ich in einer Viper sitze – selbst wenn der Space-Shooter so richtig gar nichts mit BSG zu tun hatte.

Eigentlich müsste ich mir das alte BSG doch mal wieder anschauen. Das ist mein Jahrgang!

This town is worth fighting for

Eigentlich hatte ich mich damit abgefunden, die Serie zu Defiance erst zum DVD-Release sehen zu können. Aber das Spiel macht mir derzeit richtig viel Spaß – trotz mancher Unkenrufe an anderen Stellen. Daher habe ich angefangen zu schauen, wie ich die Serie legal sehen kann, ohne direkt Syfy abonnieren zu müssen. Denn illegal will ich sowas nicht machen; ich will immerhin die Serie unterstützen. Und vor einer entsprechenden Aufwertung unseres Telekom-Vertrages, damit wir auch Syfy bekommen können, schrecke ich ein wenig zurück.

Was gab es? YouTube wäre sowieso nicht wirklich legal und da gibt es noch nicht einmal den Piloten – außer über dubiose Links von YouTube weg, bei denen man sich bestimmt wieder irgendwas einfängt. Also bin ich direkt auf die Syfy-Seiten gegangen. Da schlug mein Herz auch schon höher, denn ich konnte die Pilotfolge auswählen. Doch dann der Schock: „This content is not available.“ Tja, hier in Deutschland haben wir eben keinen Zugriff auf die amerikanische Syfy-Seite; das wird geblockt. Sogar die ersten vierzehn Minuten der Pilotfolge, die sonst fast überall freigeschaltet ist, dürfen wir hier nicht sehen.

Prima, also mal auf der deutschen Syfy-Seite nachschauen. Da gab es viel Promo-Material, aber keine Pilotfolge. Nach einigem Rumsuchen habe ich dann die Erklärung zu der ganzen „conent not available“-Sache gefunden – und das ist dann wohl auch der Grund, warum auf der amerikanischen Seite die Pilotfolge verfügbar ist, auf der deutschen Seite nicht. Dabei hätte ich mich sogar registriert dafür! Ich hätte auch gerne Geld dafür bezahlt!

Gut, dann auch nicht. Also fand ich mich damit ab und beneidete gestern Abend einen Kumpel, der mir im TS sagte: „Ich schaue gerade nebenbei Defiance. Ich hoffe, es ist nicht zu laut, dass ich dich nicht spoile?“ Salz in die Wunde – aber dafür konnte er ja nichts.

Heute begab ich mich dann also weiter auf die Suche. Es musste doch irgendeine Möglichkeit geben! Ich traute mich fast nicht ins Defiance-Forum aus Angst vor Spoilern. Meine Neugierde überwand diese Angst dann jedoch und dort las ich in einem Forumsbeitrag: „Bei iTunes gibt es die komplette Staffel schon vorzubestellen.“

Perfekt! Nach einigen Anmeldungsschwierigkeiten (ich bin eben doch ein Technik-Noob) hatte ich dann sogar ein iTunes-Konto und tatsächlich: Dort gibt es sie! Sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Runtergeladen habe ich sie noch nicht, aber ich habe sie jetzt und kann sie wohl fast zeitnah schauen. Wieso nur „fast“? Weil ich sie wohl erst zum Wochenende hin schaue. Mein Rechner in Karlsruhe ist nicht gerade der schnellste zum Runterladen. Aber vielleicht lasse ich es doch durchlaufen. Mal schauen.

Ob mir die Serie wirklich so gut gefällt oder ob es doch ein Reinfall war, werde ich sicherlich die nächsten Tage hier noch schreiben.

A man protects his home and his family

Defiance ist jetzt endlich draußen. Nachdem ich in der Beta bereits gespielt habe, war ich froh, das endlich zu hören und zu wissen: „Ah, endlich kannst du es richtig spielen!“ Man darf nur nicht zu viel erwarten.

Was ist Defiance? Ein Third-Person-Shooter im klassischen MMO-Design. Das bedeutet, dass es die üblichen Quests gibt und das auch echt nichts Neues ist. Aber dennoch hat es einen unschlagbaren Vorteil: Es ist ein Shooter und dadurch ist das Kämpfen dann eben doch spaßiger als Hot-Key-Geprügele – zumindest für mich.

Die Gegner-KI ist zumindest in den Anfangsgebieten nicht gerade berauschend; langt aber für mich als bekennenden Shooter-Noob. Und ansonsten macht das einfach Laune für zwischendurch. Abogebühr gibt es nicht, man muss sich nur das Spiel holen – und wenn es mich nicht täuscht, dann gibt es wohl auch mal wieder einen Shop im Spiel. Also auch das ist nun nichts all zu Neues und erinnert an das Geschäftsmodell von GW2.

Defiance ist vermutlich nichts, was man dauerhaft spielen kann. Aber für immer mal wieder zwischendurch kann ich es mir sehr gut vorstellen, eben weil es keine Abogebühr kostet. Denn so ist es quasi ein Rift im Third-Person-Shootergewand – und in einem Sci-Fi-Setting.

Passend zum Spiel gibt es übrigens auch eine Fernsehserie, die demnächst auf Syfy anläuft. Leider bekomme ich den Sender nicht, daher muss ich wohl bis zur DVD-Box warten. Das ist zwar schon ärgerlich, wenn anscheinend sollen Ereignisse aus der Serie sich im Spiel wiederfinden und umgekehrt. Wobei der Einfluss der Spieler auf die Serie wohl erst mit der zweiten Staffel starten soll – klar, die erste Staffel ist vermutlich schon abgedreht.

Falls es Gästepässe oder kostenlose Testwochen gibt, werde ich hier bestimmt auch mal Bescheid geben, auch wenn Defiance sicherlich nicht meine neue Obsession werden wird. Man muss aber auch nicht aus jedem Spiel einen heiligen Gral oder die Erfüllung der Freizeit basteln – das wird mir leider viel zu häufig in der letzten Zeit vergessen.

Ich verlinke euch mal den Trailer zur Fernsehserie, die mich von der Stimmung doch ein wenig an Firefly erinnert und mich daher natürlich neugierig macht. Auch finde ich es einfach interessant, endlich mal in der Welt einer Fernsehserie zu spielen. Was hätte ich dafür gegeben, ein MMO im Babylon-5-Universum zu spielen?

Wie gerne würde ich diese Serie direkt parallel sehen können. Vielleicht mache ich mich ja doch mal über diesen Syfy-Channel schlau. Andererseits: Wirklich Zeit zum Fernsehen finde ich selten. Serien auf DVDs sind da so unendlich praktischer, weil man sie sich anschauen kann, wenn man Zeit hat.

You don’t bring a gun on a real date

Heute haben wir angefangen, die 2. Staffel „Chuck“ zu sehen – so großartig! Ich kann wirklich nur immer wieder meine absolute Empfehlung für dieses leider häufig übersehene Kleinod von Serie geben. Sie ist spannend, sie ist witzig und sie ist intelligent. Selten kann ich wirklich ausgelassen über wirklich komische Situationen bei einer Serie vor dem Fernseher lachen (ich bin eher der stille Schmunzler) und trotzdem gleichzeitig so gebannt dem spannenden Handlungsstrang folgen.

„Chuck“ bringt einen ungeheuer guten Cast an den Start – tolle Charaktere perfekt besetzt. Schon allein Adam Baldwin (Jayne aus „Firefly“) als Casey ist immer wieder herrlich. Ähnlich wie meine All-Time-Favorites „Angel“ und „Buffy“ gelingt es „Chuck“ eine Mischung aus spannendem Plot und interessanten Charakterbeziehungen zu bieten, die auf einer metaphorischen Ebene unglaublich tolle Einsichten in Charaktere und ihre Beziehungen geben.

Wer ein wenig ein Faible für Geeks hat, Agentenserien etwas abgewinnen kann und gerne gut unterhalten wird, der sollte wirklich einmal in „Chuck“ reinschauen. Nach den ersten zwei Folgen der 2. Staffel möchte ich das einmal wieder betonen. Aber bitte nur auf Englisch sehen – auf Deutsch ist die Serie so langweilig wie eine getoastete Weißbrotscheibe. Erst auf Englisch entfaltet sie eine ungeheuer großartige Dynamik aus Komödie und Spannung.

Ich liebe diese Serie.

Edit: Diese beiden Videos habe ich beim Stöbern gefunden. Sie sind nicht aus der Serie, aber trotzdem treffen sie gut die Stimmung. Das erste ist eine Promo, das zweite anscheinend eine Ankündigung der Serie jeweils durch die Cast-Mitglieder.