It’s the end of the world as we know it

Es gibt da jemandem, dem ich zu verdanken habe, dass ich vor einiger Zeit wieder anfangen konnte, im Kino Spaß zu haben: der John, oder wie wir ihn immer nannten „Captain John“.

Vorher hatte ich durchaus auch Spaß – aber nicht so viel, wie ich haben könnte. Denn mir fehlte einfach dieses Loslassen im Kino und einfach den Film genießen. Immer musste ich analysieren und wenn es da was gab, was es zu kritisieren gab, dann habe ich mich daran hochgezogen und mir zwar nicht unbedingt immer den Film verdorben, aber schon einen Teil davon.

Doch dann habe ich in der Videothek einen Arbeitskollegen kennengelernt, der auch noch Kommilitone von mir war und mit dem habe ich echt viel unternommen. Brettspiele, Videoabende und auch Kinobesuche. Das war echt beeindruckend, wie dieser Mensch mitreißen kann und wie viel Freude und Euphorie er bei etwas haben konnte. Das bedeutete nicht, dass er einfach vollkommen unreflektiv etwas gut fand. Nein. Denn er war sicherlich genauso kritikfreudig wie ich und es gab Sachen, mit denen konnte man stundenlang mit ihm diskutieren, die auch er nicht gut fand.

Aber mir gefiel seine positive Art, an vieles heranzugehen und daher habe ich es auch mal probiert – und habe mich mitreißen lassen. Man kann sagen, dass ich dank ihm meinen „Sense of Wonder“ wiedergefunden habe, der drohte verloren zu gehen.

Leider habe ich fast gar keinen Kontakt mehr zu diesem Menschen habe, trotzdem lese ich immer wieder sehr gerne seine Beiträge auf Facebook. Ja, dafür ist dann selbst dieses Teufelsinstrument gut und solange es solche Möglichkeiten gibt, kann man schimpfen und wettern, das macht es dann eben doch wieder gut, dass ich den Kontakt zu solchen Leuten nicht doch verliere.

Wie ich darauf komme? In seiner üblich sympathischen Art hat er heute voller Euphorie diesen Artikel verlinkt: „The World’s End Begins in September„. Bisher war mir gar nicht bewusst, dass Simon Pegg an einem weiteren Teil der Cornetto-Filme arbeitet! Aber er tut es! Vielleicht wisst ihr, was für großer Fan ich von „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ bin und das wird der dritte Teil. Was freue ich mich wie ein Schnitzel! Einmal wieder…

Ganz schön viel Einleitung dafür, dass ich eigentlich nur meine Begeisterung über den neuen Cornetto-Film kund tun wollte. Aber dann dachte ich mir, eine kleine Laudatio auf solch sympathische Menschen ist auch nicht verkehrt, denn genau die Gedanken sind mir durch den Kopf gegangen, als ich das gelesen hatte. Denn ich spürte wieder genau dieses Gefühl, dass ich mitgerissen werde auf einer Welle der Euphorie, guten Laune und des positiven Herangehens an einen Film. Das könnte vielen auch bei Spielen oder MMOs gut tun.

Da bin ich echt froh, dass es solche Leute gibt, die einen so inspirieren können. Wenn ich mir dann vor Augen halte, dass so jemand Lehrer ist, dann freue ich mich extrem für seine Schüler.

Jamas Tipp: Hot Fuzz

Gestern habe ich mit einem Kollegen einen kleinen Filmeabend gemacht, weil er „Hot Fuzz“ noch nicht gesehen hatte.

„Was, du hast Hot Fuzz noch nicht gesehen?“, fragte ich.
„Nein, daher habe ich ihn mir ja gekauft.“
„Ein so großartiger Film! Aber den darfst du nicht allein schauen! Den muss man zusammen schauen!“

Daher war der Plan spontan gefasst und ich kann es auch hier nur noch einmal verdeutlichen: Den Film schaut man zusammen an! Was der großartige „Shaun of the Dead“ für die Zombie-Filme ist, ist „Hot Fuzz“ für die Action-Filme: eine herrliche Homage an das Genre.

Man kann ihn auf Deutsch sehen, aber auf Englisch ist es so viel besser – ähnlich wie „Shaun of the Dead“. Der britische Akzent in seinen unterschiedlichen Ausprägungen trägt einfach noch zur Atmosphäre und vielen witzigen Szenen bei. „Hot Fuzz“ ist zwar stellenweise richtig albern, aber er hat auch keine Angst, das Genre ernst zu nehmen. Gerade aus diesem Spagat zwischen bizarren Albernheiten und dramatischen Szenen merkt man, wie liebevoll der Film gemacht ist.

Simon Pegg ist einfach einmal wieder großartig, wenn er den nahezu tadellosen Ausnahme-Cop Nicolas Angel spielt, der wegen zu gutem Dienst in ein Kleinstadtkaff „befördert“ wird, in dem nichts – aber auch gar nichts – passiert. Aber um es mit Nicolas Angel selbst zu sagen: „There is always something going on!“

Der Film zitiert laufend bekannte Action-Filme, indem er Dialoge manchmal als Vorbild nimmt, manchmal Szenen, aber noch viel häufiger typische Motive daraus. Er nimmt aus einem großen Potpourri an Bildern und Ideen und fügt sie zu einer rasanten Action-Komödie heran.

Aber wieso muss man ihn zusammen sehen? Es ist ein Buddy-Film! Während „Shaun of the Dead“ eine romantische Komödie (mit Zombies) ist, spielen Frauen in „Hot Fuzz“ keine wirkliche Rolle. Es geht um Loyalität, Pflichtbewusstsein, Mut und männliche Freundschaft – also was für die ganz harten Kerle. Die Freundschaft zwischen Nicolas Angel und seinem tappsigen Sidekick ist so großartig geschrieben und in Szene gesetzt, wie in vielen „richtigen“ Buddy“-Filmen.

Wer also Action-Filme mag, wer was mit britischem Humor anfangen kann, dem sei „Hot Fuzz“ wärmstens ans Herz gelegt. Und lasst euch nicht irritieren: Im Deutschen haben sie mal wieder einen absolut beknackten Untertitel unter den Titel gehängt, nämlich „Zwei abgewichste Profis“. Aha! Das war sicherlich absolut nötig, bei der Übersetzung hinzuzufügen. Hat nur leider gar nichts mit dem Film zu tun.

Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass Untertitel bei der Übersetzung entweder einfach unnötigerweise hinzugefügt wurden oder krampfhaft und unpassend verändert haben. Vielleicht war es der klägliche Versuch des Übersetzers, der Feeling der alten Buddy-Filme durch diesen Untertitel zu transportieren. Ist bei mir zumindest nicht gelungen.

Die richtigen Trailer kann ich hier leider nicht einbetten und ich fand nur einen Teaser, der nicht sonderlich gut war. Folgt daher einfach diesem Link für einen kleinen Einblick in den Film – und ja, das spoilt! Leider verrät der Trailer einmal wieder sehr viel, aber andererseits sind viele Sachen im Film auch nicht überraschend. Daher, schaut es euch einfach an und freut euch auf die Szenen.

Jamas Tipp: Shaun of the Dead

Als ich das erste Mal von „Shaun of the Dead“ hörte, dachte ich mir: „Was für ein blöder und billiger Titel – bestimmt auch ein blöder und billiger Film.“ Wie konnte ich nur so falsch liegen? Der Film ist großartig, wie ich dann bald herausfinden sollte. Er ist nicht einfach eine Parodie auf „Dawn of the Dead“, ich würde sogar noch nicht einmal so weit gehen und es als Hommage an „Dawn of the Dead“ beschreiben. Es ist ein eigenständiger Film.

Sehr treffend fand ich die Zeile auf einem Film-Plakat, das wir bei uns in der Videothek hängen hatten: „Eine romantische Komödie – mit Zombies.“ Genau! Denn es geht in diesem Film nicht nur um die Zombies und es geht auch nicht nur darum, tolle Zombiewitze zu machen. Es ist die Geschichte um einen Mann, der erwachsen werden muss und sein Leben in den Griff bekommen muss.

Aber zugegeben, es geht natürlich auch um die Zombies – denn wie wir wissen, wird alles besser mit Zombies. Außerdem ist ein Zombie-Film mit britischem Akzent so unvergleich großartig. Daher auch hier einmal wieder mein Appell: Schaut ihn im Original – mit Untertiteln, denn ich kann mir vorstellen, dass manche Probleme mit dem britischen Akzent haben. Der Film funktioniert auch auf Deutsch, aber auf Englisch ist er um Längen besser.

Ich liebe diesen Film. Ich liebe den Humor, ich liebe die kleinen Szenen. Simon Pegg ist einfach toll! Und wem „Shaun of the Dead“ gefallen hat, der sollte sich auch „Hot Fuzz“ ansehen – das Action-Film-Gegenstück. Gleiche Art, gleicher Humor, auch großartig. Allerdings finde ich, dass der Trailer dem Film keinen Gefallen tut, denn er beschreibt nicht den Film, den ich sehe.

Im Trailer werden größtenteils die billigen Zombie-Witze gebracht und nicht die Stellen, die den Film wirklich legendär machen. Lasst euch also von dem Trailer nicht abschrecken. Natürlich gehören diese Szenen auch zum Film dazu, aber wenn man den Film im Gesamten sieht, passt es. Hier wirkt es, als ob einfach ein paar billige Witze in den Trailer gepackt wurden.