Dead or Story

Müssen neue Beat’em Ups eigentlich immer so viel Story haben? Bitte nicht falsch verstehen, denn das ist schon nett, wie die Geschichte im neuen Soulcalibur erzählt wird oder jetzt auch mit Dead or Alive 5, das ich seit gestern immer mal wieder spiele.

Aber dennoch vermisse ich so ein wenig das schlichte Erzählen der Geschichte, wie es früher gegeben war. Da hat man dann einen Charakter im Story-Modus gespielt, hat dazu ein paar Sequenzen bekommen (nicht zu viele) und fertig – dadurch wurde die Geschichte erzählt. Außerdem gab es da dann offene Enden oder unterschiedliche Enden und erst mit dem nächsten Teil wurde dann gesagt, wie die Geschichte offiziell weitergegangen ist.

Doch die neuen Spiele dieses Genres scheinen Angst davor zu haben, auf weniger zu setzen. Dabei ist das für mich der Charme dieses Genres gewesen, warum ich nach den alten C64-Zeiten mit Tekken wieder dorthin zurückgefunden habe. Denn gerade diese Schlichtheit hat mich fasziniert, gemeinsam mit markanten Charakteren.

Davon abgesehen, denn ich sollte nicht zu viel meckern: Yay! Endlich ein Dead or Alive für die PS3, so dass ich nicht immer zum Marc fahren muss, um mit ihm an seiner Xbox ein DoA zu spielen. Spielt sich ansonsten sauber, ist nett gemacht und hat mich bisher keineswegs enttäuscht. Nur diese Gedanken gehen mir beim Durchspielen des Story-Modus immer wieder durch den Kopf.

Doch wie soll’s weitergeh’n?

Ich muss gestehen, dass ich mich an „Dead Space 2“ zur Zeit (noch) nicht wage. Der erste Teil war großartig, aber ging schon ziemlich an die Substanz und bevor ich mich auf das zweite Abenteuer mit Isaac in den Weltraum begebe, brauche ich ein wenig Abstand und idealerweise auch leichtere Kost. Leider habe ich die zur Zeit auf meiner PS3 zu Hause nicht, aber will auch nicht vor Skyrim, Uncharted 3 und Assassin’s Creed: Revelations nichts Neues holen – denn die kommen alle im November und da lohnt es sich kaum.

Was also machen? „Might & Magic: Heroes VI“ spiele ich natürlich zur Zeit immer mal wieder, aber da es ein PC-Spiel ist, auch nicht all zu intensiv. Ich bin einfach nicht mehr der PC-Zocker, sofern es nicht MMOs sind. Ich bin mittlerweile wirklich eher Konsollero. Auf der Konsole habe ich dann zwar „Ico“ oder „Shadow of the Colossus“, aber obwohl ich mich gerade auf „Shadow of the Colossus“ sehr gefreut hatte, fehlt mir zu beiden Spielen der Zugang. Die Steuerung finde ich fürchterlich, es gibt kaum Einweisung ins Spiel und irgendwie packt es mich einfach nicht, wenn ich beide Spiele anzocke. Sie haben durchaus was Interessantes, aber irgendwie „will“ ich sie nicht spielen und das ist ein schlechtes Zeichen. Daher habe ich die beiden wieder bei Seite gelegt.

Ich hätte da zwar noch „Soulcalibur IV“, bei dem ich überraschend wenig freigeschaltet hatte, wie mir letztens auffiel, und auch noch neu „Arcana Hearts 3“, aber Beat’em Ups mag ich zwar ungeheuer gerne, sind aber nichts, was mir ein so richtig befriedigendes Gefühl gibt – vor allen Dingen alleine. Das sind einfach Spiele, die man zusammen spielt.

„Dante’s Inferno“ und „Bayonetta“ liegen da zwar auch noch rum, aber eigentlich nur, weil ich mir noch überlegen muss, wie ich die beiden Titel loswerde, denn das waren ausnahmsweise zwei Blindkäufe, die nicht funktioniert haben. Sonst bin ich bei Blindkäufen doch recht sicher. Na gut, bei „Shadow of the Colossus“ hat das auch irgendwie nicht funktioniert. Aber gerade bei den beiden Titeln habe ich nach knapp einer Stunde gemerkt: „Nee, ist nichts für dich. Schade drum.“ „Dante’s Inferno“ macht mir einfach keinen Spaß und ich finde es unnötig brutal, „Bayonetta“ hat zwar irgendwie was Faszinierendes, aber es ist trotzdem zu irritierend, als dass ich da Spaß dran haben könnte. Schade, denn die bizarren Gegner, die ich in einem Gameplay-Video gesehen habe und die merkwürdigen Settings sahen so aus, dass es mir hätte gefallen können.

Dann hätte ich noch „Heavy Rain“, das mich damals beim Kauf der PS3 nicht wirklich überzeugt hat und auch nicht gerade das ist, was man „leichte Kost“ nennen dürfte. Vermutlich werde ich das dann aber demnächst doch noch einmal anspielen und ihm eine zweite Chance geben, auch wenn ich gestehen muss, dass ich nie so ganz den Hype um dieses Spiel verstanden habe. Vielleicht verstehe ich ihn beim zweiten Mal anzocken – bei „Uncharted“ hat es immerhin auch zwei Anläufe gebraucht, ehe ich gemerkt habe, wie großartig es doch ist.

Was bleibt? „F.E.A.R. 3“ – das habe ich immerhin in der Collector’s Edition gekauft. Ja, ich weiß, auch das ist keine leichte Kost, aber immer noch leichter als „Dead Space 2“, denn wo „Dead Space“ schockierend ist und an die Substanz geht, ist „F.E.A.R.“ zwar atmosphärisch und spannend, aber es ist doch deutlich action-geladener und baut daher nicht eine so zerreißende Atmosphäre auf, wie „Dead Space“.

Das ist auch der Punkt, den ich an vielen Rezensionen zu „F.E.A.R. 3“ nicht verstehe. Mir macht es Spaß! Ich erwarte da nicht, dass ich mich total grusele oder verstört bin. Sowas würde ich von „Dead Space“ erwarten. Von „F.E.A.R. 3“ erwarte ich einen atmosphärischen Shooter mit Horror-Atmosphäre und das gibt es mir. Es ist ein Shooter und das merkt man an jeder Stelle. Aber es ist auch ungeheuer atmosphärisch und wenn man nicht durch die Level von Gegner zu Gegner rennt, sondern sich auch mal umschaut oder manche Szenen auf sich wirken lässt, merkt man das auch.

Erinnert sich noch jemand an… Budokan?

Eines der letzten Beat’em’ups, die ich am Computer gespielt habe, war: „Budokan“! Ganz früher gab es da natürlich noch „Exploding Fist“ oder „International Karate+“, aber „Budokan“ war für mich der Höhepunkt des Genres am PC. Danach habe ich nie wieder ein Spiel aus diesem Genre angerührt. Erst mit meiner PS2 begann ich, das Genre neu für mich zu entdecken und habe jetzt meine heutigen Favoriten – „Dead or Alive“ bei den Nicht-Waffen-Prüglern und „Soulcalibur“ bei den Waffen-Prüglern.

Budokan war damals so eine Mischung aus all diesen spielen, denn man konnte aus vier unterschiedlichen Kampfarten wählen: Karate, Kendo, Nunchaku und Bo. Das Ziel war es, im großen Budokan-Turnier gegen besondere Gegner zu kämpfen, die teilweise sogar eigene Waffen hatten. Man trat dort gegen Ninjas oder sich selbst an.

Es war kein schnelles Spiel, aber es wirkte auf mich immer besonders anspruchsvoll. Ob das an der Steuerung lag oder den vergleichsweise unterschiedlichen Angriffen zu meinen bisherigen Prüglern, weiß ich nicht. Aber was war ich stolz wie Oskar, als ich das Turnier endlich gewonnen hatte!

Insgesamt verbinde ich wohl aber deswegen auch so tolle Erinnerungen an dieses Spiel, weil wir es immer bei unserem D&D-Spielleiter nach den Runden am PC gespielt hatten. Es hatte sich bei meiner Rollenspielrunde irgendwann als „das“ Prügelspiel eingebürgert und da ich zu dem Zeitpunkt selbst keinen PC hatte, wurde die Legende um das Spiel immer größer. Die Amiga-Version, die ich dann später spielen durfte, fühlte sich nie so an, wie die Version auf Björns PC.

Destiny awaits

Soulcalibur 4 war eines der weiteren Spiele, die ich mir für die PS3 geholt habe – einen Prügler kann man eigentlich immer gebrauchen und mit der Soulcalibur-Reihe habe ich eigentlich ganz gute Erfahrung gemacht. Auch wenn ich gestehen muss, dass mein erstes Soulcalibur (der zweite Teil) mir am meisten Spaß gemacht hat. Ich habe wirklich lange daran gesessen und dies und das frei gespielt. Beim dritten Teil hatte ich nicht mehr ganz den Nerv dafür – außerdem fand ich die Kampagne auch merkwürdiger als im zweiten Teil und die Auswahl der Charakter empfand ich auch nicht als sonderlich prickelnd.

Hinzu kam, dass mir mein eigentlicher Lieblingscharakter (Talim) im dritten Teil überraschend wenig Spaß gemacht hatte – keine Ahnung, wieso, aber ich bin im dritten Teil eher auf Taki und Xiang-Hoa umgestiegen. Im vierten Teil geht es nun allerdings wieder ganz gut.

Der vierte Teil gefällt mir bisher durchaus besser als der dritte, auch wenn ich hier ebenso wieder ein wenig müde des Freispielens bin. Vielleicht habe ich schon zu viele „Beat ‚em up“s gespielt und schon zu viel darin jeweils frei gespielt, als dass ich mich da noch einmal durchackern möchte.

Merkwürdig ist jedoch das System mit dem „Rüstung kaputt hauen“, denn es gibt eine Mechanik, mit der man nun einem Gegner diese zerhacken kann. So richtig durchgestiegen bin ich nicht – aber vielleicht habe ich mich auch noch nicht genug damit beschäftigt.

Insgesamt macht es also schon Spaß, aber dennoch würde ich es mir ein wenig simpler wünschen – vielleicht bin ich da vom „Dead Or Alive“-Spielen auf Marcs Xbox zu verwöhnt. Oder gibt es da auch so viel Schnickschnack? Klar, freispielen kann man da recht viel, aber in erster Linie einfach alternative Kostüme und Stages. Bei Soulcalibur gibt es merkwürdige Mechaniken und ganz viel freispielen, was sich mir bisher noch nicht so richtig erschließt.

Naja, mal schauen, wie es weiter geht. Momentan verbeiße ich mich an der PS3 doch eher in mein „Prince of Persia“.