Erinnert sich noch jemand an… Populous?

Das war für mich eines der ganz großen Spiele auf dem Amiga: Populous! Worum geht es? Man ist ein Gott und man braucht Anhänger. Doch es gibt auch andere Götter. Jedoch kann man die nicht selbst angreifen. Dafür aber ihre Anhänger und je weniger Anhänger ein Gott hat, desto weniger Macht hat er.

Das Spiel besteht also darin, seine eigenen Anhänger zu vermehren und die des Gegners zu beseitigen. Dabei stehen einem ein paar Wunder zur Verfügung. Zu allererst kann man Land manipulieren, indem man ebene Flächen oder Berge baut oder das Land ganz weg macht. Aber es gibt auch größere Wunder wie Erdbeben oder Sümpfe oder man kann einen eigenen Anhänger zu einem heiligen Ritter erheben, der dann für einen in die Schlacht zieht. Man konnte im wörtlichen Sinne die biblischen Plagen auf seinen Widersacher schicken, denn auch eine Sintflut war dabei; auch wenn ich gestehen muss, dass ich die nie eingesetzt habe, weil ich die Mechanik zu unpraktisch fand. Im zweiten Teil kamen dann sogar Feuerregen dazu und wenn ich mich richtig erinnere auch Heuschrecken oder zumindest irgendwelche Insekten.

Ein großartiges Echtzeit-Strategie-Spiel – zumindest würde ich in die RTS-Ecke schieben, auch wenn es viele Dinge noch nicht hatte, die man heute so von Starcraft 2 und Co kennt. Die Anhänger konnte man nämlich nicht direkt bewegen – sie besaßen einen fast eigenen Willen, auch wenn man sie zu einer Flagge befehlen konnte. Trotzdem machten sie größtenteils, was sie wollten mit kleinen Vorgaben. Ich habe das Spiel ewig bei meinem Bruder an seinem Amiga gespielt, als ich noch nur einen C64 hatte und später habe ich es auch sehr häufig gespielt, als ich selbst dann einen Amiga besaß.

Der zweite Teil war auch sehr spaßig, denn da gab es unterschiedliche Götter und dadurch auch unterschiedliche Wunder – alle nach den verschiedenen Elementen unterteilt. Der dritte Teil, Populous – The Beginning, war dann schon leider sehr gewöhnungsbedürftig. Man war nicht mehr ein Gott, sondern eine Schamanin mit Anhängern und das alles war in 3D. Mir hatte das auch viel Spaß gemacht, aber ich glaube vielen anderen nicht.

Es gibt jetzt übrigens für das NintendoDS ein Remake von Populous mit ein paar Elementen von Populous 2 wie beispielsweise den verschiedenen Göttern. Spielt sich auch nett, aber ist irgendwie für mich nicht so richtig Populous. Es wirkt auf mich deutlich schneller und außerdem hängt man ständig im unteren Bildschirm herum und sieht daher nicht so richtig die Landschaft auf dem oberen – es lohnt sich auch kaum. Dennoch kann man für das bisschen Geld nichts falsch machen, wenn man mal wieder diesen alten Klassiker spielen will und sowieso ein NintendoDS hat.

Honor Ranking

Immer mal wieder schaue ich beim guten HomerJ in die Starcraft2-Casts rein und diesmal wollte ich den „Cyborg Albino Cup“ von letztens verlinken. Ich habe ihn mir noch nicht komplett angeschaut, aber was ich am Interessantesten fand: Es ist ein Dual-Cast mit AIHonor – einem deutschen Protoss-Pro-Spieler.

Sehr sympathischer Kerl, wie ich schon bei dem Dual-Cast der beiden vor einigen Wochen fand, und jetzt bei diesem Turnier spielt er sogar vor Ort im Studio von HomerJ. Sicherlich nichts Atemberaubendes, aber ich fand es ganz spannend es fühlte sich sehr schön an, wie man da hinter die Kulissen schauen konnte.

Honor sieht man leider erst im Teil 5/12 spielen und zwischendurch gibt es leider auch zwei Teile, die keinen Sound haben. Die habe ich einfach übersprungen, denn das ist nur semi-spannend, wenn man dazu keine Kommentare hören kann.

Das Turnier ist lang und sicherlich nur etwas für welche, die Starcraft 2 mögen, aber vielleicht hat ja sonst auch noch jemand Interesse, sich sowas einfach mal grundsätzlich anzusehen. Der folge bitte dann diesem Link hier zum „Cyborg Albino Cup“ – er ist in zwölf Teile aufgesplittet. Das bedeutet, nach dem verlinkten Teil müsstet ihr die restlichen Teile in der VOD-Sektion von HomerJ raussuchen.

Cheese and Wine

Eine Sache würde ich gerne so vielen Starcraft2-Spielern sagen, aber meist loggen die dann schon aus dem Spiel aus und ich denke, es hätte sowieso keinen Sinn: Nur weil ihr verliert, bedeutet es nicht, dass man „cheese“ spielt! Jetzt fragen sich vielleicht einige, die kein Starcraft spielen, was „cheese“ ist. Da gehen interessanterweise die Meinungen auch ziemlich auseinander, was das ganze Thema sowieso noch einmal schwerer macht, aber an sich ist „cheese“ eine Taktik, die darauf setzt, den Gegner zu überraschen, aber an sich minderwertig ist – „cheese“ gewinnt, wenn er nicht erkannt wird, „cheese“ verliert, wenn er rechtzeitig erkundet wird.

Es gibt ganz klassischen „cheese“ wie den sogenannten „6Pool“, bei dem ein Zerg keine Drohnen baut, sondern nur schnell den Spawning Pool baut, um rasch Zerglinge zu pumpen. Damit hat man eine ungeheure Schwäche in seiner eigenen Wirtschaft und daher ist es auch keine gesunde Strategie, die nur darauf aus ist, die schnellsten Kampfeinheiten zu produzieren, ehe der Gegner das machen kann und ihn auf dem falschen Fuß zu erwischen. Misslingt das, ist man dank des Wirtschaftsnachteils so hoffnungslos unterlegen, dass man normalerweise gleich aufgeben kann.

Allerdings hat es sich in der SC2-Community eingebürgert, so ziemlich alles als „cheese“ zu bezeichnen. „Cheese“ ist eine Hatchery in die gegnerische Basis oder seine natürliche Expansion zu setzen, Cheese ist es, Barracks in die gegnerische Basis zu setzen oder ohne jegliche anderen Einheiten oder Technologien auf Dark Templar zu gehen, um dann den Gegner mit unsichtbaren Einheiten zu überraschen.

Das ist „cheese“ – und es ist in Ordnung, wenn man in anwendet, denn er gehört zum Spiel. Allerdings sollte man sich dann nicht arschig verhalten, was leider viele „cheeser“ machen. Ich persönlich „cheese“ selten. Ich spiele einfach lieber einen Makrostil, habe aber auch schon einmal „cheese“-Taktiken aus Interesse angewendet, denn häufig verlangt „cheese“ ein hohes Maß an Mikromanagement, denn man muss mit möglichst wenig möglichst viel erreichen. Um das eigene Mikromanagement zu verbessern, finde ich sowas also gar nicht verkehrt.

Schnelle Angriffe („rushes“) sind allerdings kein cheese. Das merke ich, wenn mein recht früher 7RR (7 Roach Rush) beschimpft wird. Es ist noch nicht einmal ein All-in, denn ich kann in genau dem Moment, in dem ich angreife, meine zweite Basis nehmen. Wenn ich allerdings merke, dass der Gegner zu wenig Einheiten hat oder unglückliche Gebäudeplätze ausgewählt hat, dann pumpe ich natürlich noch mehr Roaches – klar. Aber an sich ist es kein „cheese“ und noch nicht einmal zwingend ein „All-in“, selbst wenn ich nur Roaches noch pumpe. „All-in“ wird es, wenn ich noch meine Queen oder sogar die Drohnen dazu nehme, denn dann muss der Angriff funktionieren.

Ein „cheese“ ist immer ein „All-in“, ein „All-in“ aber nicht immer „cheese“ und ein „rush“ außerdem nicht immer ein „All-in“.

Merkt das euch doch einmal bitte. Aber das ist sowieso vermutlich hoffnungslos. Aber verliert doch dann wenigstens wie Männer. Mache ich auch, wenn ich mich verkalkuliert habe. Sportsgeist zeigen! Sich nett verabschieden und auch aufrechten Hauptes und mit Anstand vom Spielfeld gehen. Irgendwie können das leider wohl nur wenige Hobby-E-Sportler. Sehr traurig und mir als altem Mannschaftssportspieler tut das echt in der Seele weh…

Schreib dich nicht ab

„Seit 3 Tagen heale ich mal wieder in einer Instanz…“ – diesen „Satz“ habe ich gestern im Rift-Forum gelesen und ich fragte mich einmal wieder: „Wieso schreibt man sowas?“

Es geht dabei nicht um den Inhalt, sondern um die Sprache. Wieso schreibt man nicht „Seit 3 Tagen heile ich mal wieder in einer Instanz…“ Was ist daran so schwer und so unterschiedlich? Wieso benutzt man das englische Wort? Es klingt doch sogar gleich!

Ich möchte da nicht päpstlicher als der Papst erscheinen, denn auch ich benutze mal Fachausdrücke. Gerade wenn ich von Starcraft2 spreche, rede ich auch von „Magic Box“ oder „Speedlings“ oder ähnlichem. Ich benutze sowas auch, aber dennoch versuche ich, mich darauf bei Fachausdrücken zu beschränken.

Mag sein, dass nicht jeder etwas mit den Begriffen da oben anfangen kann, aber wer sich ein wenig mit SC2 auskennt, der wird bei „Magic Box“ die perfekte Reichweite von Flugeinheiten verstehen, damit sie keinen „Splash Damage“ (da haben wir wieder so ein Wort) abbekommen und der wird bei „Speedlingen“ direkt wissen: Aha, die haben das Geschwindigkeitsupgrade – oder bei „Cracklingen“, aha, die haben auch die Angriffsgeschwindigkeitserhöhung. Das ist Fachsprache, um nicht jedes Mal das Konzept dahinter umständlich neu erklären zu müssen.

Aber ob ich jetzt sage „ich heile“ oder „ich heale“ hat nichts mit Fachsprache zu tun. Auch wenn ich sage „ich nehme Fast Expansion“ (was ich durchaus mal sage), dann könnte ich auch besser sagen „ich mache eine schnelle neue Basis“. Auch mir passiert das also, aber ich fühle mich danach immer so ein wenig schmutzig.

Doch: Ich heale…? Oder noch schlimmer: Use mal den Heiltrank…? Was soll das? Vor allen Dingen tut es mir in der Seele weh, wenn das auch noch ganz normal konjugiert wird. Bei „Fast Expansion“ wird wenigstens einfach ein englisches Wort genommen, aber wie sieht das bei „ich heale“ aus?

Ich heale, du healst, er/sie/es healt, wir healen, ihr healt, sie healen?
Ich use, du used, er/sie/es used, wir usen, ihr used, sie usen?
Ich gette davon Schmerzen!

Ich gelobe Besserung, dass ich in Zukunft wieder bewusster meine Sprache benutzen will und mir andere Sachen ausdenke für „ich nehme eine Fast Expansion“ oder „ich greife seine Second an“. Denn durch „ich heale“ ist mir einfach wieder bewusst geworden, wie fürchterlich und vor allen Dingen unnötig das ist.

Wobei ich es verstehen kann, wenn jemand sagt „er tankt“, aber da muss es doch auch ein besseres Wort für geben! Blocken? „Ich blocke die Instanz“ – nein, ist auch blöd. Was gibt es denn für Möglichkeiten?

Bitte seht es mir nach, wenn es in Zukunft immer mal wieder doch solche Wörter bei mir gibt, denn ich kann es sicherlich nicht von eben auf jetzt ausschalten; ich bemühe mich aber darum. Trotzdem werde ich auch in Zukunft von „Magic Box“ reden, denn das gibt einfach kurz und bündig ein Konzept wieder, das man auch durch Google-Fu schnell nachschlagen kann, ebenso wie Speedlinge. Aber ich werde mich bemühen, nicht mehr zu „pushen“, sondern „anzugreifen“.

Gerade unter anderen Zockern fällt es einem schwer, von dieser Unart abzulassen, denn man ist es doch ziemlich gewohnt zu „nuken“ oder zu „silencen“ oder zu „sheepen“. Trotzdem: Macht ihr mit? Denn zumindest sehe ich in „ich heale…“ keinen Vorzug gegenüber „ich heile…“.

And now: Die, bunker noob!

Da schrieb ich noch gestern, wie gut es doch mit diesem Spanisiwa-Ansatz klappt und schon revidiere ich zum Teil. Allerdings ist es natürlich klar, dass keine „I win“-Strategie ist – gut so. Ich muss da noch einiges tüfteln und mit einigen Sachen klar kommen.

Vor allen Dingen mein Mineralienhaushalt – ich habe einfach zu viele Kristalle, die ich nicht verwerten kann! Und wenn ich Expansions aufbauen will, werden sie mir häufig weggesnipt, wenn ich die Map-Kontrolle nicht habe. Wobei ich dieses Problem bisher eigentlich nur gegen Terrans hatte. Ich verfluche euch, Medivac-Drops!

Aber ich bin guter Dinge. Vieles spielt sich mit diesem Ansatz für mich flüssiger, ich bekomme besser die Upgrades raus und achte mehr darauf, die Infestation Pit frühzeitig zu setzen, womit ich schön schnellen Zugang zu T3 habe. Das gibt doch noch einiges an schönen Möglichkeiten mit Cracklingen, Ultralisken oder Broodlords (wieso will ich da immer „Guardians“ schreiben, tzes!).

Gestern hatte ich auch mal wieder ein merkwürdiges Erlebnis. Es war ein recht langes Match (TvZ) und mir gefiel es soweit ganz gut, denn es gab Pushes und Konter von beiden Seiten. Ich habe mich natürlich verteidigt mit Krabblern, sowohl gegen Luft hinten an meiner Basis, als auch gegen Boden vorne. Hinten hatte mein Gegner nämlich mehrmals versucht, zuerst Hellions zu reinzudroppen, was ich gut mit meinen vier Queens abwehren konnte, später versuchte er ähnliches mit Mass-Vikings, die aber weder gegen die Queens noch gegen meine Speedlinge gut waren.

Es ging also hin und her. Mir machte es Spaß, vor allen Dingen, weil es mir mehrfach gelungen war mit meinen herzallerliebsten Infestors den riesigen Deathball meines Gegners zurückzudrängen – dank Stachelkrabblern und Fungal Growth. Unglaublich heftig, wenn man einmal damit umgehen gelernt hat! Was bin ich froh, dass ich mal ein Trainingsspiel gegen die KI gemacht habe, bei der ich mich zwang, nur Infestors zu spielen.

Doch dann, irgendwann, kam wieder so ein riesiger Ball an Marines, Marauders, Medivacs und Thors – und dann schrieb mein Gegner: „Die, bunker noob!“ Ich stutzte. Wieso flamte er mich? Was ist an Krabblern so noobig? Man setzt sie, wenn man sie braucht. Sie gehören zum Spiel und machen nichts irgendwie leichter oder schwerer, sie sind einfach Strategie. Vor allen Dingen, da man mit den Krabblern der Zerg schön rumlaufen kann und es meiner Ansicht nach die besten Verteidigungsmöglichkeiten im Vergleich zu den anderen Rassen sind, da es schön dynamisch ist.

Konnte er es nicht verknusen, dass er mehrfach erfolglos gegen meine Verteidigung an Stachelkrabblern, Speedlingen und Infestos ankam? Kann ich verstehen. Wobei man jetzt sagen muss, dass sein Mass-Marine-Marauder-Medivac-Spiel nun auch nicht gerade auf höchstem Niveau war. Aber trotzdem würde ich ihn nicht flamen dafür. Wieso auch? Ich bin schließlich auch nicht gut.

Wieso bin ich ein Noob, weil ich Krabbler benutze? Beim Fußball beschimpft man ja auch niemanden, wenn er einen Kopfball macht, anstatt den Ball normal anzunehmen und mit dem Fuß weiter zu spielen. Wieso? Weil es erlaubt ist, weil es vorgesehen ist, weil auch ein Kopfball eine eigene Technik hat und auf seine eigene Weise gemeistert werden muss. Auch das ist mit Krabblern und allgemein den stationären Verteidigungen in SC2 so. Wieso soll das noobig sein?

Sehr schade, dass ein eigentlich recht schönes Spiel, das ich dann nach einigem hin und her trotzdem verlor, so sehr in den Dreck gezogen wird in der Erinnerung. Im Nachhinein ärgern mich ein paar Fehler, die ich gemacht habe und ich glaube, ich werde in Zukunft häufiger den Neural Parasite der Infestor erforschen. Das wäre Gold gewesen in manchen Situationen mit den Thors von ihm. Aber dazu muss ich wohl auch noch ein Trainingsspiel gegen den Computer machen, um den Hotkey dann im Eifer des Gefechts besser finden zu können.

The Reason

Früher waren Items einmal Mittel zum Zweck – zumindest für mich. Auch für mein Umfeld und auch für das, was ich an Randoms so mitbekam und ich war früher häufiger in Random-Instanzen. Klar, man wollte sicherlich auch Items haben, weil sie schick aussahen. Da erinnere ich mich gut an mein T2 aus BWL, das ich von der Optik immer noch eines der schönsten Priester-Sets finde.

Warum aber wollte ich Items haben? Um mit meinen Leuten in Instanzen zu gehen, denn manche Instanzen waren nicht machbar. Wenn man aber heute fragt, was die Leute wollen: „Ich will meinen Charakter ausstatten.“ Wozu? „Um besser zu werden.“ Aber wofür besser? Um das Spiel zu sehen und Abenteuer zu erleben, um in die Dungeons zu gehen und einen netten Abend zu bringen.

Mittlerweile sind Items zum Selbstzweck geworden. Kaum jemand interessiert sich noch für die Instanzen. Es gibt kaum Berichte, wie dieses oder jenes Dungeon aussieht, wie sich dieser oder jener Raid anzuspielen fühlt- Loot-Tables, Loot-Tables, Loot-Tables! Da wird rumgerechnet und auf die Addon-Kasten gestarrt, um dann wieder ein paar Pünktchen in der Heilleistung oder im Schadens-Output vorne zu liegen. Aber wer schaut noch auf die Bosse? Wer schaut noch auf die Umgebung?

The keymaster

Ich bin über ein richtig gutes Tutorial für Micromanagement in Starcraft 2 gestolpert. Es ist recht lang und auch gut erklärt – vieles davon wusste ich nicht. Daher möchte ich das hier einfach mal verlinken, in der Hoffnung, dass es dem ein oder anderen von euch hilft.

Gerade für mich war das extrem hilfreich, da ich doch massive Schwächen im Mikromanagement habe und mich eher als Makrospieler sehe; vermutlich kommt da einfach meine Schachvergangenheit durch. Ich kann gut Einheiten kontern, weiß, welche Einheit der richtige Soft-Konter oder Hard-Konter ist, ich kann gut scouten und weiß meist, was kommen wird, Kartenkontrolle liegt meist bei mir und solche Sachen.

Wo ich aber regelmäßig versage, ist mein Mikromanagement – das ist größtenteils echt grottig. Meine Einheiten laufen zu klumpig, ich kann meine Armee schlecht aufteilen, ich kann kaum kiten, ich habe Schwierigkeiten mitten im Kampf Spezialfähigkeiten einzusetzen und ähnliches.

Daher versuche ich mich gerade darin, mich nicht ins Makro-Spiel zu retten, sondern gleich am Anfang zu drücken – denn dazu muss ich wohl oder übel mich mit all diesen Kleinigkeiten in Sachen Mikromanagement herumschlagen und auch kleine Kullerkäfer mühsam schieben und schauen, wie ich Speedlinge am besten positioniere und ähnliches. Mal schauen, ob es was hilft, wenn ich mich dazu zwinge.

Nerd alert

Husky hat ein neues Starcraft2-Musikvideo gemacht: „SVE Love Song“. Zwar gefällt mir „Banelings“ deutlich besser, aber auch das Video hat etwas. Schon allein die Hommage an die Boygroup-Videos der 90er Jahre hat mir sehr gut gefallen. Es ist aber eine Ballade und daher deutlich langsamer und beschaulicher als „Banelings“ – trotzdem witzig und sehenswert auf seine eigene Art.

Zur Erklärung für die Nicht-SC2-Spieler: SCVs werden im Deutschen auch WBFs genannt und sind die Arbeiter der Terraner, somit also zwar die grundlegende Einheit der Terraner, aber nicht wirklich verteidigungsfähig, auch wenn sie ebenso angreifen können. Sie können Gebäude bauen, Mineralien und Gas abbauen, Einheiten reparieren sofern es keine biologischen Einheiten sind (sich selbst können sie aber auch reparieren) und sie haben sogar einen Angriff, der aber nicht sonderlich stark ist.

„Maynard (Slide)“ bezeichnet übrigens das Manöver, wenn man zu einer Expansion die Hälfte seiner Arbeiter (auch „Eco“ genannt) schickt. Dadurch kann man dort schneller eine vernünftige Abbaufrequenz haben und an beiden Basen gleichzeitig neue Arbeiter bauen, was sich auf lange Sicht auszahlt.

Das müsst ihr auf Kriecher errichten

Letztens habe ich mich noch beklagt, weil ich – frisch in der Silberliga – nur verloren habe, aber mittlerweile hat sich das Blatt zum Glück gewendet. Auch wenn ich mich bisher weiterhin nicht an meine alte Lieblingsstrategie mit der Fast-Expansion getraut habe, konnte ich jetzt doch wieder einige Spiele in Folge für mich entscheiden.

Dabei war mir aufgefallen, dass doch sehr viel Mindgame mit dabei ist, denn manchmal war ich erstaunt, dass mein Gegner doch schon den Ragequit gemacht hat, weil ich ihn ständig unter Druck gesetzt habe. Später im Replay sah ich dann, dass es doch gar nicht so schlecht aussah.

Aber gerade auf kurze Distanz konnte ich häufig mit Zerglingen und Roaches gut Druck aufbauen und während ich den Druck aufgebaut habe, auch gleichzeitig eine Exe setzen. So langsam wird mein Multitasking auch besser, dass mir das einfacher von der Hand geht und ich nicht die Exe ewig lange ohne Drohnen sitzen lasse und auch den Larvenspawn mit mehreren Queens einigermaßen hinbekomme.

Dafür ist mir aufgefallen, dass mein übliches Creep-Spreading neuerdings doch sehr zurückgegangen ist. Wundert mich eigentlich, denn das war, was ich anfangs immer sehr gerne gemacht habe und ich ungeheuer wichtig für meine Map-Control fand. Aber ich vermute, dass meine APM dafür (noch) zu gering ist, dass ich das gleichzeitig machen kann. Also wird mein nächstes Ziel sein, so weiterspielen wie bisher und die ganze Karte wieder mit Creep voll zu schnoddern. Man gönnt sich als Zerg ja sonst nichts.

Das Herz der Karten

Ich bin bei Starcraft2 in die Silber-Liga aufgestiegen. Ja, ja, das ist nun auch nicht hoch, trotzdem war ich stolz, als ich die Meldung bekam.

Allerdings habe ich dann gleich wieder den Kopf schütteln müssen und zwar über die Community. Denn ich habe ein paar Mal die Klatsche bekommen, was an sich nicht schlimm war. Aber bei einem Spiel habe ich eben einen One-Hatchery-Fast-Tech gespielt auf Scrap-Station (oder wie diese Map heißt) und wollte Mass-Roaches mit Nydus probieren. Lief gar nicht einmal so schlecht, wie ich fand, allerdings bin ich dann doch weggehauen worden. Nach dem Spiel bekam ich dann den netten Whisper: „Zerg mit einer Basis ist Frühstück. Wie bist du denn in die Silber-Liga gekommen?“

Da war es wieder – diese typische Arroganz, die ich so noch von der WoW-Community und den einzelnen Klassen-Bäumen her kenne. Auch kenne ich es noch von meiner Schach-Zeit, bei der diverse Eröffungsvarianten direkt verdammt wurden. Mich hat sowas nie gestört und ich habe gerne die etwas abseitigen Sachen gespielt wie „Beschleunigter Drachen“ oder ähnliches.

Es gibt bei eigentlich keinem Strategiespiel „die“ eine Variante. Gerade wenn Menschen gegeneinander spielen ist es nicht immer nur „++“ oder „–„; das habe ich aus meiner langjährigen Schach-Erfahrung gelernt. So viel anders ist das immerhin auch nicht und ich denke, dass ich als Spieler, Jugendbetreuer und Trainer durchaus genug Erfahrung in solchen Sachen habe. Selbst wenn nach einer Schach-Variante „für Schwarz: -“ oder „mit leichtem Vorteil für Weiß“ stand, konnte Schwarz trotzdem etwas reißen, wenn er mit dieser Aufstellung den Weißen in einer für ihn unangenehme Spielposition gebracht hat. Denn nur, weil man objektiv einen strategischen Vorteil hat, heißt das nicht, dass das für ihn auch wirklich besser ist.

Wenn mein Gegner beispielsweise offenes Spiel nicht mag und ich kann ihn in eine geschlossene Position zwingen, die ihm zwar objektiv einen leichten Vorteil gibt, habe ich dennoch einen deutlichen psychologischen Vorteil, den man nicht verachten darf. Aber sowas kennen vermutlich viele Spieler von heute gar nicht mehr. Da geht es nur um „0“ oder „1“ – „Sieg“ oder „Verlust“.

Aber so einfach ist es nicht. Da habe ich auch bereits zu meiner Schachzeit dagegen gekämpft. Nicht umsonst hat man uns im Jugendkader eben nicht die gängigen Vorteilsvarianten beigebracht, die jeder kennt, die jeder spielt, die vielleicht auch besser für uns sind. Nein, der gute Tillman Vogler hat uns abseitige, obskure Eröffnungen und Positionen erklärt, mit denen wir den Gegner überraschen können, ihm unser Spiel aufzwingen – und das wirkt und macht viel mehr Spaß, als ganz öde und unkreativ das nachzuspielen, was die Masse spielt.

Damit will ich nun nicht sagen, dass man immer gegen den Strom spielen muss. Aber allein diese Aussage von oben, was man in der Silber-Liga zu suchen hat, wenn man keine Expo als Zerg spielt, ist Blödsinn und hat mich tatsächlich sehr geärgert. Natürlich habe ich verloren und natürlich habe ich daher nicht gut genug gespielt. Trotzdem hat das nichts damit zu tun, sondern einfach, dass mein Gegner einfach besser war und ich mich verzettelt habe. Es gibt so viele unterschiedliche Varianten und das allein auf die One-Hatchery zurückzuführen ist Blödsinn und zeigt eher deutlich, dass mein Gegenspieler wenig Ahnung von Strategie hat – selbst wenn er mich besiegt hat. Aber so sind sie nun einmal die Spieler von heute: Kein Verständnis vom Spiel, aber flamen, flamen, flamen.

Ligen haben keine Aussagekraft über Spielstärke. Sicherlich sind sie ein Anhaltspunkt, genauso wie im Schach die DWZ (Deutsche Wertungszahl). Aber genau wie die, ist sie ein vollkommen unzureichendes Erkennungsmerkmal und das habe ich auch über all die Jahre Schachspielen gelernt. Um den Spielstil und die Stärke eines Spielers zu bewerten, muss ich mir sein Spiel ansehen – keine DWZ, keine Liga. Das Herz der Karten, die Seele des Spiels – kurioserweise wird genau das bei „Yu-Gi-Oh“ gelebt, auch wenn viele da sicherlich die Augenrollen. Aber die Philosophie der Charaktere in dieser Serie ist genau die richtige und darum geht es. Das ist die Seele der Spieler, die immer mehr und mehr verloren geht und damit auch der Spaß am Spielen.