Everything in order

Was macht es problematisch für einen Neueinsteiger, überhaupt den Zugang zur Serie „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ zu finden? Die erste Staffel fängt mit keiner richtigen Folge an.

Auch wenn ich gerade diesen Anfang liebe, so würde ich dennoch allen raten, mit der ersten „richtigen“ Folge anzufangen und nicht mit „00 – The Adventures of Mikuru Asahina“. Das ist nämlich der fiktive Film, den die Charaktere innerhalb der Serie aufnehmen. Mir hat das verdammt gut gefallen, aber ich glaube, es trifft nicht jeden Geschmack, ausgerechnet so anzufangen.

Selbst wenn man aber mit der ersten richtigen Folge anfängt, so besteht das Problem, dass ursprünglich die Folgen achronologisch gesendet wurden. Ursprünglich war die Reihenfolge:

Endless Summer

Ich war ziemlich platt „gestern“ Abend und daher habe ich bis eben (2 Uhr, Samstag) mich dann doch noch einmal nach dem SW:TOR spielen ins Wohnzimmer verzogen. Was wollte ich machen? Ich wusste es nicht genau, denn zum PS3-Spielen war ich dann doch zu kaputt. Warum also nicht einfach mal wieder was ganz gemütlich schauen?

Also traute ich es mich: Ich fing die zweite Staffel „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ an. Ich schreibe deswegen „trauen“, weil ich ein wenig Angst hatte. Wer schon länger hier mitliest, erinnert sich vielleicht noch dran, wie begeistert ich von der ersten Staffel war. Das war ein postmodernes Meisterwerk an Anime. Ein sehr abgefahrenes Ding mit tollen Charakteren, tollen Plots, tollen Einfällen und ganz viel Gehirnknoten. Besonders mit den „falsch gesendeten“ Episoden war das einfach nur grandios.

Bei der zweiten Staffel war ich vorsichtig. Konnte das überhaupt noch so gut sein? Zumal ich aus Versehen vorher mich bereits über die „Endless Eight“ informiert hatte, als ich im Netz unterwegs war. Das ist eine Reihe von Folgen in der zweiten Staffel, in der die gleiche Folge immer wieder wiederholt wird. Das klang nicht gut, das klang fürchterlich und langweilig. An einer Stelle fand ich sogar eine Aussage der Synchronsprecherin von Haruhi (Aya Hirano), dass es wohl eine Tortur für die Sprecher gewesen sein muss, denn sie mussten teilweise den gleichen Text immer wieder sprechen.

Ich war mir nicht sicher, ob mir das gefallen oder mich langweilen würde. Das meinte ich mit „trauen“. Jetzt bin ich ins kalte Wasser gesprungen und mitten in den „Endless Eight“ drin. Was ich davon halte? Ich bin unschlüssig. Der Prolog war toll und gehörte noch nicht zu den „Endless Eight“ – die fangen danach an. Die erste Folge wirkte unglaublich banal, war aber nur der Auftakt dazu.

Die zweite Folge…

Spoiler-Cut!

For eternity

Meine Neugierde ist doch zu verfluchen! Da habe ich mal wieder ein wenig zu einem meiner Lieblingsanimes „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ im Internet nachgeschaut, obwohl ich ja noch die zweite Staffel nicht gesehen habe und schon wurde ich leicht gespoilt.

Ist das schlimm? Ich weiß es nicht und ich hoffe, ich habe mir dadurch den Genuss nicht zu sehr vermiest, aber nach dem, was ich da so gelesen habe, soll es wohl etwas ganz Fürchterliches geben. Ohne jetzt hier spoilen zu wollen, gebe ich nur das Stichwort: „Endless Eight“.

Schade, dass ich nicht mehr zu dem Moment zurück kann, um zu überprüfen, ob ich die Idee nicht kultig gefunden hätte, wenn ich den Wikipedia-Eintrag dazu nicht gelesen hätte. Aber vielleicht kann ich kleiner Trotzkopf mich trotzdem bemühen, das toll zu finden.

Aber wäre das nicht zu gekünstelt? Ich weiß es nicht. Aber das, was ich gelesen habe, lässt mich schaudern. Ich hoffe, ich täusche mich. Es ist doch Haruhi! Das kann nicht schlecht sein!

Mi-mi-mi-mikuru Beam!

Es gibt die 2. Staffel! Von was? Von einer der besten Anime-Serien, die jemals geschrieben wurde! „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“! Ich bin mehr durch Zufall über das Opening der zweiten Staffel gestolpert und konnte es kaum glauben. Zu schön war es, um wahr zu sein, aber es ist wohl wahr.

Ich freue mich wie ein Schnitzel! Blöd nur, dass es zwar die Serie auf YouTube bereits mit Untertiteln gibt, aber ich noch nicht einmal ansatzweise etwas von einem offiziellen DVD-Release mitbekommen habe. Weiß da jemand mehr? Denn diese Perle an Serie will ich mir nicht so öde auf meinem Monitor über YouTube ansehen.

Die brauche ich als richtige DVD! So gekauft und so! Muss – sehen! Meine Güte, bin ich aufgeregt!

Was so toll an der Serie ist? Sie ist ungeheuer witzig, romantisch und gleichzeitig überaus intelligent. Man kann sie einerseits als einfach nur albernen Anime sehen, wenn man nicht mehr will, aber man kann auch in überaus postmoderne Philosophien über das Sein, Wirklichkeit und Fiktion einsteigen.

Die Serie wird aus dem Blickwinkel des Schülers Kyon erzählt, der eine sehr pragmatische und zuweilen sehr zynische Sichtweise der Welt hat. Er ist aufgeklärt und abgeklärt. Eines Tages taucht eine neue Schülerin in seiner Klasse auf: Haruhi Suzumiya – und sie ist das genaue Gegenteil von ihm, denn bei ihrer Vorstellung sagt sie, dass sie nur Interesse an Außerirdischen, Zeitreisenden und Übernatürlichem hat.

Wie sich im Laufe herausstellt, hat Haruhi die Macht, die Welt zu verändern – sie hat sie sogar erschaffen. Davon weiß sie aber nichts. Es sammeln sich neben Kyon eine Außerirdische, eine Zeitreisende und ein psionisch begabter Mensch um Haruhi, um sie zu bespaßen und davon abzuhalten, dass sie es jemals erfährt, denn dann könnte die Welt in sich selbst zusammenstürzen.

Das ist eine extreme Kurzzusammenfassung und ich hoffe, dass man an Hand dieses kurzen Themenzusammenschnitts bereits sehen kann, wie vielschichtig das Thema sein kann – wenn man es denn so betrachten will. Man kann allerdings auch einfach ungeheuer viel Spaß mit einer absolut abgefahrenen Serie und Idee haben.

Einer meiner absoluten Lieblingsanimes! Vielleicht dürfte dem ein oder anderen manch Spruch aus der Headerzeile des Blogs bekannt vorkommen. „It’s an adventure, right?“ kommt beispielsweise von „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“. Es ist nicht einfach nur ein Anime, es ist eine Weltsicht!

Ach ja, und mein Gravatar-Avatar ist Haruhi, wem das noch nicht aufgefallen ist.

Hier übrigens noch das großartige Opening der ersten Staffel (bis 1:26, danach ist es willkürlich geschnitten) zusammen mit dem legendären Hare-Hare-Yukai-Tanz, den ich immer auch für WoW-Charaktere haben wollte: