Ich würd gern selbst dran glauben

Heute möchte ich euch etwas vorstellen, worüber ich letztens in meiner YouTube-Liste gestolpert bin, als ich einfach den Links gefolgt bin. Das kann ich sowieso sehr empfehlen, einfach mal die empfohlenen Videos durchzusehen. Da kann man schon ein paar Perlen entdecken.

Wie ihr sicherlich wisst, sind Übersetzungen und Synchronisationen so ein persönliches Steckenpferd von mir, denn sie sind mittlerweile häufig so fürchterlich. Daher dachte ich zuerst bei folgender Übersetzung von „Tik Tok“: „Au weia!“ Doch ich gab ihm eine Chance und irgendwie faszinierte mich bereits dieses Video. Dann bin ich durch die Playlist von „alexibexi“ gegangen und habe einen positiven Eindruck von ihm bekommen.

Die Lieder sind an sich wirklich stimmig und gut übersetzt, wie ich finde, wobei auch auf den Rhythmus und die Melodie der Worte geachtet wird. Mir gefällt das ungemein und bei vielen Liedern hat er sogar eine sehr faszinierende Mimik, die ich sympathisch finde. Besonders ist es mir bei diesem Video aufgefallen, während „sie“ eher ein wenig steif dort steht, sicherlich gut singt, aber er auf der rechten Seite rockt das Video:

Einfach gut gemacht, wie ich finde. Wobei ich das Lied sowieso mag.

Signs

Meine Frau hat ein besonderes Faible für Gebärdensprache und ist da immer sehr interessiert. Daher habe ich über sie dieses Video hier finden dürfen, das ich ungeheuer faszinierend fand:

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut das alles auf die Musik passt und es hat tatsächlich eine ganz eigene Lyrik auf diese Weise. Allerdings habe ich einmal dann den Ton ausgemacht und mir das Video angesehen. Natürlich habe ich im Kopf trotzdem noch die Musik gehabt, was eigentlich bedeutet, dass die Gebärdensprache das hier sehr gut transportiert. Aber kommt das einem Gehörlosen wirklich ähnlich rüber, wie mir, wenn ich die Musik dazu höre?

Ich merke in so Momenten einfach, wie fürchterlich es sein muss, sein Gehör verloren zu haben und wie wichtig mir Musik ist. Das Lied aus dem Video ist eigentlich nicht so meins, aber in Zusammenhang mit der Gebärdensprache finde ich es wunderschön. Allerdings klappt das für mich echt nur in dem Zusammenspiel. Nur die Musik ist für mich deutlich weniger schön. Nur die Gebärdensprache geht schon besser, weil es sogar fast getanzt oder zumindest rhythmisch auf mich wirkt, wie das Lied erzählt wird. Trotzdem ist es sehr schade, wenn man nicht beides zusammen erleben kann.

Kuscheln, Sex und Händchenhalten

Am Freitag Abend war ich mit meiner Frau einmal wieder auf einem Konzert von „Maybebop“ – diesmal hier in Frankfurt. Diesmal war zum Glück der gesamte Abend nur von Maybebop und nicht wie bei meinem letzten Erlebnis in Wendlingen.

Wer ist Maybebop? Eine deutsche a-capella-Gruppe, zu der mich meine Frau erst überreden musste, für die ich mittlerweile aber Feuer und Flamme bin. Die vier Jungs sind einfach ungeheuer witzig, sympathisch und können unglaublich singen. Entsprechend sind auch ihre Lieder – größtenteils witzig und eigen, aber auch mal nachdenklich, fast immer durchaus philosophisch und all zu häufig überaus anspruchsvoll in ihren Arrangements.

Das neue Programm von Maybebop hat mich extrem gut unterhalten und wir werden uns bestimmt die neue CD holen und sind auch schon am Spekulieren, ob wir nicht uns auch schon einmal Karten für das nächste Konzert hier in der Gegend sichern – selbst wenn es das gleiche Konzert ist. Da Maybebop aber auch gerne improvisiert und gerade diese Improvisationen, bei denen das Publikum fünf Worte vorgeben soll und eine Musikrichtung, sind immer so ein kleiner Höhepunkt der Konzerte.

Mein persönliches Lieblingslied des Abends ist übrigens dieses hier:

Die Melodie ist großartig, es ist hervorragend gesungen und den Text kann man entweder einfach oberflächlich genießen oder auch richtig damit arbeiten und tiefgehend darüber nachdenken. Da ich mich auch während meines Studiums bekanntermaßen gerne mit den klassischen Philosophen rumgeschlagen habe (ich liebe Derrida, Nietzsche und Foucault), jauchzt der Post-Strukturalist in mir, wenn all diese Leute im gleichen Atemzug wie Simba und Mufasa oder Rudi Carell genannt werden – postmoderne Pop-Kultur! Großartig!

Hört mal rein in das Lied und gebt ihm eine Chance – ich finde es einfach wunderschön.

Und hier verlinke ich noch ein nettes Video von einem Live-Auftritt:

The keymaster

Ich bin über ein richtig gutes Tutorial für Micromanagement in Starcraft 2 gestolpert. Es ist recht lang und auch gut erklärt – vieles davon wusste ich nicht. Daher möchte ich das hier einfach mal verlinken, in der Hoffnung, dass es dem ein oder anderen von euch hilft.

Gerade für mich war das extrem hilfreich, da ich doch massive Schwächen im Mikromanagement habe und mich eher als Makrospieler sehe; vermutlich kommt da einfach meine Schachvergangenheit durch. Ich kann gut Einheiten kontern, weiß, welche Einheit der richtige Soft-Konter oder Hard-Konter ist, ich kann gut scouten und weiß meist, was kommen wird, Kartenkontrolle liegt meist bei mir und solche Sachen.

Wo ich aber regelmäßig versage, ist mein Mikromanagement – das ist größtenteils echt grottig. Meine Einheiten laufen zu klumpig, ich kann meine Armee schlecht aufteilen, ich kann kaum kiten, ich habe Schwierigkeiten mitten im Kampf Spezialfähigkeiten einzusetzen und ähnliches.

Daher versuche ich mich gerade darin, mich nicht ins Makro-Spiel zu retten, sondern gleich am Anfang zu drücken – denn dazu muss ich wohl oder übel mich mit all diesen Kleinigkeiten in Sachen Mikromanagement herumschlagen und auch kleine Kullerkäfer mühsam schieben und schauen, wie ich Speedlinge am besten positioniere und ähnliches. Mal schauen, ob es was hilft, wenn ich mich dazu zwinge.

But now…

Zur Zeit höre ich über YouTube immer wieder gerne „What the Hell“ von Avril Lavigne – eigentlich nicht so ganz meine Richtung, aber ich finde das Lied einfach großartig und sehr ohrwurmig.

Was mir dabei aber aufgefallen ist, dass das wirklich sehr krachige, rebellische und laute Lied bei einem Live-Auftritt der guten Frau Lavigne ungefähr genauso dynamisch rübergebracht wird, wie die Morgengynmastik im Altenheim. Als ich das sah und ihr unmotiviertes Hüpfen und das fehlende Ausflippen auf der Bühne zusammen mit dem affektiert wirkenden Abendkleidchen dachte ich mir tatsächlich: „What the Hell?“

Was ist aus dem Lied da plötzlich bei dem Live-Auftritt geworden? Das ist ein Lied, das richtig rocken kann und hier wirkt es eher wie eine Einschlaftablette. Das wirkt einfach zu brav. Hatte sie Rückenschmerzen und konnte deswegen nicht auf der Bühne so ausflippen, wie es das Lied verdient hätte, oder wieso greift sie sich beim Hüpfen an den Rücken und bewegt sich so vorsichtig wie ich nach meinem Kreuzbandriss?

Nerd alert

Husky hat ein neues Starcraft2-Musikvideo gemacht: „SVE Love Song“. Zwar gefällt mir „Banelings“ deutlich besser, aber auch das Video hat etwas. Schon allein die Hommage an die Boygroup-Videos der 90er Jahre hat mir sehr gut gefallen. Es ist aber eine Ballade und daher deutlich langsamer und beschaulicher als „Banelings“ – trotzdem witzig und sehenswert auf seine eigene Art.

Zur Erklärung für die Nicht-SC2-Spieler: SCVs werden im Deutschen auch WBFs genannt und sind die Arbeiter der Terraner, somit also zwar die grundlegende Einheit der Terraner, aber nicht wirklich verteidigungsfähig, auch wenn sie ebenso angreifen können. Sie können Gebäude bauen, Mineralien und Gas abbauen, Einheiten reparieren sofern es keine biologischen Einheiten sind (sich selbst können sie aber auch reparieren) und sie haben sogar einen Angriff, der aber nicht sonderlich stark ist.

„Maynard (Slide)“ bezeichnet übrigens das Manöver, wenn man zu einer Expansion die Hälfte seiner Arbeiter (auch „Eco“ genannt) schickt. Dadurch kann man dort schneller eine vernünftige Abbaufrequenz haben und an beiden Basen gleichzeitig neue Arbeiter bauen, was sich auf lange Sicht auszahlt.

Koi no Tenshi Mai Orite

Gleich werde ich mich auf den Weg nach Stuttgart zu Frau und Schwiegereltern machen und entschwinde damit in die Weihnachtszeit. Ob und wie ich zum Bloggen jetzt über die Feiertage komme, weiß ich noch nicht, aber es kann sein, dass da doch mal – ungewöhnlicherweise – etwas ausfällt.

Dennoch möchte ich natürlich euch allen ein paar Weihnachtsgrüße mit auf den Weg geben und mich für eure Kommentare und auch euer Interesse bedanken. So selbstverständlich ist das ja nicht, da ich immerhin hier mehr oder weniger nur das Zeug schreibe, was mich selbst interessiert und weder großartig News pflege oder tolle Guides liefere.

Das hier war und wird natürlich nie ein Themen-Blog sein, auch wenn es hin und wieder mal so aussehen mag. Es sind einfach die Sachen, die mich beschäftigen, die ich ausdrücken möchte, die mich bewegen und das können vollkommen unterschiedliche Sachen sein.

Da wandle ich ganz auf den Spuren des häufig unterschätzten, aber großartigen Wil Wheatons, dessen Blog WWdN: In Exile quasi das Vorbild für mich ist. Um so mehr freut es mich, dass hier gelesen und kommentiert wird.

Als Weihnachtsgruß möchte ich euch eines meiner Lieblings-YouTube-Videos zeigen, das zwar vielleicht kitschig ist, aber trotzdem so schön zu Weihnachten passt und immerhin heißt es, dass ein nettes Lächeln auch die eigene Stimmung heben kann. Ich finde es jedenfalls eines der tollsten Videos und es zeigt sehr schön, dass das Internet nicht nur für bescheuerte und komische Sachen einen Boden hat, sondern auch für solche Sachen:

Und zum Abschluss gibt es noch ein kleines J-Pop-Weihnachtslied von einer meiner Lieblingssängerinnen:

Fröhliche Feiertage und danke!