Jamas Tipp: Dragonheart

Lange habe ich überlegt, welchen Film ich sonst noch für Weihnachten vorschlagen sollte. Denn die beiden, die mir als nächstes einfallen, habe ich bereits einmal vorgestellt. Daher hier nur der Link: Besser Geht’s Nicht und Das Letzte Einhorn. Beide auf ihre Weise passend.

Besser Geht’s Nicht kommt da mit wirklich weihnachtlichen Botschaften daher und ist einfach ein schweineguter Film. Das Letzte Einhorn ist thematisch nicht unbedingt Weihnachten, aber da ich damals zur Winterzeit im Kino war und der Film auch immer zu dieser Zeit im Kino lief, gehört er für mich dazu.

Um aber einmal wieder etwas Neues vorzustellen, empfehle ich zur Weihnachtszeit einen Film, den ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Nicht, weil er so schlecht ist oder weil er mich langweilt oder weil ich ihn nicht habe. Er steht bei mir schon seit langer, langer Zeit im Videoregal und ich habe sogar ein Filmplakat von ihm: Dragonheart.

Aber wieso schaue ich ihn dann nicht, wenn er doch so gut ist? Weil ich es nicht über mein Herz bringe, ihn zu Ende zu schauen. Das geht einfach nicht und ich bin mit diesem Problem wohl nicht alleine, wie ich mittlerweile weiß. Ich kann ihn immer bis zu einer gewissen Stelle schauen und ab da habe ich immer abgebrochen. Irgendwann dachte ich mir: „Nein, das kannst du doch nicht machen. Der Rest vom Film ist doch so gut, du kannst ihn nicht immer frühzeitig beenden, weil du das nicht aushältst!“

Daher habe ich ihn nicht mehr geschaut – vermutlich seit Anfang 2000. Aber trotzdem ist er in meinem Kopf, weil die Geschichte ist so schön, die Charaktere sind toll und die Dramaturgie ist eigentlich genau meins. Dieser Film gehört für mich zu den ganz großen Fantasyfilmen neben Willow und dem dunklen Kristall. Trotzdem kann ich ihn einfach nicht mehr ansehen. Dabei würde ich so gerne. Vielleicht traue ich mich doch einmal wieder. Denn an sich ist er so schön!

Wer den Film gesehen hat, wird wissen, warum ich da so Probleme habe … und schaut euch nur den folgenden Trailer an. Nicht den anderen, den es noch auf YouTube gibt. Der gehört nämlich zur Kategorie „Verratet doch den ganzen verdammten Film in der Vorschau“-Trailer.

Jamas Tipp: Willow

Es gibt Filme, die sind Klassiker und trotzdem kennen sie viele überraschenderweise nicht. „Willow“zählt für mich dazu. Heute mag gerade die Tricktechnik ein Schmunzeln hervorbringen und auch so manches wirkt alt – es ist eben einer der typischen Fantasy-Filme, die in den 80er Jahre erschienen sind. Für mich ist es aber immer noch einfach einer der besten Fantasy-Filme, die ich mir auch heute immer wieder gerne anschaue. Dieser Film ist meiner Ansicht nach die beste Rolle von Warwick Davis – und hat ihn unsterblich gemacht.

Alles passt bei „Willow“ einfach zusammen – die Musik, die Charaktere, der Plot… ja, zugegebenermaßen, die sind alle recht vorhersehbar und der Plot ist auch nicht neu. Die Charaktere sorgen auch nicht gerade für Überraschungen, aber das brauchen sie auch nicht. Denn „Willow“ ist einfach ein Film zum Entspannen und Spaß haben. Auch wenn der Film von George Lucas ist, finde ich doch, dass es ein Film mit Seele ist, der trotz seines Alters auch heute immer noch berühren kann und mit vielen der modernen Fantasy-Action-Spektakel mithält.

Wieso? Weil es so Kleinigkeiten sind, die den Film so wertvoll und besonders machen. Die Bodenständigkeit der Charaktere ist einfach schön. So ist der Hauptcharakter Willow eben kein jugendlicher Draufgänger, der seine große Liebe findet. Nein, er ist Familienvater, der hinauszieht, um diese zu beschützen und das Richtige zu tun. Klar, das ist im Prinzip das Hobbit-Motiv, dass Bodenständigkeit wichtig ist und kleine Menschen auch große Dinge bewegen können. Aber es ist trotzdem einfach verdammt gut und stimmig umgesetzt.

Für mich eine der größten und bewegensten Szenen ist, wenn Willow aus dem Dorf abreist und seine Frau Kiaya ihm ihren abgeschnittenen Haarzopf mitgibt. Das ist für mich immer noch eine Szene, die ich nicht aus dem Kopf bekomme, einfach weil sie so einfach und doch so tief und tragisch ist. Ich finde, das ist der Moment, der Willow als Charakter dem Zuschauer so sympathisch werden und auch später mitfiebern lässt.

Klar, über Madmartigan hat man dann den klassischen Charakter im Stile von Han Solo. Heutzutage wäre eher dieser Charakter der Protagonist, denn er ist heldenhaft, witzig, charmant und man kann die große Liebe schön inszenieren. Doch hier ist Willow der Hauptcharakter und das macht den Film so besonders im Vergleich zu vielen modernen Fantasy-Filmen, die sich sowas nicht trauen.

Dieser Film ist an sich ungeheuer simpel, aber trotzdem eine meiner größten Inspirationsquellen für das Rollenspiel und das Schreiben. Nicht unbedingt im Plot und auch nicht unbedingt in den konkreten Charakteren. Sondern vielmehr diese Mischung aus Epik und Selbst-Ironie, die da häufig durchscheint.

Wer Fantasy-Filme mag und „Willow“ noch nicht kennt, der sollte ihn sich einmal anschauen. Mit 10 Euro könnt ihr da echt nichts falsch machen. Er ist natürlich nicht mit solchen Feuerwerken wie „Herr der Ringe“ zu vergleichen, da muss man ihn auch einfach im Rahmen seiner Zeit sehen können. Der Trailer sagt es einfach richtig:

„It was a different time…“

Ich habe gerade wieder beim Schreiben richtig Lust bekommen, diesen Klassiker mir anzuschauen. Meine Frau bekomme ich bestimmt auch dazu, denn die mag den genauso wie ich und hat sogar den Soundtrack.